Steuerberater Kosten: Wie teuer darf ein Steuerberater für Selbstständige sein?

Du bist dir unsicher, welche Steuerberater Kosten und Gebühren auf dich zukommen? Du fragst dich, was ein Steuerberater für Selbstständige kostet?
Hier erfährst du, wie sich die Steuerberatungskosten berechnen, welchen Spielraum dein Steuerberater bei der Abrechnung hat und in welchen Bereichen du Einsparpotenzial hast.
- Was kostet ein Steuerberater grundsätzlich?
- Wie berechnen sich die Steuerberaterkosten im Detail?
- Beispielrechnungen für typische Kosten bei Selbstständigen
- Anpassung der Steuerberatergebühren in 2025
- Steuerberaterkosten für Einzelunternehmen (kleine Selbstständige und Freiberufler)
- Was kostet ein Steuerberater für Kleinunternehmer?
- Steuerberaterkosten für eine GmbH
- Tipps, um Steuerberaterkosten zu sparen
- Kann ich die Steuerberaterkosten von der Steuer absetzen?
- Was muss auf der Rechnung deines Steuerberaters stehen?
- Zusammenfassung
Was kostet ein Steuerberater grundsätzlich?
Die Kosten für einen Steuerberater hängen davon ab, wie aufwendig deine steuerlichen Aufgaben sind, wie komplex dein Unternehmen aufgestellt ist und wie viel Arbeit anfällt. Eine pauschale Antwort gibt es daher nicht.
Viele Leistungen sind in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt. Sie legt fest, in welchem Gebührenrahmen sich ein Steuerberater bewegen darf. Die Abrechnung erfolgt also nicht willkürlich, sondern nach klaren gesetzlichen Vorgaben. Die daraus resultierende Berechnung sieht in der Regel wie folgt aus:
Gegenstandswert x Gebührensatz = Steuerberaterhonorar
Was genau der Gegenstandswert ist und wie du ihn berechnest, schauen wir uns gleich noch ganz genau an.
Du kannst dir aber schon mal merken: Je mehr du verdienst, desto teurer wird der Steuerberater.
Wie berechnen sich die Steuerberaterkosten im Detail?
Grundsätzlich muss sich dein Steuerberater an die Steuerberatervergütungsverordnung (kurz: StBVV) halten. Diese räumt ihr oder ihm einen gewissen Spielraum bei der Berechnung der Steuerberaterkosten ein. So ist nach der Vergütungsverordnung zum Beispiel in eine Mindest-, Mittel-, und Höchstgebühr zu unterteilen.
In den meisten Fällen wird sich dein Steuerberater in der Mitte der Gebühren bewegen, sofern dein Fall einen durchschnittlichen Aufwand mit sich bringt. Allerdings kann dein Steuerberater auch einen höheren Gebührensatz abrechnen, wenn der Aufwand überdurchschnittlich hoch ist, etwa bei unsortierten, übermäßig vielen oder fehlenden Belegen. Dies muss er dir gegenüber dann jedoch auch begründen können. Im Grundsatz gilt nämlich die sogenannte Mittelgebühr.
Für bestimmte Leistungen, wie die Prüfung eines Steuerbescheids, die Einrichtung der Buchhaltung oder die Erteilung von Steuerbescheinigungen kann der Steuerberater auch eine vom Gegenstandswert unabhängige Zeitgebühr (also einen Stundensatz) ansetzen. Üblich sind hier Stundensätze zwischen 150 und 200 Euro.
Darüber hinaus beeinflusst deine Rechtsform deine Steuerberatungskosten. Bei Einzelunternehmern ist die Leistung vergleichsweise überschaubar, da meist nur eine EÜR erstellt werden muss. Bei Kapitalgesellschaften ist der Aufwand hingegen wesentlich höher, da sie zur Bilanzierung verpflichtet sind, Körperschafts-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärungen abgeben und einen vollständigen Jahresabschluss erstellen. Hinzu kommen strengere formale Anforderungen sowie Offenlegungspflichten. Dadurch steigt der Umfang der Leistungen, was zu höheren Kosten führt.
Gegenstandswert als Bemessungsgrundlage für die Steuerberatungskosten
Zusätzlich bemessen sich die Kosten deiner Steuerkanzlei am Gegenstandswert und dieser variiert stark je nach Aufgabe. Er ermittelt sich auf verschiedene Art und Weise je nach Bereich. Der Gegenstandswert richtet sich nach Umsatz, Summe der Einkünfte oder Betriebseinnahmen bzw. Betriebsausgaben. Oftmals gibt es dabei auch einen Mindestbetrag, der die Kosten kleiner Unternehmer unproportional steigen lassen kann. Er wird in der Vergütungsverordnung beim entsprechenden Paragrafen angegeben. Je höher der Gegenstandswert ausfällt, desto höher fallen in der Regel auch die Kosten für deinen Steuerberater aus.
In der Steuerberatervergütungsverordnung sind unter anderem auch noch andere Steuerberatungskosten geregelt:
- Umsatzsteuer (§ 15 StBVV)
- Zeitgebühr (beispielsweise bei der Prüfung von Bescheiden)
- Ratgebühr
- Gebühren für die Lohnbuchführung
- Entgelte für Post- und Telekommunikationsdienstleitungen: Pauschsatz bis zu 20 Prozent der ergebenden Gebühren, maximal jedoch 20 Euro (§ 16 StBVV)
Insbesondere die Umsatzsteuer darfst du bei der Kalkulation der Kosten nicht vernachlässigen. Für Unternehmen, die berechtigt sind, die Vorsteuer abzuziehen, ist dieser Punkt unproblematisch. Bei Unternehmen, die die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen oder die ausschließlich umsatzsteuerfreie Umsätze tätigen und somit vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen sind, bedeutet das nochmals um 19 Prozent höhere Kosten.
Beispielrechnungen für typische Kosten bei Selbstständigen
Theorie ist gut, konkrete Zahlen sind jedoch besser. Damit die Kosten für einen Steuerberater kein abstrakter Wert bleiben, findest du im Folgenden typische Beispielrechnungen für die Leistungen eines Steuerberaters. So bekommst du ein realistisches Gefühl für mögliche Gebühren.
Anpassung der Steuerberatergebühren in 2025
Zum 1. Juli 2025 ist eine überarbeitete Fassung der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) in Kraft getreten. Sie bringt leichte Gebührenerhöhungen mit sich und stellt die erste Anpassung seit fünf Jahren in der StBVV dar. Grund für die Erhöhung sind vor allem gestiegene Kosten in den Kanzleien infolge von Inflation, zunehmenden regulatorischen Anforderungen und Digitalisierung. Wer seine Steuererklärung oder andere Leistungen über einen Steuerberater abwickeln lässt, muss sich seit letztem Sommer 2025 auf etwas höhere Rechnungen einstellen.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Wertgebühren nach den Tabellen A bis D der StBVV steigen pauschal um 6 %.
- Die Betragsrahmengebühren für die Lohnabrechnung erhöhen sich um ca. 9 %.
- Die Zeitgebühr nach § 13 StBVV wird nun im Viertelstundentakt statt wie bisher im Halbstundentakt abgerechnet. Gleichzeitig steigt der Höchstsatz von 150 € auf 164 €, der mittlere Satz von 105 € auf 115 € – ebenfalls ein Plus von rund 9 %.
- Für Geschäftsreisen von Steuerberatern erhöhen sich die pauschalen Tage- und Abwesenheitsgelder um 5 Euro (bis 4h: von 25 auf 30 Euro) bzw. um 10 Euro (bis 8h: von 40 auf 50 Euro und über 8h: von 70 auf 80 Euro)
Indem du einen Teil deiner Buchhaltung selbst erledigst, also eine vorbereitende Buchhaltung für deinen Steuerberater machst, kannst du zudem an Steuerberaterkosten sparen. Alles Wichtige dazu haben wir dir in diesem Video zusammengefasst:
Steuerberaterkosten für Einzelunternehmen (kleine Selbstständige und Freiberufler)
Die Kosten für einen Steuerberater hängen bei Freiberuflern und Kleingewerbetreibenden vor allem davon ab, welche steuerlichen Pflichten bestehen. Freiberufler erzielen Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (§ 18 EStG) und profitieren von steuerlichen Erleichterungen, während Kleingewerbetreibende zusätzlich noch die Gewerbesteuererklärung haben (zumindest über dem Freibetrag von 24.500 Euro).
Freiberufler profitieren also von weniger Verwaltungsaufwand und damit meist von niedrigeren Steuerberaterkosten. Kleingewerbetreibende müssen dagegen zusätzlich eine Gewerbesteuererklärung abgeben, was den Preis leicht erhöhen kann. Erstellt der Steuerberater auch die Einkommensteuererklärung für dich, fallen gemäß Vergütungsverordnung Kosten für den Mantelbogen (Gebührenrahmen 1/10 – 6/10) und Kosten für die Anlage zur selbstständigen oder gewerblichen Tätigkeit an.
In beiden Fällen gilt: Je einfacher deine Buchhaltung bzw. je mehr du selbst übernimmst, desto geringer die Kosten. Wenn du viele Belege digital organisierst oder Buchhaltungssoftware wie sevdesk nutzt, sparst du Zeit und reduzierst den Aufwand für deinen Steuerberater.
Alles Wichtige dazu haben wir dir in diesem Video zusammengefasst:
Was kostet ein Steuerberater für Kleinunternehmer?
Als Kleinunternehmer bist du weder von der Pflicht zur Abgabe der Steuererklärungen noch von der Pflicht, deinen Gewinn zu ermitteln, befreit. Somit hast du als Kleinunternehmer weiterhin eine Einkommensteuererklärung mit Einnahmen-Überschussrechnung abzugeben. Je nach Umsatz kann auch noch eine Gewerbesteuererklärung dazukommen. Hier gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro. Bist du darunter, brauchst du nichts machen. Seit 2024 entfällt außerdem die Umsatzsteuererklärung. Bis dahin musstest du noch eine sogenannten Nullmeldung machen.
Beispiel: Du bist Kleinunternehmer und hast einen Jahresumsatz von 20.000 Euro, Gewinn 15.000 Euro, Summe der Einkünfte 10.000 Euro und lässt deine private Einkommensteuererklärung, und deine Gewinnermittlung von der Steuerkanzlei erstellen.
Dann kannst du bei Ansatz der Mittelgebühr mit diesen Kosten, je nach Faktor, rechnen:
Steuerberaterkosten für eine GmbH
Du möchtest als Geschäftsführerin oder Gesellschafter in Erfahrung bringen, welche Kosten Steuerberater GmbHs in Rechnung stellen dürfen? Grundsätzlich wird die Berechnung der Gebühren für die Steuerberaterkosten genauso durchgeführt wie bei Gewerbetreibenden. Für die GmbH als Kapitalgesellschaft gelten allerdings gesonderte Vorschriften.
Sie sind zur Abgabe folgender Dokumente verpflichtet:
- Bilanz
- Gewerbesteuererklärung
- Körperschaftsteuererklärung
- Umsatzsteuererklärung
Die Regelungen für die Abgabe einer Einnahmen-Überschussrechnung finden hier keine Anwendung, da die GmbH im Sinne des Handelsgesetzbuches Kaufmann ist.
Tipps, um Steuerberaterkosten zu sparen
Die gute Nachricht: Du bist den Steuerberaterkosten nicht komplett ausgeliefert. Mit der richtigen Herangehensweise kannst du bares Geld sparen. Du hast folgende Möglichkeiten:
- Gebührensatz prüfen: Steuerberater haben grundsätzlich einen Ermessensspielraum. Achte daher stets darauf, welcher Gebührensatz angesetzt wurde. Wird anstelle der Mittelgebühr die Höchstgebühr berechnet, kannst du eine Begründung verlangen.
- Leistungsumfang klären: Definiere von Anfang an, welche Aufgaben übernommen werden sollen. So vermeidest du unnötige Zusatzkosten.
- Spezialisierung nutzen: Beauftrage deinen Steuerberater gezielt für komplexe Aufgaben wie Jahresabschluss oder Gestaltungsberatung und erledige einfache Tätigkeiten am besten selbst.
- Unterlagen sauber vorbereiten: Sortierte Belege und vollständige Informationen reduzieren den Arbeitsaufwand deines Steuerberaters und damit die Gebühren. Nutze dafür auch unsere Checkliste für Selbstständige.
- Buchhaltungssoftware nutzen: Mit einer Lösung wie sevdesk kannst du Belege digital erfassen, EÜR und Umsatzsteuervoranmeldungen vorbereiten (oder gleich selbst machen) und deinem Steuerberater Arbeit abnehmen. Am besten setzt du dich hierfür einmalig mit deinem Steuerberater zusammen und besprichst alle Geschäftsvorfälle, damit keine kostspieligen Korrekturbuchungen anfallen.
Verhandlungsspielraum und Einsparpotenzial
Steuerberater haben bei der Abrechnung der Gebühren einen großen Ermessensspielraum. Diesen kannst du im Gegenzug als Verhandlungsspielraum nutzen. Die Kosten sind somit nicht nur eine Frage des Aufwandes, sondern ebenso der Verhandlung zwischen dir und deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.
Achte bei erhaltenen Rechnungen darauf, welche Gebührensätze dir in Rechnung gestellt werden. Wird dir beispielsweise die Höchstgebühr berechnet, so kannst du bei deinem Steuerberater um die Dokumentation bitten.
Kann ich die Steuerberaterkosten von der Steuer absetzen?
Ja, deine Kosten für deinen Steuerberater kannst du in der Regel steuerlich geltend machen, sofern sie beruflich bzw. betrieblich veranlasst sind. Entstehen die Kosten im Zusammenhang mit deinem Unternehmen, zählen sie als Betriebsausgaben. Sie werden daher zunächst in deiner Gewinnermittlung erfasst, also in der EÜR oder in der Bilanz und mindern deinen Gewinn und damit deine Steuerlast.
Das Ergebnis dieser Gewinnermittlung überträgst du anschließend in die entsprechende Anlagen deiner Einkommensteuererklärung ein:
- Anlage G (bei Einkünften aus Gewerbebetrieb)
- Anlage S (bei selbstständiger Arbeit)
- Anlage L (bei Land- und Forstwirtschaft)
Wichtig: Kosten, die ausschließlich deine private Steuererklärung betreffen, sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Mehr Details findest du in unserem Ratgeber “Steuerberater absetzen”.
Was muss auf der Rechnung deines Steuerberaters stehen?
Die Rechnung deines Steuerberaters sollte neben den allgemeinen Pflichtangaben einer Rechnung folgende Punkte enthalten:
- Konkrete Leistungsbeschreibung (z. B. Erstellung einer Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung)
- Angesetzter Gegenstandswert als Bemessungsgrundlage bei Wertgebühren
- Angewendete Gebührenvorschriften der StBVV inklusive Angabe der entsprechenden Paragrafen und Tabellen
- Verwendeter Gebührensatz für jede einzelne Position
- Beträge der einzelnen Gebühren
- Auslagen des Steuerberaters (z. B. Porto oder Geschäftsreisen)
- Bereits gezahlte Vorschüsse
- Stundensatz, sofern eine Zeitgebühr abgerechnet wird
- Nettobeträge, 19 % Umsatzsteuer und Bruttobetrag
- Leistungszeitraum und Rechnungsdatum
Achte darauf, dass die Leistungen nachvollziehbar und transparent aufgeschlüsselt sind. So kannst du prüfen, ob der angesetzte Gebührensatz angemessen ist.
Zusammenfassung
Die Kosten für einen Steuerberater richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) und hängen vom Aufwand sowie dem Gegenstandswert der erbrachten Leistungen ab. Die Gebühren bewegen sich innerhalb eines festgelegten Rahmens, wobei die Mittelgebühr häufig als Richtwert dient. Zu den typischen Leistungen gehören die Finanzbuchhaltung, Steuererklärungen und Jahresabschlüsse, deren Kosten je nach Umfang variieren. Besonders Selbstständige und Kleinunternehmer können durch eine strukturierte Buchführung und digitale Lösungen Einsparpotenziale nutzen. In bestimmten Fällen ist eine individuelle Gebührenvereinbarung möglich, etwa bei der Abrechnung nach Zeitaufwand oder fehlenden Unterlagen. Steuerberaterkosten können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden.






