Gesellschaft bürgerlichen Rechts – GbR

GbR – Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Existenzgründer müssen sich bei der Gründung ihres Unternehmens entscheiden, welche Rechtsform sie wählen wollen. Sie können sich für eine Kapitalgesellschaft entscheiden, die vor allem als Aktiengesellschaft und als Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet wird. Dafür sind jedoch besondere Voraussetzungen zu erfüllen, die nicht jeder schaffen kann und will. Einfacher und vorteilhafter kann die Gründung einer Personengesellschaft sein, die Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts, GbR, ist eine solche Personengesellschaft.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts = gbr

GbR: Was ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts?

Die Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts kann mit GdbR oder GbR abgekürzt werden. Sie ist der Zusammenschluss von mindestens zwei natürlichen oder juristischen Personen, die ein gemeinsames Unternehmensziel verfolgen. Sie ist die ursprünglichste und einfachste Form der Personengesellschaft und eine Gesamthandsgemeinschaft. Beispiele für die GdbR können der Zusammenschluss mehrerer Physiotherapeuten zu einer Physiotherapiepraxis, der Zusammenschluss von zwei oder mehr Ärzten oder Zahnärzten zu einer Gemeinschaftspraxis, der Zusammenschluss von mindestens zwei Rechtsanwälten zu einer Sozietät oder der Zusammenschluss von zwei oder mehr Bauunternehmen zu einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) sein. Auch der informelle Zusammenschluss von Wohngemeinschaften, Fahrgemeinschaften oder Musikkapellen fällt unter den Begriff GbR.

Rechtsstellung der GbR im deutschen Recht

Die gesetzlichen Grundlagen für die Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts sind in den Paragraphen 705 ff. des BGB geregelt. Für die Gründung einer GdbR sind mindestens zwei Gesellschafter erforderlich, die einen gemeinsamen legalen Zweck anstreben. Die GbR kann die Namen aller Gesellschafter mit einem Zusatz, der eine GdbR andeutet, führen. Eine GbR, die nicht am Rechtsverkehr beteiligt ist, gilt als Innengesellschaft. Das kann eine Praxisgemeinschaft, eine Bauherrengemeinschaft, eine Nutzungsgemeinschaft oder eine Ehegattengesellschaft sein. Die Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts stellt keine Firma gemäß des Handelsgesetzbuches dar, denn eine Firmierung (also die Benennung eines Unternehmens) bleibt den Kaufleuten und den Handelsgesellschaften vorbehalten. Eine GbR, die ein Handelsgewerbe betreibt, ist dem Gesetz nach eine Offene Handelsgesellschaft (OHG).

Begründet die GbR durch die Teilnahme am Rechtsverkehr eigene Rechte und Pflichten, ist sie rechtsfähig. Die Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts ist parteifähig. Eine GbR kann unter ihrem Namen verklagt werden. Auch die Gesellschaft kann in ihrem Namen klagen. Die GbR kann nicht allein im Grundbuch als Grundstückseigentümer eingetragen werden; entsprechend § 47 Absatz 2 der Grundbuchordnung müssen die Gesellschaft und deren Gesellschafter in das Grundbuch eingetragen werden. Die GdbR kann nicht Verwalterin gemäß des Wohnungseigentumsgesetzes werden. Nach § 13 BGB ist die GdbR Verbraucherin, da sie keine juristische Person ist.

Gründung der Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts (GbR)

Um eine Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts zu bilden, ist die Gründung erforderlich. Ein Gesellschaftsvertrag muss abgeschlossen werden, dessen Abschluss bildet den konstitutiven Akt der Gesellschaftsbildung. Der Gesellschaftsvertrag kann mündlich oder schriftlich sowie durch konkludentes Handeln geschlossen werden. Konkludentes Handeln ist beispielsweise durch den Bezug einer gemeinsamen Wohnung gegeben. In einigen Fällen muss der Gesellschaftsvertrag notariell beurkundet werden:

  • Einbringung eines Grundstücks in die Gesellschaft
  • bei grundstücksgleichem Recht wie Erbbaurecht
  • bei der Einbringung des Rechtes an einem Grundstück in die Gesellschaft.

Im Gesellschaftsvertrag muss ein gemeinsamer legaler Zweck vereinbart werden.

GbR: Haftung in der Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts

Die GdR hat nicht nur Vorteile. In einer Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts haften alle Gesellschafter gesamtschuldnerisch. Jeder Gesellschafter muss einzeln für alle Verbindlichkeiten der GdbR haften, gegebenenfalls ist die Haftung auch mit dem Privatvermögen erforderlich. Im Innenverhältnis kann ein Regressanspruch gegen Mitgesellschafter geltend gemacht werden, er entfaltet im Außenverhältnis keine schuldbefreiende Wirkung. Bei geschlossenen Immobilienfonds und bei Bauherrengemeinschaften können sich die Gesellschafter auf ihre Haftungsbeschränkungen berufen.

Die GbR: Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Verteilung von Gewinn und Verlust in der GbR

Wenn im Gesellschaftsvertrag nichts anderes vereinbart ist, erhält jeder Gesellschafter den gleichen Anteil am Gewinn oder Verlust, unabhängig von der Höhe seines Geschäftsanteils. Im Gesellschaftsvertrag kann jedoch vereinbart werden, dass Gewinn und Verlust nach Quoten oder nach den eingebrachten Kapitalanteilen verteilt werden. Durch Beschluss aller Gesellschafter kann die GbR aufgelöst werden. Die Auflösung kann aber auch durch die Kündigung durch einen Gesellschafter oder durch Erreichen des Gesellschaftszwecks erfolgen. Wurde keine Fortsetzungsklausel vereinbart, kann die Auflösung auch durch den Tod eines Gesellschafters erfolgen.