Steuerberater für Unternehmen

Steuern, Buchhaltung, Jahresabschluss – spätestens wenn dein Business wächst, stellst du dir die Frage: Brauche ich einen Steuerberater oder bekomme ich das selbst hin? Und vor allem: Was kostet mich ein Steuerberater eigentlich?
Die Gebühren können, je nach Aufwand und Rechtsform, von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Euro pro Jahr reichen. Umso wichtiger ist es zu wissen, welche Leistungen du wirklich brauchst und wo du sparen kannst.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Aufgaben ein Steuerberater übernimmt, wie sich die Kosten berechnen und wann sich die Zusammenarbeit wirklich lohnt. Außerdem zeigen wir dir Alternativen, geben dir konkrete Spartipps und erklären, wie du den passenden Steuerberater findest oder bei Bedarf professionell wechselst.
- Was macht ein Steuerberater?
- Wann brauchst du einen Steuerberater und wann nicht?
- Vor- und Nachteile eines Steuerberaters
- Welche Alternativen gibt es zum Steuerberater
- Was kostet ein Steuerberater?
- Wie findest du einen guten Steuerberater?
- Tipps für die Zusammenarbeit mit deinem Steuerberater
- Unzufrieden mit deinem Steuerberater? So kannst du wechseln
- Zusammenfassung
- Häufig gestellte Fragen zu Steuerberatern und ihren Kosten
Was macht ein Steuerberater?
Ein Steuerberater unterstützt dich als Selbstständiger und Unternehmer bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen rund um dein Business. Welche Aufgaben er genau übernimmt, hängt von deiner Unternehmensgröße, deiner Rechtsform und davon ab, wie viel du selbst erledigen möchtest.
Die typischen Leistungen eines Steuerberaters lassen sich in vier Bereiche einteilen:
- Laufende Buchhaltung: Hierzu zählen vor allem die Finanzbuchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Lohn- und Gehaltsabrechnungen inklusive Meldungen an Behörden sowie betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA).
- Steuererklärungen: Ein Steuerberater erstellt für dich die Einkommensteuererklärung, Gewerbesteuererklärung, Körperschaftsteuererklärung (bei einer GmbH oder UG) sowie die Umsatzsteuererklärung. Zudem überprüft er die jeweiligen Steuerbescheide auf ihre Richtigkeit.
- Jahresabschluss: Ein Steuerberater übernimmt für Einzelunternehmer und viele Freiberufler eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR), während er für größere Kapitalgesellschaften einen vollständigen Jahresabschluss mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erstellt.
- Beratung & Vertretung: Darüber hinaus berät dich ein Steuerberater zur legalen Steuergestaltung, unterstützt dich bei der Rechtsformwahl, begleitet dich bei der Existenzgründung, hilft bei Investitionsentscheidungen und der Finanzplanung und vertritt dich gegenüber dem Finanzamt.
Tipp: Nur weil du einen Steuerberater beauftragst, musst du nicht alle Aufgaben auslagern. Du kannst wie viele andere Gewerbetreibende und Freiberufler zum Beispiel deine Finanzbuchhaltung selbst erledigen und nur die Einnahmenüberschussrechnung oder den Jahresabschluss extern erstellen lassen. Oder die Lohnbuchhaltung.
Wann brauchst du einen Steuerberater und wann nicht?
Gesetzlich bist du als Selbstständiger oder Unternehmer nicht verpflichtet, einen Steuerberater zu beauftragen. Es kommt also vielmehr darauf an, herauszufinden, wann es für dich sinnvoll ist. Ein Steuerberater lohnt sich insbesondere, wenn
- du wenig Zeit für (oder Lust auf) steuerliche Themen hast
- du zur Bilanzierung verpflichtet bist
- deine Steuererklärung kompliziert ist und dich überfordert
- dein Unternehmen wächst und deine Buchhaltung komplexer wird
- du Fehler bei geplanten Investitionen oder Finanzierungen vermeiden möchtest
- du Mitarbeiter beschäftigst und die Lohnabrechnung umfangreicher wird
- du Geschäfte im Ausland tätigst
- du bei einer Betriebsprüfung auf Nummer sicher gehen willst
- du steuerliche Gestaltungsspielräume optimal nutzen willst
Einen Steuerberater brauchst du hingegen nicht, wenn
- du deine Buchhaltung im Griff hast (oder Lust hast, dich einzuarbeiten)
- dein Geschäftsmodell und damit auch deine Geschäftsvorfälle überschaubar sind
- du dich mit den steuerlichen Grundlagen auskennst
Viele Selbstständige erledigen ihre laufende Buchhaltung eigenständig und holen sich nur bei Bedarf Unterstützung, zum Beispiel für den Jahresabschluss oder spezielle, komplexe steuerliche Fragen.
Entscheidend ist also nicht, ob du alles selbst machen kannst, sondern wie viel Sicherheit, Zeitersparnis, Steueroptimierung und strategische Beratung du dir wünschst.
Vor- und Nachteile eines Steuerberaters
Ein Steuerberater kann dir Arbeit abnehmen, dich strategisch unterstützen und dir Sicherheit geben. Auf der anderen Seite entstehen Kosten und du gibst einen Teil deiner Finanzen aus der Hand. Damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst, haben wir dir die wichtigsten Vor- und Nachteile eines Steuerberaters in einer Tabelle zusammengefasst.
Welche Alternativen gibt es zum Steuerberater
Ein Steuerberater ist nicht immer notwendig. Viele Selbstständige erledigen ihre Buchhaltung heute mithilfe moderner Buchhaltungsprogramme selbst. Die helfen dir dabei deine Belege erfassen und zu digitalisieren, Rechnungen zu schreiben und deine Umsatzsteuervoranmeldung vorzubereiten, ohne dass du hierfür umfassendes Steuerwissen benötigst. Besonders bei einfachen bis mittleren steuerlichen Verhältnissen lassen sich so Kosten sparen.
Mit einer Buchhaltungssoftware wie sevdesk behältst du deine Einnahmen und Ausgaben im Blick, erstellst professionelle Angebote, (E-)Rechnungen und Zahlungserinnerungen und verwaltest Belege per Scan oder Foto revisionssicher im Archiv. Du kannst außerdem deine EÜR, GuV und Umsatzsteuervoranmeldungen direkt aus der Software erstellen, dein Kassenbuch führen und von überall auf deine Daten per Cloud zugreifen.
Du kannst es dir also wie folgt vorstellen: Wenn du alles selbst machst, behältst du die volle Kontrolle, mit einem Steuerberater gewinnst du maximale Entlastung und eine Software bietet dir die flexible Mitte aus beidem.
Was kostet ein Steuerberater?
Wie viel ein Steuerberater kostet, hängt davon ab, wie viel Arbeit anfällt und wie komplex dein Unternehmen ist. Eine feste Summe gibt es also nicht. Aber: Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) legt den gesetzlichen Rahmen fest und sorgt dafür, dass die Abrechnung fair und nachvollziehbar bleibt.
Die allgemeine Formel für die Berechnung lautet:
Gegenstandswert x Gebührensatz = Steuerberaterhonorar
Der Gegenstandswert richtet sich zum Beispiel nach deinem Umsatz, deiner Bilanzsumme oder deinem Gewinn. Je höher dieser Wert ist, desto mehr darf der Steuerberater verlangen. Für kleinere Unternehmen gibt es oft Mindestbeträge, die die Kosten etwas erhöhen können.
Kurz gesagt: Verdienst du mehr, zahlst du in der Regel auch mehr.
In unserem Detailartikel zu den Steuerberater-Kosten liest du, wie die Berechnung genau funktioniert und wann sich Pauschalhonorare lohnen. Außerdem findest du dort viele konkrete Rechenbeispiele für Leistungen wie EÜR, UStVA oder Finanzbuchhaltung.
Wie findest du einen guten Steuerberater?
Ein guter Steuerberater sollte fachlich überzeugen und menschlich zu dir passen. Schließlich geht es um vertrauliche Zahlen und oft um eine langfristige Zusammenarbeit. Achte bei deiner Auswahl auf folgende Punkte:
- Branchenerfahrung: Dein Steuerberater sollte die Besonderheiten deiner Branche kennen und typische Herausforderungen verstehen.
- Passung zur Unternehmensgröße: Ob Freiberufler, Einzelunternehmer, Start-up oder GmbH – der Beratungsbedarf variiert deutlich.
- Digitale Arbeitsweise: Moderne Kanzleien nutzen Tools wie sevdesk für Belegmanagement, Schnittstellen oder Bankanbindungen.
- Transparente Kommunikation: Klare Honorare, gute Erreichbarkeit und verständliche Sprache sind entscheidend.
- Persönliche Chemie: Du solltest dich ernst genommen und gut beraten fühlen.
Finde geeignete Kanzleien über die Bundessteuerberaterkammer, deine regionale Steuerberaterkammer, den Deutschen Steuerberaterverband oder eine interaktive Online-Suche. Vereinbare anschließend eine kostenlose Erstberatung, um Kompetenz und Zusammenarbeit einzuschätzen.
Noch mehr Tipps dazu bekommst du auch in unserem Artikel zu “Wie finde ich einen guten Steuerberater?”.
Und falls du aktuell keinen freien Steuerberater findest: Du bist nicht verpflichtet, einen zu beauftragen. Mit der richtigen Software wie sevdesk kannst du deine Buchhaltung selbst erledigen, Umsatzsteuervoranmeldungen ans Finanzamt übermitteln und den Überblick über deine Finanzen behalten – einfach, sicher und jederzeit.
Tipps für die Zusammenarbeit mit deinem Steuerberater
Eine gute Zusammenarbeit mit deinem Steuerberater spart Zeit, Geld und Nerven. Damit alles reibungslos läuft, kommt es vor allem auf Struktur und klare Absprachen an. Außerdem gilt, je besser du vorbereitet bist, desto effizienter (und günstiger) arbeitet dein Steuerberater.
Hier sind die wichtigsten Tipps im Detail:
- Reiche deine Belege wie Kontoauszüge, Verträge, Lohnunterlagen, Finanzamtbescheide, Übersichten über Forderungen und Verbindlichkeiten monatlich ein und warte nicht bis zum Quartalsende.
- Mit einer digitalen Buchhaltungssoftware wie sevdesk bereitest du deine Zahlen strukturiert vor. Du kannst Belege direkt erfassen, Einnahmen und Ausgaben korrekt zuordnen und deinem Steuerberater über die integrierte Schnittstelle alle Daten übersichtlich bereitstellen
- Nutze eindeutige Dateinamen, um Missverständnisse und Rückfragen zu vermeiden.
- Definiere für den Austausch mit deinem Steuerberater feste Ansprechpartner in deinem Unternehmen, sofern du das nicht selbst übernimmst.
- Behalte wichtige Steuertermine und Fristen selbst im Auge.
- Informiere deinen Steuerberater proaktiv über alle wichtigen Ereignisse, die eine finanzielle Auswirkung auf dein Unternehmen haben, damit er darauf reagieren kann.
- Plane außerdem regelmäßige Gespräche mit deinem Steuerberater ein, um über die finanzielle Situation deines Unternehmens zu sprechen.
Unzufrieden mit deinem Steuerberater? So kannst du wechseln
Du kannst jederzeit deinen Steuerberater wechseln. Es ist oft der richtige Schritt, wenn die Kommunikation, digitale Zusammenarbeit oder Kosten nicht passen. Bevor du kündigst, such dir idealerweise einen neuen Steuerberater oder Plan B, damit keine Fristen liegen bleiben. Das machst du am besten über unsere Steuerberater-Suche.
Kündige den alten Vertrag am besten schriftlich und bitte um vollständige Herausgabe deiner Unterlagen, inklusive digitaler Daten. Achte darauf, dass die Vollmacht beim Finanzamt widerrufen und neu erteilt wird und alle Daten an die neue Kanzlei übermittelt werden. Mehr zum Wechsel deines Steuerberaters erfährst du in unserem Ratgeber zum Steuerberaterwechsel.
Zusammenfassung
Ein Steuerberater unterstützt dich als Selbstständiger oder Unternehmer bei Buchhaltung, Steuererklärungen, Jahresabschluss und strategischer Beratung. Ob du einen brauchst, hängt insbesondere von deiner Unternehmensgröße, der Komplexität deines Unternehmens und deinem eigenen Know-how ab.
Die Kosten für einen Steuerberater richten sich grundsätzlich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) und werden meist über den Gegenstandswert berechnet. Je besser du vorbereitet bist und je mehr du mithilfst, desto geringer fällt in der Regel das zu zahlende Honorar aus. Alternativ kannst du viele Aufgaben selbst übernehmen, denn moderne Buchhaltungssoftware wie sevdesk hilft dir dabei, den Überblick zu behalten und Prozesse effizienter zu gestalten.
Wichtig ist bei der Wahl des richtigen Steuerberaters vor allem eine transparente Zusammenarbeit und klare Kommunikation. Und falls dein Steuerberater wider Erwarten nicht zu dir passt, kannst du jederzeit wechseln. Entscheidend ist, dass du deine Zahlen verstehst und die Lösung wählst, die am besten zu deinem Business passt.






