In der Regel gibt ein stiller Gesellschafter Vermögen und das Ganze heißt dann, es wurde ein Gemeinschaftsverhältnis gegründet. Es gibt sogar im Handelsgesetzbuch rechtliche Grundlagen, denn der stille Gesellschafter will natürlich auch durch seine Einlage profitieren. Andererseits hat er keinerlei Verpflichtungen und hält sich somit aus den Geschäften grundsätzlich heraus. Weiterhin hat er keine gesonderten Befugnisse und auch kein Mitspracherecht.

Wie wird eine stille Gesellschaft gegründet?

Bei Firmen oder anderen Institutionen gibt es einen Hauptgesellschafter, der mit einem stillen Gesellschafter einen Vertrag eingehen kann, der formlos gehalten wird. Allerdings müssen in diesem Vertrag, wie in anderen Verträgen auch, Details dazu festgehalten werden.

Hierbei geht es zum Beispiel um die Höhe der Beteiligung, aber auch um die Verluste, denn auch die sind mitzutragen. Es sei denn, diese Klausel wurde bei Vertragsabschluss so festgelegt, dass dieses ausgeschlossen wurde. Ist ein Gewinn vorhanden, wird der stille Gesellschafter aber auf jeden Fall beteiligt.

Wird ein stiller Gesellschafter an einem Geschäft beteiligt, ist laut Handelsgesetzbuch seine Einlage auf einem Einlagekonto zu verbuchen. Der Gesellschafter kann entweder in eine Kapitalgesellschaft, einer Personengesellschaft oder an einen Einzelkaufmann sein Geld vergeben.

Hat ein stiller Gesellschafter auch Rechte?

Der stille Gesellschafter hat Kontrollrechte, die allerdings nur eingeschränkt gelten, ein Mitspracherecht steht ihm nicht zu. Natürlich kann er jederzeit die Bücher einsehen, um sich über den Gewinn, bzw. Verlust zu informieren.

Es kann zudem bei einem Vertragsabschluss festgelegt werden, ob der Gesellschafter noch Sonderrechte bekommt, das gilt im Einzelnen um ein Mitspracherecht oder, ob er sich doch am täglichen Geschäftsleben beteiligen möchte. Allerdings ist das die Ausnahme, denn in der Regel ist der stille Gesellschafter nur ein Geldgeber.

Was ist das Besondere?

Im Gegensatz zu anderen Gesellschaftern muss hier kein Eintrag in ein Handelsregister erfolgen, was für einen stillen Gesellschafter zur Folge hat, das er vollkommen anonym bleiben kann. Er profitiert, ohne namentlich irgendwo aufzutauchen, nur vom Gewinn eines Geschäftes.

Wichtig ist, dass er kein Mitspracherecht hat, sondern nur eine bestimmte Summe investiert, sofern es nicht vertraglich anders geregelt wurde. Der Nachteil hierbei ist, dass er sein Geld nur dann vergeben kann, wenn ein hundert prozentiges Vertrauen besteht. Andererseits muss er damit rechnen, dass er einen vielleicht hohen Verlust erleiden kann.
Ein stiller Gesellschafter ist besonders von mittelständischen Unternehmen gefragt, denn für sie ist das eine gute Alternative sich Geld zu besorgen, wenn es keine Bank sein soll. Die Finanzierung wird zwischen beiden Parteien allein geregelt und vertraglich festgelegt. Wie das Kapital verwendet werden soll kann, muss aber nicht vertraglich geregelt sein.

Das Beendigungsverhältnis

Natürlich kann ein stiller Gesellschafter auch sein Mitwirken beenden, dazu gibt es jedoch unterschiedliche Möglichkeiten. Nach § 230 Abs. 1 HGB beteiligt sich ein stiller Gesellschafter mit einer vertraglich festgesetzten Vermögenseinlage. Geht es um das Steuerrecht, muss differenziert werden.
Hierbei gibt es zwei Formen der stillen Gesellschaft, zum einen die typische und zum anderen die atypische. Die typische Gesellschaft besteht darin, wenn der Gesellschafter sich nicht als Mitunternehmer beteiligt, die atypische besagt, dass er ein Mitunternehmerrisiko trägt. Das wiederum heißt, dass er nicht typisch nur am Gewinn, sondern auch am Verlust einer Firma oder eines anderen Unternehmens beteiligt ist.

Wird eine typische Gesellschaft beendet, kann das verschiedene steuerliche Konsequenzen nach sich ziehen. Normalerweise aber ist eine Auflösung von einem Vertrag kein Problem, denn es wird die gesamte Einlage und in nicht wenigen Fällen auch eine Abfindung gezahlt. Hierbei geht es jedoch immer danach, wie der Gesellschaftsvertrag formuliert wurde.
Es geht dann bei der Einkommenssteuer tatsächlich nur um den Betrag, der als Abfindung anzusehen ist, nicht um die normale Einlage. Steuerrechtlich wird dann von einem „ besonderen Entgelt“ gesprochen, das natürlich zu versteuern ist.

Die Beendigung einer stillen Gesellschaft kann auch erfolgen, wenn die Beteiligung anderweitig veräußert wird, zum Beispiel kann das an einen Verwandten des Gesellschafters geschehen.

Eine stille Gesellschaft kann auch gefährlich werden

Sucht ein Unternehmen nach einer Möglichkeit an Geld zu kommen und es soll dazu keine Bank eingeschaltet werden, ist ein stiller Gesellschafter die rettende Person. Dank der Einlage kann auch zeitweise eine Insolvenz abgewendet werden, wenn der Gesellschafter natürlich im Vorfeld darüber informiert wurde.
Je nach Liquiditätssituation kann eine stille Gesellschaft auch dazu dienen, eine Existenzgründung zu finanzieren. Allerdings muss sich der Gesellschafter darüber im Klaren sein, das er auch sein Geld verlieren kann, sofern das nicht vertraglich geregelt wurde.
Eine Vermögenseinlage kann sich auf Geld beziehen, aber auch in Sachleistungen oder sogar einer Dienstleistung. Da der stille Gesellschafter auf jeden Fall anonym bleibt, ist von Außenstehenden nicht zu erkennen, ob das Unternehmen einen Gesellschafter am Gewinn beteiligt hat. Im Gegenzug hat ein stiller Gesellschafter kein oder nur wenig Mitspracherecht.
Experten raten, dass ein stiller Gesellschafter die atypische Form wählen sollte, denn dann kann er Einblick in Geschäftsunterlagen, sowie in die Bücher verlangen und wird zudem am Vermögen beteiligt. Bei der typischen Gesellschaft muss er auch Verluste mittragen und seine Einkünfte müssen versteuert werden. Ist ein Verlust zu befürchten kann dieser auch nicht von eventuellen Werbungskosten abgesetzt werden.

Die Vorteile eines stillen Gesellschafters

  • Es erfolgt kein Eintrag in ein Handelsregister
  • Der Gesellschafter kann sein Eigenkapital vergrößern
  • Er kann eine von ihm benannte Einlage gewähren
  • Der Gesellschafter bleibt vollkommen anonym
  • Es gibt weiterhin keine Kosten, die sich auf Wertpapiere beziehen
  • Es gibt eine frei wählbare Vertragsform

Natürlich gibt es für einen stillen Gesellschafter aber auch Nachteile, die wären:

  • Ein Unternehmen kann sich abhängig von einem Gesellschafter machen, was die finanzielle Seite betrifft
  • Der Gesellschafter erscheint nicht öffentlich und muss somit auch keine Verluste offenbaren
  • Ein Gesellschafter kann sich aber auch finanziell total ruinieren (Totalverlustrisiko)

Der Vertrag

Der Vertrag, der mit einem stillen Gesellschafter geschlossen wird, sollte folgende Punkte enthalten:

  • Unter Punkt eins werden das Unternehmen, das eine Einlage bekommt, sowie der Gesellschafter aufgeführt. Beide nennen nicht nur ihren vollen Namen, sondern auch die genaue

Anschrift

  • Unter Punkt zwei folgt die Höhe der zu erwartenden Einlage
  • Punkt drei führt auf, ob der stille Gesellschafter ein Mitsprachrecht hat
  • Es folgen die Grundlagen der Gewinnbeteiligung und, ob eine Verlustbeteiligung ausgeschlossen wird oder nicht
  • Punkt fünf sollte beinhalten, ob der Gesellschafter eine jährliche Auflistung der Bilanzen erhält und, ob er berechtigt ist, diese gegebenenfalls überprüfen zu lassen
  • Der 6. Punkt sollte auf eine Dauer des Verhältnisses hinweisen, sofern diese festgelegt werden kann.
Eintragung ins Handelsregister