Ein Unternehmen gründen – 7 Motivationsfaktoren für die Selbstständigkeit

Sein eigener Chef sein – viele Menschen träumen davon. Und immer mehr setzen es auch in die Tat um. 2017 wurden allein in Deutschland 549.700 Unternehmen gegründet. Die Frage, ob auch du ein Unternehmen gründen willst, solltest du sorgfältig abwägen.

Bevor du deinen Job kündigst, musst du dir in jedem Fall überlegen, ob du die fachlichen Voraussetzungen erfüllst: Kennst du dich in der Branche aus, in der du arbeiten willst, bist du eventuell bereits berufserfahren auf diesem Gebiet? Und hast du eine gewisse Vorstellung davon, wie die kaufmännische Führung eines Unternehmens bewältigt werden kann? Hast du eine Geschäftsidee für ein Produkt, das die Welt braucht? Neben der fachlichen ist auch die persönliche Eignung entscheidend. Bevor du dich entscheidest ein Unternehmen zu gründen, solltest du dir darum einige Fragen stellen – und ehrlich beantworten:

Bin ich …

  • bereit dazu, auch mal ein Risiko einzugehen?
  • offen gegenüber neuen Ideen?
  • motiviert und gut darin, auch Andere zu motivieren?
  • kontakt- und kommunikationsfreudig?
  • kritikfähig?
  • in der Lage, Entscheidungen zu treffen?
  • bereit, alles zu geben?

Hast du immer wieder genickt? Dann wage es doch!

Es gibt viele gute Gründe, sich ins Abenteuer Selbstständigkeit zu stürzen:

1. Selbstverwirklichung

Heute setzen immer mehr Konzerne und Unternehmen darauf ihre Mitarbeiter, über ihr eigentliches Aufgabengebiet hinaus, in bestimmte Entscheidungen mit einzubeziehen. Dennoch wirst du als Angestellter niemals die gleichen Gestaltungsmöglichkeiten haben wie als Unternehmer. Der daher wohl wichtigste Grund, sich selbstständig zu machen, ist gleichzeitig der größte Erfolgsfaktor: In der eigenen Firma kannst du zu 100 % hinter dem stehen, was du tust und wie du es tust. Die echten Erfolgsgeschichten sind immer die, in denen sich jemand mit einer eigenen Idee selbst verwirklicht hat. Dabei ist es oft weniger entscheidend, mit welcher Idee du loslegst, sondern vielmehr wie sehr du dich dafür einsetzt.

2. Neue Motivation

Kennst du das nicht auch? Du sitzt im Büro, erledigst Arbeiten für ein Unternehmen, das dir nicht gehört, und hast währenddessen zahlreiche Ideen im Kopf, für die du dich gerade viel lieber engagieren würden? Wenn es dich frustriert, für Andere zu arbeiten, solltest du ernsthaft darüber nachdenken, ob du dein eigenes Unternehmen gründen willst. Zwar gibt es auch dann immer Einschränkungen und Wünsche anderer (vor allem von Kunden), nach denen du dich richten musst, doch du wirst sehen: Die Motivation, Dinge als eigener Chef für dich selbst und den eigenen Erfolg voranzutreiben, ist weitaus höher als die, jeden Morgen pünktlich in irgendeinem Büro zu erscheinen, in dem man nur einer von vielen ist.

3. Persönliche Weiterentwicklung

Wer jahrelang im gleichen Unternehmen den immer gleichen Job macht, versäumt es oft, sich persönlich weiterzuentwickeln. Wozu auch? Alle paar Jahre gibt es eine Gehaltserhöhung, man kann regelmäßig Urlaub machen und bekommt im besten Fall auch noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Da wird man schnell bequem. Wem das aber nicht reicht, kann in der Selbstständigkeit die Herausforderung suchen, die in einem festen Anstellungsverhältnis oft fehlt – und die entsprechende Erfüllung, diese neue Herausforderung gemeistert zu haben.

Dazu gehört auch, Mitarbeiter zu führen, für die du Verantwortung übernimmst. Denn wer nicht nur der eigene Chef ist, sondern auch der anderer Menschen, steht plötzlich vor Fragen wie „Welches Gehalt soll ich zahlen“, „Gibt es eine Weihnachtsfeier?“ und „Wie viel Urlaub muss oder will ich gewähren?“

Falls du in der Vergangenheit noch keine Erfahrung in der Mitarbeiterführung gesammelt hast, solltest du darüber nachdenken, entsprechende Weiterbildungsangebote zu nutzen, um der Verantwortung gegenüber deinen Angestellten gerecht zu werden.

4. Mehr Freiheiten

Ein eigenes Unternehmen gründen bedeutet viel Arbeit. Gerade in der Anfangszeit gehen viele Gründer mit falschen Erwartungen in diesen neuen Lebensabschnitt. Doch: Es lohnt sich. Nach der ersten, oft harten Phase genießen die meisten Unternehmer zahlreiche Freiheiten, die sie sich als Arbeitnehmer niemals hätten leisten können. Du musst dich vor niemandem rechtfertigen, wenn die Mittagspause mal ein wenig länger dauert, niemand schreibt dir vor, wie dein Büro auszusehen hat oder wie du dich am Telefon melden musst. Wichtig ist jedoch, dass du bei aller Freiheit auch deine Selbstdisziplin stets im Auge behältst. Als Unternehmer geht es nicht darum, möglichst viel Freizeit zu haben, sondern möglichst erfolgreich zu arbeiten. Und: Ohne Fleiß kein Preis.

5. Sicherheit

Es mag zunächst paradox klingen, aber in gewisser Weise ist die Arbeit als Unternehmer sicherer als in einem Anstellungsverhältnis. Arbeitnehmer haben nur einen begrenzten bis gar keinen Einfluss auf das, was mit ihnen geschieht. Schreibt der Arbeitgeber rote Zahlen und muss Stellen streichen, kannst du nichts dagegen machen. Als Selbstständiger jedoch hast du alle Gestaltungsmöglichkeiten und kannst frühzeitig gegensteuern, wenn du merkst, dass die Geschäfte nicht so gut laufen, wie sie sollten. Sieh das unternehmerische Risiko als unternehmerische Chance an.

6. Finanzielle Unabhängigkeit

Natürlich ist Geld nicht das Wichtigste im Leben, aber wir brauchen es nun einmal. Während die Gründungsphase meist eher ein gewisses Zähnezusammenbeißen und Durchhaltevermögen erfordert, bietet die Selbstständigkeit langfristig beste Aussichten, sich finanziell unabhängig zu machen und ein deutlich besseres Einkommen zu erzielen als in einem Anstellungsverhältnis. Ein Tipp: Für die Anfangszeit gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten, wie zum Beispiel den Gründungszuschuss der Arbeitsagentur oder zinsgünstige Kredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Informiere dich am besten bereits im Vorfeld zu den unterschiedlichen Angeboten.

Nicht vergessen solltest du von Anfang an deine Altersvorsorge. Als Selbstständiger bist du nicht über die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert. Nur, wenn du dich frühzeitig selbst darum kümmerst, kannst du deinen hoffentlich als Unternehmer neu erwirtschafteten Lebensstandard auch im Alter halten.

7. Die Welt verändern

Oft entscheiden sich Menschen für die eigene Unternehmensgründung, weil sie eine neue, noch nie dagewesene Idee haben. Laut des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bringt etwa 1/5 der Gründer eine absolute Neuheit auf den regionalen, deutschen oder sogar internationalen Markt. Damit verändern diese Menschen nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Kunden. Aus vielen innovativen Ideen wäre niemals etwas geworden, wenn sich keine mutigen Gründer gefunden hätten, um sie umzusetzen. Und mal Hand aufs Herz: Würde es dir nicht gefallen, dich „Pionier“ nennen zu können …?

Wie du siehst: Trotz aller Risiken, die zum Unternehmen gründen beitragen, ist die Selbstständigkeit in vielerlei Hinsicht lohnens- und erstrebenswert.
Wichtig ist in jedem Fall, sich vor einer möglichen Gründung gut zu informieren.

Hier findest du einige hilfreiche Web-Links zum Thema Unternehmen gründen:

www.existenzgruender.de
Auf dem Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Umwelt findest du zahleiche Informationen und Angebote zur Gründung und Selbstständigkeit.

www.dihk.de
Die Industrie- und Handelskammern stellen zahlreiche Materialien zur Verfügung und bieten zudem umfangreiche Beratungsleistungen für Gründer.

www.kfw.de
Neben klassischen Förderkrediten bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau Existenzgründern zahlreiche weitere, innovative Finanzierungshilfen sowie professionelle Coachings.

 

Unternehmen gründen

Peter Sutter

Head of Marketing und bei den neusten Marketingstrends up to date. Peter kennt die Kunden von sevDesk genau und weiß daher um die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen. Auf unserem Blog teilt er sein Wissen mit dir!

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