Als die „Marge“ wird die Gewinnspanne bezeichnet, die sich bei Produkten oder Dienstleistungen zwischen der Differenz aus dem Herstellungs- oder Einkaufspreis und dem Verkaufspreis ergibt. Es handelt sich also um jenen Betrag, der als Gewinnaufschlag beim verkaufenden Unternehmen verbleibt.

Das erwartet dich heute:

Marge – Definition

Die Marge ist nicht mit dem Gewinn gleichzusetzen, sie stellt vielmehr den Deckungsbeitrag dar. Dieser Betrag wird somit herangezogen, um alle Kosten, die mit dem Geschäft verbunden sind, abzudecken. Seien es beispielsweise Kosten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder auch anteilig für Büroräumlichkeiten. Die Marge ist somit vom Gewinn klar zu unterscheiden, da der Gewinn erst nach Abzug der Kosten errechnet wird. Die Marge kann somit als Basis für eine überschlagsmäßige Gewinnberechnung herangezogen werden.
Erwähnenswert ist auch, dass in einzelnen Branchen unter der Marge etwas Anderes verstanden wird, etwa bei Zinssätzen im Finanzbereich.

Marge und Gewinn

Eine entsprechende Marge ist für jedes Unternehmen die Grundlage, um überhaupt Gewinn erwirtschafte zu können. Nur durch entsprechende Aufschläge ist es möglich, die eigenen Kosten abzudecken und zusätzlich einen Überschuss zu erzielen.

Man unterscheidet dabei zweichen folgenden Arten der Marge:

BezeichnungBedeutung
BruttomargeDie Bruttomarge gibt an, wie viel Prozent vom Umsatz noch überbleiben, wenn man die Herstellkosten vom Verkaufspreis abzieht. Dementsprechend unterschiedlich kann die Bruttomarge je nach Branche sein. Softwareunternehmen, die keine realen Produktionskosten haben, können hier defacto keine Berechnung anstellen, während produktionsintensive Unternehmen hohe Herstellkosten haben.
NettomargeDie Nettomarge ist bereits aussagekräftiger als die Bruttomarge, denn hier werden nicht nur die Herstellkosten berücksichtigt, sondern alle Kosten des Unternehmens. Somit gibt die Nettomarge an, wie viel Prozent des Umsatzes übrigbleiben, nachdem alle Kosten abgedeckt wurden.
Operative MargeBei der operativen Marge wird das Ergebnis des Unternehmens in Relation zum Umsatz gesetzt. Diese Berechnung wäre auch für ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Sparte möglich. So zeigt sich die jeweilige Ertragskraft des betrachteten Bereiches oder Produktes.

Gewinnmargen nach Branchen

Unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Margen! Die Höhe der Marge kann je nach Branche extrem verschieden sein. Innerhalb der jeweiligen Branchen herrscht hingegen meist ein harter Kampf darum, die Margen zu optimieren und so der Konkurrenz hinsichtlich der eigenen Rentabilität einen Schritt voraus zu sein.

Marge im Finanzbereich

Im Finanzsektor kommt der Begriff „Marge“ in unterschiedlichen Facetten vor. Bei Aktien beispielsweise gibt die Marge an, welche Differenz es zwischen Ausgabekurs und Kaufpreis oder Tageskurs besteht. Bei Krediten ist die Marge der Aufschlag, den die Bank von Kunden verlangt. Sie beschafft das Kapital also günstiger und vergibt die Kredite mit einer entsprechend zusätzlich kalkulierten Marge weiter.

Marge im Handel und produzierenden Gewerbe

Die Margen im Handel sind sehr unterschiedlich. Es gibt Produkte, an denen große Kaufhäuser nur wenige Prozent Marge haben, insbesondere, wenn viel Wettbewerb herrscht und die Güter einfach austauschbar sind. Häufig wird kalkuliert, dass der Handel den Einkaufspreis verdoppelt, hier ist oft von der „Handelsspanne“ die Rede. In einzelnen Segmenten, besonders auch bei Luxusgütern, sind auch viel höhere Margen möglich, die im Bereich des Vielfachen Einkaufspreises liegen.

Marge in der Gastronomie

Die Margen in der Gastronomie klingen im ersten Moment hoch. Als Faustregel gilt, dass der dreifache Einkaufspreis der Produkte als Verkaufspreis für Speisen angesetzt werden soll. Zu bedenken ist aber, welche Kosten von dieser Marge gedeckt werden müssen, denn das ist eine beträchtliche Menge.
Attraktiv sind die Margen auf Getränke, die meist größere Gewinnbringer sind als die Speisen. Das gilt insbesondere bei Alkohol, etwa wenn eine ganze Flasche Wein bestellt wird.

Wie wird die Marge berechnet?

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass bei der Marge immer die vorhandenen Kosten dem tatsächlichen Verkaufspreis gegenübergestellt werden. Die Marge gibt also immer das Verhältnis von Kosten und Gewinn an.

Ein einfaches Beispiel kann das zusätzlich illustrieren:

Ein Möbelhaus verkauft ein Sofa für 500 Euro netto. Das Sofa wurde für 250 Euro netto eingekauft. Es ergibt sich eine Differenz von 250 Euro netto, wobei davon noch die Kosten abgezogen werden müssen, die anteilig ermittelt werden könnten, beispielsweise für die Arbeitszeit der Mitarbeiter der Abteilung, in der das Sofa verkauft wurde oder die Miete für die Ausstellungsfläche des Sofas. So reduziert sich der Betrag auf beispielsweise 100 Euro, was dann schlussendlich der Nettomarge entspricht.

In diesem vereinfachten Beispiel erweist sich die Berechnug zwar als leicht, jedoch empfhielt es sich bei komplexeren Kostenstrukturen einen Software oder einen Online Margenrechner zu verwenden.

Margen erhöhen durch Kostenreduktion

Wenn die Margen erhöht werden müssen, um den eigenen Gewinn zu steigern, so müssen deshalb nicht automatisch die Preise für die Kunden erhöht werden. Vielmehr können Unternehmen auch ihre Kosten unter die Lupe nehmen und Einsparungsmöglichkeiten finden.

Abseits einer Preiserhöhung bietet die Reduktion der Kosten einen schnellen Weg, um die eigene Rentabilität zu steigern und eben auch die Marge zu erhöhen. Hier gilt, jeder Prozentpunkt zählt, denn schließlich fließen viele kleine Kostenfaktoren in die Berechnung der Marge ein. Neben den Personalkosten können meist auch Kosten in der Verwaltung reduziert werden und auch Fixkosten sollte regelmäßig geprüft werden – etwa Verträge mit Mobilfunkanbietern, Versicherungen und auch die Mietverträge für Geschäftsräumlichkeiten. Hier ist es wichtig, dass du als Unternehmerin oder Unternehmer die Kosten im Blick hast und regelmäßig verhandelst oder Anbieter wechselst, um möglichst hohe Margen erreichen zu können.

Sind negative Margen möglich?

Es klingt überraschend, aber ja, negative Margen können tatsächlich sinnvoll sein! Dazu gibt es verschiedene Szenarien.
Option eins sind klassische Lockangebote im Handel. Ein sehr günstiger Preis wird stark beworben, um potentielle Kundinnen und Kunden in den Laden zu locken. Dort wird gehofft, dass sie auch andere Produkte erwerben, die entsprechend positive Margen vorweisen. Somit muss die Marge idealerweise immer für den durchschnittlichen Warenkorb errechnet werden und gesamtheitlich betrachtet werden.

Eine weitere Option besteht bei produzierenden Unternehmen. Wenn die Auftragslage schlecht ist, kann es immer noch besser sein, Produkte herzustellen, die mit leicht negativen Margen verkauft werden, als die Produktion völlig einzustellen. Denn bei einem Produktions-Stopp laufen die Fixkosten für Maschinen weiter und es wird überhaupt nichts verkauft, bestehende Kunden springen womöglich also ganz ab.
Klar ist, dass mit negativen Margen nicht nachhaltig gewirtschaftet werden kann. Sie dürfen also immer nur vorübergehend sein und du musst sehr genau planen, inwiefern diese Vorgehensweise leistbar ist.

Gewinnberechnung

Die Begrifflichkeiten „Gewinn“, „Marge“ und „Handelsspanne“ werden oftmals vermischt und nicht klar abgegrenzt. Vereinfacht gesagt kann zusammengefasst werden, dass die Handelsspanne jenen Aufschlag angibt, den ein Händler auf den Einkaufspreis der Produkte hinzurechnet. Die Marge hingegen gibt – je nach Berechnungsmethode – an, wie viel von dieser Handelsspanne überbleibt, nachdem die Kosten abgezogen wurden, die zuordenbar sind. Der Gewinn bleibt dann über, wenn auch noch andere Kosten abgezogen werden, die nicht eindeutig zuordenbar sind, für das Unternehmen jedoch ebenso anfallen.
Somit kann gesagt werden, dass es zwischen den Begriffen einen feinen Unterschied gibt, auch wenn sie meist wie Synonyme verwendet werden.

Verkaufspreis anhand der Marge berechnen

Der Ablauf muss nicht immer so sein, dass zuerst ein Verkaufspreis gegeben ist, von dem anschließend die Marge berechnet wird. Die Vorgehensweise kann auch genau umgedreht werden. Ein Händler kann somit ein Produkt einkaufen und festlegen, dass er beispielsweise 150% Marge erzielen will. Er rechnet also zum Einkaufspreis die gewünschte Marge hinzu und ermittelt so die Höhe des Verkaufspreises. Selbstverständlich muss er dabei realistisch vorgehen und auch Konkurrenzprodukte stets im Auge behalten.

Wichtig!

Eine Marge sollte gut gewählt sein. Den wird sie zu hoch angesetzt, ist das Produkt oder die Dienstleistung am Markt nicht mehr Konkurrenzfähig. Wird die Marge jedoch zu niedrig angesetzt. Könnte sich bei der Erfolgsrechnung herausstellen, dass das Produkt bisher nicht rentabel war und bereits immense Verluste eingefahren hat.

Produkte mit hohen Margen

Hohe Margen lassen sich in ganz unterschiedlichen Bereichen erzielen. Ein klassisches Beispiel sind all jene Produkte, bei denen oftmals das Marketing und die Story rund um das Produkt im Vordergrund stehen. So ist es etwa häufig bei Kaffee der Fall, wo viele Anbieter auf hohe Preise setzen und diese investieren, um durch intensives Marketing den Einkauf auch online zum Erlebnis werden zu lassen.
Ein weiteres Beispiel sind Wohnungen in begehrten Lagen. In Zeiten des Immobilien-Booms steigen zwar auch die Baukosten entsprechend der hohen Auslastung der Bau-Unternehmen, doch die erzielten Verkaufspreise sind oft sehr ertragsreich.
Hohe Margen finden sich ebenso in manchen Bereichen der Gastronomie. Geliefertes Essen liegt im Trend und ist oft mit attraktiven Margen versehen, da viele Produkte geringe Einkaufspreise haben und jemand, der online schnell bestellen möchte, nicht exakt auf jeden Euro achtet.

Fazit

Für Unternehmerinnen und Unternehmer sind die Margen wohl mit das Wichtigste um erfolgreich zu sein. Sie entscheiden darüber, wie sehr sich das eigene Tun und Handeln rechnet. Deshalb ist es so wichtig, die eigenen Zahlen genau im Griff zu haben und auch zu wissen, welche Produkte und Dienstleistungen welche Marge erzielen. So können Entscheidungen über das Produktportfolio getroffen werden und es zeigt sich, welche Stärken und Schwächen das Unternehmen hinsichtlich der eignen Ertragskraft hat.