Jahresabschluss

Ein jedes Geschäftsjahr muss abgeschlossen und ausgewertet werden, dazu dient der Jahresabschluss. Dieser ist für alle Unternehmen Pflicht, die zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, für den Jahresabschluss gelten gesetzliche Vorschriften. Aus dem Ergebnis ist der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens ersichtlich.

Jahresabschluss für das aktuelle Geschäftsjahr

Definition des Jahresabschlusses

Als Jahresabschluss wird der rechnerische Abschluss eines kaufmännischen Geschäftsjahres bezeichnet. Er stellt den wirtschaftlichen Erfolg und die finanzielle Lage eines Unternehmens dar und ist der Abschluss der Buchhaltung. Der Jahresabschluss stellt Dokumente zur Rechnungslegung zusammen, die geprüft, bestätigt und veröffentlicht werden. Bei Unternehmen, die zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, gehören die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie eventuell ein Anhang und ein Lagebericht als Hauptbestandteile zum Jahresabschluss. Kleine Unternehmen, die nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, müssen als Jahresabschluss nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen. Dieser ist die Grundlage für zukünftige Planungen und Entscheidungen im Unternehmen, Außenstehende können über den Jahresabschluss Einsicht in die finanzielle Lage des Unternehmens nehmen. Der Jahresabschluss ist auch die Grundlage der Besteuerung des Unternehmens.

Regelungen für den Jahresabschluss

Für den Jahresabschluss gelten bestimmte Regelungen. In ihm müssen alle

  • Vermögensgegenstände
  • Rechnungsabgrenzungsposten
  • Aufwendungen
  • Erträge

ausgewiesen werden. Er muss den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung und den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Bilanzierung entsprechen, er muss übersichtlich sein. Zwischen Aktiva und Passiva dürfen keine Saldierungen vorgenommen werden. Dieser muss vom persönlich haftenden Gesellschafter unterzeichnet und zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Bei Kapitalgesellschaften muss der Jahresabschluss um einen Anhang erweitert werden, zusätzlich gehört ein Lagebericht mit dazu. Der Jahresabschluss und der Lagebericht müssen von den gesetzlichen Vertretern der Kapitalgesellschaft in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres für das vergangene Geschäftsjahr aufgestellt und den Abschlussprüfern vorgelegt werden. Kleinere Kapitalgesellschaften unterliegen nicht der Prüfungspflicht und haben sechs Monate Zeit, um Jahresabschluss und Lagebericht zu erstellen. Bei Aktiengesellschaften müssen Jahresabschlüsse und Lagebericht vom Vorstand unverzüglich nach der Aufstellung dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Der Abschluss ist festgestellt, wenn der Aufsichtsrat ihn nach der Prüfung billigt. Die Hauptversammlung kann über die Verwendung des Bilanzgewinns entscheiden. Genossenschaften haben fünf Monate Zeit, um Jahresabschluss und Lagebericht zu erstellen.

Ablauf des Jahresabschlusses

Der Ablauf des Jahresabschlusses ist bei allen Unternehmen, die buchführungspflichtig sind, ähnlich, nur müssen die Fristen eingehalten werden. Bei Kapitalgesellschaften müssen Jahresabschluss und Lagebericht für das zurückliegende Geschäftsjahr in den ersten drei Monaten des folgenden Geschäftsjahres erstellt werden, bei kleineren Kapitalgesellschaften kann der Jahresabschluss in den ersten sechs Monaten des folgenden Geschäftsjahres erstellt werden. Die Erstellung des Abschlusses beginnt mit der Aufstellung, zu der die Bilanzierung sowie die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) gehören. Zusätzlich müssen ein Anhang und ein Lagebericht erstellt werden, bei verschiedenen Unternehmen ist es erforderlich, eine Zwischenberichterstattung vorzunehmen. Der Jahresabschluss wird zur Prüfung vorgelegt, bei Aktiengesellschaften erfolgt die Prüfung durch den Aufsichtsrat. Wird der Jahresabschluss durch die Prüfer gebilligt, ist von der Feststellung die Rede. Er muss nun offengelegt werden.

Die Bilanzierung als Teil des Jahresabschlusses

Die Bilanzierung ist die Wertermittlungsmethode von Unternehmen, die eine doppelte Buchführung durchführen müssen. Bestandteile der Bilanzierung sind Information, Dokumentation und Gewinnermittlung. Jeder Geschäftsvorgang innerhalb eines Geschäftsjahres muss doppelt in zwei Konten verbucht werden, die aus Haben- und Sollseite bestehen. Die Bilanzierung geht in den Jahresabschluss ein.

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss muss durch den Aufsichtsrat gebilligt werden, er ist mit der Billigung durch den Aufsichtsrat festgestellt. Vorstand und Aufsichtsrat können jedoch beschließen, den Jahresabschuss durch die Hauptversammlung feststellen zu lassen. Die Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat müssen in den Bericht des Aufsichtsrates an die Hauptversammlung aufgenommen werden.

Offenlegung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss muss nach seiner Feststellung veröffentlicht werden, die Unterlagen müssen beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht werden. Über das Internetportal des Unternehmensregisters werden die eingereichten Unterlagen öffentlich zugänglich. Für kleinere und mittlere Unternehmen gelten Erleichterungen bei der Veröffentlichung.