5 Tipps, wie du dir als Freelancer Aufträge sicherst

Dieser Artikel ist an dich gerichtet, wenn du als Freelancer durchstarten willst. Ob Berater, Stratege, freier Kreative, IT-Spezialist oder Business-Coach: Wer sich als Freelancer selbstständig macht, hat immer mehr als nur einen Job – nämlich die eigentliche Tätigkeit, aber auch zum Beispiel (und ganz besonders) die Akquise.

Doch gerade die fällt vielen Menschen, die ihr Leben lang angestellt waren, am Anfang besonders schwer. Die langatmige Arbeit erfolgreich neue Kunden und Aufträge an Land zu ziehen kann mühselig sein.

Aber: Sie ist absolut essentiell für deinen Erfolg. Denn ohne Kunden keine Aufträge, und ohne Aufträge kein Geld auf dem Konto. Ich habe dir ein paar Tricks zusammengestellt, die dir helfen, deine Leistungen an den Mann zu bringen.

Inhalt

Die Nachfrage steigt

Freelancer in der Wirtschaft gewinnen zunehmend an Bedeutung. Wenn du als Freelancer Karriere machen möchtest, stehen deine Chancen aktuell sehr gut.
Du fragst dich, wie es dazu kommt?

Ganz einfach, aufgrund von Fachkräftemangel versuchen viele Unternehmen unbesetzte Stellen durch einzelne Freelancer Aufträge oder Projekte auszugleichen. Das kann daran liegen, dass ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern vorliegt oder grundsätzlich das spezifische Wissen im Unternehmen fehlt.

Die Gründe sind recht vielfältig, wie die Studie der IDG Business Research Services belegte.

Und was ist den Unternehmen dabei wichtig? Ganz klar: Zuverlässigkeit. Wobei diese auf Gegenseitigkeit beruht. Außerdem erwarten sie ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine fachliche Kompetenz.

Trotz der hohen Nachfrage ist der Druck groß, die richtigen Aufträge für sich zu gewinnen. Wie dir das gelingt und wie du Eindruck schinden kannst, erfährst du jetzt.
anforderungen

Tipp #1: Lasse deine Beziehungen spielen

Für Freelancer ist es eigentlich nicht anders als für Angestellte, die einen neuen Job suchen: Auf das richtige Vitamin B kommt es an. Sei nicht zimperlich und schreibe alle Kontakte an, die du in deinem bisherigen Berufsleben kennengelernt hast. Ehemalige Chefs und Kollegen, Kunden, zu denen du eine gute Beziehung hattest, vielleicht sogar Lieferanten.

Erzähle allen, was du heute tust. Selbst, wenn sich daraus nicht immer sofort Aufträge ergeben; je mehr Leute wissen, dass du selbstständig bist, desto schneller kann es sich rumsprechen. Und je besser du diese Leute kennst (bzw. je besser diese Leute dich und deine Arbeit kennen), desto wahrscheinlicher ist es, dass du als Dienstleister auch Dritten empfohlen wirst.

Tipp #2: Hebe dich von anderen ab

Wenn du überlegst, potentielle Kunden per Kalt-Akquise, zum Beispiel mit einem Mailing oder einer E-Mail, zu kontaktieren, investiere ruhig ein wenig mehr Zeit in die Entwicklung dessen, was du verschickst.

Gibt es etwas, das dich besonders macht und von deinen Konkurrenten abhebt? Dann stelle dies als zentrale Aussage in den Mittelpunkt. Und denke immer daran, wie viel Werbung wir alle (Unternehmen ebenso wie Privatleute) Tag für Tag in unseren (Mail-)Postfächern haben. Du musst also einen Weg finden, aus der Masse herauszustechen, um nicht sofort im Papierkorb zu landen.

Denn auch wenn es hart ist: Leider wartet erstmal niemand da draußen auf dich und dein Angebot. Darum ist es fast immer hilfreich, sich im Vorfeld genau über den Empfänger und dessen Bedürfnisse zu informieren. Ebenso kann es sich als vorteilhaft beweisen, wenn du direkt bei einem potentiellen Kunden anrufst. Trau dich zum Hörer zu greifen und dich vorzustellen – so hast du einen ersten persönlichen Kontakt geschaffen.

Schau dir Stellenanzeigen an

Du bist IT-Freelancer und hast gerade gesehen, dass ein Unternehmen einen IT-Experten zu sofort in Festanstellung sucht? Dann gehe bei der ersten Kontaktaufnahme darauf ein – es ist nicht unwahrscheinlich, dass zur Überbrückung ein freier Mitarbeiter gebraucht wird. Zudem zeigst du so, dass du nicht nur auf ein x-beliebiges Projekt aus sind, sondern dich auch mit deinen potentiellen Kunden auseinandersetzt.

Tipp: Wenn du eine großartige Idee hast, die in der Umsetzung aber sehr kostenintensiv ist, wähle zunächst nur einen kleinen Empfängerkreis aus, um zu testen, wie die Maßnahme funktioniert, die du dir ausgedacht hast. Funktioniert es gut, weißt du, dass die Investition sich lohnt und kannst die Auflage erhöhen.

Tipp #3: Nutze das Internet

Im Web gibt es unzählige Portale und Plattformen, auf denen Auftraggeber und Freelancer sich „finden“ können. Welches das Beste für dich ist, hängt vor allem von der Branche ab, in der du tätig bist. Generell sind gute Akquise-Websites auch soziale Netzwerke wie Xing oder auch Facebook ratsam.

Bei Xing solltest du unbedingt als Premium-Mitglied angemeldet sein. So hast du die Möglichkeit, in der erweiterten Suche herauszufinden, wer (zumindest laut Xing-Profil) aktuell nach dem sucht, was du anbietest. So kannst du diese potentiellen Kunden ganz gezielt anschreiben.

Übrigens: Ähnlich wie im SEO-Marketing ist es wichtig, dass du dich bei Xing damit auseinandersetzt, wonach Menschen suchen – und die entsprechenden Begriffe dann in dein Profil einträgst, damit du besser gefunden wirst.

Auch Facebook bietet zahlreiche Chancen für Freelancer. Zum einen kannst du ein berufliches Profil anlegen, mit dem du sich vorstellst und dich bei deinen „Fans“ immer wieder mit aktuellen Statusmeldungen ins Gedächtnis rufen kannst.

Melde dich auf Freelancer Plattformen an

Zum anderen gibt es aber auch unzählige Freelancer-Gruppen, in denen Jobs vergeben werden. Sehr aktiv sind hier zum Beispiel die Werber mit Gruppen wie Texter-Jobs oder Freelance Jobs.

Neben Social Networks können die eben erwähnten Job-Plattformen eine gute Möglichkeit sein, sich zu präsentieren und um Aufträge zu bewerben. Einige wenige dieser Portale sind komplett kostenlos, andere erheben Gebühren für bestimmte Leistungen.

Tipp: Sieh dir im Vorfeld einige Wochen lang als nicht zahlendes Mitglied an, wie viele und welche Art von Aufträgen reingestellt werden. So bekommst du ein Gespür dafür, auf welchem Portal es sich für dich ganz persönlich lohnt, etwas zu zahlen.

Einige Portal Beispiele sind:

  • projektwerk: Eine der führenden deutschen Projektbörsen mit monatlich rund 1.500 Projekten aus Branchen wie IT, Medien, Consulting und Engineering.
  • dasauge.de: besonders für Kreative, Fotografen, Designer, Werbetexter und Entwickler
  • freelancer.de: Große Plattform mit Projekten aus unterschiedlichen Bereichen. Bisher mehr als 10 Millionen veröffentlichte Jobs
  • twago.de: bietet europaweit eher kleinere Projekte aus Web & Programmierung, Design & Media, Sales & Marketing, Business Services, Übersetzungen und Texten an
  • freelance.de: große Auswahl an unterschiedlichen Berufsgruppen aus IT, Entwicklung, Management, Marketing, Design, Kunst, Medien, Finanzen, Versicherung, Recht, Sprachen, Handel, Logistik, Vertrieb, Forschung, Wissenschaft und Bildung

Lerne dich zu vermarkten

Neben eines Accounts bei Xing, Facebook und diversen Job-Portalen, solltest du dir eine eigene Webseite erstellen. Darauf kannst du Kontaktinformationen, bisherige Projekte und Arbeiten, sowie dein Profil online stellen. Das (Selbst-) Marketing kann dir einen großen Vorteil gegenüber deiner Konkurrenz verschaffen.

Doch nicht nur das, du solltest wie jedes Großunternehmen, deine Kundenbeziehungen hegen und pflegen. Das geht natürlich einerseits sehr gut über soziale Medien, andererseits kannst du ergänzend E-Mail Marketing einsetzen. So hältst du deine Kunden auf dem Laufenden und du bleibst in Erinnerung. Profitieren kannst du dadurch, indem sie dich wieder beauftragen wollen. Ebenso stellst du damit sicher, dass deine Kunden nicht einfach bloß zufrieden mit deiner Arbeit sind, sondern zu 110% zufrieden sind.

Tipp: Bestandskunden zu halten ist wertvoll! Setze dich dafür ein, dass deine Kunden dir treu bleiben und dich wieder haben wollen. Denn Neukunden zu erreichen kann langwieriger sein, als alte Kunden zu betreuen.

Tipp #4: Netzwerke ständig

Es ist nicht jedermanns Sache, aber es ist wichtig: das Netzwerken. Gehe zu Business-Brunches, Network-Lunches und After-Work-Parties, so oft du kannst. Komme mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch, erzähle, was du tust und warum du gut darin bist. Jeder neue Kontakt hat zahlreiche andere Kontakte – und wer weiß? Vielleicht ist ja einer davon um drei Ecken schon bald dein neuer Auftraggeber.

Veranstaltungen findest du zum Beispiel in entsprechenden Xing-Gruppen, auf den Seiten deiner örtlichen Handelskammer oder bei meetups.de

Tipp #5: Lasse dich nicht entmutigen oder einschüchtern

Jemand antwortet wochenlang nicht auf deine Akquise-E-Mail? Du hast ein Angebot verschickt und nie Feedback dazu erhalten? Dann stecke auf keinen Fall den Kopf in den Sand, sondern hake aktiv nach. Vielen von uns fällt genau das schwer. Denn wir wollen niemanden nerven und lassen darum häufig Dinge einfach auf sich beruhen.

Aber denke immer daran: Aus allem, was du tust, kannst du etwas lernen. Darum ist es sehr wichtig, zu erfahren, warum beispielsweise ein Auftrag an jemand anders vergeben wurde oder dein Brief es gar nicht auf den Schreibtisch des richtigen Ansprechpartners geschafft hat. Bleibe daher unbedingt am Ball – auch, wenn es dir zunächst unangenehm ist.

In vielen Fällen zeigt sich übrigens, dass deine potentiellen Kunden bisher einfach keine Zeit hatten, sich mit dir auseinanderzusetzen. Was nicht bedeutet, dass dein Angebot sie nicht interessiert. Ein kurzer Anruf oder ein Reminder per E-Mail kann eine wunderbare Erinnerung sein. Und zeigt zudem, dass du es ernst meinst und nicht beim kleinsten Widerstand schulterzuckend klein bei gibst.

Fazit

In vielen Fällen zeigt sich, es gibt nicht den einen richtigen Weg ein erfolgreicher Freelancer zu werden. Die Kundenakquise hat viele Facetten und es lohnt, sie auszuprobieren. Je nach Branche sind manche Maßnahmen effektiver und andere weniger nützlich. Lerne möglichst viel über deine Selbstvermarktung und Akquise, denn das bringt dich weiter.

Peter Sutter

Head of Marketing und bei den neusten Marketingstrends up to date. Peter kennt die Kunden von sevDesk genau und weiß daher um die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen. Auf unserem Blog teilt er sein Wissen mit dir!

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