8 Tipps für eine bessere Work-Life-Balance

Beruf und Familie – die Frage danach, wie man beides unter einen Hut bekommt, stellt sich längst nicht mehr nur Frauen. In vielen Jobs werden die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer fließender und mit wachsender Verantwortung steigt auch die Bereitschaft dazu, sie weiter verwischen zu lassen. Diesen Trend unterstreicht auch ein Begriff, der seit einiger Zeit immer häufiger auftaucht: das Work-Life-Blending.

In einer Befragung des Kölner Marktfoschungsinstituts YouGov unter 744 berufstätigen Akademikern gaben etwa 20 % der Teilnehmer an, dass sie mindestens einmal im Monat an den Wochenenden oder an Feiertagen für ihren Arbeitgeber tätig sind – und das freiwillig, also ohne Anordnung vom Chef. Circa die Hälfte der Befragten beantwortet auch in der Freizeit berufliche E-Mails und Anrufe.
Insgesamt haben Arbeitnehmer heute oft also zwar oft mehr Freiheiten, zahlen dafür aber auch einen hohen Preis, da sie auch nach Feierabend immer seltener komplett abschalten.

Dies gilt umso mehr natürlich für Selbstständige, deren Existenz vom Erfolg ihres Unternehmens abhängt. Und selbstverständlich ist ein gewisses Maß an Engagement und (wenn man so will) Hingabe für die Firma gut, wichtig und richtig. Allerdings sollten auch Sie immer auch darauf achten, sich Auszeiten mit Freunden und der Familie zu gönnen. Am Ende hilft die regelmäßige Regeneration schließlich auch dabei, leistungsfähig zu bleiben.

Acht Tipps, um die richtige Balance zwischen Job und Privatleben zu halten.

  1. Es geht nicht um Perfektion

    Wer immer alles perfekt machen will, wird scheitern – egal, wie gut er oder sie in etwas ist und wie sehr man sich in eine Sache reinhängt. Und Scheitern ist Stress. Lernen Sie daher zu akzeptieren, dass nicht immer alles zu 100 % so läuft, wie Sie es gerne hätten. Sowohl im Job als auch in der Familie passieren immer wieder unvorhergesehene Dinge. Lassen Sie sich davon nicht aus der Bahn werfen. Planen Sie um und machen Sie das Beste aus der neuen Situation.

  1. Termine kann man auch alleine haben

    Vielleicht klingt es zunächst merkwürdig, aber vereinbaren Sie Termine mit sich selbst – und halten Sie diese auch ein. So räumen Sie kleinen Auszeiten die gleiche Wichtigkeit ein, wie Meetings mit Kunden und Geschäftspartnern.

  1. Managen Sie Ihre Zeit

    Was im Job viele Menschen beherzigen, kann auch auf andere Lebensbereiche oder sogar das ganze Leben übertragen werden: Wenn Sie Ihre Zeit in vier Bereiche einteilen (Arbeit, Körper und Gesundheit, Familie und Freunde, Selbstverwirklichung), können Sie viel besser planen, wann Sie wie lange wofür Zeit aufwenden möchten. Am besten sollten Sie sich ganz konkret aufschreiben, wie Ihre Pläne aussehen. So fällt es leichter, sie auch wirklich umzusetzen und nicht doch wieder zwei Stunden länger zu arbeiten statt zum Beispiel Sport zu machen.

  1. Delegieren gehört zum Leben

    Falls Sie Angestellte haben, werden Sie im Job vermutlich die ein oder andere Aufgabe delegieren. Dies ist auch im Privatleben möglich. Je mehr Sie und Ihre Familie als Team erledigen, desto mehr Zeit können Sie gemeinsam verbringen. Und auch Kinder dürfen ruhig mal mit anpacken – solange die ihnen anvertrauten Aufgaben altersgerecht sind, kann das sogar dazu beitragen, dass die Kleinen mit mehr Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl groß werden.

  1. Machen Sie To-do-Listen

    Oft reicht es nicht, Aufgaben zu verteilen, damit diese erledigt werden. Ein wahres Wundermittel sind To-do-Listen. Machen Sie sich sowohl eine eigene als auch eine für die ganze Familie. Hier wird festgelegt, wer was bis wann zu tun hat. Dies ist ein echter Motivator – denn nichts fühlt sich so gut an wie Erledigtes von der Liste zu streichen.
    Extra-Tipp: Im Job hilft es oft, sich mehrere Listen zu machen. Eine große für die ganze Woche und eine kleinere für den jeweiligen Tag. So behalten Sie auch längerfristig den Überblick.

  1. Prioritäten strukturieren das größte Aufgaben-Chaos

    Gerade in stressigen Phasen geht viel Zeit, die Sie eigentlich sinnvoll nutzen könnten, für die Frage drauf „Was mache ich bloß zuerst?“
    Oft tendieren wir dazu, von allem immer ein bisschen zu machen und mit nichts richtig fertig zu werden. Die bessere Strategie ist es, Aufgaben zu priorisieren und dann konzentriert nach und nach abzuarbeiten. Hilfreich ist oft auch, sich zunächst an Unangenehmes zu setzen, statt es lange vor sich herzuschieben – so kann man sich anschließend mit den Dingen belohnen, die mehr Spaß machen.

  2. Wer weiß, wo alles ist, hat keine Zeit zum Suchen

    Wie wahr! So albern es klingt, so sinnvoll ist es: Bringen Sie Ordnung in Ihren Alltag, indem Sie allem, was Sie regelmäßig brauchen, einen festen Platz einräumen. Es spart unheimlich viel Zeit (und Nerven!), wenn man nicht mehr jeden Tag nach dem Schlüssel suchen muss, sich fragt, wo man sein Handy hingelegt hat oder in der Mittagspause wieder jemanden anpumpen muss, weil man sein Portemonnaie mal wieder nicht gefunden hat.

  3. Gönnen Sie sich Quality Time

    Zeit mit Freunden oder der Familie zu verbringen heißt nicht automatisch, dass diese auch richtig genutzt wird – dann zum Beispiel, wenn man einfach jeden Abend für ein paar Stunden zusammen vor dem Fernseher sitzt. Lassen Sie sich auf echte „Quality Time“ ein. Unternehmen Sie etwas gemeinsam, spielen Sie mit Ihren Kindern, erleben Sie mit Freunden Dinge, an die Sie sich noch lange erinnern werden.

Übrigens:

Als Chef sollten Sie zusätzlich darauf achten, dass Ihre Mitarbeiter die Möglichkeit haben, sich sowohl im Job zu engagieren als auch ausreichend Zeit für sich selbst, die Familie und für Freunde zu finden. Dazu gehören Maßnahmen wie beispielsweise flexible Arbeitszeiten, die Ermöglichung von Sabbaticals oder anderen längeren Auszeiten, Kinderbetreuung im Betrieb oder Betriebssport.
Selbstverständlich ist all dies für kleine und mittlere Unternehmen nicht immer ganz einfach umzusetzen. Aber: Sie können die scheinbaren Nachteile eines KMU auch für sich nutzen. Anders als große Konzerne können Sie viel direkter und flexibler mit Ihren Mitarbeitern kommunizieren und ganz individuelle Regelungen treffen. In einer Studie, die 2005 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt wurde, wird die Work-Life-Balance definiert als „neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt“. Seien Sie als Chef intelligent genug, sich kreative Lösungen einfallen zu lassen, die Ihre guten Mitarbeiter davon überzeugt, sich langfristig an Ihr Unternehmen zu binden.
Peter Sutter

Head of Marketing und bei den neusten Marketingstrends up to date. Peter kennt die Kunden von sevDesk genau und weiß daher um die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen. Auf unserem Blog teilt er sein Wissen mit dir!

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