Outsourcing

In diesem Beitrag erfährst du mehr über das Outsourcing und seine verschiedenen Formen. Auch die richtige Vorgehensweise beim Outsourcing ist für Unternehmen ein wichtiges Thema, weshalb wir dir zeigen, wie ein möglicher Ablauf dieses Vorganges aussehen könnte. Darüber hinaus geben wir dir einen Überblick über die möglichen Gründe für die Auslagerung von Vorgängen und zu den Vor- und Nachteilen, die ein solches Outsourcing mit sich bringen kann.

Das erwartet dich heute:

Outsourcing Definition

Die Definition für den Begriff Outsourcing setzt sich aus drei englischen Begriffen zusammen: Outside, resource und using und beschreibt eine Unternehmensstrategie, bei der von einem Unternehmen einzelne Aufgaben, Teilbereiche oder sogar komplette Geschäftsprozesse ausgelagert werden an Drittunternehmen. Das bedeutet, dass die Dienstleistungen, die bisher selbst erbracht wurden, nur noch von einem Dienstleister, der darauf spezialisiert ist, bezogen werden. Allerdings werden nur Sekundärfunktionen, also Aufgaben, die das Unternehmen für die Verrichtung seiner Haupttätigkeit benötigt ausgelagert. Kernkompetenzen sollte man tunlichst nicht auslagern.

Outsourcing
Definition des Outsourcing

Die häufigste Form der Auslagerung von Unternehmensfunktionen ist das IT-Outsourcing, bei dem das Unternehmen seine komplette IT-Infrastruktur an einen externen IT-Anbieter auslagert und diese nicht mehr selbst betreibt. In der Regel tritt der externe Anbieter dabei als externer Partner in Erscheinung. Der Gegenstand sowie die Dauer der Leistungserbringung ist durch einen dementsprechenden Vertrag geregelt. Häufig werden SLAs (Service Level Agreements) vereinbart, die das Vertragsverhältnis im Hinblick auf Reaktionszeiten und Qualität des Service detailliert steuern.

Aber auch in anderen Branchen als der IT-Branche ist das Outsourcing anzutreffen. So unterhalten viele kleine Unternehmen keine eigene Lohnbuchhaltung mehr, sondern lassen diese von einem externen Unternehmen durchführen. Das senkt die Kosten für die Personalverwaltung. Auch die Personalrekrutierung wird immer mehr durch externe Dienstleister übernommen. Die Expertise im eigenen Haus aufzubauen ist für viele Unternehmen schlicht zu teuer.

Was ist Outsourcing?

Im Grunde ist Outsourcing nichts anderes, als die Auslagerung einzelner Unternehmensprozesse zu einem externen Dienstleister. Dieser übernimmt dann im Auftrag des Unternehmens beispielsweise die Lohnbuchhaltung, den Kundenservice oder die Produktfertigung und wird dafür vom Unternehmen für seine Dienstleistungen bezahlt. Die Gründe für ein solches Vorgehen sind vielfältig und dienen meist der Ressourcen- und Kosteneinsparung, einer schnelleren Reaktion auf Markveränderungen oder auch einer verbesserten Qualität der Produkte. Das Outsourcing wird stets zwischen dem beauftragenden Unternehmen und dem externen Dienstleister vertraglich geregelt.

Welche Unternehmensbereiche kannst du beim Outsourcing auslagern?

Wie bereits erwähnt, kannst du als Unternehmer ganz verschiedene Bereiche outsourcen. Das funktioniert mit einzelnen Teilbereichen ebenso, wie mit übergeordneten Tätigkeitsfeldern wie etwa:

  • Buchhaltung
  • IT-Abteilung
  • Produktion
  • Kundenbetreuung & Außendienst
  • Marketingbereich
  • Fuhrpark bzw. Logistikbereich
  • Catering

Bereiche, die ein Unternehmen unter keinen Umständen aus der Hand geben und outsourcen sollte, sind sogenannte Kerntechnologien und Schlüsselkompetenzen. Durch ihre Auslagerung würde sich ein Unternehmen in zu großem Maße vom externen Dienstleister abhängig machen und wäre eventuell nicht mehr in der Lage, wichtige Entscheidungen vollständig unabhängig zu treffen.

Tipp!

Ein einfacherer Weg, damit du deine Buchhaltung nicht outsourcen musst, ist die Automatisierung deiner Buchhaltung. So kannst du Prozesse vereinfachen, Fehler vermeiden, Ressourcen besser verteilen und Abläufe effizienter gestalten.

Warum ist Outsourcing wichtig?

Ein großer Vorteil beim Outsourcing liegt darin, dass ein Unternehmen seine Marktposition verbessern kann. Das Unternehmen ist durch das Outsourcing in der Lage, sich voll und ganz auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren, wodurch sich nicht nur Kostenvorteile ergeben. Auch kann das Unternehmen rascher auf Marktveränderungen reagieren, Trends frühzeitiger wahrnehmen und den Verbrauchern so vor den Mitbewerbern entsprechende Produkte anbieten.

Dies gelingt vor allem durch eine optimierte Planung im Bereich der Materialwirtschaft. Um eine solche zu gewährleisten, muss das Unternehmen entsprechende Konzepte für die Logistik und Produktion besitzen, welche den externen Dienstleister mit in die Wertschöpfungskette integrieren. Die Inanspruchnahme spezialisierter Dienstleister zahlt sich beispielsweise im Bereich der Produktion durch reduzierte Kosten sowie eine Optimierung der Qualität aus.

Wichtigste Grundlage für ein modernes Outsourcing ist die effiziente Ressourcenplanung. Diese muss im Unternehmen beginnen und nicht erst mit der Beauftragung eines externen Partners. Viele Unternehmen nutzen dafür sogenannte Enterprise Resource Planning Tools (ERP), welche die Bereiche Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft sowie Lohnabrechnung abdecken. Die ERP-Software ist dann sozusagen das organisatorische Rückgrat des Unternehmens, das Outsourcing baut dann auf diesem auf.

Wann ist Outsourcing sinnvoll?

Als Grundlage für jede Outsourcing-Entscheidung sollte eine vorher durchgeführte Wirtschaftlichkeitsrechnung dienen. Mit einer solchen lässt sich frühzeitig ermitteln, ob ein Outsourcing-Vorhaben dem Unternehmen eher nutzen oder schaden würde. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ist ein komplexer Vorgang, weil neben den Kosten für Dienstleistungen auch anfallende Kosten für die Beendigung eines Projekts mit einbezogen werden müssen.

Outsourcing ist nach Expertenmeinung beispielsweise sinnvoll, wenn in einem Unternehmen Umstrukturierungen anstehen, deren Ziel es ist, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und sich flexibler aufzustellen. Daher werden alle kostenintensiven und nicht vom Unternehmen selbst effizient ausführbaren Aufgaben an entsprechende Dienstleistungsunternehmen abgegeben. Outsourcing kann zudem für schnell wachsende Unternehmen sinnvoll sein. Durch das Outsourcing umgehen sie den oft sehr zeitaufwendigen Aufbau eigener, unternehmensinterner Prozesse.

Was sind die Gründe für eine Auslagerung?

Wie bereits erörtert handelt es sich dem Outsourcing um eine Auslagerung, in deren Rahmen Aufgaben, Prozesse oder Strukturen an andere Unternehmen abgegeben werden, die bisher im eigenen Unternehmen ausgeführt wurden. Die Gründe für das Outsourcing sind vielfältig:

  • Kosteneinsparung – aufgrund des hohen Spezialisierungsgrads des Dienstleisters
  • Qualitätsverbesserungen (beispielsweise in der Fertigung)
  • Eine höhere Effektivität – da die Konzentration auf der Kernkompetenz das eigene Unternehmen stärken kann
  • Eine bessere Skalierbarkeit – ganz besonders, wenn es um kurzfristige Auslastungsschwankungen geht
  • Eine schnellere Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen

Zudem kann zwischen dem unternehmensinternen und dem unternehmensexternen Outsourcing unterschieden werden. Die unternehmensinterne Auslagerung kann beispielsweise wie folgt aussehen: Die Aufgabe wird an ein Tochterunternehmen abgegeben, es wird ein neues Unternehmen gegründet für die Aufgabe oder die Aufgabe wird von Leiharbeitern ausgeführt.

Beim unternehmensexternen Outsourcing wird die Aufgabe an ein fremdes Unternehmen abgegeben, das nichts mit dem eigenen zu tun hat. Das kann geschehen im Zusammenhang mit einem regionalen Unternehmen oder aber in ein Land mit einem niedrigeren Durchschnittslohn wie beispielsweise Indien oder China.

Die Formen und Varianten des Outsourcing

  • Unternehmensinternes Outsourcing: Darunter versteht man die Ausgliederung von Funktionen oder Prozessen in andere Organisationseinheiten, die aber zum gleichen Unternehmen bzw. zur gleichen Unternehmensgruppe zählen. Obwohl es sich meist um rechtlich eigenständige Unternehmen handelt, bleibt aber durch ihre Zugehörigkeit zum Gesamtunternehmen der Einfluss des beauftragenden Unternehmens zu großen Teilen bestehen.
  • Business Process Outsourcing: Hierbei handelt es sich um die Auslagerung von kompletten Geschäftsprozessen, wie beispielsweise die Bearbeitung von Retouren.
  • Knowledge Process Outsourcing: Bei dieser Variante geht es um die Auslagerung von sehr komplexen Aufgaben, für die ein hoher Spezialisierungsgrad erforderlich ist und die von speziell geschulten Mitarbeitern eines entsprechenden Dienstleisters durchgeführt werden müssen. Ein Beispiel könnte das Verfassen von SEO-Texten im Internet sein.
  • Selective Outsourcing: Dabei handelt es sich um eine Mischform von Business Process Outsourcing und Outtasking. Denn hier lagert das Unternehmen spezielle Teilbereiche aus – genauer gesagt, es werden mehr als einzelne Aufgaben vergeben, doch immer noch weniger als ganze Prozesse.
  • Out-Servicing: Beim Out-Servicing handelt es sich um eine Sonderform des Outsourcings, bei der lediglich der Kundendienst eines Unternehmens an einen externen Dienstleister abgegeben wird.
  • Online Outsourcing: Diese Form der Auslagerung findet sozusagen über das Internet statt. Betroffene Bereiche sind meist die IT oder auch das Marketing. Die Besonderheit beim Online Outsourcing besteht auch darin, dass die externen Dienstleister für die Erbringung ihrer Arbeit das Internet nutzen.

Hinweis: Es gibt im Bereich der Geldinstitute die von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (European Banking Authority) veröffentlichten Guidelines für ein EBA Outsourcing.

Was ist Outtasking?

Beim Outtasking übergibt ein Unternehmen ganz bestimmte und begrenzte Aufgabenbereiche an ein externes Dienstleistungsunternehmen ab. Der jeweils übergeordnete Geschäftsprozess liegt dagegen weiterhin in der Verantwortung des outsourcenden Unternehmens. Im Gegensatz zum IT-Outsourcing, bei dem sehr oft die große Abhängigkeit des beauftragenden Unternehmens vom externen Dienstleister kritisiert wird, ist diese Abhängigkeit beim Outtasking wesentlich geringer, da viele Aufgaben weiterhin unternehmensintern erledigt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Outsourcing und Offshoring

Mit dem Begriff Offshoring wird die Verlagerung von Aufgaben ins Ausland bezeichnet. Es findet also eine geographische Verlagerung statt. Beim klassischen Outsourcing hingegen kommt es zu einer organisatorischen Verlagerung. Obwohl grundsätzlich kein Zusammenhang zwischen diesen beiden Arten der Umstrukturierung bestehen muss, beinhalten Offshoring-Maßnahmen sehr häufig auch ein Outsourcing. Wie beim Outsourcing auch, ist das oberste Ziel bei der Auslagerung in andere Staaten ebenfalls die Einsparung von Kosten. Eine solche Kostenreduzierung erreicht das Offshoring durch die Verlagerung in Länder, die ein deutlich niedrigeres Lohnniveau haben, als das Herkunftsland des Unternehmens.

Mit dem Offshoring sind einige Risiken verbunden, die sowohl strategischer, als auch operativer Natur sein können. Aufgrund der geographischen Entfernung zwischen Unternehmen und externem Dienstleister können Schwierigkeiten in verschiedenen Bereichen auftauchen:

  • Logistik
  • Kommunikation
  • Unterschiede kultureller oder religiöser Art
  • Zeitverschiebung (Stichwort verschiedene Handelszeiten)

Nachteile können dem Unternehmen auch dadurch entstehen, dass es durch die räumliche Entfernung einen Teil seiner Flexibilität einbüßt, die es eigentlich benötigt, um auf marktrelevante Veränderungen zu reagieren. Vorgänge werden ja oft in nicht unwesentlichem Maße von ortsabhängigen Faktoren beeinflusst, die dann aufgrund der Entfernung zu verspäteten Reaktionen führen können. Beim Offshoring werden Tätigkeiten von weit entfernten, häufig unbekannten Personen erledigt, was zu einer Veränderung beim Betriebsklima führen kann.

Ein mögliches Vorgehensmodell für das Outsourcing

Wie man ein Outsourcingvorhaben angeht, unterscheidet sich sicher von Unternehmen zu Unternehmen. Dennoch gibt es erprobte Vorgehensweisen (so genannte Best Practices), die man sich zunutze machen kann.

Mögliche Vorgehensweise für eine Outsourcing-Entscheidung

  1. Am Anfang steht eine detaillierte Analyse des Ist-Zustands durch ein zusammengestelltes Team.
  2. Nachfolgend bestimmt dieses Team den Prozess.
  3. Anschließend kommt es zu einer Potenzialabschätzung.
  4. Es werden Vorbereitungen getroffen.
  5. Es findet das Kick-off Meeting statt.
  6. Die Teilnehmer des Meetings entwickeln ein Lösungsmodell.
  7. Es folgt der Vergleich der alternativen Lösungsmöglichkeiten.
  8. Das Projektteam wird mit den notwendigen Entscheidungskompetenzen ausgestattet.
  9. Es wird eine Kostenrechnung erstellt.
  10. Das Team bewertet den Dienstleister und wählt einen geeigneten aus.
  11. Es folgt die Erstellung und die Auswertung der Ausschreibung.
  12. Die Abstimmung des Pflichten- und Lastenheftes erfolgt.
  13. Anschließend beginnt die Umsetzungsphase.
  14. Hier kommt es dann zum konkreten Zeitplan für die finale Umsetzung des Outsourcing.
  15. Das Projektmanagement wird weiter fortgeführt sowie eine laufende Qualitätskontrolle.

Beispiele für das Outsourcing

  • Callcenter-Outsourcing: Hier unterliegt der Kundenservice dann einem spezialisierten Callcenter, das in der Praxis oft für einen Festpreis ganz bestimmte Anrufkapazitäten übernimmt.
  • Online Marketing-Outsourcing: Hier lagert ein Unternehmen seine Online-Werbemaßnahmen wie beispielsweise die Betreuung der Social Media Kanäle an externe Dienstleister aus.
  • Sollte es einem Modeunternehmen zu teuer sein, seine Bekleidung in Deutschland zu fertigen, so führt es die Produktion häufig in Asien durch und verschifft die fertige Bekleidung dann per Seefracht nach Deutschland.
  • IT- Outsourcing: Hier geht es um die Auslagerung von IT Hosting und Abwicklung wie beispielsweise dem IT Service Management.

Das solltest du beim Outsourcing ins Ausland beachten

Falls du in deinem Unternehmen für Outsourcing-Maßnahmen ins Ausland verantwortlich bist, etwa für die Auslagerung von Logistik, der Buchhaltung oder von Personal, dann gilt es, verschiedene Aspekte im Auge zu behalten. Zunächst ist es notwendig, einen passenden Anbieter im Ausland zu finden, der in der Lage ist, die Vorgaben deines Unternehmens zu erfüllen.

Zudem muss der entsprechende Dienstleister selbst über die notwendigen Ressourcen verfügen, um die von deinem Unternehmen geforderten Arbeiten zu erledigen. Geht es um ein Outsourcing von Personal, bist du als Verantwortlicher darauf angewiesen, Mitarbeiter zu finden, die bereit sind, für das Unternehmen in ein entferntes, fremdes Land zu gehen. Von Vorteil ist es bei der Auswahl geeigneter Kandidaten, wenn sie die entsprechende Landessprache oder zumindest fließend Englisch sprechen.

Die beliebtesten Outsourcing Länder

Es existieren drei beliebte Ausgliederungs-Länder in Asien: Malaysia, China und Indien. Doch auch im europäischen Nachbargebiet können lohnenswerte Outsourcing-Projekte durchgeführt werden. So ist beispielsweise in Irland eine große Infrastruktur aufgebaut worden, die Branchenriesen wie Apple bereitwillig in Anspruch nehmen. In Rumänien hingegen sind einfache Tätigkeiten, die keine große Komplexität mitbringen, gut aufgehoben.

Die Vor- und Nachteile des Outsourcing

Kommen wir zu den Pro und Contras des Auslagerns von Unternehmensfunktionen. In der folgenden Übersicht haben wir versucht, die wichtigsten Punkte zusammenzufassen.

Die Vorteile von Outsourcing

  • Das Unternehmen kann sich auf das Kerngeschäft konzentrieren.
  • Kostenersparnis gegenüber der Erbringung der Leistung im Hause.
  • Steuerliche Vorteile durch den Fremdbezug: Kosten der Auslagerung mindern den zu versteuernden Gewinn.
  • Qualitative Vorteile – Erfahrene Lohnbearbeiter leisten unter Umständen bessere Arbeit als die eigene Mannschaft.
  • Möglicherweise werden durch strategische Partnerschaften neue Geschäftsfelder eröffnet. Stichwort: Vertikale Integration.

Die Nachteile von Outsourcing

Der wesentlichste Nachteil ist die einhergehende Abhängigkeit zum Dienstleister beim Outsourcingvorgang. Sollte der Dienstleister in wirtschaftliche oder qualitative Schwierigkeiten kommen, dann kann das Folgekosten für das eigene Unternehmen bedeuten. Außerdem kann man manche Business-Funktion nicht so einfach wieder in Bereichen des eigenen Unternehmens eingliedern. Firmen, die beispielsweise ihre SAP-Entwicklung komplett ausgegliedert haben, bereuen dies meist zutiefst. Schließlich ist so das Know-How um die eigenen Geschäftsprozesse „weg“. Um diesen Prozess umzukehren, muss erst wieder eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden. Das ist teuer und zeitaufwändig.

Des Weiteren gibt es noch folgende Nachteile bei einer Auslagerung:

  • Es kommt zu einem Know-How Verlust aufgrund der Ausgliederung von Funktionen.
  • Mögliche Probleme im Betriebsklima. Sollten die Mitarbeiter den Dienstleister als eine Art Konkurrenz ansehen oder den eigenen Arbeitsplatz durch das Outsourcing bedroht sehen, dann ist Widerstand zu erwarten.
  • Der Datenschutz – denn je nach ausgelagerter Funktion erhält der Dienstleister Einblick in die sensiblen Firmendaten.

Bevor zum Outsourcing gegriffen wird, sollte die Entscheidung stets genau analysiert werden und vor allem zukunftsorientiert getroffen werden. So sollten Funktionen, mit denen sich ein Unternehmen von einem anderen Unternehmen abhebt, niemals ausgelagert werden.

In einer tabellarischen Auflistung lassen sich die Vor- und Nachteile von Outsourcing am leichtesten darstellen.

Outsourcing (Vorteile)Outsourcing (Nachteile)
Senkung der KostenSteigerung des Kommunikationsbedarfs
Steigerung der QualitätKontrollverlust für das Unternehmen
Zeitaufwand sinktErhöhung der Abhängigkeit vom Dienstleister
Effektivitätssteigerung durch Konzentration auf KernbereicheWeniger Weiterbildungen für Mitarbeiter des Unternehmens
Steigerung der FlexibilitätSinkende Mitarbeiterzahl (durch Kündigungen)
Reduzierung von RisikenSchlechteres Betriebsklima durch Konkurrenzdenken
Wachstum wird beschleunigtMögliche Einbußen beim Datenschutz (durch Einblicke des externen Dienstleisters)

Was bedeutet Outsourcing für Mitarbeiter?

Inwieweit ein Outsourcing für Mitarbeiter von Bedeutung ist, ist hauptsächlich von der Art der Auslagerung abhängig. Es stellt sich also die Frage, ob es sich um ein unternehmensinternes Outsourcing handelt oder um eine unternehmensexterne Auslagerung. Die Besonderheit der unternehmensinternen Variante liegt ja darin, dass bisher innerhalb des Unternehmens erledigte Aufgaben z.B. zu einem Tochterunternehmen ausgelagert werden. Im Zuge einer unternehmensexternen Auslagerung werden die Aufgaben hingegen an ein fremdes Unternehmen abgegeben. Ist letzteres der Fall, besteht für Mitarbeiter die Gefahr, dass sie von einer betriebsbedingten Kündigung betroffen sein könnten, weil die bisher von ihnen wahrgenommenen Aufgaben wegfallen.

Ein solches Szenario könnte entstehen, wenn sich ein Unternehmen entschließt, seine Produktion in ein anderes Land mit geringerem Lohnniveau zu verlagern. Für Mitarbeiter können beide Varianten aber auch zu einer Entlastung führen. Dies ist etwa dann denkbar, wenn sie sich aufgrund einer Outsourcing-Maßnahme die Möglichkeit haben, sich wieder auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren. Für Mitarbeiter ergeben sich vor allem dann positive Effekte durch das Outsourcing, wenn das Unternehmen eine effiziente Ressourcenplanung praktiziert.

Ein Beispiel hierfür ist die bereits erwähnte, von einem externen Dienstleister bereitgestellte und betreute ERP-Software. Mit ihrer Hilfe lassen sich wichtige Bereiche automatisieren, was zu Zeitersparnis führt, weil Mitarbeiter deutlich seltener mit wiederkehrenden Routineaufgaben befasst sind. Der Erfolg ist für die Mitarbeiter zeitnah erkennbar, die Folge ist eine höhere Motivation. Unabhängig davon, welche Outsourcing-Maßnahmen vom Unternehmen geplant sind, sollte stets auf eine gute Kommunikation geachtet werden. Das Unternehmen sollte Maßnahmen gegenüber den Mitarbeitern im Rahmen eines Veränderungsmanagements möglichst transparent machen und für eine umfassende und offene Kommunikation sorgen. Auf diese Weise entstehen keine Gerüchte und das bisher gute Betriebsklima bleibt bestehen.

Diese Fehler solltest du vermeiden

Bist du mit der Durchführung von Outsourcing-Projekten betraut, ist es wichtig, dass du bestimmte Fehler vermeidest, die nachhaltigen Schaden anrichten und deinem Unternehmen auch finanziellen Schaden zufügen können. Folgende Fehler gilt es beim Outsourcing zu vermeiden:

  • Unklare Definition der vom Unternehmen verfolgten Ziele: Es muss klar sein, worum es dem Unternehmen beim geplanten Outsourcing, auch langfristig, geht.
  • Falsche Definition beim Umfang der Leistungen: Damit eine Zusammenarbeit funktioniert, müssen beide Seiten wissen, was ihnen erlaubt ist und was nicht zu ihren Aufgaben gehört. Hier können Unklarheiten schnell zu Problemen führen.
  • Unkluge Wahl des Dienstleisters: Vor allem bezüglich der Kompetenz und Leistungsfähigkeit muss der gewählte Dienstleister zum Unternehmen passen.
  • Ungenügende Ausarbeitung des Vertrages bezüglich dem Laufzeitende: Im Vertrag muss nicht nur das Procedere während der Laufzeit detailliert festgehalten sein, sondern auch die Abläufe am Ende der Vertragslaufzeit (Rückführung von Daten, Personaltransfer, Erstattung von Know-how).
  • Unzureichende Flexibilität des Vertrages: Die Vertragsbedingungen müssen so gestaltet sein, dass die Parteien trotz aller Vorgaben auf Veränderungen (etwa beim Preis oder bei Abnahmemengen) flexibel reagieren können.
  • Nicht funktionierende Steuerung des Dienstleisters: Hier sollte ein Service-Reporting festgelegt werden, mit dem das Unternehmen auf dem Laufenden bleibt und der Dienstleister einen Nachweis zu seinen erbrachten Leistungen besitzt.
  • Schlechtes Risiko-Management: Bei einem Outsourcing-Projekt können schon kleine Fehler zu großen Schäden führen. Deshalb ist es notwendig, alle Risiken im Blick zu behalten.

Outsourcing ist ein komplexer Prozess mit verschiedenen Beteiligten. Um die Bedürfnisse deines Unternehmens einerseits und die Konditionen des Dienstleisters andererseits miteinander zu verbinden und eine stabile und fruchtbare Kooperation zu schaffen, musst du mögliche Fehlerquellen frühzeitig erkennen und beseitigen. Letztlich müssen dein Unternehmen und das von ihm ausgesuchte externe Dienstleistungsunternehmen miteinander harmonieren. Nur wenn jede Seite weiß, welche Aufgaben abgegeben werden und wer welche Kompetenzen besitzt, wird sich die Zusammenarbeit unkompliziert gestalten.

Fazit

Die als Outsourcing bezeichnete Auslagerung von einzelnen Aufgaben, kleineren Bereichen oder ganzen Unternehmensteilen an ein externes Dienstleistungsunternehmen soll das beauftragende Unternehmen in erster Linie konkurrenzfähig halten. Darüber hinaus wird Outsourcing als Instrument eingesetzt, durch das Kosten eingespart und personelle Ressourcen frei werden, um sich wieder stärker auf die Kernaufgaben zu konzentrieren.

Ein Unternehmen kann ganz verschiedene Bereiche outsourcen. Daher gibt es unterschiedliche Formen von Auslagerung, die unterschiedliche Bezeichnungen tragen. Eine besondere Form ist das sogenannte Offshoring, also die Auslagerung von Aufgaben ins Ausland. Mit dieser Form des Outsourcings können Probleme einhergehen, die vor allem der Entfernung sowie den Bedingungen im Zielland geschuldet sind.

Bevor eine Outsourcing-Maßnahme tatsächlich umgesetzt wird, müssen zunächst die Kompetenzen innerhalb des Unternehmens geklärt und ein Team mit weitreichenden Befugnissen eingesetzt werden. Von diesem wird das gesamte Projekt, von der Analyse des Ist-Zustandes bis zur Phase der Umsetzung gesteuert, ein Zeitplan erstellt, das Projektmanagement weiterführt und für eine fortlaufende Qualitätskontrolle gesorgt.