Mit Influencer Marketing mehr verkaufen – so klappt’s

Laut aktuellen Studien ist jeder Elfte in Deutschland ein Influencer, 64% der Deutschen nutzen das Internet als Informationsquelle. Influencer Marketing ist der aufkommende Stern am Marketinghimmel. Wie du als Dienstleister mit Influencer Marketing erfolgreich wirst, erklären wir Dir in unserem Beitrag.

Das erwartet dich:

Was ist ein Influencer?

Nein, Influencer ist nicht der lateinische Begriff für Grippe. Influencer, wörtlich übersetzt „Beeinflusser“, sind digitale Meinungsführer, die online dadurch in Erscheinung treten, dass sie durch ihre gute Reputation oder aber ihre große Reichweite (z.B. viele Follower, Fans oder Abonnenten) in einem bestimmten Umfeld und Themenbereich die Entscheidungen anderer beeinflussen.

Die Beeinflussung von Dritten findet auf Seiten der Influencer dabei idealerweise aus Überzeugung gegenüber einer Marke, einem Produkt, einer Dienstleistung oder gar einem ganzen Unternehmen statt.

Und die Menschen vertrauen auf Empfehlungen (Studie).

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Influencer existieren seit Anfang des neuen Jahrtausends

Seinen Ursprung hat die Begrifflichkeit Influencer bereits lange bevor die flächendenkende Nutzung Sozialer Medien Einzug erhalten hat.

Im Jahr 2001 definierte der US-Amerikanische Psychologe und Marketingexperte Robert Cialdini den Influencer unter anderem bereits als eine Person mit sozialer Autorität, Geschmack, Hingabe und als Mensch mit einem vertrauenswürdigen, in sich schlüssigen Verhalten.

Influencer sind mehr als nur Prominente

Wer nun aber denkt, Influencer sind einfach nur Menschen des öffentlichen Lebens mit hohem Bekanntheitsgrad und großer Präsenz in den Sozialen Medien, der irrt.

Sicherlich sind Sportler, Politiker, Journalisten oder Musiker mit hoher Reichweite auf den relevanten Sozialen Netzwerken als Influencer prädestiniert.

Fernab des „Promistatus“ gibt es mittlerweile aber auch eine Vielzahl an digitalen Multiplikatoren, die nicht oder lediglich in einem sehr spezialisierten Bereich als Berühmtheit angesehen werden.

Anders als Prominente, die aufgrund ihres Lifestyles Fans inspirieren, bestechen weniger berühmte digitale Meinungsführer durch ihre Expertise und Kompetenz auf einem bestimmten Gebiet.

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Als Beispiel hierfür sind allen voran Mode-, Fitness- und Technikblogger zu nennen, wenngleich auch der aktive Social Media Nutzer von nebenan als Influencer in Frage kommt.

Weniger verwunderlich erscheint dadurch die Tatsache, dass laut Erhebungen der Hochschule Marcomedia aus dem Jahr 2015 jeder elfte Social Media Nutzer in Deutschland als Influencer betrachtet werden kann.

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Sprich jeder Elfte ist eine Person, die das Meinungsbild in den Sozialen Medien prägt und in besonderem Umfang an Social Media partizipiert.

Social Media Größen als die neuen Stars auf der Bildfläche

Darüber hinaus entwickelt sich der Trend mehr und mehr in Richtung Internet-Stars. Durch die neue Form von Öffentlichkeit in den Sozialen Medien erscheinen neue Stars auf der Bildfläche, die gerade auf junge Zielgruppen großen Einfluss haben.

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Sami Slimani alias Herr Tutorial machte bereits 2012 den Anfang. Heutzutage können Bianca Heinicke (BibisBeautyPalace) oder Simon Unge (Ungespielt) exemplarisch für die neu aufkommenden Social Media Stars herausgegriffen werden, wenngleich man diese Aufzählung im deutschsprachigen Raum schier endlos fortsetzen könnte.

Was verbirgt sich hinter Influencer Marketing?

Bedeutet Influencer Marketing, dass Menschen mit großer Reichweite bzw. einem gewissen Bekanntheitsgrad auf Facebook offensiv für Marken und Produkte werben, wofür sie von Unternehmen bezahlt werden?

Nein.

Influencer Marketing bedeutet mehr als über Soziale Medien Werbung mit bekannten Personen zu schalten. Die Idee hinter dem Buzzword Influencer Marketing geht tiefer. Influencer im Kontext des Influencer Marketings beeinflussen mit Überzeugung, das heißt sie stehen hinter einer gewissen Marke oder einem gewissen Produkt.

Influencer beeinflussen aus Überzeugung.

Sie sind überzeugt von dem was sie tun und geben dementsprechend eine ehrliche Auskunft.

Authentizität schafft Vertrauen

Dabei wird Authentizität transportiert und schafft beim potenziellen Kunden vertrauen und bestärkt diesen ferner in seiner Kaufentscheidung.

Klar ist an dieser Stelle, dass die Grenzen von Influencer Marketing hin zur klassischen, gekauften Werbung in den Sozialen Medien verschwimmen.

Aber an vielen Stellen erkennt der potenzielle Kunde, ob ein digitaler Meinungsführer tatsächlich hinter einer Dienstleitung, Marke oder einem Produkt steht.

Schleichwerbung, wie sie einst Andrea Kiewel mit ihrem Werben für Weight Watchers in der Talkshow von Johannes B. Kerner praktizierte und die heutzutage in den Sozialen Plattformen (v.a. Instagram) vielerorts Anwendung findet, wird gerade im Social Web von den Nutzern registriert.

Dies kann, sofern sie zu aufdringlich ist, sogar eine mögliche Kaufentscheidung negativ beeinflussen.

Relevante Multiplikatoren, die hinter einer Marke stehen

Influencer Marketing meint folglich, dass relevante Multiplikatoren für ein Unternehmen authentisch werben. Relevant heißt in diesem Kontext, dass der jeweilige Influencer gerade in den Sozialen Medien Einfluss auf die Zielgruppe hat, welche die Marketer ansprechen wollen.

Dabei ist es nicht zwingend erforderlich, dass die Influencer Geld für ihre „Dienste“ bekommen. Ist ein digitaler Meinungsführer restlos von einem Produkt oder von einer Marke überzeugt und verkündet diese Überzeugung an sein Social Media Publikum, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, kann aus Unternehmenssicht Influencer Marketing auch völlig kostenlos sein.

Expertise und Kompetenz ebenso wichtig wie die Reichweite

Einleuchtend scheint, warum Prominente, die in puncto Reputation und Bekanntheit ideale Voraussetzungen als Influencer mit sich bringen, für Influencer Marketing nur unter bestimmten Voraussetzungen geeignet sind.

Hinter eine Marke, einem Produkt oder einer Dienstleistung zu stehen und gegebenenfalls die nötige Expertise im jeweiligen Themengebiet zu haben ist nämlich mindestens ebenso wichtig wie eine große Reichweite in den Sozialen Medien zu haben.

Der Unterschied zur klassischen Werbung

Wie im vorangehenden Abschnitt bereits angedeutet, können die Grenzen zwischen (Schleich-)Werbung und dem Werben durch Influencer schnell verschwimmen. Grund genug, um die Grenzen an dieser Stelle genauer unter die Lupe zu nehmen.

Marketing im Wandel

Fakt ist, dass Marketingaktivitäten seit einiger Zeit einem starken Wandel unterliegen.

Eine Entwicklung, die die beiden Autoren Duncan Brown und Nick Hayes in ihrem Buch Influencer Marketing bereits im Jahr 2007 erkannten und drastisch mit der These „marketing is broken“ belegten.

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Seit dem Jahr 2007 hat sich das Thema derweil mit unglaublichem Tempo weiterentwickelt.

Weg von den klassischen Testimonials…

Früher wurde dabei mit hohem finanziellen Aufwand (bspw. Werbeclips) versucht Prominente als Werbegesicht für eine Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu etablieren.

Dabei war die Zusammenkunft zwischen dem Werbetreibenden Unternehmen als Geldgeber und Werbenden Prominenten als Geldempfänger klar definiert – die Identifikation des Werbenden mit dem Unternehmen war demgegenüber nicht zwingend erforderlich.

… hin zum authentischen Markenbotschafter!

Heutzutage gilt es aus Unternehmenssicht die digitalen Meinungsführer hinter sich zu scharen, um die Reputation von Marken und Dienstleistungen in den Sozialen Medien zu stärken.

Was nützt einem Unternehmen On- und Offline die beste Marketingstrategie, wenn das Produkt oder die Marke anschließend im Netz durch die Influencer zerrupft wird?

Richtig, gar nichts!

Zu mindestens nicht im Hinblick auf die potenzielle Kundschaft in den Sozialen Medien. Influencer für sich zu gewinnen, erscheint deshalb unabdingbar, zumal ein netter Nebeneffekt von Influencer Marketing der Umstand ist, dass nicht die werbende Person, sondern eben das Produkt, die Marke oder Dienstleistung in den Mittelpunkt gerückt wird.

Influencer mit zugewiesener Rolle innerhalb der Community

Vorbei die Zeiten, in denen Prominente zum Gesicht einer Marke wurden, ohne aus Sicht der Marketer darauf zu achten, ob die Promis überhaupt zur Zielgruppe passen.

Influencer erreichen heutzutage nicht nur in perfektem Maße ihre Community, ihnen wurde ihre exponierte Stellung innerhalb der Gemeinschaft vielmehr durch ihre Kompetenz und ihre Authentizität zugewiesen.

Lohnt sich Influencer Marketing für mich?

Rund 4,6 Millionen sogenannte Influencer tummeln sich laut aktuellen Studien allein in Deutschland.

Die Bandbreite der Influencer ist dabei groß und reicht von Sportler, Journalisten oder Musiker, über Blogger, bis hin zum markenaffinen Instagramer.

Influencer genießen dabei innerhalb ihrer Community weitaus größeres Vertrauen als die klassischen Werbetreibenden. Ihre Empfehlung wirkt im Gegensatz zur klassischen Werbung aufrichtig und ehrlich.

Für wen lohnt sich also Influencer Marekting? Kurz gesagt: Für jedes Unternehmen!

Jedes Unternehmen kann von Influencer Marketing profitieren.

Einzige Voraussetzung: die richtigen Influencer in den richtigen Sozialen Medien.

Unternehmensabhängiges Spektrum an Influencer kommt in Frage

Wer sind die richtigen Influencer und was sind die richtigen sozialen Medien?

Die richtigen Influencer können je nach Unternehmensausrichtung völlig verschieden sein und reichen von eher lokal begrenzten Multiplikatoren bis hin zu digitalen Meinungsführern, die ein Millionenpublikum erreichen.

Dabei ist nicht zwangsläufig eine möglichst große Reichweite des Influencers das entscheidende Kriterium. Vielmehr muss das „Fitting“ der Influencer-Zielgruppe zu der des Unternehmens gegeben sein.

Für klein- und mittelständische Unternehmen kann dabei ein „lokaler“ Influencer lohnender sein, während sich ein Global Player vielleicht eher den FIFA-affinen Zocker ins Boot holt, der praktischerweise auch noch Profifußballer ist (dazu später mehr).

Zielgruppe für Wahl der Sozialen Medien entscheidend

Zum Thema richtige Soziale Medien nur so viel: relevante Soziale Medien sind jene, in denen sich auch die Zielgruppe des Unternehmens aufhält.

Das heißt mit Facebook als DEM Sozialen Medium ist man auf der sicheren Seite. Ebenso macht man mit der Suche auf Berufsplattformen wie Xing oder LinkeIn sicherlich nichts verkehrt.

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Für einen selbstständigen Fotografen erscheint es beispielsweise aus dem berufsbedingten Kontext sinnvoll darüber hinaus Instagram als Foto-Sharing-Plattform anzusteuern und einen dort aktiven Influencer für sich werben zu lassen.

Wie betreibe ich Influencer Marketing?

„Influencer finden, für sich gewinnen und Geduld haben.“

So einfach liest sich die Formel für Influencer Marekting aus Unternehmenssicht. Im Detail verbirgt sich hinter dem Ganzen natürlich etwas mehr, was im nachfolgenden Abschnitt ausführlich er beleuchtet wird.

Wie finde ich den passenden Influencer

Passende Influencer im unmittelbaren Umfeld

Als Erstes sollte man zunächst tatsächlich den oder die passenden Influencer finden.

Dabei gilt es, sich das Leben nicht unnötig schwer zu machen. Häufig sind die passenden Influencer nämlich direkt vor der Nase. Frei nach dem Motto „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“ empfehlen viele Marketingexperten zur aufwendigen Suche nach Influencern mittels Social Media Tools.

Diese Tools sind zweifelsohne nützlich und werden gleich thematisiert. Zunächst gilt es für jeden Werbenden aber im unmittelbaren Umfeld nach Influencern Ausschau zu halten.

Wer kommt als Influencer in Frage?

Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter können allesamt als potenzielle Influencer in Frage kommen, wobei die Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen mit Überzeugung in den sozialen Netzwerken für dich (kostenlos) werben, sicherlich recht groß sein wird.

Zufriedene Kunden als Influencer einsetzen

Ein zufriedener Kunde, der beispielsweise durch die Rechnungs- und Buchhaltungssoftware sevDesk monatlich Zeit und Geld spart, wird mit Sicherheit bereit sein auf seinem eigenen Auftritt in den Sozialen Medien ein gutes Wort für den Geschäftspartner einzulegen und hilft diesem damit ungemein in puncto Unternehmenskommunikation.

Ebenso wird der rundum zufriedene Hotelier, der aufgrund seines Schaffens erstens lokales Ansehen genießt und zweitens stark auf den Sozialen Medien vertreten ist, im Anschluss an ein Fotoshooting liebend gerne für den selbstständigen Fotografen via Facebook und Co. bürgen, um das Beispiel von weiter oben noch einmal aufzugreifen.

Analyse-Tools zur Influencer-Suche

Du siehst, Influencer kann man manchmal leicht finden. Sollte man nach der Suche im unmittelbaren Umfeld immer noch nicht den richtigen Multiplikator für sein Produkt oder seine Dienstleistung zur Hand haben, gibt es glücklicherweise zahlreiche Tools, die einen unterstützen.

Wichtig ist an dieser Stelle der Verweis, dass eine Vielzahl dieser Tools nur dann interessant sind, wenn man als Unternehmen jene Themen kennt, für die man einstehen will. Nur dann kann man seine Zielgruppen klar definieren und dementsprechende Influencer suchen.

Analyse der Blogosphären

Influencer finden

Da unter allen Influencern in Deutschland überproportional viele Blogger vertreten sind, scheint es sinnvoll zu sein, in einem ersten Schritt das Thema Blogs näher zu untersuchen. Dies bezüglich gibt es Suchmaschinen wie Icerocket und Twingly, mit denen man sich einen guten Überblick über die Blogosphäre verschaffen kann. Reichweitenstarke und heiß diskutiere Blogs findet man über 10000flies.de.

Tools für Facebook und Co.

Wer bloggt, treibt häufig auch auf Twitter sein Unwesen, was den Microblogging-Dienst per se als nächstes wichtiges Tool identifiziert.

Wer sich darüber hinaus über Aktivitäten auf Twitter informieren möchte, erhält mit Tweetreach eine Software zur Analyse von Themen und Hashtags. Followerwonk bietet hingegen Informationen zu einzelnen Twitter-Nutzern. Wer ein netzwerkübergreifendes Monitoring-Tool mit Fokus auf Facebook sucht, dem wird mit Fanpage Karma Abhilfe geschaffen.

Ursprünglich für Unternehmen geschaffen um „Fans besser zu verstehen und eine wachsende Community aufzubauen“, ist Fanpage Karma auch hilfreich um Influencer aufzuspüren.

Klout Score, Sistrix und Searchmetrics – netzwerkübergreifende Tools

Eine exponierte Stellung auf der Ebene der Analyse-Tools für jedermann nimmt das ebenfalls netzwerkübergreifende Klout ein. Dabei kann mit der Online-Software mittels nicht offengelegter Allgorithmen ein sogenannter Klout Score von jedem Nutzer ermittelt werden.

Auf einer Skala von 1–100 werden die User bewertet, wobei 1 für einen sehr geringen und 100 für einen exorbitant hohen Online-Einfluss steht. Die Experten zu einem bestimmten Themengebiet werden direkt in der Seitenleiste angezeigt.

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Etwas transparenter bei der Ermittlung des vermeintlichen „Online-Einflusses“ sind die beiden SEO-Tools Sistrix und Searchmetrics, die anhand von sogenannten Social Signals bzw. der Social Visibilty die Reichweite einzelner Webseiten offenlegen.

Die richtigen Influencer zum passenden Thema

Wer bei der Suche nach geeigneten Influencern unterstützt werden will und gleichzeitig Informationen über deren Bekanntheitsgrad benötigt, dem sei abschließend BuzzSumo empfohlen.

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Influencer als Suchtyp auswählen, Keyword eingeben und schon wird eine Vielzahl passender digitaler Meinungsführer ausgegeben.

Kombination aus Tools und eigenem Durchforsten der Sozialen Medien

Analyse-Tools gibt es im Social Web also in Hülle und Fülle – aber braucht man sie wirklich?

Die Antwort lautet „Jein“.

Die relevanten Kriterien zur Bestimmung eines guten Influencers sind nämlich Reichweite, Followerzahl und Abonnenten und in einem nächsten Schritt dann die Interaktionsraten des Multiplikators mit seiner Community.

Diese Daten lassen sich in der Regel in den sozialen Netzwerken selbst ablesen, wobei die eben vorgestellten Analyse-Tools als Orientierungshilfe und Inspiration nützlich sein können.

Persönlicher Kontakt als Schlüssel zum Erfolg

Influencer gesucht, gefunden und im Anschluss für sich arbeiten lassen – ganz so einfach ist der Schritt nach dem Auffinden des Influencers eben doch nicht!

Hat man einen passenden Influencer entdeckt, empfiehlt es sich in persönlichen Kontakt mit dem Protagonisten zu treten. Dabei eignen sich zunächst die Sozialen Medien zur Kontaktaufnahme.

In Social Media treibt der digitale Meinungsführer schließlich sein Unwesen.

Bei der Annäherung mit dem Influencer gilt es dann das richtige Maß zwischen förmlichem und ungezwungenem Umgangston zu finden. „Guten Tag Herr Mustermann, hier ist Herr Meier von der Firma XY. Ohne lang um den heißen Brei herumzureden: Wie ich sehen kann gefällt Ihnen unser Produkt. Könnten Sie sich vorstellen in einem persönlichen Gespräch über ihre Erfahrungen mit unserer Marke zu sprechen? Wir wären an einer Zusammenarbeit interessiert, von der beide Seiten profitieren können.“ So oder so ähnlich könnte die erstmalige Kontaktaufnahme mit einem potenziellen Influencer von Statten gehen.

Nach allgemeiner Überprüfung, ob eine ausreichend große Schnittmenge zwischen Unternehmensphilosophie und Werten des Influencers vorhanden ist, lohnt es sich dann in einem richtigen Gespräch die Eckpunkte einer möglichen Zusammenarbeit zu besprechen.

Spätestens an diesem Punkt merkt man, ob sich Werbetreibender (Stellvertreter des Unternehmens) und Werbender/Influencer auf einer Wellenlänge befinden.

Das ist Grundlage für eine fruchtbare Kooperation, von der schlussendlich natürlich beide Seiten profitieren sollen.

Geduld und Evaluation der Marketingmaßnahme

Wer nun denkt, nach dem man den richtigen Influencer gefunden und von seiner Philosophie überzeugt hat, ist man am Ziel, der wird an dieser Stelle vielleicht enttäuscht sein.

In einem letzten Schritt muss man vor allem Geduld mitbringen und gleichzeitig geeignete Instrumente besitzen, um den Erfolg der Unternehmung Influencer Marketing zu messen.

Klar sollte dabei sein, dass der Erfolg nicht zwangsläufig augenblicklich einsetzt und auch nicht rein monetär gemessen werden kann.

Vielmehr handelt es sich bei Influencer Marketing um langfristige Effekte, die gerade im Hinblick auf Reputation, Authentizität und Bekanntheit einer Marke positiven Einfluss haben können.

Ungeachtet dessen ist ein stetiger Austausch mit dem Influencer unabdingbar.

Gelungene Beispiele für Influencer Marketing

Wenn du diesen Punkt des Beitrags erreicht hast, hast du das Handwerkzeug um Influencer Marketing selbst anzuwenden.

Eigentlich wird es also höchste Zeit selbst die passenden Influencer für dein Unternehmen zu suchen. Dennoch, den Beweis, dass Influencer Marketing tatsächlich funktioniert, bin ich dir bis jetzt schuldig geblieben. In aller Kürze deshalb vier Beispiele, in denen Influencer Marketing auf imponierende Art und Weise umgesetzt wurde.

Fußballprofi als authentischer „Gamer“

Den Anfang macht Mario Götze. Der Fußballprofi des FC Bayern München ist Sympathisant für Spielkonsolen und hat dabei ein besonderes Faible für die Spielereihe FIFA vom Videospieleentwickler EA Sports.

Ein Fan, der sich vergangenes Jahr in einem zugegebenermaßen nicht ganz ernstgemeinten Beitrag via Facebook-Fanseite des FC Bayern München über den Avatar von Mario Götze im oben genannten Videospiel beschwerte, erhielt postwendend in Facebook vom Fußballstar Antwort.

Der Spieleentwickler EA Sports erhielt durch diese Geschichte reichlich Publicitiy, die man, wenn in der Form auch sicherlich nicht geplant, als geschicktes Influencer Marketing bezeichnen kann.

Footballstar mit Faible für Süßes

Den Umstand, dass American Footballstar Marshawn Lynch privat gerne Süßigkeiten ist, machte sich Kaudragee-Hersteller Skittels zu nutze. Da bereits vor der werblichen Einbindung des ehemaligen Runningbacks der Seattle Seahawks bekannt war, dass Lynch gerne Skittles isst, war es nur logisch ihn als Influencer für werbliche Maßnahmen mit ins Boot zu holen. Mit Erfolg wie der Videoclip auf Youtube zeigt, der vor gut eineinhalb Jahren viral ging.

Blogger und Internetstars ins Boot holen

Das Influencer nicht zwangsläufig Personen des öffentlichen Lebens sein müssen, zeigen abschließend die Beispiele des Brillenherstellers ZEISS, des Technologiekonzerns Siemens und der Techniker Krankenkasse. ZEISS suchte für dabei immer Sommer 2014 zur Einführung digitaler Brillengläser ausgewählte Lifestyle-, Design-, Science- und Digital-Blogger für Brillentests aus.

Mit Erfolg, was eine Reichweite der Kampagne von rund fünf Millionen Visits im Monat verdeutlicht.

Ähnlich erfolgreich, verlief das Werben von Siemens für einen Hightech-Ofen im vergangenen Jahr. Food Blogger demonstrierten dabei beim Showkochen die gute Funktionalität des Siemens-Produktes. Der dazu produzierte Film wurde über die Sozialen Kanäle verbreitet und gleichzeitig berichteten auch die Food Blogger über ihre Verbreitungskanäle (v.a. Blogs und Twitter) von der Aktion.

Die Techniker Krankenkasse gewann für die Kampagne #wireinander Youtube-Star LeFloid Ende des Jahres 2014.

Der reichenweitenstarke Videoproduzent erreichte mit seinem Clip zu Absicherungen von Unfallrisiken über 1,5 Millionen Menschen und bewirkte für die Krankenkasse gute Effekte in puncto Reputation.

Wenn du nun als kleines Unternehmen denkst: Wie soll ich mir solche „teuren“ Influencer leisten? Noch mal der Verweis auf den vorangegangen Abschnitt. Influencer müssen keine überregionalen Prominenten sein. Der regional beliebte Hotelier und der allseits bekannte Stadtfriseur eignen sich ebenso wie der politisch aktive, lokale Unternehmer, der zufällig ohnehin schon dein Geschäftspartner ist.

Fazit

„Influence is power“, frei übersetzt „Einfluss bedeutet Macht“ – und die Influencer in den Sozialen Medien haben heutzutage Macht!

Macht, über deren Existenz sich viele dieser digitalen Meinungsführer gar nicht oder nur bedingt im Klaren sind. Macht, die allerdings gleichzeitig ein riesiges Potenzial für Marken, Produkte und Dienstleister birgt.

Nun ist es an der Zeit aus Unternehmenssicht dieses Potenzial auszuschöpfen.

Influencer suchen! Influencer finden! Influencer überzeugen!

Anschließend mit etwas Geduld die positiven Effekte auf sich wirken lassen.

So einfach ist die Formel für effektives Influencer Marketing. Und nein, Influencer Marekting bedeutet sicherlich nicht das klassiche Marketingmaßnahmen (z.B. Werbung über die klassischen Medienkanäle) ab sofort nicht mehr gebraucht werden.

Auch hier gilt wie vielerorts: Die Mischung macht’s! Fakt ist allerdings, dass das Marketing gerade einem anhaltenden Wandel unterliegt, auf den man reagieren muss.

„A brand is no longer what we tell the consumer it is – it is what consumers tell each other it is.“, bekundet der Mitbegründer Scott Cook des Softwareunternehmens Intuit. Ganz falsch dürfte der amerikanische Unternehmer mit dieser Einschätzung nicht liegen.

Also warum sollte man aus Sicht der Marketer nicht einfach versuchen, das worüber und das wie Nutzer in den Sozialen Medien sprechen, mittels Influencern zu steuern oder zu mindestens positiv zu beeinflussen.

Statistiken belegen derweil schon jetzt: richtig eingesetztes Influencer Marketing kann nicht nur mehr Umsatz wie klassische bezahlte Werbung generieren, sondern ist häufig auch die deutlich günstigere Variante hinsichtlich der Kosten.

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