Kiosk eröffnen – Tipps für dein Startkapital, Konzept & Sortiment!

Einen eigenen Kiosk zu besitzen und selbstständig zu sein ist der Traum vieler Menschen. Doch auf dem Weg dorthin gibt es unterschiedlichste Aspekte zu beachten – von der perfekten Standortwahl, über das Erschaffen von USPs und der soliden Businessplan-Erstellung.

Das erwartet dich heute:

Konzept – Die Grundlage für eine Eröffnung

Planung ist das halbe Leben – dieser Spruch gilt besonders dann, wenn es sich um wichtige, geschäftliche Entscheidungen handelt, die deinen gesamten weiteren Lebensweg verändern können.

Von der Idee zur Umsetzung

Am Beginn jeder unternehmerischen Tätigkeit steht immer einmal eine Idee, ein Wunsch, kombiniert mit dem Willen, etwas Neues zu erschaffen. Durch den tatsächlichen Beschluss, diese Idee auch Realität werden zu lassen, wird es dann immer konkreter. So folgen erste Überlegungen hinsichtlich der idealen Standortwahl, Ansätze, wie du dich in einem stark besetzten Markt von anderen abheben kannst und finanzielle Planungen. So gelangst du an den Punkt, an dem du beginnst, einen spezifischen Businessplan zu verfassen.

Businessplan erstellen

Der Businessplan ist das Herzstück jeder geschäftlichen Planung. Du brauchst hier keine wissenschaftliche Arbeit verfassen, doch bei der Erstellung der Planung solltest du hohe Ansprüche an dich selbst haben. Setze dir als Ziel, alle Szenarien, Optionen und Aspekte, die für dein zukünftiges Unternehmen von Bedeutung sein können, genau zu erfassen. Insbesondere umfasst das die Punkte:

  • Marketing und Vertrieb
  • Standortwahl und Umgebung des Standortes
  • Konkurrenzanalyse
  • Finanzplanung (Cashflow-Planung, Investitionsplanung, etc.)
  • Personalplanung

Das sind nur einige der relevanten Bereiche, denn das Unternehmertum ist schließlich sehr vielfältig. Nicht alle Dinge lassen sich genau vorab einkalkulieren, deshalb lohnt es sich, immer mit Szenarien zu arbeiten, also mit einem Best-, Real- und Worst-Case. Durch diese Analysen erkennst du auch die Zusammenhänge innerhalb deines Unternehmens. Du siehst also, wie sich Veränderungen ganzheitlich auswirken.

Tipp!

Mit der Erstellung des perfekten Businessplans gelingt dir dein Start in die Selbstständigkeit – sogar mit einem eigenen Kiosk.

Relevanz des Businessplans

Wer schon voller Tatendrang ist, will sich oft nicht lang mit Detailplänen aufhalten. Doch der Businessplan ist enorm wichtig, denn so ist sichergestellt, dass du nicht in großen Emotionen naiv oder zu optimistisch an das Unternehmertum herangehst. Außerdem dient er dir als Leitfaden, wenn du in ein paar Monaten, womöglich schon sehr gestresst, die realen Entwicklungen mit der ursprünglichen Planung abgleichen möchtest.

Kiosk eröffnen – Welche Kosten entstehen?

Die Kosten für deine unternehmerischen Tätigkeiten sind besonders exakt zu planen. Dabei geht es einerseits um Startkapital, andererseits aber auch um laufende Kosten, die in Fixkosten und variable Kosten unterschieden werden können.

Startkapital

Zu Beginn wird gleich jede Menge Kapital benötigt. Erstmal muss ein passender Standort gefunden werden. Dieser wird womöglich nur über einen Immobilienmakler zu bekommen sein und dann wird oftmals – zumindest in guten Lagen, an denen bereits ein Laden etabliert wurde – eine beträchtliche Ablöse verlangt. In weiterer Folge möchtest du deinen Kiosk nach deinen Vorstellungen gestalten. Es stehen also Umbauarbeiten bevor, bei denen für Einrichtung einiges an Kapital einzuplanen ist. Dazu kommen auch die entsprechenden Kosten für Handwerker, außer du kannst all diese Tätigkeiten selbst erledigen.

Abseits der Immobilie benötigst du Kapital für die Errichtung des Unternehmens. Die Gründungskosten hängen von der gewählten Gesellschaftsform ab. Ebenso solltest du von Beginn an Kosten für Steuerberater und Rechtsanwalt einplanen, denn gerade zum Start kann es hier die ein oder andere Frage geben. Nicht zu unterschätzen ist auch der Wareneinsatz, denn sobald dein Kiosk fertiggestellt ist, brauchst du schließlich entsprechend volle Regale um in die Selbstständigkeit starten zu können.

Ohne Eigenkapital – eine Finanzierung kann helfen

Völlig ohne eigenes Kapital einen Kiosk eröffnen wird schwierig. In der ersten Phase des Unternehmertums benötigst du Kapital, gerne wird gesagt, dass dieses von „Family, Friends and Fools“ kommt. Wenn du nicht genügend Eigenkapital zur Verfügung hast oder es schlichtweg anders einsetzen möchtest, so kommt das Thema der Finanzierung ins Spiel. Banken sind bei der Kreditvergabe an junge Unternehmen restriktiv. Hier ist es besonders wichtig, dass ein perfekter Business-Plan vorgelegt werden kann, Szenarien ermittelt wurden und zusätzlich die persönliche Motivation glaubhaft gemacht werden kann.

Alternativ dazu kannst du auch versuchen Personen zu finden, die sich an deinem Kiosk beteiligen möchten und dir für die Beteiligung Kapital zur Verfügung stellen. Wichtig ist, dass die gesamte Beteiligung klar geregelt ist und entsprechende Verträge aufgesetzt werden, die Rechte und Pflichten aller Personen definieren.

Kosten im laufenden Betrieb

Sind die Startkosten erst einmal gestemmt und der Kiosk eröffnet, so fallen laufende Kosten an. Dazu gehören beispielsweise:

  • Laufende Miete und Betriebskosten
  • Nebenkosten wie Strom, Wasser und Heizung
  • Laufende Gehaltszahlungen und Gehaltsnebenkosten Deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Vorfinanzierung für den Wareneinsatz
  • Laufende Kosten der Buchhaltung, Rechtsberatung und sonstigen Beratungen
  • Kosten für kleine Reparaturen und Anpassungen im Kiosk
  • Etc…

Abseits der angeführten Beispiele solltest du auch bedenken, dass du dir auch selbst einen Unternehmerlohn, ein Gehalt als Geschäftsführer, auszahlen musst. Diesen einzuplanen ist wichtig, denn sonst bezahlst du zwar alle anderen laufenden Kosten, vergisst aber auf dich selbst. Bei der Planung der laufenden Kosten musst du immer einen gewissen Puffer berücksichtigen, sodass du auch Rücklagen aufbauen kannst, falls es einmal überraschende Kosten gibt.

Wie hoch ist der Verdienst beim Betrieb eines Kiosks?

Am Ende des Tages stellt sich immer die Frage, ab wann sich der Betrieb eines Kiosks wirklich lohnt. Das hängt von zahlreichen Faktoren ab und nicht zuletzt auch von der Erwartungshaltung, die du selbst an dich und dein Unternehmen hast.

Welche Verdienstmöglichkeiten du wirklich hast, ist bei einem neuen Kiosk, der erst etabliert werden muss, besonders schwer zu sagen. Einfacher wird es, wenn du einen bestehenden Kiosk übernimmst, also eine Betriebsnachfolge antrittst. Hier liegen dir die gesamten historischen Zahlen des bisherigen Betreibers vor. Selbstverständlich kann es sein, dass du das Ergebnis verbessern kannst oder dass umgekehrt Stammkunden abspringen, die einen persönlichen Bezug zum bisherigen Betreiber hatten, aber so hast du eine gute Richtlinie als Anhaltspunkt.

Einer der wichtigsten Faktoren für die zukünftige Ertragskraft ist die Lage des Kiosks. Klar, wo viele Menschen unterwegs sind, ist auch die Miete entsprechend höher, doch gerade, wenn du erst neu startest solltest du viel Zeit und Energie in die Suche nach der perfekten Location investieren.

Voraussetzungen für einen eigenen Kiosk

Für einen Kiosk benötigst du eine Konzession und ein Gesundheitszeugnis, sofern du auch kleine Spesen und Getränke anbieten möchtest.

Abgesehen davon ist Erfahrung im Einzelhandel von Vorteil. Betriebswirtschaftliches Wissen sollte für alle Bereiche deines Unternehmer-Lebens ohnehin die Basis sein. Kurz gesagt: ideal geeignet bist du, wenn du betriebswirtschaftliches Verständnis hast, gut mit Zahlen umgehen und planen kannst und Bezug zum Einzelhandel hast. Service-Orientierung, Freude am direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden und vor allem auch keine Scheu vor langen Arbeitszeiten sind ebenfalls besonders wichtig.

In weiterer Folge musst du selbstverständlich auch ein Gewerbe anmelden und benötigst einen entsprechenden Handelsregistereintrag, sofern du als UG oder GmbH einen Kiosk betreiben möchtest.

Kiosk eröffnen: diese Möglichkeiten hast du

Kiosk ist nicht gleich Kiosk – die unterschiedlichen Schwerpunkte machen den Charakter eines Kiosks aus und definieren so auch, in welchem Bereich du als Unternehmer primär tätig sein wirst. Beispielsweise ergeben sich für dich folgende Optionen:

  • Zeitschriften-Kiosk: Im Fokus steht der Verkauf von Zeitschriften und Zeitungen, wobei auch kleine andere Produkte, etwa Getränke, mitverkauft werden können. Bedenke: Durch die Digitalisierung sind Print-Medien stark unter Druck geraten!
  • 24-Stunden-Kiosk: Rund um die Uhr offen haben erfordert perfekte Personalplanung und gutes Management. Ein 24-Stunden-Kiosk macht Sinn, wenn du eine großartige Location hast, an der sich zu jeder Tages- und Nacht-Zeit viele Menschen tummeln.
  • Lotto-Kiosk: Lotto geht immer! Ein Tipp ist schnell gespielt, allerdings musst du, auch wenn du Lotto und ähnliche Spiele in den Fokus rückst, sicher auch weitere Produkte in dein Sortiment aufnehmen, um ertragreich wirtschaften zu können.
  • Mobiler Kiosk: Ein mobiler Kiosk ist besonders flexibel, doch daraus ergeben sich auch neue Herausforderungen (z.B. Wartung etc.), die es bei stationären Läden nicht gibt.

Sortiment und Angebot – darauf solltest du achten

Wie in jedem Laden sind auch in einem Kiosk schlussendlich die geführten Produkte über den Erfolg entscheidend. Nur wenn deine Kundinnen und Kunden vom angebotenen Sortiment überzeugt sind, werden sie einerseits kaufen und andererseits wiederkommen.

Bei der Zusammenstellung des Sortiments besteht immer das Risiko, dass du als Unternehmer die Produkte in den Vordergrund stellst, die dir persönlich zusagen. Gleichzeitig müssen das allerdings nicht jene Güter sein, die für deine Kundinnen und Kunden am relevantesten sind. Wichtig ist also, das eigene Sortiment regelmäßig zu überdenken und genau zu prüfen, welche Nachfrage nach welchen Produkten wirklich besteht. Insgesamt solltest du besonders zu Beginn das Sortiment überschaubar halten. So kannst du austesten, welche Produkte am Markt gut ankommen und nach und nach definieren, wie dein dauerhaftes Sortiment aussehen wird. Weniger ist mehr!

Typische Fehler bei der Kiosk-Eröffnung

Wer ein Unternehmen gründet ist voller Elan und neigt gerne dazu, Entscheidungen aus dem Bauch heraus und besonders schnell zu treffe. Doch die große Vorfreude kann auch dazu führen, dass etwas überhastet entschieden – und später bereut – wird. Besonders kritisch ist es, wenn ein solcher Fall bei einer Standortentscheidung eintritt oder wenn es darum geht, einen bestehenden Kiosk zu übernehmen. Bevor du mit deiner eigentlichen Arbeit starten kannst, musst du wirklich viel Zeit investieren, um perfekt vorbereitet zu sein. Planung ist das halbe Leben, auch wenn sie vergleichsweise weniger Spaß macht. Entscheide sachlich und möglichst nicht emotional. Prüfe alle Unterlagen, erarbeite Pläne und stell sicher, dass du möglichst viele Optionen bedacht hast.

Genau so ist es beim Thema der Finanzen. Durch die große Motivation neigt man schnell dazu, Szenarien zu optimistisch zu planen. Nimm dir also Zeit auch über mögliche negative Verläufe Gedanken zu machen und Alternativen zu entwickeln. Wirklich startklar bist du, wenn du für jeden Verlauf gerüstet bist. Ein Folgerisiko optimistischer Planung ist es, sich nicht auf fundierte Zahlen zu stützen. Idealerweise kannst du auf bestehende Daten zugreifen. Seien es beispielsweise Umsätze von bisherigen Betreibern an diesem Standort oder auch Daten über die Anzahl der Personen, die am Kiosk täglich vorbeikommen. Mit diesen Werten kannst du deine eigene Planung detailreicher gestalten und Schwankungsbreiten reduzieren.

Checkliste – Zusammenfassung – so eröffnest du einen Kiosk

Im ersten Moment klingt ein Kiosk nach einem einfachen Geschäftsmodell. Beim genaueren Hinsehen stellt man allerdings fest, dass es doch viele Punkte zu berücksichtigten gibt.

Folgende Faktoren sind für einen erfolgreichen Kiosk besonders zu beachten:

  • Lage, Lage, Lage!
  • Einen bestehenden Kiosk übernehmen kann sicherer sein, als einen Kiosk neu aufzubauen. Die Zahlen der bisherigen Betreiber genau prüfen!
  • Planung ist enorm wichtig – sei es das perfekte Sortiment oder auch das eigene Personal. Bei einem Kiosk muss alles rund laufen, damit er ertragsstark wird.
  • Vorab Zeit einplanen: ein Kiosk lässt sich nicht schnell eröffnen. Die Suche nach dem perfekten Standort ist wichtig und du benötigst einen soliden Businessplan, um eine ausreichende Finanzierung zu erhalten.
  • Welche Art von Kiosk passt zu dir? Befasse dich vorab intensiv damit, wohin deine unternehmerische Reise gehen soll, damit du später eine klare Positionierung deines Kiosks schaffst, mit der du dich selbst identifizieren kannst.

Fazit

Einen Kiosk zu betreiben ist eine enorm vielfältige Möglichkeit, denn hier ist wirklich alles möglich – von der Goldgrube bis zum kleinen Laden am Stadtrand. Wichtig ist, dass du einen guten Standort wählst, alle Kosten im Blick hast und mit Szenarien planst, die realistisch sind. Der Aufbau eines Unternehmens fordert enormen Einsatz. Bei einem Kiosk kommt noch dazu, dass die Öffnungszeiten meist sehr lang sind und du dir vielleicht nicht von Beginn an eine Mitarbeiterin leisten kannst.

Stell dich also darauf ein, dass du als Kioskbetreiber erstmal die harte Seite des Unternehmerlebens kennenlernen wirst. Mit guten Produkten, passenden Öffnungszeiten, einer klaren Positionierung und dem nötigen Einsatz kannst du deinen Kiosk zum Erfolg führen. Wenn dir das Aufbauen eines neuen Kiosks zu unsicher scheint, hast du auch die Möglichkeit einen bestehenden Kiosk zu übernehmen oder mit einem Franchise-System in diese Branche einzusteigen. Doch auch in diesen Fällen gilt, dass du erstmal mit großem Zeitaufwand alles genau prüfen und planen musst, damit du am Ende zum erfolgreichen Unternehmer wirst.

Alisha Meier

Um seine Zielgruppe im Internet zu begeistern muss man kreativ sein. Alisha besitzt diese Kreativität und weiß als Content Marketerin bei sevDesk, welche Inhalte im Netz funktionieren. Im Blog beschäftigt sie sich mit sämtlichen Kreativthemen und versucht Selbstständige zu inspirieren.

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