Gründungszuschuss

Was ist ein Gründungszuschuss?

Derjenige, der arbeitslos ist und Förederung durch Arbeitslosengeld beansprucht, kann einen Gründungszuschuss beantragen. Lediglich ein Tag der Arbeitslosigkeit würde für die Förderung schon ausreichend sein. Der Zuschuss wird nur denen gewährt, die Arbeitslosengeld 1 bekommen, diejenigen die bei Hartz 4 gelandet sind, haben in der Regel keinen Anspruch darauf.
Bei dem Gründungszuschuss handelt es sich um einen Betrag, der bis zu 24.000 Euro hoch sein kann, weiterhin ist er steuerfrei, muss nicht in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden und er muss auch nicht zurückgezahlt werden. Der Gründungszuschuss unterliegt im Unterschied zum Arbeitslosengeld auch nicht dem Progressionsvorbehalt gem. § 32b EStG. Die Bezugsdauer beträgt maximal 9 Monate, ab dem Tag, an dem die Arbeitslosigkeit beendet wurde.

Erhalte ich einen Gründungszuschuss? Die Arbeitsagentur entscheidet!

Allerdings wurden vor 2011 deutlich mehr und höhere Gelder an Zuschuss gezahlt denn es wurden vom Bundeskabinett zahlreiche Kürzungen beschlossen. Jetzt liegt es im Ermessen der Agentur für Arbeit zu entscheiden, wer einen Gründungszuschuss bekommt und wer nicht.

Gründungszuschuss ohne Arbeitslosigkeit?

Viele Angestellte, die sich für die Unternehmensgründung entscheiden, kennen ihr persönliches Anrecht auf den Gründungszuschuss nicht und verzichten aus diesem Grund auf die Gelder. Aus ihrer Sicht führt die Kündigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses ausnahmslos zu einer Sperrzeit von drei Monaten, in der sie kein Arbeitslosengeld beziehen können. Schließlich ist es nur mit dem Zwischenschritt der Ersatzleistungen möglich, den Zuschuss zu erlangen.

Kommt ein Angestellter mit seiner Kündigung jedoch einer Aufhebung des Arbeitsverhältnisses von Seiten des Arbeitgebers zuvor, so tritt unter den folgenden Bedingungen keine Sperrzeit ein:

  • Das Beschäftigungsverhältnis war nicht unkündbar
  • Das Beschäftigungsverhältnis wäre ohne die Kündigung betriebsbedingt zum selben Zeitpunkt gekündigt worden.
  • Eine Abfindung zwischen 0,25 und 0,5 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr wurde vereinbart

Sind diese Bedingungen erfüllt, so kann die Gründung bereits zwei Tage nach dem letzten bezahlten Arbeitstag erfolgen. Allein ein einziger Tag zwischen dem Inkrafttreten der Kündigung und der Gründung des neuen Unternehmens ist folglich für das Arbeitslosengeld relevant.

Gründungszuschuss beantragen

Was sind die Voraussetzungen für einen Gründungszuschuss?

Diejenigen, die nur kurze Zeit einer Arbeit nachgegangen sind und zwischendurch arbeitslos waren, können keinen Gründungszuschuss beantragen. Die besten Voraussetzungen sind gegeben, wenn die Selbstständigkeit nahtlos an die Arbeitslosigkeit anknüpft.
Um Geld aus dem Topf zu erhalten ist es wichtig, das zwischen der selbstständigen Tätigkeit und dem Ende der Arbeitslosigkeit noch mindestens 150 Tage ein Anspruch auf ALG 1 besteht. Für andere, die nur 6 Monate einen Anspruch auf das Geld haben, gelten andere Regeln, sie müssen sich nämlich schnell entscheiden, ob sie in die Selbstständigkeit gehen wollen oder nicht. Ihnen bleibt nur ein Zeitrauem von 4 Wochen, um eine Entscheidung darüber zu treffen.

Der Gründungszuschuss muss Gründe haben

Wer einen Gründungszuschuss beantragen möchte, muss auch Gründe dafür haben und die müssen an einer fachkundigen Stelle auch geäußert werden. Hierzu ist es nötig, das sich an bestimmte Stellen gewendet wird, dafür kommen in Frage:

  • Industrie- und Handelskammer
  • Handwerkskammer
  • Berufsständische Kammern
  • Fach- und Berufsverbände
  • Banken, Sparkassen, Gründerzentren
  • Steuerberater, Rechtsanwälte, Unternehmensberater

Der Gründungszuschuss der Rentenversicherung

Eine weitere mögliche Anlaufstelle für den Erhalt des Gründungszuschusses stellt die Deutsche Rentenversicherung dar. Wenn du die Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer selbstständigen und hauptberuflichen Tätigkeit beendest, so besteht die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Diese dient der Sicherung des Lebensunterhalts und der sozialen Absicherung nach der vollzogenen Gründung.

Die selbstständige Tätigkeit muss für den Erfolg des Antrags dazu geeignet sein, wieder ins Erwerbsleben zurückzufinden. Dabei stellt sich die Frage nach der Entlohnung der Arbeit und die Perspektive, die Arbeit dauerhaft in dieser Form ausführen zu können. Der Gründungszuschuss wird nach der Bewilligung des Antrags für die Dauer von sechs Monaten gezahlt. Dabei ist es möglich, eine Summe zu erhalten, die sich aus dem Arbeitslosengeld I und dem eigentlichen Zuschuss von 300 Euro pro Monat zusammensetzt. Wird im Anschluss an diese Periode die Geschäftsfähigkeit durch die Vorlage aller wichtigen Unterlagen bestätigt, so kann der Zuschuss für weitere neun Monate gezahlt werden.

Gründungszuschuss steuerfrei beantragen – So funktioniert´s!

Es sind dafür auch bestimmte Unterlagen vorzulegen, dieses muss zuerst einmal ein gut durchdachter Businessplan sein, dazu gehört auch ein korrekter Lebenslauf sowie Nachweise von bestimmten Qualifikationen und Tätigkeiten. Eingereicht werden sollten ein Finanzierungsplan sowie ein Nachweis über die Höhe des benötigten Kapitals.
Wer sicher gehen will, dass sein Antrag auch genehmigt wird, muss eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau dazu legen. Wird jetzt entschieden, dass die Existenzgründung ein Erfolg wird, bekommt der Antragsteller für seine Tätigkeit auch den Gründungszuschuss. Allerdings ist das alles nicht ganz kostenlos, denn es wird eine Gebühr zwischen 50 und 100 Euro zur Zahlung fällig.
Es ist kein Einzelfall, dass die Agentur für Arbeit das Teilnehmen an bestimmten Seminaren verlangen kann, damit festgestellt wird, ob die Existenzgründung überhaupt Erfolg haben kann. Hier muss so etwas wie eine Eignung für die Tätigkeit bewiesen werden, ansonsten gibt es auch keinen Gründungszuschuss.

Wie lange wird ein Gründungszuschuss gezahlt?

Wie lange wird ein Gründungszuschuss gezahlt?

Der Gründungszuschuss wird nur so lange gezahlt, bis das gesetzliche Rentenalter erreicht wurde. Wer ein Jahr davor steht, kann sogar noch einen Zuschuss beantragen und auch bekommen. Sollte der Antrag wegen des Alters abgelehnt werden, kann dagegen juristisch vorgegangen werden, denn das kommt einer Diskriminierung gleich.
Es ist auch wichtig, dass der Antrag auf einen Gründungszuschuss nicht erst am Ende oder der Mitte des Jahres gestellt wird, denn diejenigen, die sich in den ersten drei Monaten bemühen, haben weitaus bessere Chancen. Zuschüsse sind schnell aufgebraucht und so kann es durchaus passieren, dass derjenige der ein paar Monate zu spät kommt, schnell abgewiesen wird. Die Ämter können immer nur so viel an Geld heraus rücken, wie sie zur Verfügung haben, und daher gilt hier der Leitspruch: „ Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

Wie hoch ist ein Gründungszuschuss?

Es ist völlig egal, welche Einkünfte der Antragsteller hat und ob Vermögen vorhanden ist, wird die Förderung bewilligt, wird er auch in voller Höhe ausgezahlt. Als Zahl heißt das, es wird der vorher gewährte Betrag des ALG 1 plus einen Zuschlag von monatlich 300 Euro bezahlt. Im Moment beträgt der monatliche Betrag in den alten Bundesländern 2.596,50 Euro und in den Neuen sind es höchstens 2.338,50 Euro.

Wie muss ich mich als Gründer krankenversichern?

Bei der Krankenversicherung gibt es für einen Firmengründer kein zwingendes Muss. Er muss also nicht bei der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, kann das aber freiwillig tun. Er kann sich aber auch privat für den Krankheitsfall absichern, muss dann aber darauf achten, dass er keinen Anspruch auf eine kostenlose Familienversicherung hat.
Bei dem Beitrag, der zu zahlen ist, kommt es darauf an, welchen Verdienst er monatlich hat. Der wird auf Basis eines fiktiven monatlichen Einkommens errechnet.

Die Checkliste zum Gründungszuschuss

1. Individuelle, geförderte Beratung suchen

Um die Kosten des Gründungszuschusses einzusparen, werden bei den Arbeitsagenturen seit Jahren Berater eingesetzt, welche motivierte Gründer verunsichern. Hier lohnt es sich, Informationen zur aktuellen Vergabepraxis einzuholen und einen soliden Businessplan vorzulegen.

2. Arbeitssuchend melden

In einem zweiten Schritt meldest du die Arbeitssuche beim Amt an. Noch während des laufenden Beschäftigungsverhältnisses signalisierst du damit die Bereitschaft, eine neue Stelle anzunehmen.

3. Arbeitslos melden

Ist die Kündigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses vollzogen, so kannst du die Arbeitslosigkeit anmelden. Nun ist es wichtig, dass du mindestens einen Tag Arbeitslosengeld I beziehst, um für den Gründungszuschuss infrage zu kommen.

4. Antrag auf Gründungszuschuss abholen

Nach mindestens einem Tag, der mit Arbeitslosengeld I vergütet wird, folgt der Antrag auf Gründungszuschuss. Wichtig: Wenn du diesen Antrag nicht abholst, so verfällt der Anspruch auf den Gründungszuschuss. Wenn du gut vorbereitet in das Vorgespräch mit der Arbeitsagentur gehst, bist du schwer zu verunsichern und kannst mit einer durchdachten Geschäftsidee überzeugen.

5. Vorgründungscoaching beantragen

In manchen Bundesländern werden jene Gründer gefördert, die zuvor eine Beratung in Anspruch nehmen. Dieses Vorgründungscoaching kannst du genau jetzt beantragen. Zukünftig steht ein Berater an deiner Seite, welcher Unterstützung beim Schreiben und Rechnen des Businessplans leistet und damit die Chancen auf die Bewilligung des Gründungszuschusses erhöht.

6. Businessplan erstellen

Den Businessplan kannst du als Fahrplan betrachten, welcher den Weg für die Existenzgründung vorgibt. Darüber hinaus ist er für den Erhalt des Gründungszuschusses relevant. Letztlich musst du ein umsetzbares Konzept erschaffen, welches auf einigen Seiten deine Ideen darlegt.

Inzwischen gibt es einige Businessplan-Vorlagen, die als Unterstützung bei der Erstellung dienen können.

7. Fachkundige Stellungnahme einholen

Damit du der Arbeitsagentur keine Angriffsfläche bietest, muss dein Businessplan möglichst wasserdicht sein. Es ist leicht, wichtige Punkte zu vergessen, wenn du solch einen Plan in der Vergangenheit nie erstellt hast. Daher lohnt es sich, das Schriftstück von einem erfahrenen Gründungsberater prüfen zu lassen.

8. Zeitpunkt der Selbstständigkeit festlegen

Bereits zwei Tage nach dem letzten Arbeitstag im regulären Beschäftigungsverhältnis kannst du deine Selbstständigkeit anmelden. Für Bezieher des Arbeitslosengelds I ist es von Bedeutung, zu diesem Zeitpunkt noch 150 Tage Restanspruch auf den Gründungszuschuss zu haben.

9. Gewerbe anmelden

Nun ist es notwendig, dass du die Selbstständigkeit anmeldest. Gewerbetreibende können dies beim Gewerbeamt machen, für Freiberufler steht das Finanzamt zur Verfügung. Zum Zeitpunkt der Gründung sollten noch 150 Tage Restanspruch auf Gründungszuschuss vorhanden sein.

10. Steuerliche Anmeldung vornehmen

Nun ist der offizielle Grundstein für die Selbstständigkeit gelegt. Es folgt die steuerliche Anmeldung deiner selbstständigen Tätigkeit, die du direkt an das zuständige Finanzamt leiten kannst.

11. Antrag auf Gründungszuschuss abgeben

Die bei der Antragsabholung erhaltenen Unterlagen musst du nun vollständig ausgefüllt haben. Im Vorfeld ist es möglich, sie von einer fachkundigen Stelle durchsehen zu lassen. Dem Antrag auf Gründungszuschuss sollten die folgenden Unterlagen beigefügt sein:

  • Antragsformulare
  • Businessplan
  • Fachkundige Stellungnahme
  • Nachweis über die Anmeldung der Selbständigkeit
  • Gegebenenfalls nötige Erlaubnis oder Zulassung

12. Bewilligung und eigentliche Gründung

Innerhalb weniger Wochen kannst du mit der Entscheidung der Arbeitsagentur rechnen. Ist die Bewilligung erst einmal erteilt, so kannst du alle persönlichen Bemühungen auf die Arbeit ausrichten.

13. Verlängerung der Förderung

Nach sechs Monaten erlischt der Anspruch auf den Erhalt des Gründungszuschusses. Spätestens vier Monate nach der Gründung solltest du den Antrag auf die Verlängerung der Förderung absenden. Nur vor dem Ablauf der ersten Phase ist es möglich, die Verlängerung zu erreichen, welche für die kommenden neun Monate zusätzliche Einnahmen von insgesamt 2.700 Euro bedeutet.