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Rating

Aktualisiert am
26
.
01
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2024

Ein Rating eines Unternehmens ist einfach gesagt ein Gütesiegel für deine Kreditwürdigkeit. Es ist dabei weit mehr als nur eine Zahl oder ein Buchstabenkürzel und kann tiefgreifende Auswirkungen auf deine Finanzierungsmöglichkeiten und Marktstellung haben. In diesem Artikel erfährst du, was genau Ratings sind und wie du dein Rating selbst optimieren kannst.

Definition: Was ist Rating eigentlich?

Einfach ausgedrückt, ist es eine Bewertung deines Unternehmens durch die Augen der Banken und Ratingagenturen. Sie schätzen ein, wie kreditwürdig dein Unternehmen ist, also wie wahrscheinlich es ist, dass jemand seine Schulden pünktlich und vollständig zurückzahlt.

Verfahren beim Rating

Um ein solches Ausfallrisiko herauszufinden, wird sowohl mit qualitativen als auch quantitativen Methoden die Kreditwürdigkeit geprüft. Das bedeutet, es wird genau angeschaut, wie finanziell stabil und erfolgreich der Schuldner ist (zum Beispiel durch Profitabilität, Liquidität, Kapitalstruktur).

Auch äußere Faktoren wie die Branche, Wettbewerber und das Risiko des Landes, in dem das Unternehmen sitzt, spielen eine Rolle. Am Ende entsteht daraus eine Bewertung, wie hoch das Risiko eines Zahlungsausfalls ist. Diese Bewertung wird meistens mit einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen dargestellt.

Am Ende bekommst du mit dem Rating eine Art Schulzeugnis oder Gütesiegel für deine Bonität.

Wer führt ein Rating durch?

Ein (bankexternes) Rating wird meist von spezialisierten Firmen, den sogenannten Ratingagenturen, durchgeführt. Diese Agenturen bewerten, wie sicher es ist, dass ein Unternehmen oder ein Land seine Schulden zurückzahlt. Bekannte Beispiele für solche Ratingagenturen sind Moody's, Standard & Poor's und Fitch Ratings. Sie analysieren die finanzielle Situation und andere wichtige Faktoren, um dann das Rating zu erstellen.

Je nach Agentur ergeben sich beim Rating verschiedenste Einstufungen:

Ratingstufen der Ratingagenturen
Ratingstufen der Ratingagenturen

Dem gegenüber stehen bankinterne Ratings: Dabei prüfen Banken selbst (also intern) im Prozess der Kreditvergabe die Bonität ihres Kunden.

Was bedeuten die Rankingnoten?

Kreditbewertungen von Banken und Ratingagenturen sind oft nicht ganz klar. Meistens erklären sie nicht, wie sie zu ihren Bewertungen kommen. Das ist für Unternehmen schwierig, weil sie so nicht wissen, wie sie sich verbessern können. Trotzdem müssen die Firmen alle geforderten Infos an die Bank geben.

Diese Bewertungen sind wichtig für Kredite. Sie bestimmen, ob und wie viel Geld ein Unternehmen leihen kann. Auch Zinsen und Laufzeit des Kredits hängen davon ab. Je nach Bank sind die Bewertungsmethoden unterschiedlich. Manche nutzen das deutsche Schulnotensystem, andere richten sich nach amerikanischen Standards.

Kriterien für das Ranking

Was wird nun genau unter die Lupe genommen? Eine ganze Menge! Von der Führungsstärke deines Managements über interne Prozesse bis hin zur Marktsituation – all das spielt eine Rolle. Es ist wie ein Puzzle, das zusammengesetzt ein Bild deiner Kreditwürdigkeit ergibt. Konkret wird geschaut auf:

  • Management-Kompetenz
  • Innerbetriebliche Faktoren
  • Markt- und Wettbewerbsumfeld
  • Finanzielle Lage
  • Prognose der künftigen Unternehmensentwicklung
  • Beziehung zu Finanzinstituten
  • Informationsbereitschaft
  • Zahlungsverhalten

All diese Faktoren erklären wir dir jetzt im Detail und mit Beispielen.

Management-Kompetenz

Bei der Management-Kompetenz geht es darum, wie geschickt dein Management-Team agiert. Banken und Ratingagenturen nehmen die Fähigkeiten deiner Führungskräfte genau unter die Lupe, da sie einen großen Einfluss auf deinen Unternehmenserfolg haben. Schließlich können falsche Entscheidungen weitreichende Folgen haben.

Herausforderungen für mittelständische Unternehmen

Besonders bei kleinen und mittleren unternehmen (KMU) gibt es beim Management oft einige Stolpersteine. Das können zum Beispiel sein:

  • Familienstrukturen, die langfristige Unternehmensstrategien vernebeln,
  • eine oft knappe Eigenkapitaldecke,
  • strategische Konzepte, die nur selten zu Papier gebracht werden
  • und eine manchmal zögerliche Kommunikation mit den Banken.

Auch die Kostenkontrolle wird oft erkannt, aber nicht systematisch angegangen.

So wird die Management-Kompetenz analysiert

All diese Informationen über dein Unternehmen trägt ein Bankberater im Rating-Prozess zusammen. Er schaut sich dafür deine Kreditunterlagen an, bewertet die bisherige Entwicklung deines Unternehmens, sammelt Eindrücke aus Gesprächen und schaut sich auch mal bei dir vor Ort um.

Alles, was er über dich und deine Geschäftsbeziehungen in Erfahrung bringen kann, hilft ihm, ein klares Bild zu bekommen.

Innerbetriebliche Faktoren

Aber es geht nicht nur um Zahlen und Fakten. Wie gut dein Unternehmen für die Zukunft aufgestellt ist, hängt auch von deinem Geschäftsmodell und den internen Abläufen ab. Die Banken werfen einen Blick hinter die Kulissen und checken alles, von der Unternehmensplanung bis hin zum Rechnungswesen.

Besonders wichtig für mittelständische Unternehmen sind dabei Aspekte wie ein gutes Rechnungswesen und eine solide Unternehmensplanung (wie Umsatzprognosen, Investitionen, Finanzierung und Liquidität). Auch eine genaue Nachkalkulation der Aufträge kann hier entscheidend sein.

Bei mittelständischen Unternehmen prüfen Banken besonders genau:

  • Risiken durch Abhängigkeit von bestimmten Kunden oder Lieferanten,
  • Risiken im Auslandsgeschäft,
  • Umwelt- und Haftungsrisiken und wie diese abgesichert sind,
  • Kreditwürdigkeit der Kunden und das Risiko von Zahlungsausfällen,
  • Anzeichen für Schwierigkeiten im Unternehmen, wie zum Beispiel gerichtliche Mahnverfahren oder häufige Bonitätsprüfungen anderer

So werden innerbetriebliche Faktoren analysiert

Die Bewertung basiert auf verschiedenen Quellen, darunter eingereichte Unterlagen, interne Auswertungen, Gespräche mit Kreditgebern und Betriebsbesichtigungen, Informationen vom Steuerberater und den Mitarbeitern, lokalen Kontakten, externen Quellen und Presseberichten.

So setzt sich das Bild weiter zusammen.

Markt und Wettbewerbsumfeld

Dein Unternehmen ist Teil eines größeren Marktes, und die Banken wollen wissen, wie du dich darin schlägst. Sie analysieren die Branche, in der du tätig bist, wie intensiv der Wettbewerb ist und wie gut deine Position im Vergleich zu deinen Mitbewerbern ist. Dafür nutzen sie alle Informationen, die sie bekommen können – von Gesprächen mit dir und anderen bis hin zu Fachartikeln und Branchenanalysen.

Wichtige Punkte sind dabei:

Faktor Was wir analysiert? Wieso?
Absatzmarkt Wie sich die Nachfrage in deinem Marktsegement entwickelt (steigend / schrumpfend?) Um einschätzen zu können, wie sich dein Umsatz entwickeln wird
Wettbewerbsintensität Wie viele Wettbewerber in deinem Markt unterwegs sind und wie du dich im Wettbewerb positionierst Um zu beurteilen wie hart der Kampf um attraktive Preise und Marktanteile ist
Wettbewerbsposition Wie du bei Qualität, Zielgruppenansprache, Produktivität und Preis-Leistungs-Verhältnis abschneidest Um zu beurteilen, wie du im Vergleich zu den Wettbewerbern dastehst und Kunden gewinnen kannst

Wie wird die Markt- und Branchenlage bewertet?

Die Beurteilung basiert auf einer Vielzahl von Informationen. Dafür nutzen sie alle Informationen, die sie bekommen können – von Gesprächen mit dir und anderen bis hin zu Fachartikeln und Branchenanalysen. Konkret können das sein:

  • schriftliche Unterlagen,
  • Eindrücke aus Betriebsbesichtigungen,
  • Gespräche mit dem Unternehmen selbst oder mit Wettbewerbern,
  • Veröffentlichungen in Medien,
  • Datenmaterial von anderen Unternehmen und
  • Erkenntnisse von Wirtschaftsverbänden und Kammern.

Banken greifen oft auf interne oder externe Branchenanalysen zurück, die ihnen helfen, die aktuelle und zukünftige Entwicklung in deiner Branche einzuschätzen.

Finanzielle Lage

Das Herzstück der Kreditwürdigkeitsprüfung liegt in der Durchleuchtung der finanziellen Verhältnisse eines Unternehmens. Hierbei geht es vor allem um die Analyse und Bewertung der jährlichen Finanzberichte. Für Firmen, die keine Bilanzen erstellen, werden die Einnahmen-Überschuss-Rechnung sowie weitere Unterlagen herangezogen. Banken betrachten neben den Jahresabschlüssen auch die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung.

Jahresabschlüsse als Basis fürs finanzielle Rating

Banken nutzen Jahresabschlüsse und andere Finanzdokumente der letzten drei Jahre, um ein detailliertes Bild von der bisherigen Entwicklung eines Unternehmens zu gewinnen. Wichtig sind dabei nicht nur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, sondern auch ergänzende Erläuterungen. Bei GmbHs werden zudem der Anhang und der Lagebericht benötigt. Aktuelle Zahlen sind für Banken besonders wertvoll.

Die Analyse umfasst eine Aufgliederung nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und die Erstellung von Kennzahlen. Diese werden im Zeitverlauf und im Branchenvergleich bewertet, basierend auf Zusatzinformationen aus Kreditgesprächen, Betriebsbesichtigungen und Rückfragen beim Steuerberater.

Bewertungskriterien

Es geht um mehr als nur um nackte Zahlen. Die Banken schauen sich die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage genau an. Sie interessieren sich dafür, wie profitabel dein Unternehmen ist, wie solide deine Vermögenswerte sind und wie stabil deine Finanzen dastehen. Hierbei achten sie auf alles – vom Eigenkapital bis hin zur Liquidität.

Die Beurteilung folgt dabei dem Vorsichtsprinzip, wobei vom schlechtesten Szenario ausgegangen wird. Banken nutzen statistische Verfahren, um Zahlen automatisch mit einem Risikoindex zu bewerten. Folgende Aspekte werden besonders beachtet:

  • Ertragslage: Hier stehen das Betriebsergebnis, die Gesamtleistung und wichtige Kostenfaktoren im Fokus, bewertet durch Kennzahlen wie Umsatzrentabilität und Cashflow Rate.
  • Vermögenslage: Im Zentrum steht das Eigenkapital. Banken analysieren auch die Struktur des Betriebsvermögens und Investitionen, wobei Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote relevant sind.
  • Finanzlage: Hierbei sind die Gesamtverschuldung und finanzielle Stabilität entscheidend, einschließlich Liquidität und Kapitaldienstfähigkeit, bewertet anhand des dynamischen Verschuldungsgrades.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses solltest du hierfür deine Zahlen und Informationen noch detaillierter aufbereiten. So macht es beispielsweise Sinn, planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung zu unterscheiden oder sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen zu erklären.

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Deine Bilanzen sind zwar wichtig, aber sie erzählen nur die Geschichte der Vergangenheit. Daher benötigen die Banken aktuelle Daten, um zu verstehen, wo dein Unternehmen heute steht. Sie analysieren deine Buchhaltung und alle verfügbaren Informationen rund um deine Finanzen, aber auch aktuelle Lagerbestände. Oft müssen Zahlen dafür erst einmal berechnet werden (z.B. um Rückstellungen zu berücksichtigen). Der Aufwand lohnt sich jedoch, um ein vollständiges Bild zu bekommen der gegenwärtigen Situation zu bekommen.

Prognose der künftigen Unternehmensentwicklung

Für die Banken zählt nicht nur, wo du warst oder jetzt stehst, sondern auch, wohin die Reise geht. Sie wollen wissen, wie du die Zukunft planst und ob deine Prognosen realistisch sind. So können sie besser einschätzen, ob Zinsen und Tilgungsraten regelmäßig gezahlt werden. Eine Erfolgsvorschau und solide Finanzpläne sind dabei besonders gerne gesehen. Banken werfen für ihre Bewertung einen genauen Blick auf deine Geschäftspläne. Dazu gehören z. B.

  • Prognosen deiner zukünftigen Erfolge,
  • Pläne für Investitionen, Finanzierung und Liquidität.

Stellst du solche Unterlagen nicht bereit, oder sind sie gar nicht vorhanden, muss sich die Bank auf das verlassen, was du mündlich über deine Zukunftsaussichten berichtest. Fehlt solches strategisches Material, werten Banken dies oft als ein Zeichen mangelnder Vorbereitung.

Bei der Analyse betrachten sie

  • Marktprognosen, Branchenwerte,
  • deine Position im Wettbewerb und
  • wie sich dein Unternehmen bisher entwickelt hat.

Der aktuelle Auftragsbestand spielt ebenso eine Rolle. Ziel ist es, zu prüfen, wie erreichbar deine Pläne sind. Sowohl zu ambitionierte Zielsetzungen als auch das Verfehlen früher festgelegter Ziele werden von Banken kritisch gesehen.

Beziehung zu Finanzinstituten

Eine vertrauensvolle und langjährige Geschäftsbeziehung zu deiner Bank kann ebenfalls dein Rating beeinflussen. Warum? Weil die Bank so deine Kreditwürdigkeit besser einschätzen kann. Je länger und intensiver du mit deiner Bank zusammenarbeitest, desto genauer kennt sie deine finanziellen Gegebenheiten. Das spielt eine große Rolle bei der Bewertung deiner Bonität – vor allem in Bezug auf deine Informationsbereitschaft und dein Zahlungsverhalten.

Informationsbereitschaft

Banken lieben es, wenn sie von dir regelmäßig und ohne Aufforderung aktuelle, umfassende Informationen bekommen. Das zeigt, dass du deine finanziellen Angelegenheiten im Griff hast. Dazu gehören zum Beispiel fristgerechte Jahresabschlüsse und detaillierte Auswertungen aus deiner Buchhaltung.

Eine transparente und proaktive Kommunikation, selbst in schwierigen Zeiten, lässt dich in den Augen der Bank in einem positiven Licht erscheinen. Das Gegenteil, wie z.B. das Verzögern von Jahresabschlüssen, wird eher negativ gesehen.

Zahlungsverhalten

Banken beobachten dein Kontokorrentkonto und dein Zahlungsverhalten, um sich ein Bild von deiner aktuellen finanziellen Situation zu machen. Diese Analyse erfolgt oft automatisiert und ermöglicht den Banken, Veränderungen in deinem finanziellen Status schnell zu erkennen. Positiv wird dabei bewertet, wenn du

  • deine Kreditlimits (Kontokorrekt) nicht komplett ausreizt und immer wieder einen positiven Betrag auf dem Konto hast
  • deine Rechnungen frühzeitig bezahlst, um Skonti ausnutzen zu können
  • deine Löhne pünktlich auszahlst

Nutzt du hingegen zunehmend den Kontokorrent, aber machst im Gegenzug nicht mehr Umsatz wird das kritisch gesehen. Auch verspätete Zahlungen oder Rückgaben von Lastschriften wegen fehlender Kontodeckung wirken sich negativ auf dein Rating aus.

Fazit

Kurz gesagt, dein Rating ist ein Spiegelbild der finanziellen Gesundheit deines Unternehmens.

Das Rating eines Unternehmens ist dabei ein komplexer Prozess, der zahlreiche Aspekte berücksichtigt. Von der Managementkompetenz über interne Abläufe bis hin zur finanziellen Situation und Marktstellung – all diese Faktoren fließen in die Bewertung der Kreditwürdigkeit ein. Ratings sind nicht nur für die Kreditvergabe entscheidend, sondern auch ein Indikator für die allgemeine Geschäftsstabilität eines Unternehmens.

Für Unternehmer ist es daher wichtig, die verschiedenen Bewertungskriterien zu verstehen und aktiv daran zu arbeiten, ein positives Rating zu erhalten. Denn ein gutes Rating öffnet nicht nur Türen zu günstigen Krediten, sondern stärkt auch das Vertrauen von Geschäftspartnern und Kunden.

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