Eine Personengesellschaft kann schneller gegründet werden, als so mancher denkt. Denn schließen sich beispielsweise Kollegen zu einer Fahrgemeinschaft zusammen, dann entsteht damit eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) oder auch BGB-Gesellschaft genannt. Zudem gibt es noch die Offene Handelsgesellschaft (OHG), die Kommanditgesellschaft (KG) und die Lebenspartnerschaftsgesetz. Geht es um die Gründung einer Unternehmung, dann geht es um die Frage welche Rechtsform genutzt werden soll/kann.

Soll eine Unternehmung in einem Team gegründet werden, stehen die oben genannten Personengesellschaften zur Auswahl und bei jeder Personengesellschaft ist kein Mindestkapital notwendig, aber die Gesellschafter hafte hier auch mit ihrem persönlichen Vermögen. Wenn sie nicht persönlich haften möchten, dann kommt in dem Moment nur eine Kapitalgesellschaft infrage.

Die Vor- und Nachteile der Personengesellschaft

Gegenüber der Kapitalgesellschaft weist die Personengesellschaft folgende Vor- und Nachteile auf:

  • Es ist kein Mindestkapital zur Gründung einer Personengesellschaft notwendig
  • Die persönliche Haftung der Gesellschafter, also die Haftung mit dem Privatvermögen ist dagegen Nachteilig
  • Die Gehälter für die Gesellschafter können nicht als Aufwand der Personengesellschaft geltend gemacht werden
  • Der Fortbestand einer Personengesellschaft ist eng an die Gesellschafter geknüpft. So kann das Ausscheiden und der Tod eines Gesellschafters zur Auflösung führen
  • Auf die Gewerbesteuer besteht ein Freibetrag bei einer Personengesellschaft

So sieht es in der Praxis aus

Vor allem vier Formen der Personengesellschaft treten in der Praxis in Erscheinung:

Zudem gibt es noch die Stille Gesellschaft oder eine Kombination mit einer GmbH-Konstruktion, die hier jedoch nicht im Mittelpunkt steht. Hier eine Übersicht der vier Formen:

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Beispielsweise zwei Ärzte gründen eine Gemeinschaftspraxis und gründen dazu eine GbR, da sie einen gemeinsamen Zweck verfolgen. Bei der GbR handelt es sich um die einfachste Form der Personengesellschaft. Die GbR wird auch als BGB-Gesellschaft bezeichnet, da ihre rechtlichen Grundlagen im BGB – Bürgerlichen Gesetzbuch – geregelt sind. Es ist kein Gesellschaftervertrag notwendig um eine GbR zu gründen, doch von den Juristen wird empfohlen, einen solchen aufsetzen und notariell beglaubigen zu lassen. Denn eine Schlichtungsklausel kann im Falle eines Streites sehr hilfreich sein. Eine GbR entsteht also immer dann, wenn sich mehrere natürliche oder juristische Personen zusammenschließen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und dafür Know-how oder Kapital zur Verfügung stellen. Die Vorschriften des BGB sehen hier keine Mindesteinlage vor und auch ein Stammkapital ist nicht erforderlich.

Doch die Haftung ist hier ein heikler Punkt, denn die Beteiligten müssen mit dem Gesellschaftsvermögen und ihrem privaten Vermögen für die Verbindlichkeiten des Unternehmens gerade stehen. Eine Beschränkung ist hier nicht möglich, wie bei der GmbH. Doch eben diese unbeschränkte Haftung ist es, die der GbR den Zugang zu Krediten erleichtert. Die Geschäftsführung liegt in der Hand der Gesellschafter und diese können sich gegenseitig kontrollieren (Gesamtvertretung) – wobei in der Praxis abweichende Regelungen sinnvoll sind.

  • Die Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Wird beispielsweise eine mittelgroße Baustoffhandlung gegründet, dann ist die OHG eine denkbare Gesellschaftsform. Denn es ist ein vollkaufmännischer Betrieb notwendig um mit Baustoffen handeln zu können/dürfen. Auch hier ist kein Mindestkapital notwendig, doch durch einen Gesellschaftsvertrag muss festgelegt werden, wie die Geschäftstätigkeit und der gemeinschaftliche Auftritt nach außen gestaltet wird.

Auch hier sind mindestens zwei Personen nötig um die OHG zu gründen. Jeder Gesellschafter kann im Namen der OHG handeln und ist für die Geschäftsführung und die Vertretung nach außen zuständig. Wichtig, auch hier haften alle Gesellschafter persönlich und gesamtschuldnerisch gegenüber den Gläubigern und das bedeutet, dass ein Gläubiger von einem Gesellschafter fordern kann, dass dieser die Schuld teilweise oder sogar vollständig erfüllt. Auch die OHG bringt eine hohe Kreditwürdigkeit mit sich.

  • Die Kommanditgesellschaft (KG)

Wurde der Baustoffhandel als OHG gegründet, doch es wird frisches Kapital in das Unternehmen fließen, ohne das ein neuer Gesellschafter Einfluss auf die Geschäftsführung erhält, dann ist die Umwandlung in eine KG ratsam. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Art der OHG und aus diesem Grund finden hier viele Vorschriften Anwendung.

  • Die Partnerschaftgesellschaft

Wenn freie Journalisten ein gemeinsames Büro betreiben möchten, dann können sie diese Personengesellschaft ins Leben rufen. Erst seit 1995 gibt es diese Gesellschaftsform, die speziell für die freien Berufe, wie Rechtsanwälte, Ärzte, Journalisten etc. geschaffen wurde.

Überblick über die verschiedenen Versionen der Personengesellschaft

Fazit

Es gibt die Personengesellschaft in sehr unterschiedlichen Varianten: von der Vollhaftung der Gesellschafter in der OHG bis hin zur Teilhaftung der Kommanditisten in der KG. In jeder Personengesellschaft fällt die Verantwortung und der Einfluss verschieden aus, aber das unternehmerische Risiko verteilt sich unterschiedlich. Zudem steigt mit dem Umfang der persönlichen Haftung die Kreditwürdigkeit – das ist ein weiterer Aspekt der bei der Wahl der Personengesellschaft zu beachten ist.