Umsatzsteuer Identifikationsnummer

Wenn du als Unternehmer Waren oder Dienstleistungen innerhalb der EU anbietest und mit anderen Unternehmen Geschäfte machst, führt kein Weg an ihr vorbei: der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Diese spezielle Umsatzsteuernummer macht dein Unternehmen im innereuropäischen Geschäftsverkehr eindeutig erkennbar und ist eine Voraussetzung für steuerfreie Lieferungen an andere Unternehmen in den EU-Mitgliedsstaaten.
In diesem Beitrag erfährst du, was die Umsatzsteuer-ID ist, wer sie braucht und wo die Unterschiede zu anderen Steuernummern liegen. Außerdem zeigen wir dir, wo du sie angeben musst und wie du deine Identifikationsnummer herausfindest.
Keine Lust zu lesen? Dann sieh' dir einfach unser Video zum Thema Umsatzsteuer-ID an:
Was ist die Umsatzsteuer-ID?
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr. oder auch USt-ID) kennzeichnet jedes Unternehmen innerhalb der Europäischen Union (EU) eindeutig. Sie wird vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) vergeben und kommt zusätzlich zur regulären Steuernummer zum Einsatz. Die USt-IdNr. ist insbesondere für die Erstellung von Rechnungen ins Ausland wichtig, da sie bei diesen Rechnungen eine Pflichtangabe ist.
Was du bei der Umsatzsteuer auf Rechnungen in Drittländer beachten solltest, erfährst du in unserem Ratgebe
Wieso gibt es die Umsatzsteuer-ID?
Die Umsatzsteuer-ID erlaubt die korrekte steuerrechtliche Abwicklung von Geschäften zwischen Unternehmen in der EU. Sie ist vor allem bei B2B-Transaktionen zwischen Regelunternehmen wichtig, weil sie das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren ermöglicht. Nur wenn beide Unternehmen eine gültige Umsatzsteuer-ID angeben, kann die Umsatzsteuer entsprechend behandelt werden, zum Beispiel bei innergemeinschaftlichen Lieferungen.
Aufbau der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Eine deutsche Umsatzsteuer-ID beginnt immer mit zwei Buchstaben, dem sogenannten Länderkürzel “DE”, gefolgt von neun Ziffern, die die individuelle Nummer bilden. Die letzte Ziffer dieses Zahlencodes fungiert als Prüfziffer, um die Identifikationsnummer auf Vollständigkeit und Schlüssigkeit zu überprüfen. Dank dieses Aufbaus und der einzigartigen Kombination lässt sich jedes deutsche Unternehmen eindeutig identifizieren.
So könnte eine Umsatzsteuer-ID aussehen:

Unternehmen in anderen EU-Mitgliedsstaaten haben entsprechend ihr eigenes Länderkürzel, an dem du direkt erkennst, in welchem Land dein Geschäftspartner gemeldet ist, z. B. “FR” für Frankreich oder “IT” für Italien. Die Struktur der USt-IdNr. ist europaweit ähnlich, kann sich aber in Länge und Format leicht unterscheiden.
Unterschied zwischen Umsatzsteuer-ID und Steuernummer
Beide Steuernummern dienen der steuerlichen Identifikation deines Unternehmens. Sie unterscheiden sich jedoch in der Vergabe und in der Anwendung voneinander. Darüber hinaus gibt es noch die Wirtschafts-Identifikationsnummer, die stufenweise eingeführt wird, weshalb wir sie ebenfalls mit in die Übersicht aufgenommen haben:
Tipp: Mehr über Aufbau, Zuteilung und Verwendung erfährst du in unserem Beitrag zur Steuernummer.
Wer die Umsatzsteuer-ID braucht
Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist insbesondere für Regelunternehmer relevant. Also Unternehmen, die nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen und regelmäßig Umsatzsteuer an ihr Finanzamt abführen. Du brauchst eine Umsatzsteuer-ID in folgenden Fällen:
- Du lieferst Waren oder erbringst Dienstleistungen an einen Leistungsempfänger im EU-Ausland
- Du beziehst selbst Waren oder Leistungen von einem Unternehmen aus einem anderen EU-Land
Zudem musst du für die korrekte Rechnungsstellung die Umsatzsteuer-ID deines Geschäftspartners erfragen und diese beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) einem Bestätigungsverfahren unterziehen.
In diesen Fällen musst du keine Umsatzsteuer-ID beantragen:
- Geschäfte im Inland: Bist du nur im Inland freiberuflich oder gewerblich tätig und beziehst oder erbringst nur dort deine Leistungen, kannst du auf eine Umsatzsteuer-ID verzichten.
- Geschäfte mit Privatpersonen: Dies gilt auch für den Fall, dass du deine Waren zwar in andere Länder der EU schickst, diese aber nur an Privatpersonen verkaufst.
- Kleinunternehmer: Ausgenommen von der Pflicht zur Nutzung der Umsatzsteuer-ID bei Geschäften innerhalb der EU bist du auch als Kleinunternehmer. Voraussetzung ist allerdings, dass du tatsächlich von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst.
Im Detail findest du alles Wichtige dazu in den Paragrafen 4 UStG und 6 UStG.
Seit 2025 ist die neue Kleinunternehmer-Identifikationsnummer (KU-IdNr.) im Spiel. In unserem entsprechenden Ratgeber erfährst du, was sie ist, wer sie benötigt, wie du sie beantragst und welche Vorteile sie dir bietet.
Wo musst du die Umsatzsteuer-ID angeben?
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer musst du in bestimmten geschäftlichen Kontexten angeben. Typische Einsatzbereiche der USt-ID sind:
- Rechnungen ins EU-Ausland: Wenn du eine innergemeinschaftliche Lieferung oder Leistung abrechnen willst, musst du deine USt-IdNr. auf deiner Rechnung angeben.
- Impressum deiner Website: Wenn du eine USt-ID hast, bist du laut Telemediengesetz dazu verpflichtet, sie im Impressum deiner geschäftlichen Website anzugeben (§ 5 TMG). Andernfalls begehst du einen Wettbewerbsverstoß und riskierst eine Abmahnung.
- Zusammenfassende Meldung (ZM): Auch in einer Zusammenfassenden Meldung, in der du innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen angibst, musst du deine Umsatzsteuer-ID angeben.
- OSS-Verfahren: Wenn du freiwillig am One-Stop-Shop (OSS), dem Nachfolger von MOSS (Mini-One-Stop-Shop) teilnehmen willst, brauchst du für die Anmeldung deine USt-IdNr..
Zusammenfassung
- Die Umsatzsteuer-ID (USt-ID) ist eine Identifikationsnummer, die vom Bundeszentralamt für Steuern an dein Unternehmen vergeben wird.
- Sie wird verwendet, um Unternehmen im innereuropäischen Handel eindeutig zu kennzeichnen und die Umsatzbesteuerung bei grenzüberschreitenden Geschäften in der EU korrekt abzuwickeln.
- Die USt-ID ist insbesondere für das B2B-Geschäft innerhalb der EU wichtig, weshalb du sie in diesen Fällen auf deinen Rechnungen angeben musst.
- Sie unterscheidet sich von der Steuernummer, die für die Abwicklung der Umsatzsteuer von Regelunternehmen in Deutschland genutzt wird.
- Die Angabe der Steuernummer reicht auf Rechnungen innerhalb Deutschlands in der Regel aus, während bei Geschäften mit Unternehmen aus anderen EU-Ländern die USt-ID erforderlich ist.