Abschreibungen

Abschreibungen werden auf das betriebliche Anlagevermögen vorgenommen, das im Laufe der Zeit durch natürlichen Verschleiß und durch seine Benutzung an Wert verliert. Alterung, Verschleiß, aber auch äußere Einflüsse, Unfallschäden und Preisverfall sind die Ursachen für Wertminderungen. Diese Wertminderungen werden buchhalterisch erfasst und als Abschreibungen bezeichnet. Es wird generell zwischen der planmäßigen Abschreibung und der außerplanmäßigen Abschreibung unterschieden.

Behandlung von Abschreibungen auf Anlagevermögen

Wie ermittelt man die Höhe von Abschreibungen?

Abschreibungen sind abzugsfähige Wertverluste und gelten als Betriebsausgaben. So mindern diese buchhalterisch ermittelten Wertverluste den Unternehmensgewinn und damit die Steuerlast. Die steuerrechtliche Bezeichnung lautet Absetzung für Abnutzung (AfA). Abschreibungen werden in der Gewinnermittlung als Aufwand berücksichtigt, sie unterliegen den Regelungen des Handels- und Steuerrechts. Unternehmen, die innerhalb eines Jahres zu hohe Abschreibungen gebildet haben, können im Folgejahr einen Ausgleich dafür vornehmen.

Beginn der Abschreibungen

Die Abschreibung beginnt mit dem Zeitpunkt der Betriebsbereitschaft einer betrieblichen Anschaffung. Das ist nicht der Zeitpunkt, an dem die tatsächliche Nutzung beginnt, sondern der Tag des Kaufs oder der Lieferung. Die Abschreibung wird monatsgenau berechnet. Wurde beispielsweise eine Maschine am 15. August geliefert, so wird der gesamte August abgeschrieben. Entspricht das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr, so werden in diesem Fall fünf Monate abgeschrieben. Der tatsächliche Abschreibungsbetrag im Jahr wird ermittelt, indem der jährliche Abschreibungsbetrag durch 12 dividiert wird. Dieser Betrag wird mit der Zahl der abzuschreibenden Monate multipliziert.

Ende der Abschreibungen

Die Abschreibung wird so lange vorgenommen, bis der Anlagegegenstand ausgesondert wird oder keinen Buchwert mehr hat. Das ist der Fall bei Verschrottung, Verkauf oder Verlust. Bei der planmäßigen Abschreibung des Wirtschaftsgutes liegt dessen Buchwert im letzten Nutzungsjahr bei 0. Liegt der Buchwert eines Wirtschaftsgutes schon bei 0 und wurde die Vollabschreibung vorgenommen, kann dieses Wirtschaftsgut zum Teil noch genutzt werden, wenn es der Zustand erlaubt. Das Wirtschaftsgut wird in diesem Fall noch mit einem geringen Erinnerungswert weitergeführt, für den eine Geldeinheit angesetzt wird. Soll ein Wirtschaftsgut verkauft werden, ist ein Veräußerungserlös zu ermitteln. Der Veräußerungserlös kann den kalkulatorischen Wertverlust und das damit verbundene Abschreibungsvolumen reduzieren. Ein mutmaßlicher Verwertungserlös darf handelsrechtlich nicht angesetzt werden.

Verschiedene Methoden für Abschreibungen

Bei den Abschreibungsmethoden werden die direkte und die indirekte Abschreibung unterschieden. Bei der direkten Abschreibung wird der Aufwand direkt vom Wert des Anlagegegenstandes abgezogen, der dann in der Bilanz ausgewiesen wird. Die laufenden Abschreibungen werden direkt von den historischen Anschaffungskosten subtrahiert. Bei der indirekten Abschreibung muss ein Posten zur Wertberichtigung gebildet werden. Auf diesen Wert werden alle künftigen Abschreibungen kumuliert. Alle Abschreibungen müssen bei der indirekten Abschreibung gesammelt und als Wertberichtigungsposten angesetzt werden. Sie erscheinen mit negativem Vorzeichen auf der Aktivseite der Bilanz oder werden mit positivem Vorzeichen auf der Passivseite der Bilanz als Wertberichtigung erfasst.

Es kann entweder linear oder degressiv abgeschrieben werden. Bei der linearen Abschreibung verteilt sich der jeweilige Abschreibungsbetrag linear über die Nutzungsjahre. Schreibt man degressiv ab, dann setzt man in den ersten Nutzungsjahren höhere Abschreibungsbeträge an, die im Zeitverlauf sinken. Diese Vorgehensweise entspricht den tatsächlichen Wertverlusten von Anlagen deutlich besser. Allgemein bekannt ist, dass Autos oder IT-Equipment in den ersten Monaten nach der Anschaffung mehr an Wert verlieren als im weiteren Zeitverlauf.

Abschreibungen mindern den Unternehmensgewinn

Behandlung von Abschreibungen auf Anlagevermögen

Für Gegenstände, die über längere Zeit im Unternehmen wirtschaftlich genutzt und als Anlagevermögen angeschafft werden, erfolgt die Erfassung von Herstellungs- oder Anschaffungskosten im Jahr der Herstellung oder Anschaffung nicht als kompletter Aufwand. Die Herstellungs- oder Anschaffungskosten werden auf die Jahre der Nutzung dieses Gegenstandes verteilt. So kann der jährliche Wertverlust dargestellt werden.

Wie Abschreibungen entstehen

Eine Abschreibung kann folgende Ursachen haben:

  • verbrauchsbedingte Abnutzungen
  • zeitlich bedingter Verschleiß
  • Witterungseinflüsse
  • Unfälle
  • Wertminderungen aufgrund des technischen Fortschritts
  • Ablauf von Schutz- und Nutzungsrechten.

Warum Abschreibungen gebildet werden

Mit Abschreibungen werden der aktuelle Wert des Betriebsvermögens und der Wertverlust als Kosten dargestellt. In der Kostenrechnung müssen die Abschreibungen in die Preiskalkulation einfließen. Sie stellen eine Betriebsausgabe dar und mindern den zu versteuernden Gewinn. Eine Abschreibung beeinflusst in der Handelsbilanz den Wertansatz eines Vermögensgegenstandes. Bei den „Absetzungen für Abnutzung“ sind stets die Höchstgrenzen zu berücksichtigen.

Eine Abschreibung darf in ihrer Höhe die Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich des Wertverlustes innerhalb eines Bewertungszeitraums nicht übersteigen. Auf der Aktivseite der Bilanz stellt die Abschreibung eine Wertminderung dar. Häufig wird zwischen der kalkulatorischen und handelsrechtlichen Abschreibung unterschieden. Für unternehmensinterne Berechnungen werden kalkulatorische Abschreibungen vorgenommen, die nicht in der Buchführung erscheinen. Sie spiegeln nur die Realität und den tatsächlichen Wert eines Anlagegutes wider. Die handelsrechtliche Abschreibung erscheint hingegen in er Buchführung und ist vom Gesetzgeber in Form und Höhe vorgeschrieben.