Freiberufler

Nach dem Gesetz werden Freiberufler wie Selbstständige behandelt. Allerdings ist nicht jeder Selbstständige ein Freiberufler, es kommt auf die ausgeübte Tätigkeit an. Nicht immer ist es so einfach möglich, zu entscheiden, ob es sich um einen Freiberufler handelt, oft muss der Einzelfall geprüft werden. Existenzgründer sollten sich entscheiden, ob sie als Freiberufler tätig sein wollen.

Definition Freiberufler

Die Tätigkeit als Freiberufler wird dadurch definiert, dass sie

  • nicht der Gewerbeordnung unterliegt
  • besondere Fachkenntnisse und Fertigkeiten erfordert
  • einen Dienstleistungsberuf darstellt
  • selbstständig als wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, erzieherische oder unterrichtende Tätigkeit ausgeübt wird.

Übt ein Mensch einen freien Beruf aus, gilt er als Freiberufler. Die Tätigkeit als Freiberufler umfasst neben der beruflichen Qualifikation oder der schöpferischen Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen. Gegenüber Gewerbetreibenden sind bei Freiberuflern Unterschiede zu verzeichnen. Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer und müssen kein Gewerbe anmelden. Sie müssen auch keine doppelte Buchführung betreiben, denn die Erstellung einer Einnahme-Überschuss-Rechnung reicht völlig aus. Der Freiberufler wird nicht zwangsläufig Mitglied in der Industrie- und Handelskammer und kann auch mit anderen Freiberuflern eine Partnerschaftsgesellschaft gründen, doch muss er das nicht.

Einteilung der Freiberufler in Gruppen

Freiberufler können in drei Gruppen eingeteilt werden, dabei werden Katalogberufe, katalogähnliche Berufe und Tätigkeitsberufe unterschieden.

In die Gruppe der Katalogberufe fallen Heilberufe, zu denen Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Masseure und Physiotherapeuten sowie Heilpraktiker, Hebammen und Diplom-Psychologen zählen. Zu den Katalogberufen gehören auch rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe, in diese Kategorie fallen Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, vereidigte Buchprüfer sowie beratende Volks- und Betriebswirte. Eine weitere Gruppe unter den Katalogberufen nehmen die naturwissenschaftlichen und technischen Berufe ein, zu denen Architekten, Sachverständige, Handelschemiker, Vermessungsingenieure und Lotsen zählen. Auch Kulturberufe fallen unter die Katalogberufe, sie umfassen Journalisten, Dolmetscher, Bildberichterstatter, Wissenschaftler, Übersetzer, Lehrer und Erzieher, Schriftsteller und Künstler.

Eine weitere Gruppe bei den Freiberuflern stellen die katalogähnlichen Berufe dar. Sie entsprechen weitgehend den Katalogberufen, doch erfordern sie eine höhere Ausbildung. Eine Einzelfallprüfung, ob es sich tatsächlich um katalogähnliche Berufe handelt, findet nicht immer statt. Als katalogähnliche Berufe können Fotodesigner, Dirigent, Ergotherapeut, Schauspieler, Masseur, Reitlehrer, Modedesigner und Werbetexter gelten, doch sind das nur einige Beispiele.

Unter die Gruppe der Tätigkeitsberufe fallen wissenschaftliche Tätigkeiten, künstlerische Tätigkeiten, schriftstellerische Tätigkeiten, erzieherische Tätigkeiten und unterrichtende Tätigkeiten. Zumeist wird eine Einzelfallprüfung durchgeführt. Die Zuordnung zu den einzelnen Gruppen ist nicht immer eindeutig möglich, die Grenzen sind verwischt. Nicht immer ist es klar feststellbar, ob es sich um einen Freiberufler handelt. Dem Einkommenssteuergesetz nach gelten diejenigen als Freiberufler, die einen Katalogberuf, einen katalogähnlichen Beruf oder einen Tätigkeitsberuf ausüben.

als Freiberufler arbeiten

Merkmale der Tätigkeit als Freiberufler

Nicht immer kann klar definiert werden, ob ein Selbstständiger ein Freiberufler oder ein Gewerbetreibender ist. Es bestehen einige Unterschiede, anhand derer ein Freiberufler ziemlich klar definiert werden kann.

Ein Freiberufler kann über einen akademischen Abschluss oder eine höhere Bildung verfügen. Bei der Arbeit von Freiberuflern ist der kreative Anteil sehr hoch. Freiberufler absolvieren oft hochwertige Zusatzausbildungen, um ihre Tätigkeit ausüben zu können. Freiberufler sind diejenigen, die in ihrem Unternehmen allein inhaltlich arbeiten, während andere Mitarbeiter eine Tätigkeit als Aushilfen oder Zuarbeiter ausüben.

Die Verdienstquelle der Freiberufler besteht aus Wissen und Erfahrung auf hohem Niveau. Die Tätigkeit als Freiberufler ist in den Bereichen Beratung, Lehre, Unterricht und Coaching angesiedelt. Zu den Kunden besteht bei Freiberuflern ein besonderes Vertrauensverhältnis. Im Vordergrund stehen bei Freiberuflern Dienstleistung und persönlicher Einsatz, die Bezahlung wird mit Honoraren vorgenommen. Im Gegensatz zu den Freiberuflern verkaufen Gewerbetreibende Produkte und üben eine Dienstleistung in Form der Vermittlung aus. Sie sind mit der Herstellung von Waren beschäftigt, das Wachstum des Unternehmens erfolgt vor allem durch Kapitaleinsatz. Das Finanzamt prüft den Einzelfall, ob es sich um eine Tätigkeit als Freiberufler handelt. Wer den Weg in die Selbstständigkeit plant, kann sich vom Rechtsanwalt oder Steuerberater beraten lassen, ob es sich bei der geplanten Tätigkeit um die Arbeit eines Freiberuflers handelt.

Tipp!

Weißt du, wie du als Freiberufler eine rechtskonforme Rechnung schreibst? Nein? Dann schau doch mal bei unserem Blogbeitrag „Rechnungstellung als Freiberufler“ vorbei. Hier gibts alle nötigen Infos für dich zum Durchstarten.