Lean Startup – Schnell und erfolgreich ein Unternehmen gründen

Startups stellen sich in der Regel noch vor dem Beginn der Aufnahme ihrer unternehmerischen Tätigkeit die Frage, wie die bevorstehenden Aufgaben –vor allem auch in finanzieller Hinsicht- bewältigt werden sollen. Ein Trend, der hier in den unterschiedlichsten Branchen immer wieder zu verzeichnen ist, ist das “Lean Startup”. Doch was verbirgt sich eigentlich genau hinter diesem Begriff? Und wo liegen die Vorteile dieses Vorgehens?

Hier eine Übersicht zum Beitrag:

Was ist Lean Startup?

Wer zum ersten Mal mit der Bezeichnung Lean Startup konfrontiert wird, denkt vielleicht unweigerlich an die bekannte “Lean Production”. Und tatsächlich existieren hierbei Parallelen. Denn: das Lean Startup verfolgt das Ziel, mit Hilfe von wenig Kapital erfolgreich zu werden. Im Gegensatz zu anderen Arten der Unternehmensgründung werden hier werden die entsprechenden Schritte nicht ausführlich geplant. Vielmehr stehen ein schnelles Handeln und Entscheiden im Fokus.

Einführung in das Thema

Das Prinzip, welches sich hinter einem Lean Startup und seinem charakteristischen Vorgehen verbirgt, beweist, dass es nicht immer eine akribische Planung inklusive Business Plan braucht, um langfristig am Markt erfolgreich zu sein (und zu bleiben). Die Gründer und Mitarbeiter des “schlanken Unternehmens” kommen oft direkt von der Universität und eignen sich ihre unternehmerischen Fähigkeiten nach dem Learning by doing-Prinzip an.

Dementsprechend besteht ein klassischer Vorteil des Lean Startups darin, dass solche Unternehmen oftmals dazu in der Lage sind, Produkte oder Dienstleistungen eher auf den Markt zu bringen und schneller als die Konkurrenz zu agieren. Auch die Entwicklung vollkommen neuer Konzepte nimmt so tendenziell weniger Zeit in Anspruch.

Damit die neuen Entwicklungen auch möglichst schnell auf ihren möglichen Erfolgsfaktor getestet werden können, ist es wichtig, zeitnahe Kundenumfragen durchzuführen. So kann unter anderem auch Verbesserungspotenzial ausfindig gemacht werden.

Eric Ries und die Herkunft des Lean Startup

Die Grundidee des Lean Start Ups basiert auf Eric Ries und seinem Buch “The Lean Startup: How Today’s Entrepreneurs Use Continious Innovation to Create Radically Successful Businesses”.
Vor allem ab dem Jahre 2008 entschieden sich dementsprechend immer mehr junge Unternehmen dazu, diesem modernen, unternehmerischen Ansatz, dessen Ursprung übrigens im Silicon Valley liegt, eine Chance zu geben. Aufgrund der zahlreichen Erfolgsgeschichten schwappte der Trend auch langsam nach Europa über.

Bei genauer Hinsicht zeigt sich hierbei, dass die Prinzipien des Lean Startup und des Lean Managements eng miteinander verwandt sind. Oder anders: die “Regeln”, die im Zusammenhang mit Lean Management gelten und angewendet werden, werden beim Lean Startup auf die Anfangsphase eines jungen Unternehmens übertragen.

Hier treffen dann…:

  • ein vergleichsweise geringes Grundkapital
  • ein hoher Erfolgsfaktor bzw. hochgesteckte Ziele

direkt aufeinander.

Als klassisches Beispiel könnte hier eine neu gegründete PC-Spiele-Firma dienen, die es bevorzugt, lieber schnell einen Prototypen herauszubringen als zu viel Zeit in ein ausgereiftes Konzept für ein 100%ig fertiggestelltes Spiel zu stecken.

Pivot

Kaum ein Unternehmen, welches sich für das Lean Starup Modell entschieden hat bleibt –auf kurze oder lange Sicht- vom Pivot verschont. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine besondere Herausforderung, sondern auch gleichzeitig um eine Chance. Denn: Pivot steht für einen Kurswechsel innerhalb des Unternehmens. Die Gründe für das sogenannte Pivoting können vielseitig sein, haben ihren Ursprung jedoch in den meisten Fällen in den oben genannten Kundenumfragen.

Deren Ergebnisse helfen dabei, ein Produkt, welches weitestgehend spontan erstellt und auf den Markt gebracht wurde, zu optimieren und noch besser an die Kundenwünsche anzupassen.
Die Notwendigkeit, einen Pivot durchzuführen, kann jedoch auch gegeben sein, wenn sich die Gegebenheiten am Markt oder aktuelle Trends ändern.

Tipp!

Mithilfe einer PivotTable kannst du deine Daten strukturieren und auswerten. Helfen kann außerdem eine PivotChart, diese ist in 5 einfachen Schritten in Excel erstellt.

Was bedeutet MVP?

Die Abkürzung MVP steht im Zusammenhang mit Lean Startups für die Bezeichnung “Minimum Viable Product” und beschreibt damit ein Produkt, welches in seinem Bereich den minimalen Anforderungen entspricht. Wurde die Grundidee, das MVP, auf den Markt gebracht, kann es von den Kunden schon genutzt, jedoch noch weiter optimiert werden. Die Basis für die entsprechenden Optimierungen stellen die oben genannten Kundenfeedbacks und –umfragen dar.

Der Vorteil des MVP liegt unter anderem darin, dass nicht viel Geld in eine aufwendige Produktion investiert werden muss, wenn sich bereits das Grundmodell als erfolgsversprechend erweist. Gleichzeitig kann durch die schnelle Veröffentlichung zeitnah auf die Bedürfnisse der Kunden und die entsprechenden Trends reagiert werden.

Vor- und Nachteile des Lean Startup

Anhand der oben genannten Beispiele ist ersichtlich, dass die Entscheidung für das Lean Startup Modell durchaus mit vielen Vorteilen verbunden ist. Dennoch wäre es falsch, immer und vollkommen branchenunabhängig auf dieses Vorgehen zu setzen. Um zu erkennen, ob das eigene Unternehmen als Lean Startup zum Erfolg geführt werden könnte, ist es unter anderem wichtig, die Vor- und Nachteile einander gegenüber zu stellen.

Vorteile Lean Startup

Die Vorteile des Lean Startups liegen unter anderem in…:

  • Der Möglichkeit, schnell auf Veränderungen am Markt zu reagieren
  • Einer Kostenersparnis, da oft auch schon Prototypen (zumindest im ersten Schritt) ausreichen, um Gewinne verzeichnen zu können
  • Einer Zeitersparnis, die dabei helfen kann, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein und die eigene Stellung am Markt zu festigen.

Nachteile und Kritiken am Lean Startup Modell

Wie im unternehmerischen Bereich üblich, kann auch das Lean Startup durchaus mit Nachteilen verbunden sein. Diese liegen unter anderem darin, dass…:

  • es aufgrund der fehlenden oder schnellen Kalkulation dennoch zu finanziellen Engpässen kommen kann
  • etwaige Fehler mit Hinblick auf die zu erstellenden Prototypen aufgrund mangelnder Forschung entstehen können
  • sich die Suche nach Investoren aufgrund eines fehlenden Business- oder Projektplans erschweren könnte.

Tipp!

Wenn du dich schon vorab absichern möchtest, kannst du natürlich trotzdem einen Businessplan erstellen oder eine Vorlage dafür nutzen.

Gleichzeitig sind Lean Startups auch auf das Feedback ihrer Kunden angewiesen. Hier sollte nicht davon ausgegangen werden, dass die Bereitschaft, Kundenumfragen und Co. auszufüllen, immer bei 100% liegt. In dieser Hinsicht ist eine gute Kundenbindung und –zufriedenheit sehr wichtig, sonst werden nur wenige an den Umfragen teilnehmen.

Welche Lean Methoden gibt es?

Um das Prinzip des Lean Startups noch besser zu verstehen und dieses auch im geschäftlichen Alltag in den unterschiedlichen Bereichen zu leben, ist es wichtig, sich mit den fünf Prinzipien zu befassen, die sich hinter diesem Modell verbergen.

1. Entrepreneure gibt es überall

Der Begriff Entrepreneur trifft auf viele zu. Ein Entrepreneur ist im klassischen Sinne Gründer und Inhaber eines Unternehmens. Sein Handeln ist eigenständig, verantwortungsbewusst, er übernimmt große Verantwortung innerhalb des eigenen Unternehmens und trägt das damit verbundene Risiko mit sich. Laut Ries treffe der Begriff des Weiteren auf all diejenigen zu, die in einem Startup arbeiten. Als Startup werden all die Organisationsformen zusammengefasst, die das Ziel verfolgen, ein innovatives Produkt oder eine innovative Dienstleistung unter sehr unsicheren Bedingungen auf dem Markt zu etablieren.

2. Entrepreneurship ist Management

Startups verlangen klare Strukturen, sowie gute Führungskompetenzen. All das heißt – Verringerung des Risikos und Förderung des Erfolgs. Gerade bei den vielen Unsicherheiten die eine Gründung mit sich bringt, sollte das Management des Unternehmens einen klaren Führungsstil aufzeigen.

3. Validierte Lernprozesse

Der eigentliche Daseins-Zweck eines Startups ist der, zu lernen, wie man ein funktionierendes, tragfähiges Geschäftsmodell oder Produkt entwickelt und aufbaut. Das Lernen aus Fehlern, das Durchführen von Kundenbefragungen sowie das Berücksichtigen der Zielgruppenwünsche soll das Produkt immerzu verbessern. Natürlich sollte vorher die Zielgruppe definiert werden, bevor deren Wünsche erfüllt werden können.

In einem Lean Startup sollen sich Visionen sollen mit der Zeit der Wirklichkeit anpassen.

4. Innovationsbilanz

Um die eigenen Startup-Aktivitäten verbessern zu können ist es wichtig, sich auf Dinge wie die Messung des Erfolgs, das Errichten von Meilensteinen und das Zuweisen der entsprechenden Prioritäten an Aufgaben zu konzentrieren. Die passenden Konsequenzen müssen immer wieder gezogen, sowie Änderungen am Produkt vorgenommen werden. Soll und Haben sind hier die geeigneten Schlagwörter.

KPIs sind dafür verantwortlich, dass nicht nur die Steuerung der Durchläufe, sondern auch die Methoden und das Geschäftsmodell funktionieren.

5. Bauen-Messen-Lernen

lean startup prinzip Bauen Messen Lernen
Zu Beginn ist da die zu verwirklichende Geschäftsidee, die so schnell wie möglich in ein Produkt umgewandelt werden soll. Nach der Erstellung des Produkts wird dieses dem Markt zugänglich gemacht, um so direkte Reaktionen und Feedback der Zielgruppe zu messen. Anschließend kann die Lehre aus den Ergebnissen gezogen werden. Dann beginnt die Schleife von Neuem. Das frühzeitige Erkennen, was am Produkt geändert werden muss und ob man vielleicht doch lieber in eine andere Idee investieren sollte, ist immens wichtig.

Anhand dieses Prinzips wird unterstrichen, dass die betreffenden Produkte immer wieder verbessert werden und sich in einer Art “Kreislauf” befinden. Oder anders: ein Produkt wird “gebaut”, sein Erfolg am Markt wird durch Kundenumfragen “gemessen” und das Lean Startup “lernt”, wie es die Erwartungen der Kunden noch besser erfüllen kann.

Der Build-Measure-Zyklus

Der Build-Measure-Zyklus ist eng mit dem oben erwähnten Prinzip Bauen-Messen-Lernen verbunden. Er unterstreicht auf charakteristische Weise, dass das Produkt des Lean Startups nicht fertig auf den Markt kommt, sondern – bis es den Ansprüchen des Kunden genügt- einem kontinuierlichen Wandel unterliegt. Wie lange der Zyklus schlussendlich dauert, ist von mehreren Faktoren abhängig. Grundsätzlich hilft ein ausgeprägtes Kundenfeedback jedoch auch schon dabei, die entsprechenden Optimierungen noch genauer vornehmen zu können.

Der wichtigste Bestandteil der Lean Startup-Methode besteht darin, die Bauen – Messen – Lernen Feedbackschleife zu verinnerlichen, um so der idealen Umsetzung der Idee des eigenen Geschäftsmodells bzw. des eigenen Produktes näher zu kommen. Dazu beitragen sollen das Feedback der Zielgruppe, die ständige Überprüfung des Standes, sowie die andauernde Verbesserung des Produkts, sobald überzeugende Änderungsvorschläge gewonnen wurden. Die sofortige Vornahme von Veränderungen nach diesen Erkenntnissen soll dabei helfen, Zeit, Geld und Ressourcen zu sparen, sowie die Möglichkeit offen lassen, den Kurs spontan zu korrigieren. Nur auf dem Weg einer immer wiederkehrenden Feedbackschleife ist es möglich, herauszufinden, welche Wünsche und Bedürfnisse die eigene Zielgruppe wirklich hat und auf welche Art von Produkt bzw. Geschäftsidee sie tatsächlich anspringt.

Bauen

Anstatt monatelang auf die erste Betaversion hinzuarbeiten und Unmengen an Zeit und Geld zu investieren, sollte im Anschluss an die Ideenfindung sobald wie möglich ein erstes Produkt, nämlich das „minimal funktionsfähige Produkt“ (MFP) mit den wichtigsten Merkmalen gebaut und auf den Markt gebracht werden. Dem Produkt dürfen und sollen hier noch einige Merkmale und Funktionen fehlen, die sich später eventuell noch als wichtig erweisen könnten. Ressourcen werden hier so noch nicht verschwendet, können allerdings perfekt für weitere, spätere Optimierungen eingesetzt werden.

Zusammengefasst sollten folgende Punkte bei der Erstellung eines MFP beachtet werden:

  • Das Potential des Produktes muss den Nutzern mithilfe des MFPs vermittelt werden
  • Das MFP muss mit den wichtigsten Produktmerkmalen ausgestattet sein
  • Unnötige Funktionen, die nicht essentiell wichtig sind, werden weggelassen

Messen

Anhand erster Rückmeldungen auf das MFP können nun die Antworten auf verschiedenste, zu Beginn formulierte Fragen und Hypothesen gefunden werden. Gibt es eine Nachfrage nach meinem Produkt? Was für Veränderungen können vorgenommen werden, um den Wünschen meiner Zielgruppe näher zu kommen? Das richtige Einschätzen der bisherigen Kunden und des eigens entwickelten Produktes spielt hier eine tragende Rolle. Des Weiteren können und sollten verschiedenste Messmethoden und Testvarianten angewandt werden, um die Funktionalität des Produkts, sowie das Interesse und die Nachfrage nach diesem zu testen.

Folgende Tests können beispielsweise durchgeführt werden:

  • Split Test: Ermöglicht, zwei Varianten von zielgruppenspezifischen Ansprachen gegeneinander zu testen und so zu optimieren.
  • Usability-Test: Prüft die Gebrauchstauglichkeit einer Software mithilfe passender Probanden. Im Vordergrund steht hier die Optimierung von Interaktionsprozessen.
  • Konversionspfad-Analyse: Untersucht die Prozesse, wie ein Proband eine Homepage durchläuft, um ein bestimmtes Ziel (z.B. Bestellvorgang) zu erreichen.

Lernen

Nun besteht die größte Herausforderung darin, zu entscheiden, ob die Produktentwicklungsbemühungen, welche man vornehmen könnte, wirkliche Fortschritte mit sich bringen würden. Ein Produkt, das sowieso niemand möchte, wird auch durch noch so viele Veränderungen keinen Erfolg landen. Mithilfe einer Innovationsbilanz können Meilensteine im Lernprozess geschaffen werden, welche helfen sollen, Fortschritte objektiv und genau zu beurteilen.

Das wohl wichtigste Element der Feedbackschleife ist die Kurskorrektur. Soll die bisher angewandte Strategie beibehalten werden, oder sollte besser ein neuer Weg eingeschlagen werden? Wenn sich zu Beginn gestellte Hypothesen nach vermehrten Wiederholungsschleifen gehäuft als falsch erweisen, wird es wahrscheinlich an der Zeit sein, den Kurs zu ändern oder einen anderen Weg einzuschlagen. Angst vor dem Pivot („Drehpunkt“) sollte man auf alle Fälle nicht haben.

Insgesamt wird durch diese Wiederholungsschleife ermöglicht, schnell Änderungen vorzunehmen, richtig zu reagieren, sowie in neue, effizientere Richtungen einzuschlagen. Das Risiko, eine völlig falsche Idee zu verfolgen und über lange Zeiträume hinweg Geld an der falschen Stelle zu investieren, wird somit extrem minimiert.

Welches Geschäftsmodell eignet sich für ein Lean Startup?

Auch wenn es sich beim Lean Startup um eine moderne Idee handelt, die sich mit vielen Geschäftsmodellen und Branchen kombinieren lässt, wäre es falsch, hier von der alleinseligmachenden Wahrheit zu sprechen. Vielmehr spielen bei der Frage “Ist das Lean Startup die passende Lösung für mich?” mehrere Faktoren eine besonders wichtige Rolle.

Die passende Geschäftsidee

Bevor sich ein junger Unternehmer überhaupt für das Lean Startup entscheiden kann, braucht er natürlich die passende Geschäftsidee. Diese sollte insofern ausgearbeitet worden sein, als dass sowohl Produkt als auch Zielgruppe und grobe Zielsetzung feststehen.

Aufgrund der Tatsache, dass sich ein Lean Startup besonders gut mit Produkten vereinbaren lässt, die schnell am Markt präsent sein sollten, ist diese Art der Unternehmensführung in einschlägigen Branchen natürlich besonders gefragt.

Vor allem Unternehmen, die sich unter anderem auf die Produktion von…

  • PC Spielen
  • KI Produkten
  • Lifestyle Artikeln

konzentriert haben, wissen die Vorzüge der schlanken Vorgehensweise oft zu schätzen.

Agiles Lean Startup

Im Zusammenhang mit Lean Startups im Bereich Software ist immer wieder von der Agilität die Rede. Hierbei geht es darum, ein Produkt zu entwickeln, jedoch auch nach dessen Veröffentlichung mit den Nutzern in Kontakt zu bleiben und sich über weitere Schritte, wie zum Beispiel Verbesserungen und Optimierungsbedarf, auszutauschen.

Die Entscheidung dafür, agil zu bleiben, bedeutet für das Unternehmen hierbei auch, keinem strikten Plan folgen zu müssen, sondern stattdessen noch spezifischer auf die Wünsche der Kunden eingehen zu können.

Scrum in einem Lean Startup

Auch in einem Lean Startup Unternehmen arbeiten mehrere Teams zusammen. Abstimmungen über das weitere Vorgehen zwischen den einzelnen Mitarbeitern sind damit unerlässlich. Und exakt an dieser Stelle kommt Scrum ins Spiel. Hierbei handelt es sich um eine Art von Projektmanagement, welches unter anderem dabei helfen kann, Deadlines einzuhalten und Optimierungen vorzunehmen.

Auch die jeweilige Zielgruppe bzw. die Kunden können so natürlich in den Entwicklungsprozess eingebunden werden.

Die Arbeitsmethode Kanban im Lean Startup

Bei Kanban handelt es sich um eine Methode, die klassischerweise im Zusammenhang mit Softwareentwicklungen eingesetzt wird. Ziel ist es hierbei, die jeweiligen Ergebnisse schnell verfügbar zu machen. Im Gegensatz zu Scrum handelt es sich hierbei um eine Art von Projektmanagement, welche auch ideal von Einzelpersonen genutzt werden kann.

Um die entsprechenden Arbeitsschritte zu optimieren und klar zu definieren, wird sehr transparent und strukturiert gearbeitet. Fragen wie “Was bedeutet “fertig” im Zusammenhang mit einem bestimmten Arbeitsschritt?” werden im Vorfeld klar beantwortet.

Wer im Team auf Kanban zurückgreift, gibt sich klassischerweise auch in regelmäßigen Abständen Feedback über die entsprechenden Entwicklungen und Arbeitsschritte.

Beispiele und Erfolge durch Lean Startup

Die Aussage, Lean Startup sei immerzu erfolgreich, lässt sich natürlich nicht pauschalisieren. Allerdings ist die Begeisterung für diese Methode nicht unbegründet. Die Zahl der vom Konzept überzeugten Entrepreneurs wächst von Tag zu Tag. Beleg dafür sind einige, mittlerweile sehr erfolgreiche Unternehmen, die die Methode des Lean Startup mit in die Unternehmensgründung einbezogen haben. Im Folgenden möchten wir dir ein paar dieser erfolgreichen Beispiele vorstellen.

Airbnb

Ferienwohnungen oder Unterkünfte über AirBnB buchen

Ein erfolgreiches Konzept – Wohnungen, Häuser, verschiedenste Unterkünfte mieten und vermieten. Ganz unkompliziert funktioniert das mithilfe von Airbnb. Schnell hat man ein Profil auf der Website erstellt und kann so die Zeiten, in welchen die eigene Wohnung nicht von einem selbst genutzt wird effektiv nutzen, um ein wenig online Geld zu verdienen und einem Besucher eine günstige Übernachtungsmöglichkeit anzubieten. Von Anfang an setzte Airbnb auf eine schrittweise Annäherung an das geplante Geschäftsmodell mittels minimal-funktionsfähiger Produkte. Mittlerweile finden Gäste auf Airbnb Domizile in über 192 Ländern und mehr als 33.000 Städten.

Dropbox

Daten und Dateien sammeln und sicher ablegen mit Dropbox

Dropbox – mittlerweile ein Begriff für jedermann. Doch auch dieses Unternehmen hat klein angefangen und versuchte während der Gründungsphase mithilfe der verfügbaren Mittel so schnell wie möglich Feedback der Zielgruppe zu erlangen. Drew Housten – CEO und Gründer von Dropbox – begann nachdem er von dem Konzept erfuhr, Produktentwicklungs-Zyklen innerhalb des Unternehmens extrem zu verkürzen, um so frühzeitig und häufig testen zu können, was die Zielgruppe tatsächlich wollte. Schlussendlich erreichte das Unternehmen seine Ziele und zählt heute zu den erfolgreichsten Filehosting-Diensten weltweit.

Zappos

zappos Onlineshop
Zappos- Das Vorbild von Zalando

Das große Vorbild des erfolgreichen deutschen Online-Schuhandels Zalando war Zappos. Zappos zählt als das weltweit größte Online-Schuhgeschäft mit einem jährlichen Bruttoumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Als Beispiel für die erfolgreiche Anwendung von Lean Startup wird dieser Online-Schuhhändler auch in Eric Ries` Buch „The Lean Startup“ genannt. Angefangen hat hier alles mit einem einfachen Produkt. Nick Swinmurn, der Gründer, wollte als Pionier des Online-Schuhhandels starten und stellte sich zu Beginn die einfache Frage, ob denn bereits ein ausreichender Bedarf, Schuhe online zu kaufen, bestehe. Anstatt aufwändige Marktforschung zu betreiben, lernte das Unternehmen viel und schnell aus den Reaktionen auf das zu Beginn entwickelte Produkt. Verbesserungen und Änderungen konnten vorgenommen werden und Zappos erhielt so direktes Feedback von seiner Zielgruppe. Im Juli 2009 übernahm Amazon.com den Online-Schuhladen für rund 850 Millionen Dollar.

Fazit – Lean Startup Zusammenfassung

Ein Unternehmen, welches sich für das Modell des Lean Startup entscheidet, genießt unterschiedliche Vorteile, sollte sich jedoch auch immer der Risiken bewusst sein, die dieses spannende Thema mit sich bringt. Der Möglichkeit, auf Veränderungen am Markt spontan reagieren zu können, steht unter anderem das Risiko einer mangelnden Zusammenarbeit zwischen Kunde und Unternehmen gegenüber.

Besonders in der Softwarebranche ist das Lean Startup jedoch weitverbreitet, da sich die jeweiligen Unternehmen mit Innovationsprojekten beschäftigen. Dies ist unter anderem dem Umstand geschuldet, dass es gerade hier wichtig ist, schnell reagieren zu können, um sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen. Gleichzeitig ist es oft auch leichter, Verbesserungen in Form von Updates aufzuspielen als diese am “haptischen Produkt” zu verbreiten.

Das Image der Lean Startups hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Während die Unternehmen früher von vielen oft noch aufgrund der mangelnden Planung belächelt wurden, werden sie heute in vielen Bereichen aufgrund ihrer Spontanität und der Möglichkeit, schnell auf Kundenwünsche zu reagieren, geschätzt.

Gleichwohl braucht es natürlich auch einen besonderen Führungscharakter, um sich auf dieses Modell einlassen zu können. Viele Unternehmen, die jedoch bereits diesen Weg gegangen und so erfolgreich geworden sind, würden sich sicherlich –auch wenn ihnen angeboten würde, die Zeit zurückzudrehen- nicht mehr anders entscheiden. Manchmal braucht es eben einfach ein wenig Mut, Glück und den berühmten “richtigen Riecher”.

Peter Sutter

Head of Marketing und bei den neusten Marketingstrends up to date. Peter kennt die Kunden von sevDesk genau und weiß daher um die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen. Auf unserem Blog teilt er sein Wissen mit dir!

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