Bonitätsprüfung – So führst du einen Bonitätscheck durch!
Du hast einen Kunden, mit dem du ein größeres Geschäft abschließen willst? Aber du bist dir nicht sicher, ob der Kunde die Zahlung auch leisten kann? Dann solltest du vorab eine Bonitätsprüfung durchführen. Was du hierbei allerdings genau beachten musst und welche Möglichkeiten es für dich gibt, zeigen wir dir in diesem Artikel auf.

- Was bedeutet Bonitätsprüfung?
- Wer verlangt eine Bonitätsprüfung?
- Warum wird eine Bonitätsprüfung durchgeführt?
- Zusammenhang zwischen Bonitätsprüfung und Kreditanfrage
- Arten der Bonität
- Dauer einer Bonitätsprüfung
- Kosten einer Bonitätsprüfung
- Welche sind die wichtigsten Auskunfteien in Deutschland?
- Die eigene Bonität prüfen
- Negative Bonitätsprüfung: Was sind die Gründe hierfür?
- Wie funktioniert die Bonitätsprüfung bei Unternehmen?
- Checkliste Bonitätsprüfung
- Fazit
Was bedeutet Bonitätsprüfung?
Der Begriff Bonitätsprüfung beschreibt die Prüfung der Zahlungsfähigkeit. Geht es hierbei um eine Kreditbeziehung, nennt sich das Ganze auch Kreditwürdigkeitsprüfung. Anhand einer Bonitätsprüfung erfährst du, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dein Kunde seine Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist leisten kann.
Hinweis
Die Bonitätsprüfung gehört zum Forderungsmanagement, welches jeder Unternehmer vornehmen sollte.
Wer verlangt eine Bonitätsprüfung?
Generell kann jeder Vertragspartner eine Bonitätsprüfung verlangen. Allerdings ist dies jedem selbst überlassen, ob er die Prüfung auch durchführen will. Aber gerade bei hohen Summen ist die Bonitätsprüfung sinnvoll.
Hinweis
Banken, Online-Händler oder Vermieter führen üblicherweise eine Bonitätsprüfung durch.
Wer führt die Prüfung durch?
In der Regel führt das Unternehmen eine Bonitätsprüfung durch, welches einen Vertrag beginnen möchte.
Woher kommen die Daten bei einer Bonitätsprüfung?
Die sogenannten Bonitätsinformationen werden bei Auskunfteien gespeichert und dementsprechend gesammelt. Diese Daten beziehen die Auskunfteien zum einen aus Vertragspartnern, zum anderen aus öffentlichen Quellen. Zu den Vertragspartnern der Auskunfteien gehören:
- Inkassobüros
- Banken
- Kreditkartenorganisationen
- Einzel- und Versandhändler
- Energieversorger
- Telekommunikationsunternehmen
Bei den öffentlichen Quellen zählen beispielsweise:
- Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte
- Insolvenzmeldungen
- Bundesanzeiger
Wann wird ein Bonitätsnachweis verlangt?
Der Bonitätsnachweis wird verlangt, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Dieses Interesse besteht zum Beispiel bei Unternehmen und Kreditinstituten, wenn es um hohe Summen geht. Aber auch bei kleinen Beträgen, wie zum Beispiel die monatlichen Handykosten, verlangt der Anbieter einen Bonitätsnachweis. Das liegt daran, dass der Vertrag in der Regel über einen längeren Zeitraum besteht. Weitere Anbieter, welche diesen Nachweis verlangen, sind beispielsweise:
- Stromanbieter
- Gasanbieter
- Versicherungsanbieter
Warum wird eine Bonitätsprüfung durchgeführt?
Wie bereits vorstehend genannt, wird eine Bonitätsprüfung vor Abschluss eines Vertrages getätigt. Zudem dient diese Prüfung als eine Art Versicherung für den Vertragspartner. Das heißt, ist die Bonität schlecht, wird der Vertrag aus Sicherheitsgründen nicht zustande kommen.
Was wird geprüft?
Es gibt verschiedene Kategorien, welche geprüft werden. Diese sind:
- Personenspezifische Daten
- bisheriges Zahlungsverhalten
- wirtschaftliche Verhältnisse
Welche Daten zu den einzelnen Kategorien gehören, zeigen wir dir in der nachstehenden Auflistung auf.
Personenspezifische Daten
- Name
- Geburtstag
- Geschlecht
- Anschrift
- Umzugshäufigkeit
- Beruf
- Familientand
Bisheriges Zahlungsverhalten
- Eventuelle Insolvenzverfahren
- Inkassodaten
- Eventuelle Einträge ins Schuldnerverzeichnis
- Wurden alle Forderungen Vertragsgemäß getilgt?
- Sind Zahlungsunregelmäßigkeiten aufgetreten?
Wirtschaftliche Verhältnisse
- Information über bestehende oder abgeschlossene Kredite
- Daten über laufende Verträge
- Anzahl der Giro- und Kreditkarten
- Wohneigentum
- Unternehmensbeteiligungen
Rechtliche Grundlagen zur Bonitätsprüfung
Das sogenannte Scoring wurde gemäß § 28b des Bundesdatenschutzgesetzes in Deutschland rechtlich normiert. Somit darf der Score für
- Entscheidungen über die Begründung
- Durchführung
- Beendigung
eines Vertragsverhältnisses genutzt werden. Es müssen allerdings folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Zugrundelegung eines wissenschaftlich anerkannten mathematisch statistischen Verfahrens
- Nutzung von Daten gemäß § 28 und § 29 des BDSG
- nicht- ausschließliche Nutzung von Anschriftendaten
Die Regeln sind stets zu befolgen. Denn die Auskunftei steht zusätzlich unter Aufsicht. Und zwar durch die Landesbeauftragten für Datenschutz der Bundesländer. Falls es jedoch zu Rechtswidrigkeiten kommt, haftet die Auskunftei nach § 7 des Bundesdatenschutzgesetzes. Die Rechtmäßigkeit der Datenerhebung, -speicherung und -weitergabe an Dritte ist entsprechend in § 29 BDSG festgelegt. Hinzu kommt, dass jede einzelne Auskunftei rechtlich gesehen dazu verpflichtet ist, einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft bereitzustellen.
Zusammenhang zwischen Bonitätsprüfung und Kreditanfrage
Prinzipiell funktioniert das eine nicht ohne das andere. Denn, stellst du eine Kreditanfrage, kommt es automatisch zu einer Bonitätsprüfung. Ob der Kredit letztendlich genehmigt oder abgelehnt wird, entscheidet sich danach, ob die Bonitätsprüfung positiv oder negativ ausgefallen ist.
Kannst du einen Kredit ohne Bonitätsprüfung abschließen?
Diese Frage lässt sich ganz einfach mit Nein beantworten. Denn speziell zu Kreditanträgen gehört die Bonitätsprüfung dazu.
Wie berechnen Banken die Kreditwürdigkeit?
Jede Bank hat unterschiedliche interne Kriterien, welche allerdings dem Geschäftsgeheimnis unterliegen. Dennoch ist es bei jeder Bank so, dass das Einkommen und weitere bereits bestehende Verbindlichkeiten mit zu der Prüfung gehören. Das heißt, du musst grundsätzlich Einkommensnachweise sowie Kontoauszüge vorlegen. Außerdem fragt die Bank immer die wirtschaftliche Situation und das allgemeine Zahlungsverhalten bei einer Auskunftei ab. Zudem fließt folgendes in die Berechnung mit ein:
- Bewegung auf den Girokonten
- fristgerechte Rückzahlung von Krediten oder Leasingverträgen
- Anzahl der Kreditkarten
Letztendlich ergibt sich ein Score. Dieser Score zeigt der Schufa und der jeweiligen Bank die Wahrscheinlichkeit an, ob eine Zahlungsfähigkeit besteht oder nicht.
Arten der Bonität
Es gibt zwei Arten von Bonität. Erstens die persönliche Bonität und zweitens gibt es die wirtschaftliche Bonität. Was diese Arten im Einzelnen bedeuten, zeigen wir dir nachstehend auf.
Persönliche Bonität
Bei einer persönlichen Bonität gilt es, die persönlichen Eigenschaften des Geprüften zu betrachten. Das heißt, es kommt zu einer Beurteilung der Zahlungswilligkeit und der Zahlungsverlässlichkeit. Daher werden folgende Faktoren überprüft:
- Berufliche Tätigkeit und Qualifikationen
- Sicherheit des Arbeitsplatzes
- bisheriges Zahlungsverhalten
- Wohnort sowie Wohnverhalten
- Familienstand
Wirtschaftliche Bonität
Die wirtschaftliche Bonität bezieht sich allein auf die finanziellen Umstände der entsprechenden Person. Hierzu stellt sich die Frage, ob die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen oder stehen werden, um die Rechnung zu begleichen. Entsprechend spielen hier folgende Faktoren eine Rolle:
- Gehalt und Einkommen
- Vermögenswerte sowie Unternehmensanteile
- Kredite und bestehende Verbindlichkeiten
- monatlich feste Ausgaben
- Bestand der Konten und Kreditkarten
Ist die Bonität beeinflussbar?
Theoretisch gesehen ist es schon möglich die Bonität zu beeinflussen. Allerdings nur vor der Prüfung und mithilfe von einem angemessenen Verhalten in der Vergangenheit. Wenn jedoch ein schlechter Schufa Eintrag zustande gekommen sein sollte, lässt sich die Bonität nicht beeinflussen. Das Einzige, was du machen kannst, ist die Bonität generell zu verbessern.
Bonität verbessern
Es gibt einige Möglichkeiten, um die Bonität zu verbessern. Um welche Möglichkeiten es sich handelt, zeigen wir dir in der folgenden Auflistung:
- Konten und Kreditkarten, die du nicht benutzt, solltest du kündigen.
- Deine Rechnungen solltest du immer sofort bezahlen, beziehungsweise so schnell wie möglich.
- Du kannst kostenlos jährlich eine Selbstauskunft anfordern und somit falsche Einträge löschen lassen.
- Vermeide viele kleine Kredite. Besser ist ein Kredit.
- Dispositionskredite solltest du generell vermeiden.
- Deine Schulden solltest du immer direkt begleichen.
- Deine Einkünfte sollten immer höher sein als deine Ausgaben.
Tipp!
Damit du deine offenen Rechnungen immer im Blick hast, lohnt sich die Nutzung eines online Rechnungsprogramm wie sevdesk. Du kannst Rechnungen nicht nur mit wenigen Klicks erstellen, sondern hast zudem alle offenen Forderungen in einer Übersicht.
Dauer einer Bonitätsprüfung
Auch hier kommt es auf die Art des entsprechenden Vertrages an und auf weitere Faktoren. Noch dazu unterscheidet sich die Dauer einer Bonitätsprüfung, wenn bereits eine Anfrage gestellt wurde und ob dies die erste Anfrage ist. Um dir einen kleinen Überblick über die Dauer zu verschaffen, haben wir nachstehend die kostenlose und kostenpflichtige Auskunft in einer Tabelle aufgeführt.








