Buchungsatz

Von dem Buchungssatz wird angezeigt, welche Konten bei einer Buchung von einem Geschäftsvorfall angesprochen werden bzw. betroffen sind und, auf welcher Seite des betreffenden Kontos die Buchung vorgenommen wird.

Wenn die Buchhaltung mit einer Buchhaltungssoftware erledigt wird, dann muss dieser irgendwie verständlich gemacht werden, dass beispielsweise 400 Euro auf dem Bankkonto im Soll (links) gebucht werden sollen.

Um das in möglichst knapper Form zu erledigen, ist der Buchungssatz eine Alternative.

Der Aufbau von einem Buchungssatz

Die allgemeine Form eines Buchungssatzes lautet: SOLL an HABEN, Betrag:
Das heißt, es wird zuerst das Konto genannt, auf dem links (im Soll) gebucht wird. Dann wird das Konto recht (im Haben) gebucht. Zuletzt wird der Betrag genannt.

Ein Buchungssatz ist in soll und haben aufgeteilt

Ein Beispiel:

Der Geschäftsfall lautet: Ein Computermonitor wurde für 430 Euro bar gekauft.

    1. Auf welchen Konten und auf welcher Kontoseite ist hier zu buchen?
    2. Der Buchungssatz in Kurzform:

a. Soll = Geschäftsausstattung / Haben = Kasse / Buchungsbetrag 430 Euro

Der oben genannte Buchungssatz in T-Konten:

Ein Buchungssatz in T-Konten abgebildet

Wichtig ist es sich zu merken, dass alle Zugänge stets im Soll gebucht werden und Abgänge im Haben. Umgekehrt verhält es sich bei Passivkonten. Da es sich bei der Kasse um ein Aktivkonto handelt, wird in diesem Beispiel also eine Eintragung im Soll durchgeführt.

Die Verwirrung ist gross

So manch einer wird die Begriffe schon gehört haben: Jemand soll etwas tun. Dann wird er etwas haben. Wird von einem Bankkonto Geld abgehoben, dann später der Betrag später auf dem Kontoauszug im Soll. Die Geldeingänge werden dafür mit einem „H“ für Haben gekennzeichnet. Aber dieses steht in keinem Zusammenhang zu den Begriffen „Soll“ und „Haben“ in der Buchführung. Doch wann wurd da Konto im Soll und wann im Haben angesprochen?
Hier gibt es Unterstützung durch die bereits bestehenden Kontenrahmen für die Finanzbuchhaltung (z. B. SKR03 und SKR04), bei denen es sich um systematische Verzeichnisse aller Konten handelt. Wer seine Buchführung selbst machen möchte, der solle über diese Kontenrahmen verfügen und sich zu Anfang alle wichtigen und gängigen Konten markieren. Denn so kann ein langes Suchen im Kontenrahmen vermieden werden.

Sind die Konten für den Buchungssatz bekannt, dann muss entschieden werden, ob diese sich im Soll oder Haben verändern und das ist abhängig von der Kontenart. Hier sind zu unterscheiden:

  • Bestandskonten: Hier wird Vermögen und Kapital verändert.
  • Erfolgskonten: Es werden Aufwendungen und Erträge berücksichtigt.

Alle Konten der Bilanz zählen zu den Bestandskonten und hier sind die Aktiv- und Passivkonten zu unterscheiden:

  • Aktivkonten
    • Beispielsweise Anlagevermögen wie PKW, Büroausstattung, Kasse und Bankguthaben, aber auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
    • Die Zugänge werden im Soll gebucht.
    • Die Abgänge im Haben
  • Passivkonten
    • Beispielsweise Eigenkapital, Darlehn, Verbindlichkeiten bei Lieferanten
    • Die Zugänge werden im Haben gebucht.
    • Die Abgänge im Soll

Von den Erfolgskonten werden die Bewegungen widergespiegelt, die später das Betriebsergebnis bzw. den Gewinn oder den Verlust des Unternehmens ermitteln. Aber auch hier muss eine Unterteilung vorgenommen werden:

  • Erträge
    • Beispielsweise Umsatzerlöse, Zinserträge
    • Das Ergebnis und damit auch das Eigenkapital werden durch sie erhöht.
    • Gebucht wird auf der Haben Seite.
    • Die Erträge werden im Soll durch Minderungen wie Gutschriften reduziert.
  • Aufwendungen
    • Beispielsweise Telefonkosten, Löhne & Gehälter, laufende Fahrzeugkosten.
    • Das Betriebsergebnis wird durch diese Aufwendungen reduziert und gleichermaßen auch das Eigenkapital.
    • Daher werden alle Aufwendungen im Soll gebucht.
    • Im Haben erscheinen gewährte Boni, Skonti, Rabatte, die den Aufwand mindern

Der einfache und der zusammengesetzte Buchungssatz

Beim einfachen Buchungssatz sind ausschließlich nur zwei Konten betroffen, und beim zusammengesetzten Buchungssatz werden mehr als zwei Konten berührt.

Beispiel „Einfacher Buchungssatz“

Einfacher Buchungssatz

Beispiel „Zusammengesetzter Buchungssatz“

Zusammengesetzter Buchungssatz

Bei den einfachen und den Zusammengesetzen Buchungssätzen gilt:

Summe der Sollbuchung(en) = Summe der Habenbuchung(en)

Tipp:

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