Passivtausch

Bei einem sogenannten „Passivtausch“ handelt es sich um einen Vorgang in der Buchhaltung, bei dem zwei Passiv-Positionen beteiligt sind, aber keine Aktiv-Position. Worauf du bei einem Passivtausch achten musst, welche Beispiele es gibt und wie ein Passivtausch funktioniert, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Das erwartet dich heute:

Passivtausch – Definition

Der Passivtausch involviert zwei Passiv-Positionen. Durch die Buchung wird eine der beiden Positionen verringert und die andere Position wird um dieselbe Summe erhöht. Die logische Folge ist, dass die Bilanzsumme trotz dieser Buchung unverändert bleibt, da der gesamte Prozess nur die beiden Passivpositionen betrifft.

Was versteht man unter einem Passivtausch?

Wie genau ein Passivtausch nun aussehen kann und welche Buchungen nötig sind, gehen wir nun Schritt für Schritt einzeln durch.

Passivtausch als Teil der Buchhaltung und Bilanzierung

Die Bilanz verändert sich durch alle Buchungen, ebenso ist es auch bei einem Passivtausch. Abgesehen vom Passivtausch können noch folgende Ereignisse eintreten:

Selbstverständlich muss jeder Passivtausch auch ganz normal verbucht werden. Es gibt also einerseits die Verbuchung des Passivtausches und andererseits die damit einhergehende Bilanzveränderung entsprechend der Buchung.

Was passiert bei einem Passivtausch?

Beim Passivtausch werden nur Positionen auf der Passiv-Seite verändert. Das bedeutet, dass eine Buchung erfolgt, die ausschließlich die Passiv-Seite der Bilanz beeinflusst. Durch diese Veränderung bleibt die Bilanzsumme unverändert und die Aktiv-Seite hat mich dem gesamten Vorgang ebenfalls nichts zu tun.

Buchungssatz – Passivtausch

Welcher Buchungssatz genau zur Anwendung kommt hängt davon ab, welcher Vorfall konkret verbucht wird. Relevant ist, dass beide Position des Buchungssatzes ausschließlich Passivkonten sind. So kann beispielsweise eine Verbindlichkeit (zu finden auf der Passiv-Seite der Bilanz) in ein langfristiges Darlehen (ebenfalls auf der Passiv-Seite der Bilanz angesiedelt) verwandelt werden. Die Buchung dieser Veränderung ist dann ein Passivtausch. Wie das Beispiel konkret ablaufen würde, erklären wir als nächstes.

Beispiel – Passivtausch

Ein klassisches Beispiel für einen Passivtausch ist die Umwandlung von an einen Lieferanten bestehenden Verbindlichkeiten in ein langfristiges Darlehen. Stellen wir uns vor, ein Unternehmen hat Ware geliefert bekommen und diese noch nicht bezahlt. Es besteht also eine offene Forderung vom Lieferanten an das Unternehmen bzw. aus Sicht des Unternehmens besteht eine Verbindlichkeit.

Nun entwickeln sich die Geschäfte schlecht und das Unternehmen bittet den Lieferanten um mehr Zeit, um die Rechnung zahlen zu können. Der langjährige Lieferant will in dieser Situation helfen und die kurzfristige Verbindlichkeit wird in ein längerfristiges Darlehen umgewandelt. Aus Sicht des Lieferanten macht dieser Vorgang ebenfalls Sinn. Würde er auf seiner Forderung bestehen, müsste das Unternehmen möglicherweise Insolvenz anmelden. Damit wäre das Risiko hoch, dass nur ein Bruchteil des Betrages bezahlt wird. Somit nimmt der Lieferant lieber in Kauf länger auf die Bezahlung zu warten und stimmt der Umwandlung zu.

In der Buchhaltung kommt es dadurch zu einer Verschiebung. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sinken, die Position der Darlehen steigt. Die Bewegung findet ausschließlich innerhalb der Passiv-Seite statt, die Bilanzsumme und die Aktiv-Seite bleiben völlig unverändert.

Achtung!

Der Passivtausch ist Teil deiner Buchhaltung. Im digitalen Zeitalter wird die Buchhaltung durch die GoBD reguliert. Hältst du dich nicht an die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, drohen dir hohe Nachzahlungen.

Unterschiede zwischen Aktiv- und Passivtausch

Wie es der Name vermuten lässt werden bei einem Aktivtausch und einem Passivtausch nur Positionen auf der jeweiligen Seite der Bilanz verändert. Das heißt, dass die gesamte Buchung immer nur Konten beinhaltet, die auf ausschließlich einer der beiden Seiten angesiedelt sind. Aktiv- und Passivtausch haben außerdem gemeinsam, dass es zu keiner Veränderung der Bilanzsumme kommt.

Ein Beispiel für einen Aktiv-Tausch wäre, wenn ein neuer Computer gekauft wird und per Banküberweisung bezahlt wird. Dementsprechend steigt das Anlagevermögen um den Wert des Computers, während das Buchungskonto der Bank um denselben Betrag reduziert wird.

Aktiv- und Passiv-Mehrung

Eine Aktiv- und Passiv-Mehrung klingt im ersten Moment etwas spezieller, gehört jedoch zu den normalsten Buchungen der Welt. Stell dir beispielsweise vor, dass eine neue Anlage gekauft wird. Das Anlagevermögen steigt dementsprechend. Allerdings wird die Rechnung nicht sofort bezahlt, das Zahlungsziel wird voll ausgenutzt. Daher entsteht eine Verbindlichkeit, die auf der Passivseite zu finden ist.

In weiterer Folge bedeutet das, dass die Aktiv-Seite und auch die Passiv-Seite steigt. Die Bilanzsumme ist also höher als vorher, weshalb auch von einer Aktiv- und Passiv-Mehrung gesprochen wird.

Aktiv- und Passiv-Minderung

Die umgekehrte Minderung von Aktiva und Passiva funktioniert exakt gleich wie die soeben beschriebene Mehrung beider Seiten. Der einzige Unterschied besteht darin, dass diesmal die Bilanzsumme nicht erhöht, sondern vermindert wird.

Fazit

Ein Passivtausch kommt in praktisch allen Unternehmen regelmäßig vor. Wichtig ist, den Ablauf zu verstehen und die Buchungen wie immer korrekt durchzuführen. Nachdem nur die Passiv-Seite betroffen ist und die Beträge der beiden veränderten Positionen immer ident sein müssen, bleibt die Bilanzsumme durch den Passivtausch unbeeinflusst. Insgesamt ist der Passivtausch somit eine sehr einfache Buchung ohne große Besonderheiten, die dir keine Probleme machen sollte.

Neben dem Passivtausch gibt es auch den Aktivtausch, der genauso funktioniert wie ein Passivtausch, nur eben auf der Aktiv-Seite der Bilanz. Abgesehen von diesen beiden Optionen, bei denen die Bilanzsumme gleichbleibt, gibt es noch die Optionen der Aktiv-Passiv-Mehrung und der Aktiv-Passiv-Minderung. Dabei verändert sich die Bilanzsumme nach oben oder unten, da jeweils die Aktivseite und Passivseite beide sinken oder steigen.