Mehrwertsteuer

Im wirtschaftlichen Kontext wird die Mehrwertsteuer (MwSt) auch Umsatzsteuer genannt und sie ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates.

Was das Prinzip der Mehrwertsteuer angeht, so ist das sehr kompliziert und für viele Existenzgründer gar nicht so einfach zu verstehen. Das hängt vor allem mit den vielen Ausnahmeregelungen für Unternehmen und den ständigen Änderungen zusammen. Daher wird hier nur auf das Grundprinzip eingegangen.

Mehrwertsteuer - Umsatzsteuer

Der Unternehmer als „Helfer“ des Staates

Der Unternehmer tritt bei der Mehrwertsteuer (MwSt) als „Helfer“ des Finanzamtes auf, denn letztendlich wird die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) von den Endverbrauchern bezahlt. Das Unternehmen schlägt im Auftrag des Finanzamtes die Steuer auf den eigentlichen Preis (Nettopreis) auf und führt diese dann an das Finanzamt ab. Das bedeutet, dass die Mehrwertsteuer zu keinem Zeitpunkt dem Unternehmer gehört, sondern sie bildet in der Buchhaltung nur einen durchlaufenden Posten.

Achtung!

Die Mehrwertsteuer ist ein wichtiger Bestandteil auf Rechnungen. Daneben gibt es noch weitere wichtige Pflichtbestandteile, die in eine Rechnung müssen, damit sie rechtskonform ist.

Das Prinzip der Mehrwertsteuer: Wie funktioniert es?

Am einfachsten ist es, dass Prinzip der Mehrwertsteuer an einem Beispiel zu verdeutlichen:

Ein Händler von Büromöbeln verkauft einen Tisch für 100 Euro zzgl. 19 % Mehrwertsteuer. Also erhält der Händler vom Käufer 119 Euro Einnahmen und damit hat der Händler 19 Euro für das Finanzamt einbehalten. Diese besteuerten 19 Euro muss der Händler nun in seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung dem Finanzamt melden und diese dann dem Finanzamt überweisen.

Dieser Händler kauft jedoch einen Tisch für 200 Euro plus 19 % Mehrwertsteuer und hat damit 38 Euro Mehrwertsteuer bezahlt. Nun sieht das System der Mehrwertsteuer vor, dass er diese Mehrwertsteuer, mit der er besteuert wurde (38 Euro) von der Mehrwertsteuer, die er von seinem Kunden erhalten hat (19 Euro) abziehen darf. Bei diesem System handelt es sich um den Vorsteuer-Abzug.

Das bedeutet dass er in seiner Umsatzsteueranmeldung 38 Euro – 19 Euro = 19 Euro anmeldet. Demnach muss er nur noch 19 Euro an das Finanzamt abführen.

Hast du Probleme bei der Berechnung der Mehrwertsteuer, kann dir ein Mehrwertsteuer-Rechner dabei helfen.

sevDesk Mehrwertsteuer-Rechner
Der Mehrwertsteuer-Rechner von sevDesk

Die Ausnahmeregelungen

Das das System der Mehrwertsteuer für einen Unternehmer ein sehr großer Verwaltungsaufwand ist, da er regelmäßig die Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben muss, gibt es für Kleinunternehmer eine Erleichterungsvorschrift. Diese Regelung ist unter dem Begriff „Kleinunternehmer-Regelung“ bekannt und ermöglicht es, auf diese komplizierte Berechnung zu verzichten.

Achtung, es gibt Unterschiede zwischen Mehrwertsteuer, Vorsteuer und Umsatzsteuer – oder?

Die Begriffe Mehrwert-steuer, Vorsteuer und Umsatzsteuer verschwimmen im täglichen Sprachgebrauch und es gibt kaum einen relevanten Unterschied, denn alle drei Steuerarten umschreiben offensichtlich ein und dieselbe Steuer. Doch es gibt dennoch drei Bezeichnungen! Also was ist nun was? Warum zieht ein Unternehmer die Umsatzsteuer ein und macht dennoch eine Vorsteuer-Erklärung? Warum regt sich der Endverbraucher über die Mehrwertsteuer auf der Ware auf, wenn doch die Unternehmer von der Umsatzsteuer sprechen?

Also zunächst ist es bereits offensichtlich, dass Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer ein und dasselbe meinen und auch beinah dieselbe Bedeutung haben. Wobei es bei der Vorsteuer bloß nicht ganz so offensichtlich ist, denn sie ist kein Thema, sondern kommt nur im geschäftlichen Bereich vor.

  • Die Umsatzsteuer

7 % oder 19 % – das sind die Steuersätze, die auf Waren und Dienstleistungen in Deutschland anfallen und zu zahlen sind. Das ist die Umsatzsteuer und dieser Begriff ist im Prinzip eine Art Überbegriff für diese Steuerart, die im folgenden dann auch als Mehrwertsteuer oder Vorsteuer bezeichnet wird. Also wenn von Umsatzsteuer gesprochen wird, dann ist das begrifflich niemals falsch.

  • Die Mehrwertsteuer

Die Verbraucher sehen sie auf den Kassenbons und anderen Belegen jeden Tag: die Mehrwertsteuer. Hier gibt der Begriff auch gleich einen Hinweis auf die Verwendung des Wortes: Denn die Mehrwertsteuer ist die Bezeichnung die gegenüber dem Endverbraucher genutzt wird, doch wir wissen, gemeint ist auch hier die Umsatzsteuer.

  • Die Vorsteuer

Hier wird wiederum die Perspektive auf die Umsatzsteuer bezeichnet, die für das Unternehmen interessant ist. Denn auch sie ist Wieder einmal nichts anderes als die Umsatzsteuer, aber eben nur die Umsatzsteuer, die von den steuerpflichtigen Unternehmen vorgestreckt wird, wenn sie eine Rechnung begleichen, aber diese zurückbekommen dann, wenn sie ihre Vorsteuer-Erklärung an das Finanzamt übermitteln.

Drei Begriffe und drei Perspektiven und bei dem Begriff Umsatzsteuer handelt es sich quasi um den Oberbegriff und die Mehrwertsteuer aus der Sicht des Verbrauchers sowie die Vorsteuer aus der Sicht des Unternehmers, sofern diese umsatzsteuerpflichtig ist.