Café eröffnen: Alles, was du vor der Gründung wissen musst

Der Traum vom eigenen Café – hast du ihn auch? Bevor du deinen ersten Latte macchiato servieren kannst, gibt es allerdings einiges zu erledigen. Dabei geht es um mehr, als nur einen passenden Namen zu finden oder ein kreatives Menü zu entwickeln. Entscheidend sind vor allem ein überzeugendes Konzept und eine tragfähige Finanzierung. Auch rechtliche Vorgaben und behördliche Auflagen solltest du nicht unterschätzen.
In diesem Ratgeber informieren wir dich ausführlich darüber, welche Herausforderungen und Aufgaben mit der Gründung auf dich zukommen. Du erfährst, welche Gründungsschritte wichtig sind und bekommst praktische Tipps,um deinen Traum vom eigenen Café zu verwirklichen.
- Für wen eignet sich die Eröffnung eines eigenen Cafés?
- Welchen Gewinn kannst du mit deinem Café erwarten?
- Wie eröffnest du ein Café? Schritt für Schritt zur eigenen Kaffeebar oder zum eigenen Bistro
- 1. Entwickle eine Geschäftsidee und überlege, wie du dich abheben kannst
- 2. Schreibe ein Konzept bzw. einen Businessplan für dein Café
- 3. Finde den perfekten Standort
- 4. Entscheide dich für eine passende Rechtsform
- 5. Kläre Finanzierung und Zuschüsse für dein Café oder Bistro
- 6. Kümmere dich um notwendige Genehmigungen
- 7. Melde deine Selbstständigkeit bei den zuständigen Behörden an
- 8. Plane deine Eröffnung
- Was kostet ein eigenes Café?
- Wichtige Versicherungen für deine Kaffeebar abschließen
- So findest du Mitarbeiter für dein Café
- Starte Marketing für dein Café oder dein Bistro
- Welche Steuern musst du als Café-Besitzer zahlen?
- Buchhaltung und Finanzen für dein Café
- Herausforderungen und Risiken bei der Gründung deines Cafés
- Café übernehmen: Einfache Alternativen zur Neueröffnung?
- Als Franchise-Nehmer zum eigenen Café
- Weitere Möglichkeiten für deinen Start in die Gastronomie
- Zusammenfassung
- Häufige Fragen und Antworten zum Eröffnen eines Cafés
Für wen eignet sich die Eröffnung eines eigenen Cafés?
Der Duft von frischem Kaffee, leckere Kuchenkreationen und hier und da ein Small Talk mit den Gästen. Diese Vorstellung von der Selbstständigkeit und dem Café-Alltag hat so mancher Gründer. In der Realität sieht das häufig anders aus: Die gastronomische Branche ist fordernd und nichts für schwache Nerven.
Damit dein Traum vom eigenen Café nicht zum Albtraum wird, solltest du die nötigen gastronomischen und unternehmerischen Fähigkeiten mitbringen. Frag dich ehrlich: Passt die Gastronomie wirklich zu dir? Mit diesen drei Fragen lässt sich das im Vorfeld klären.
1. Die Gastro und du – das perfekte Match?
In der Gastronomie gibt es keine flexiblen Arbeitszeiten oder die Option auf Homeoffice. Dein Café ist dein Arbeitsplatz und ein sozialer Treffpunkt für deine Stammkunden. Gerade in den ersten zwei bis drei Jahren bedeutet das: lange Arbeitszeiten, wenig Freizeit und kaum Urlaub. Und dein Einkommen? Das ist anfangs eher schwankend, bis sich dein Geschäft etabliert.
Bist du bereit, diese intensive Anfangsphase durchzustehen?
2. Stress, kein Problem – oder doch?
Ein Café zu führen heißt nicht nur, Kaffee zu servieren. Du bist Gastgeber, Organisator und Arbeitgeber in einem. Magst du es, ständig mit Menschen in Kontakt zu sein? Du wirst auf viele Stress-Situationen treffen, sei es die hektische Mittagszeit oder unfreundliche Gäste, die sich beschweren. Hier musst du einen kühlen Kopf bewahren und auch bei extremer Anstrengungen freundlich bleiben.
Diese persönlichen Kompetenzen solltest du als Café-Besitzer mitbringen:
- Kommunikationsfähigkeit und Kundenorientierung
- Stressresistenz und Belastbarkeit
- Flexibilität
- Energie und Ausdauer
- Empathie im Umgang mit Mitarbeitern und Gästen
3. Hast du eine Gründerpersönlichkeit?
Ein Café zu besitzen, bedeutet einiges an Organisation und Management. Das Ziel: Dein Café wirtschaftlich erfolgreich und langfristig stabil zu führen. Neben deiner Leidenschaft für Menschen und Kaffee brauchst du ein tiefes Verständnis für die Abläufe in der Gastronomie und Wissen über die Marktbedingungen. Bevor du dich selbstständig machst, frag dich bitte ehrlich: Hast du ausreichend Management-Skills, die für dein eigenes Business unerlässlich sind?
Diese fachlichen Kompetenzen solltest du für deine Selbstständigkeit unbedingt mitbringen:
- Grundkenntnisse in der Buchhaltung und Finanzplanung
- Führungskompetenz und Organisationstalent
- Marketingkenntnisse
- Grundkenntnisse von rechtlichen Aspekten der Unternehmensführung (z. B. Steuervorschriften oder Vertragsrecht)
Ein Café zu gründen, ist mehr als der Gastgeber zu sein. Es geht darum, das Café als Business zu sehen und zu führen. Wenn du jetzt immer noch denkst „Ja, das klingt total nach mir“, könnte diese Geschäftsidee genau dein Ding sein!
Welchen Gewinn kannst du mit deinem Café erwarten?
Der Gewinn deines Cafés hängt von mehreren Faktoren ab. Ein kleines Café mit geringem Personalaufwand und niedrigen Betriebskosten erzielt pro Gast einen höheren Gewinn, generiert jedoch weniger Umsatz. Ein größeres Café erwirtschaftet mehr Umsatz, verursacht aber auch höhere Kosten.
Hier ein paar Faktoren, die deinen Gewinn beeinflussen können:
- Standort: Ein Café mitten in der Innenstadt macht mehr Umsatz als eines in einer ruhigeren Ecke.
- Zielgruppe: Wer sind deine Gäste und wie viel geben sie aus?
- Angebot: Je abwechslungsreicher dein Angebot, desto mehr Umsatz kannst du erzielen.
- Betriebskosten: Miete, Personal und Zutaten – diese Fixkosten müssen abgedeckt werden.
Im Durchschnitt kannst du mit einem kleinen Café eine Gewinnmarge von 10 bis 15 Prozent erzielen. Bei größeren Cafés, die mehr Personal und höhere Fixkosten haben, kannst du mit einer Gewinnspanne von 5 bis 10 Prozent rechnen.
Für eine realistische Einschätzung deines Gewinns ist eine gründliche Finanzplanung wichtig. Alles dazu findest du in unserem ausführlichen Ratgeber-Artikel zur Finanzplanung.
Schau dir ergänzend dazu auch Auswertungen vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) an. Da findest du aktuelle Zahlen und Berichte, die dir wertvolle Insights bieten.
Wie eröffnest du ein Café? Schritt für Schritt zur eigenen Kaffeebar oder zum eigenen Bistro
Ganz oft scheitern Café-Gründer, weil ihre Geschäftsidee nicht ausreichend durchdacht ist, die Finanzierung nicht genügt oder wichtige Formalitäten, wie Genehmigungen, übersehen werden. Das passiert dir nicht! Wir zeigen dir alle wichtigen Gründungsschritte, die auf dem Weg zur Café-Eröffnung relevant sind.
1. Entwickle eine Geschäftsidee und überlege, wie du dich abheben kannst
Vor allem in Großstädten gibt es Cafés wie Sand am Meer. Um langfristig erfolgreich zu sein, musst du dir überlegen, mit welchem Alleinstellungsmerkmal du dein Café zu etwas Besonderem machen kannst. Vielleicht eröffnest du eine Kombination aus Kaffeebar und Co-Working-Space oder du kombinierst es mit einem kleinen Bücherladen? Mit einem einzigartigen Alleinstellungsmerkmal ziehst du neugierige Gäste an und gewinnst treue Stammkunden.
2. Schreibe ein Konzept bzw. einen Businessplan für dein Café
Bevor du das Konzept für deine Geschäftsidee schreibst, sind folgende Überlegungen wichtig: Möchtest du nur Kaffee und Kuchen anbieten oder auch kleine Frühstücksvarianten? Wie hoch dürfen die Preise sein, um attraktiv und dennoch konkurrenzfähig zu bleiben? Deine Auswahl sollte nicht nur lecker und abwechslungsreich, sondern auch profitabel sein. Schließlich willst du von deinem Café leben können. Und last but not least: Welche Zielgruppe möchtest du mit deinem Café ansprechen? Und wie kannst du deine zukünftige Kaffee-Community erreichen?
Dafür ist ein Dokument unerlässlich: ein gut durchdachter Businessplan. Mit diesem Plan verwandelst du deine Geschäftsidee in ein solides Konzept. Dein Geschäftsplan hilft dir, dein Vorhaben klar zu strukturieren und ist gleichzeitig eine wichtige Voraussetzung, wenn du Fremdfinanzierungen beantragen möchtest.
Unser Tipp: Nutze gerne unsere kostenfreie Businessplan-Vorlage, um den Geschäftsplan für dein Café zu erstellen.
Wichtige Bestandteile in deinem Businessplan sind die Marktanalyse sowie die Zielgruppenanalyse. Auch die Analyse des Wettbewerbs und die zukünftigen Trends in der Gastronomie solltest du nicht außer Acht lassen.
3. Finde den perfekten Standort
Dein Café mag noch so gut sein: Wenn der Standort nicht stimmt, wird es schwierig, die richtigen Gäste zu erreichen. Überlege dir, wie gut der Ort erreichbar ist und ob er eine Chance auf Laufkundschaft bietet. Denke auch an die Bedürfnisse deiner Gäste: Gibt es Parkmöglichkeiten oder eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel? Mache dir die Mühe, verschiedene Optionen zu vergleichen und nehme dir die Zeit, eine gute Entscheidung zu treffen. Denn der Standort kann den Unterschied machen.
Diese Aspekte solltest du bei der Auswahl des Standorts beachten:
- Zugänglichkeit: Wie gut ist der potenzielle Standort für deine Zielgruppe erreichbar?
- Laufkundschaft: Gibt es ausreichend Gelegenheit, dass Menschen spontan bei dir vorbeischauen?
- Wettbewerb: Wie viele Cafés gibt es in der unmittelbaren Umgebung? Und ähneln diese deinem Konzept?
- Mietpreise und Kosten: Dein potenzieller Standort muss auch finanziell tragbar sein. Wie hoch ist die Miete und wie wirkt sich das auf deine Rentabilität aus?
Unser Tipp: Was bei der Standortwahl wichtig ist, erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber zur Standortanalyse.
4. Entscheide dich für eine passende Rechtsform
Weißt du schon, welche Rechtsform du für dein Café wählen möchtest? Diese hat Auswirkungen auf Haftung, Steuern und deinen bürokratischen Aufwand. Prüfe deine Anforderungen und Ziele und wähle die Rechtsform, die am besten zu deiner Geschäftsidee passt.
Lass uns die gängigsten Rechtsformen für ein Café und ihre Besonderheiten genauer unter die Lupe nehmen.
Unser Tipp: Detaillierte Informationen bietet dir unser Beitrag zu den Rechtsformen.
5. Kläre Finanzierung und Zuschüsse für dein Café oder Bistro
Dein Startkapital ist knapp? Kein Grund, deinen Traum vom eigenen Café aufzugeben. Neben klassischen Gründungskrediten kannst du Förderprogramme nutzen, die speziell für Gründer gedacht sind. Dazu gehören der Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit oder regionale Förderprogramme, die auf die Bedürfnisse deiner Region zugeschnitten sind und oftmals Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite bieten.
Auch Crowdfunding ist eine spannende Option: Du sammelst viele kleine Beiträge von einer großen Anzahl von Unterstützern, um dein Café zu finanzieren. Gleichzeitig baust du dir direkt eine Community von zukünftigen Gästen auf. Wie du deine Crowdfunding-Kampagne ins Leben rufst, erklären wir dir in unserem Ratgeber-Artikel zum Crowdfunding.
Ein Finanzplan ist für dein Vorhaben unerlässlich. Er umfasst sämtliche Kosten – von der Anschaffung der Kaffeemaschine bis hin zur Inneneinrichtung. Damit erhältst du einen klaren Überblick und kannst deine Finanzierung gezielt klären.
Unser Tipp: Ein Fördermittel-Check hilft dir, die passenden Finanzierungsquellen für dein Café zu finden. Nutze dafür unseren umfangreichen Förder-Überblick. Schau dir auch unseren Ratgeber zur Gründungsfinanzierung an, um noch mehr Insights zu bekommen.
6. Kümmere dich um notwendige Genehmigungen
Jetzt wird es bürokratisch – da kommst du leider nicht drumherum. Bevor du dein Café eröffnen kannst, müssen ein paar Genehmigungen vorliegen. Eine Gaststättenerlaubnis ist unerlässlich. Ohne diese kannst du keine Getränke ausschenken, egal, ob es sich um alkoholische Getränke oder „nur“ Kaffee handelt.
Wenn du Außenplätze hast, brauchst du zusätzlich eine Genehmigung für die Außengastronomie (Sondernutzungserlaubnis). Auch um die Toilettensituation solltest du dir Gedanken machen: Ein spezielles Toilettengesetz gibt es in Deutschland zwar nicht, aber in jedem Bundesland gelten unterschiedliche Vorschriften. Ob eine Toilette notwendig ist, hängt oft auch vom Angebot des Gastronomiebetriebs ab. Welche genauen Regeln in deinem Bundesland gelten, weiß deine Industrie- und Handelskammer (IHK).
Auch Hygienevorschriften sind ein Thema. Du benötigst ein Gesundheitszeugnis, um in der Gastronomie arbeiten zu können. Dafür musst du zunächst eine Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) absolvieren. Diese Erstbelehrung informiert dich über wichtige Hygienestandards und den sicheren Umgang mit Lebensmitteln. Zusätzlich erfolgt eine Unterrichtung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu lebensmittelrechtlichen Vorschriften. Diese Schulungen sind erforderlich, damit du dein Gesundheitszeugnis erhalten kannst.
Möchtest du Alkohol ausschenken, musst du neben deinem Ausweis den Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
Wichtig: Die Ausstellung der Genehmigungen kann drei bis sechs Monate in Anspruch nehmen. Beantrage sie rechtzeitig, damit du alle erforderlichen Unterlagen vor der Eröffnung in den Händen hältst.
7. Melde deine Selbstständigkeit bei den zuständigen Behörden an
Und dann musst du noch deine Selbstständigkeit anmelden. Da dein Café ein Gewerbe darstellt, brauchst du einen Gewerbeschein. Den erhältst du nach deiner erfolgreichen Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt.
Je nach Art des Cafés können weitere Behördengänge anfallen. Du benötigst beispielsweise eine Steuernummer, die du vom Finanzamt bekommst. Diese brauchst du für die Buchführung und deine Steuererklärungen. Du erhältst sie automatisch nach der Gewerbeanmeldung. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) wird in der Regel automatisch über deine Gewerbeanmeldung informiert. Zusätzlich ist eine Eintragung ins Handelsregister erforderlich, wenn du als Kaufmann eingetragen bist.
8. Plane deine Eröffnung
Jetzt wird es konkret! Nachdem wir die bürokratischen Hürden genommen haben, geht es jetzt an die konkrete Planung der Café-Eröffnung. Dazu gehört, eine Speisekarte zu entwerfen, die deine Kosten deckt. Überlege dir, wie du dein Café nennen möchtest und mache dir Gedanken über ein passendes Logo. Namen und Logo sollten sich nicht nur in der Speisekarte wiederfinden, sondern auch auf allen weiteren Werbematerialien. Somit erzeugst du einen starken Wiedererkennungswert.
Unser Tipp: Plane unbedingt ein paar Eröffnungsaktionen ein, um die ersten Gäste anzulocken. Vielleicht ein Eröffnungsrabatt oder ein kleines Event, das die Leute neugierig macht? Alles, was die Gäste anzieht und dir einen erfolgreichen Start ermöglicht, ist gute Werbung für dein Café.
Was kostet ein eigenes Café?
Die Gründungskosten für ein eigenes Café können rasch in die Höhe schnellen. Vom Kauf der Kaffeemaschine über die Küchenausstattung bis hin zu den nötigen Genehmigungen und Versicherungen: Am Anfang zahlst du erst einmal drauf. Viele Gründer unterschätzen diese anfänglichen Kosten gnadenlos. Wer sich mit den Zahlen beschäftigt, stellt fest, dass die tatsächlichen Kosten oft bei 60.000 Euro bis 80.000 Euro liegen. Ohne vorhandenes Startkapital wird das eng.
Zu den wichtigsten Ausgaben gehören:
- Miete
- Strom und Wasser
- Personalkosten inklusive Unternehmerlohn
- Einkaufskosten
- Steuern
- Wartungskosten
- Versicherungen
- Buchhaltung
- Marketing
Unser Tipp: Mit einem gut durchdachten Finanzplan behältst du die Übersicht und kannst sicherstellen, dass dein Café langfristig erfolgreich ist. In unserem ausführlichen Ratgeber zum Erstellen eines Finanzplans erfährst du alles, was du wissen musst.
Wichtige Versicherungen für deine Kaffeebar abschließen
Ja, wir wissen, dass Versicherungen ganz schön teuer werden können. Aber sie sind wichtig, um dich und dein Café im Fall der Fälle abzusichern.
Diese Versicherungen solltest du als Café-Besitzer unbedingt haben:
Private Versicherungen: Als Selbstständiger bist du nicht automatisch krankenversichert. Falls du ernsthaft krank wirst und länger ausfällst, solltest du eine Absicherung gegen schwere Krankheiten oder eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Zudem zahlst du als Selbstständiger nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Das kann im Ruhestand fatale Folgen haben. Kümmere dich deswegen rechtzeitig um deine Altersvorsorge als Selbstständiger. Welche Möglichkeiten dir zur Verfügung stehen, erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber zur privaten Rentenversicherung für Selbstständige.
Betriebliche Versicherungen: Stell dir vor, du schüttest einem Gast versehentlich ein Heißgetränk über den Laptop. Das kann schnell unglücklich enden. Falls mal etwas schiefgeht, ist eine Betriebshaftpflichtversicherung deshalb unerlässlich. Außerdem solltest du eine Inhaltsversicherung abschließen, die bei Schäden wie Rohrbrüchen oder Einbrüchen greift. Und ganz wichtig: eine Rechtsschutzversicherung, falls es zu Streitigkeiten mit Gästen, Lieferanten oder deinem Vermieter kommt.
Noch mehr Input zu diesem Thema bekommst du in unserem Ratgeber zu den wichtigsten Versicherungen für Selbstständige.
So findest du Mitarbeiter für dein Café
Eine „One-Man-Show“ im Café ist auf Dauer kaum machbar. Anfangs läuft es vielleicht noch rund, aber irgendwann kannst du nicht mehr alles alleine stemmen. Schließlich wartet neben dem Betrieb auch die Buchhaltung, die Bestellungen und das Organisatorische. Falls du Unterstützung benötigst, bemühe dich rechtzeitig um zuverlässige Mitarbeiter. Gut ausgebildetes Personal in der Gastronomie ist derzeit knapp. Für die Suche nach potenziellen Mitarbeitern kannst du spezialisierte Jobportale wie Hotelcareer oder Gastrojobs nutzen oder mit lokalen Arbeitsvermittlungen zusammen arbeiten.
Unser Tipp: Nimm dir die Zeit, dein Team sorgfältig auszuwählen. In einem Café spielen die Menschen hinter dem Tresen eine große Rolle für die Kundenzufriedenheit. Arbeitest du deine Mitarbeiter gut ein, wird das nicht nur das gesamte Team stärken, sondern ebenso deine Kundenbeziehungen.
Starte Marketing für dein Café oder dein Bistro
Die Eröffnung ist geschafft. Damit hast du einen großen Meilenstein erreicht. Jetzt willst du dafür sorgen, dass dein Café richtig bekannt wird. In unserer heutigen digitalen Welt ist eine starke Online-Präsenz absolut wichtig. Sorge dafür, dass deine Website gut auffindbar ist. Überlege dir, wie du dich mit speziellen Aktionen von der Konkurrenz abheben kannst. Zum Beispiel kannst du ein Bonus-System nutzen oder mit anderen Treue-Aktionen deine Besucher zu Stammkunden machen.
Auch Bewertungen sind ein echtes Power-Tool! Vor allem Google-Bewertungen haben einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung und das Vertrauen in dein Café. Achte darauf, dass du auf positive UND negative Bewertungen reagierst. So zeigst du, dass dir die Meinung deiner Gäste wichtig ist.
Welche Steuern musst du als Café-Besitzer zahlen?
Als Café-Besitzer musst du dich um verschiedene Steuern kümmern. Dazu zählen vor allem die Einkommenssteuer, die Umsatzsteuer und je nach Gewinn auch die Gewerbesteuer. Die Einkommenssteuer betrifft dein persönliches Einkommen aus dem Café und die Umsatzsteuer wird auf deine Verkäufe erhoben. Wenn dein Gewinn eine bestimmte Grenze überschreitet, kann auch Gewerbesteuer anfallen.
Welche Steuern für Selbstständige anfallen, haben wir in unserem ausführlichen Ratgeber-Artikel zusammengestellt.
Buchhaltung und Finanzen für dein Café
Die Buchhaltung in der Gastronomie ist komplexer, als du es vielleicht aus anderen Branchen gewohnt bist. Ein wichtiger Punkt ist hier die Bonpflicht. Sie schreibt vor, dass du jeden Verkauf korrekt dokumentierst und einen Kassenbon ausstellst, ist der Betrag auch noch so klein. Achte darauf, dass dein Kassensystem diese Anforderungen erfüllt. Es registriert Verkäufe, berechnet den Betrag, erstellt Rechnungen und führt die Zahlungen durch. Moderne Kassensysteme bieten oft auch Funktionen für die Bestandsverwaltung und Verkaufsanalysen.
Neben dem Kassensystem ist deine Kassenführung wichtig. Du musst alle Einnahmen und Ausgaben ordentlich dokumentieren und aufbewahren. Diese Aufzeichnungen dienen nicht nur der Transparenz, sondern auch der korrekten steuerlichen Erfassung. Hierzu gehört auch das Kassenbuch, in welchem du Bartransaktionen und Einnahmen manuell oder digital festhältst.
Unser Tipp: Eine digitale Lösung wie sevdesk, die speziell für die Gastronomie entwickelt wurde. Mit der Buchhaltungssoftware für die Gastronomie behältst du den Überblick, kannst deine Finanzen einfach verwalten und musst dir keine Sorgen um die komplexen Buchhaltungsanforderungen machen.
Teste jetzt die perfekte Buchhaltung für deine Gastronomie!
Herausforderungen und Risiken bei der Gründung deines Cafés
Die Gründung eines Cafés bringt viele Chancen, aber auch einige Herausforderungen und Risiken mit sich. Damit du diese kennst, haben wir sie hier auf einen Blick für dich zusammengefasst:
- Falscher Standort: Ein ungünstiger Standort kann es schwierig machen, deine Zielgruppe zu erreichen und kann somit deinen Erfolg gefährden.
- Falsche Zielgruppe eingeschätzt: Wenn du die Bedürfnisse deiner Gäste nicht richtig analysierst, kann der Umsatz ausbleiben.
- Kein Versicherungsschutz: Ohne die richtigen Versicherungen stehst du im Notfall ohne Schutz da. Und das kann richtig teuer werden.
- Fehlerhafte Preiskalkulation: Eine falsche Preispolitik kann dich schnell in die roten Zahlen bringen.
- Fehlende Konzessionen und Genehmigungen: Ohne die richtigen Genehmigungen (Z. B. die Gaststättenkonzession) darfst du dein Café nicht betreiben und riskierst die Schließung deines Cafés.
Unser Tipp: Erstelle für alle To-dos einen klaren Übersichtsplan. So behältst du immer den Überblick und kannst Schritt für Schritt sicherstellen, dass nichts auf der Strecke bleibt.
Café übernehmen: Einfache Alternativen zur Neueröffnung?
Hast du schon einmal über die Möglichkeit nachgedacht, ein bestehendes Café zu übernehmen? Statt von null anzufangen, kannst du auf ein bewährtes Konzept aufbauen und dir manche Hürde ersparen.
Diese Vorteile bietet dir eine Café-Übernahme:
- Bestehende Infrastruktur: Du musst keine teuren Renovierungen oder eine aufwendige Standortsuche durchführen.
- Kundschaft und Ruf: Ein etabliertes Café hat bereits loyale Stammkunden und einen guten Ruf, den du weiterführen kannst.
- Keine Personalsuche: Eine Übernahme des bestehenden Teams erspart die Einarbeitungszeit.
- Erfahrungswerte: Du übernimmst ein Geschäftsmodell, das funktioniert und bekannt ist. Das erspart dir Planungsaufwand und Risiken.
- Schnellere (Wieder-) Eröffnung: Viele Genehmigungen und Lizenzen sind bereits vorhanden, sodass du schneller loslegen kannst.
Bist du sicher, dass das Café zu dir passt, kann eine Übernahme eine hervorragende Alternative zur Neueröffnung sein.
Als Franchise-Nehmer zum eigenen Café
Falls dir die Neugründung eines eigenen Cafés doch eine Nummer zu groß ist, könnte das Franchising-Modell eine attraktive Alternative sein. Du profitierst von erprobten Konzepten und etablierten Marken und erhältst alles, was du brauchst: von der Ausstattung über Schulungen bis hin zu Marketingmaterialien. Im Gegenzug zahlst du eine einmalige Eintrittsgebühr und monatliche Lizenzgebühren.
Denke gut darüber nach, ob das Konzept deinen Vorstellungen entspricht und ob du bereit bist, einen Teil deiner Unabhängigkeit abzugeben. Franchising gibt dir weniger Freiraum für eigene Ideen, bietet aber ein bewährtes Geschäftsmodell und somit weniger Risiko.
Ausführliche Informationen zu den Vor- und Nachteilen bekommst du in unserem Ratgeber-Artikel Franchise-Unternehmen gründen.
Weitere Möglichkeiten für deinen Start in die Gastronomie
Ein Café ist nicht dein Ding? Dann kann die Gründung eines anderen Gastronomiebetriebs wie ein Restaurant oder eine Bar dir mehr liegen. Beide Optionen bringen ihre eigenen Herausforderungen und Chancen mit sich.
Mehr dazu findest du in unseren separaten Ratgebern-Artikeln zur Restaurant-Eröffnung und Bar-Eröffnung.
Zusammenfassung
Für viele Menschen ist es ein Traum: Das eigene Café! Hinter dieser Geschäftsidee stecken zahlreiche Gründungsschritte. Gastronomisches Verständnis und die richtigen Fähigkeiten sind dafür wichtig. Der richtige Standort ist ebenfalls entscheidend, denn er beeinflusst direkt, ob du deine Zielgruppe erreichst. Auch die Preiskalkulation sollte gut durchdacht sein, damit du langfristig profitabel arbeiten kannst. Vor allem die notwendigen Formalitäten, wie Genehmigungen und der Versicherungsschutz, sind nicht zu unterschätzen. Ohne diese kann es teuer oder sogar rechtlich problematisch werden.
Denk auch an die erforderlichen Behördengänge. Deine Buchhaltung sollte von Anfang an gut organisiert sein, um den Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Ein eigenes Café ist keine One-Man-Show. Überlege dir früh, wie du ein starkes Team aufbaust.
Mit einem durchdachten Konzept und gezieltem Marketing schaffst du die Basis für dein erfolgreiches Café!






