Rentabilitätsvorschau

Wie der Name schon aussagt, die Rentabilitätsvorschau hat die Aufgabe, die Rentabilität einer Existenzgründung oder auch eines anderen Geschäftsvorhabens, das geplant ist so realistisch wie eben nur möglich zu planen. Die Rentabilitätsvorschau ist desto besser, desto näher das Ergebnis an die Realität reicht.

Bei der Erstellung der Rentabilitätsvorschau ist es das oberste Ziel, die Tragfähigkeit des geplanten Unternehmens darzulegen. Wenn bei der Erarbeitung der Rentabilitätsvorschau Ergebnisse herauskommen, durch die die Existenzgründung oder das andere Vorhaben nicht rentabel erscheint, sollte nicht an den Zahlen, die hoffentlich realistisch waren, gedreht werden, sondern es sollte die Geschäftsidee als solche, die Preisgestaltung, die Marketingstrategie usw. nochmals gründlich überdacht werden. Bei einer fundierten Rentabilitätsvorschau handelt es sich im Zuge einer Existenzgründung um eine gute Möglichkeit, die Geschäftsidee nochmals gründlich zu überprüfen und zugleich zu hinterfragen.

Wie sieht eine Rentabilitätsvorschau aus?

Wer eine klare Vorgabe bzw. eine Vorlage oder Muster sucht für eine Rentabilitätsvorschau der wird vergeblich suchen, denn diese gibt es natürlich nicht, denn die Rentabilitätsvorschau ist ebenso individuell wie die Gründung des Unternehmens bzw. das neue Vorhaben. Doch es sollte bei der Rentabilitätsvorschau auf diverse Planungselemente geachtet werden und diese sollten immer in jeder guten Rentabilitätsvorschau enthalten sein. Dabei handelt es sich um:

  1. Die Umsatzplanung
  2. Die Kostenplanung
  3. Die Plan- Ertragsrechnung (über die ersten 3 Geschäftsjahre)
  4. Die Mindestumsatzberechnung

Bei der Ausarbeitung der einzelnen Bestandteile der Rentabilitätsvorschau ist es wichtig und entscheidend, dass diese in sich stimmig sind. Das bedeutet eine gute Rentabilitätsvorschau basiert auf dem Zusammenspiel bzw. dem korrekten Ineinandergreifen der Elemente.

Worin liegt die Schwierigkeit in einer Rentabilitätsvorschau?

Die größte Schwierigkeit einer gelungenen Rentabilitätsvorschau ist darin zu finden, dass die gesamte Planung nur auf Schätzungen beruht, denn im Normalfall liegen noch keine belegbaren Zahlungen vor von den zukünftigen Umsätzen und Kosten. Es ist von Vorteil mit einem erfahrenen Berater zusammenzuarbeiten um realistische Zahlen für die Rentabilitätsvorschau zu erhalten und zudem mit diesem versuchen, Vergleichszahlen zu finden. Für die verschiedensten Branchen bieten öffentliche Institute, Universitäten und Verlage diese Vergleichszahlen an und dabei handelt es sich um nützliche und anerkannte Quellen zur Schätzung der eigenen künftigen Umsätze und Kosten.

Wozu ist die Rentabilitätsvorschau letztendlich nützlich?

  • Sie hilft festzustellen ob das Vorhaben lohnenswert ist
  • Die Geldgeber (Investoren) von der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Vorhabens zu überzeugen
  • Die Ziele zu setzen und festzulegen, die erreicht werden sollen
  • Evtl. Abweichungen von Plan- und Sollzahlen festzustellen

Bei der Rentabilitätsvorschau werden die zu erwartenden Kosten also den zu erwartenden Umsatz gegenübergestellt. Die Rentabilitätsvorschau sollte stets drei Jahre umfassen, denn das dritte Jahr gilt als das kritischste. Existenzgründer, die ein zinsgünstiges Förderdarlehn erhalten, müssen in der Regel erst ein Jahr später damit beginnen, dieses zu tilgen. Damit steigt dann die finanzielle Belastung sprunghaft an und so sollte sich jeder ausreichend Zeit nehmen für seine Rentabilitätsvorschau, denn je realistischer diese ausfällt, desto sicherer ist die Startphase.

Für die Rentabilitätsvorschau sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Wie viel Geld muss in das Vorhaben bzw. die Existenzgründung investiert werden?

Dafür muss ein Kapitalbedarfsplan erstellt werden! In diesem werden die Kosten für die Gründung sowie für die Anlaufphase aufgeführt. Diese Anlaufphase kann je nach Branche ein Jahr oder auch länger andauern. Zudem sollte daran gedacht werden, finanzielle Rücklagen zu bilden, um eventuelle Durststrecken zu überbrücken. Zudem müssen oftmals Aufträge vorfinanziert werden und je nach der Zahlungsmoral der Kunden muss auch teilweise auf das Geld gewartet werden. Zudem kann es auch zu Zahlungsausfällen kommen, die einkalkuliert werden müssen.

  1. Wie viel Geld muss mindestens verdient werden um die laufenden Ausgaben …

.. Wie Miete, Lebensmittel, Versicherungen usw. und evtl. die der Familie zu finanzieren? Diese Ausgaben werden ebenso in dem Kapitalbedarfsplan festgehalten unter den privaten Lebenshaltungskosten. Hier sollte auch eingetragen werden, wie viel Geld kurz-, Mittel- und langfristig verdient werden soll. (Dabei sollte jeder stets realistisch bleiben).

  1. Wird das Unternehmen genug Geld erwirtschaften, um alle Kosten (Privat sowie betrieblich) zu decken?

Durch die Umsatzplanung kann festgestellt werden, wie viel in einem bestimmten Zeitraum verkauft werden muss bzw. verkauft werden kann. Jeder einzelne Kostenpunkt, ob Dienstleister, Mitarbeiter etc. muss vorsichtig aber dennoch realistisch kalkuliert werden. Zudem muss überlegt werden mit wie viel Kunden in den ersten Monaten gerechnet werden kann. Für die Umsatzplanung sollten die Zahlen von vergleichbaren Unternehmen genutzt werden, zudem auch Angebotspreise künftiger Lieferanten und Nachfragepreise potenzieller Kunden.

  1. Wie viel muss kurz, – mittel- und langfristig verdient werden, um eine finanzielle Reserve zu schaffen?

 

Hierfuer wird eine Liquiditätsvorschau erstellt, die zudem monatlich aktualisiert werden sollte.

All diese Zahlen, die recherchiert wurden, fließen in die Rentabilitätsvorschau ein, denn sie gehört neben dem Investitions- bzw. Kapitalbedarfsplan und dem Liquiditätsplan mit in den Businessplan einfliessen.

Tipp für die Erstellung der Rentabilitätsvorschau

Wird eine Rentabilitätsvorschau von einem umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen erstellt, dann erfolgt das unter Berücksichtigung der gesetzlichen Umsatzsteuer. Zudem werden auch in der Rentabilitätsvorschau keine Beiträge zur Krankenversicherung oder anderen privaten Ausgaben berücksichtigt. Man könnte die Rentabilitätsvorschau auch mit der Gewinnermittlung eines Unternehmens vergleichen.