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Amazon FBA einfach erklärt: Definition, Ablauf & Tipps für deinen Einstieg

Aktualisiert am
06
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07
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2026
Tastatur mit "Add to Cart" Button

Anfangs ist der Aufwand für einen Amazon-Shop noch überschaubar. Sobald das Geschäft aber anläuft und die Zahl der Bestellungen steigt, wächst der zeitliche Aufwand für den Versandprozess, die Lagerhaltung und die Abwicklung von Retouren schnell an. Eine praktische Lösung für Onlinehändler bietet Amazon FBA. Damit übernimmt Amazon die Logistikprozesse deiner Bestellungen, du hast weniger Stress mit der Auftragsabwicklung und kannst dein Geschäft noch schneller skalieren.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, was Amazon FBA ist, wie es funktioniert und ob es sich für dich lohnt. Außerdem erfährst du mehr über die Voraussetzungen für Amazon FBA, wie du Schritt für Schritt beim Einstieg vorgehst und was du bei Steuern, Buchhaltung und Finanzen beachten solltest.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Amazon FBA (Fulfillment by Amazon) übernimmt für dich Lagerung, Verpackung, Versand, Kundenservice und Retourenabwicklung.
  • Du profitierst von der hohen Reichweite von Amazon und dem Prime-Versand, gibst dafür jedoch einen Teil deiner Kontrolle und Marge an Amazon ab.
  • Besonders gut eignet sich Amazon FBA für kleine bis mittelgroße Produkte mit hoher Nachfrage und einer attraktiven Gewinnmarge.
  • Neben Verkaufsprovisionen fallen bei Amazon FBA zusätzliche Kosten für Lagerung, Versand und optionale Dienstleistungen an.
  • Verkaufst du innerhalb der EU, solltest du dich frühzeitig mit Themen wie Umsatzsteuer, OSS-Verfahren und steuerlichen Meldepflichten beschäftigen.
  • Die Amazon-Buchhaltung kann aufgrund zahlreicher Transaktionen, Gebühren und Rückerstattungen schnell komplex werden.
  • Mit einer professionellen Buchhaltungssoftware wie sevdesk automatisierst du viele Prozesse, behältst den Überblick über deine Finanzen und reduzierst Fehler in der Buchhaltung.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Amazon FBA?

Bei Amazon FBA (kurz für „Fulfillment by Amazon“) handelt es sich um einen Logistikservice von Amazon. Dabei übernimmt die Handelsplattform fast den gesamten Versandprozess für dich, der die Einlagerung deiner Produkte in einem Logistikzentrum von Amazon, die Kommissionierung, die Verpackung, den Versand der Bestellungen, die Abwicklung von Retouren sowie den Kundenservice umfasst. Somit kannst du dich nach dem Versand deiner Ware an Amazon voll und ganz auf die Skalierung deines Shops, die Produktrecherche und die Vermarktung deiner Produkte konzentrieren.

Wie funktioniert Amazon FBA?

Doch wie funktioniert Amazon FBA nun genau? Schauen wir uns den Ablauf konkret Schritt für Schritt an:

Schritt 1 Lagerhaltung: Du sendest deine Produkte an die dafür vorgesehenen Logistikzentren von Amazon. Dort werden sie für dich eingelagert und die Lagerbestände verwaltet.
Schritt 2 Verpackung & Versand: Sobald eine Bestellung bei dir eingeht, setzt bei Amazon der Versandprozess ein. Die Ware wird kommissioniert, verpackt und an deine Kunden verschickt. Du sparst dir also den gesamten Aufwand für den Versandprozess.
Schritt 3 Kundenservice & Retouren: Haben deine Kunden Fragen, kommunizieren sie direkt mit Amazon. Du musst dich um nichts kümmern. Und selbst Retourenabwicklungen, Erstattungen und Entsorgungen übernimmt die Handelsplattform für dich.
Schritt 4 Auszahlung: Amazon zieht die Zahlung vom Kunden ein und du erhältst alle zwei Wochen eine Auszahlung in Höhe der abgewickelten Bestellungen, abzüglich der Gebühren für Amazon FBA.
Tipp:

Eine lückenlose Buchführung ist entscheidend für deine erfolgreiche Karriere als Amazon-FBA-Händler. Mit sevdesk erfasst du deine Einnahmen und Ausgaben auf Knopfdruck und behältst mit dem praktischen Dashboard ständig den Überblick. Teste jetzt das Online-Rechnungsprogramm und die Buchhaltungssoftware von sevdesk 14 Tage kostenlos!

Lohnt sich Amazon FBA für dich? Vor- und Nachteile

Auf den ersten Blick hört sich dieses Geschäftsmodell doch ganz fantastisch an. Egal ob du dich nebenberuflich selbstständig machen willst, bereits Vollzeit-Selbstständiger bist oder sogar ein KMU mit eigenen Produkten hast, du kannst mit Amazon FBA Geld verdienen, ohne dich selbst um den aufwändigen Versand an Endkunden kümmern zu müssen. Amazon übernimmt einen Großteil der operativen Auftragsabwicklung für dich. Allerdings hat Amazon FBA nicht nur Vorteile. Es gibt auch ein paar Nachteile, die du vor deinem Start als Amazon Seller definitiv kennen solltest. Unsere Übersicht zeigt dir, welche Punkte du in deine Entscheidung für oder gegen die Logistikdienstleistung einbeziehen solltest:

Vorteile von Amazon FBA Nachteile von Amazon FBA
Prime-Versand für deine Kunden hohe Lagergebühren und Versandgebühren, die deine Gewinnmarge schmälern
Kosteneinsparungen dank kompletter Abwicklung von Lagerung, Versand, Kundenservice und Retouren wenig Kontrolle über Verpackung und Versand
kein eigenes Personal notwendig eingeschränkte Chancen bei der Markenbildung
professioneller Kundenservice sowie effizientes Rücksendungsmanagement mitunter hohe Kosten durch Rücksendungen
enorme Reichweite durch Millionen Amazon-Kunden und erhöhte Sichtbarkeit komplexe Anforderungen an Produktkennzeichnung und Versand
Skalierbarkeit ohne eigene Versand-, Lager- und Retourenabwicklung gegenüber Endkunden Risiko, dass Ware lange lagert und erhöhte Lagergebühren verursacht
internationaler Verkauf und Versand möglich Wettbewerbsdruck durch andere FBA- und Amazon-Produkte
hohes Vertrauen der Kunden in die Amazon-Marke weniger Kontrolle über Entscheidungen und den Umgang mit zurückgesendeter Ware
KI-gestützte Tools zur Optimierung der Listings

Welche Produkte eignen sich für Amazon FBA?

Neben den Vor- und Nachteilen solltest du in jedem Fall auch die Art der Produkte, die du auf dem Online-Marktplatz verkaufen willst, in deine Entscheidung einbeziehen. Ob der Logistikservice für dich sinnvoll ist, hängt nämlich auch von deren Beschaffenheit ab:

Für FBA geeignete Produkte Für FBA weniger gut geeignete Produkte
kleine bis mittelgroße Produkte mit hoher Marge sperrige oder sehr schwere Artikel (hohe Lagergebühren und Versandgebühren)
Produkte mit hoher Umschlagshäufigkeit (die sich also schnell verkaufen) langsam umgeschlagene Artikel
standardisierte, leicht verpackbare Waren zerbrechliche Produkte mit hohem Verpackungsbedarf
beliebte Konsumgüter (z. B. Elektronik-Zubehör, Kleidung) Frischwaren oder verderbliche Artikel
Private-Label-Produkte mit stabilem Lagerbestand Produkte mit hohem Retourenrisiko
Produkte mit planbarem Absatz individualisierte Produkte oder Einzelstücke
nicht saisonale Artikel mit gleichmäßigem Absatz saisonale Produkte mit zeitlich begrenzter Nachfrage

Voraussetzungen für Amazon Fulfillment

Wenn du noch am Anfang stehst und dein Amazon-Geschäft aufbauen möchtest, ist die Einrichtung eines Verkäuferkontos der erste wichtige Schritt und die Grundlage für Amazon FBA. In unserem Ratgeber zeigen wir dir, wie du deinen Amazon-Shop eröffnest und welche Voraussetzungen du dabei beachten solltest.

Bevor du Amazon FBA nutzen kannst, musst du zunächst einige Voraussetzungen erfüllen. Ein Teil davon betrifft dein Unternehmen, der andere die Nutzung von Amazon selbst.

Voraussetzungen für deinen Amazon-Shop

Damit du Produkte über Amazon verkaufen kannst, benötigst du zunächst die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen für dein Geschäft. Dazu gehören insbesondere:

  • Gewerbeanmeldung: Möchtest du dauerhaft mit Gewinnerzielungsabsicht über Amazon verkaufen, musst du ein Gewerbe anmelden.
  • Steuernummer und USt-IdNr.: Nach der Gewerbeanmeldung erhältst du vom Finanzamt eine Steuernummer. Verkaufst du Waren innerhalb der EU, benötigst du zusätzlich eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.).
  • EORI-Nummer: Importierst du Waren aus Ländern außerhalb der EU, brauchst du für die Zollabwicklung eine EORI-Nummer.
  • Geschäftskonto: Ein separates Geschäftskonto erleichtert dir den Zahlungsverkehr und die Buchhaltung. Viele Händler nutzen zusätzlich eine international einsetzbare Kreditkarte, um Gebühren oder Bestellungen bei Lieferanten abzuwickeln.

Voraussetzungen für Amazon FBA

Sind die Grundlagen geschaffen, kannst du Amazon FBA einrichten. Dafür benötigst du zunächst ein Amazon-Verkäuferkonto. Registriere dich dazu in der Amazon Seller Central und aktiviere dort den Versand durch Amazon (FBA).

Beachte außerdem, dass nicht alle Produkte automatisch für Amazon FBA zugelassen sind. Für bestimmte Produktkategorien brauchst du zunächst eine Freischaltung durch Amazon und evtl. zusätzliche Nachweise.

Bevor du deine Ware an ein Amazon-Logistikzentrum sendest, müssen deine Produkte außerdem den FBA-Richtlinien entsprechen. Dazu gehören unter anderem die korrekte Etikettierung nach Amazon-Standards, eine geeignete Verpackung sowie die versandfertige Vorbereitung deiner Artikel.

Tipp: Du hast noch kein Verkäuferkonto? In unserem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du einen Amazon-Shop eröffnest und welche Voraussetzungen du dafür erfüllen solltest.

Amazon FBA starten: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du hast bereits ein Verkäuferkonto bei Amazon angelegt und möchtest jetzt Amazon FBA für die Skalierung deines Geschäfts nutzen? Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie es funktioniert.

Schritt 1: Als Amazon-FBA-Händler registrieren

Ehe du Amazon FBA nutzen kannst, musst du dich dafür registrieren. So legst du dein erweitertes Verkäuferkonto an:

  1. Logge dich in die Amazon Seller Central ein.
  2. Wechsle im Menü „Einstellungen“ in den Bereich „Versand durch Amazon“.
  3. Hier kannst du Amazon FBA aktivieren. Dazu musst du die Teilnahmebedingungen bestätigen
  4. Jetzt kannst du an Amazon FBA teilnehmen und deinen Onlineshop einrichten.

Schritt 2: Produkte auswählen und einstellen

Die richtigen Produkte für Amazon FBA auszuwählen, ist für deinen Erfolg als Onlinehändler entscheidend. Orientiere dich dazu einfach an unserer Übersicht weiter oben zu den am besten geeigneten Produkten. Ideal sind kompakte und leichte Produkte mit hoher Nachfrage und einer geringen Retourenquote. Achte auch auf eine gute Gewinnmarge. Die hohen Versandgebühren und Lagergebühren sowie Marketingkosten sollten auf jeden Fall abgedeckt sein, damit dein Geschäft profitabel ist.

Erstelle schließlich in deinem Verkäuferkonto die Listings für deine Artikel. Gibt es ein Produkt bereits auf Amazon, kannst du auf dessen Listing zurückgreifen. Andernfalls musst du alle Details selbst festlegen. Dafür brauchst du diese Angaben:

  • aussagekräftiger Titel mit Keywords
  • professionelle Produktbilder (mind. 500 x 500 oder besser noch 1000 x 1000 px)
  • Bullet Points mit den wichtigsten Vorteilen und Funktionen
  • Produktbeschreibung, die den Kundennutzen kommuniziert
  • Angabe der FNSKU oder UPC/EAN (Produktidentifikation und Verknüpfung der Verkäufer mit den Produkten)
  • Produktkategorie
  • Varianten (Größe, Farbe, etc.)
  • Abmessungen und Gewicht (ausschlaggebend für die FBA-Gebühren)

Schritt 3: Produkte an Amazon senden

Damit Amazon für dich den Versandprozess übernehmen kann, musst du deinen Lagerbestand an ein Logistikzentrum von Amazon schicken. Dazu erstellst du in der Seller Central einen Versandplan. Wähle dazu einfach die Produkte aus, die Amazon künftig für dich lagern soll. Die Handelsplattform gibt dir anschließend vor, welche Logistikzentren in Europa dafür infrage kommen. Drucke die erzeugten Versandetiketten aus und bringe sie auf jedem Karton an der Außenseite an.

Nicht oder nur nach Rücksprache erlaubt sind:

  • der Versand deiner Waren auf Paletten per LKW-Anlieferung
  • Mischkartons, die mehrere Produkttypen oder Zustände (neu/gebraucht) beinhalten
  • die Verwendung nicht zugelassener Spediteure

Stelle unbedingt sicher, dass du den angegebenen Anlieferungstermin einhalten kannst. So vermeidest du, dass Amazon bereits Bestellungen abwickelt, obwohl noch kein Lagerbestand vorhanden ist. Außerdem gibt es umfangreiche Anforderungen an die Verpackung von FBA-Produkten. Dazu gehören etwa:

  • einzelne Verpackung und Etikettierung jedes Produkts
  • gut les- und scanbares FNSKU-Etikett
  • keine losen oder offen verpackten Artikel
  • gute Polsterung zerbrechlicher Produkte
  • auslaufsichere Verpackung bei Flüssigkeiten
  • Kennzeichnung von Sets oder Bundles als solche
  • maximales Gewicht beachten (je nach Produkttyp)
  • gut lesbarer Aufdruck des Verfallsdatums bei verderblicher Ware

Sobald deine Produkte im Logistikzentrum von Amazon angekommen und in die Lagerhaltung aufgenommen worden sind, kannst du deine ersten Bestellungen generieren.

Extra-Schritt: Registriere dich für das Amazon-Brand-Registry-Tool

Die Amazon Brand Registry ist ein kostenloses Programm, mit dem du deine Marke schützen und auf der Verkaufsplattform professionell präsentieren kannst. Dadurch hast du mehr Kontrolle über deine Produkt-Listings, kannst erweiterte Produktbeschreibungen und Produktfotos hinterlegen, zusätzliche Werbemöglichkeiten nutzen und einen eigenen Markenshop erstellen.

Für die Amazon Brand Registry musst du einige Voraussetzungen erfüllen:

  • eine eingetragene und aktive Marke besitzen (z. B. beim DPMA)
  • als Wortmarke oder kombinierte Wort-/Bildmarke registriert sein
  • die exakte Übereinstimmung der Marke mit der Angabe auf dem Produkt bzw. dessen Verpackung
  • ein bestehendes Verkäuferkonto besitzen

Mit folgenden Kosten und Gebühren musst du bei Amazon FBA rechnen

Für die Nutzung von Amazon FBA musst du zusätzlich zu den ohnehin standardmäßig anfallenden Verkäufergebühren (Einzelanbieter oder Professionell) zusätzliche Kosten einkalkulieren. Diese sind variabel und hängen von vielen Faktoren ab, wie der Art der Produkte, ihrer Größe und der Lagerdauer sowie deinen zum Verkauf genutzten Programmen. Die Gebühren für Amazon FBA setzen sich aus folgenden Positionen zusammen:

Art von Gebühren Beinhaltet
Versandgebühren pauschale Versandgebühren, basierend auf den Abmessungen, dem Gewicht und der Verpackung
Lagergebühren anfallende Lagergebühren als Vergütung dafür, dass Amazon deine Waren im Versandzentrum lagert; Berechnung je nach Kalendermonat, Kategorie, Lagermenge und Lagerort, pro Kubikmeter oder Kubikfuß

ggf. Zuschlag für veralteten Lagerbestand, der länger als 241 Tage im Logistikzentrum bleibt

ggf. Lagernutzungszuschlag für professionelle Verkäufer mit einer Lagernutzungsrate von mehr als 22 Wochen
Gebühren für optionale Dienstleistungen Beispiele: lokale Rücksendungen, grenzüberschreitende Rücksendungen, Entsorgung, Etikettierung, besondere Verpackung, Luftpolsterfolie, Klebeband, undurchsichtiges Verpacken
Vermittlungs- bzw. Verkaufsgebühr Berechnung für jeden verkauften Artikel, abhängig von der Produktkategorie (meist zwischen 8 und 15 Prozent) und dem Angebotspreis

Wie sich die Lagergebühren und Versandgebühren bei Amazon FBA genau zusammensetzen und wie hoch sie ausfallen, entnimmst du am besten der jeweiligen Kostenaufstellung, die Amazon zur Verfügung stellt. Es gibt einige Sonderfälle.

Tipp: Alle Kosten in deine Kalkulation einbeziehen

Achte darauf, dass du bei deiner Kalkulation auch indirekte Kosten berücksichtigst, wie deine Gewerbeanmeldung, die Beantragung einer EORI-Nummer und deine laufende Buchhaltung. Zusätzlich solltest du direkte produktbezogene Kosten einplanen, wie den Einkaufspreis, Produktfotos, Zollgebühren sowie Verpackung und Versand an Amazon. Nur wenn du all deine Kosten im Blick hast, kannst du deine Gewinnmargen korrekt kalkulieren.

Finanzen und Buchhaltung für Amazon-FBA-Verkäufer

Amazon übernimmt mit FBA viele Aufgaben rund um Lagerung, Versand und Retouren. Die Buchhaltung bleibt jedoch weiterhin deine Verantwortung. Gerade bei Amazon kommen schnell sehr viele Transaktionen zusammen: Verkäufe, Rückerstattungen, Werbekosten, Lager- und Versandgebühren sowie optionale Dienstleistungen müssen korrekt erfasst und verbucht werden.

Damit du von Anfang an den Überblick behältst und auf der sicheren Seite bleibst, solltest du die wichtigsten steuerlichen Grundlagen kennen.

Steuerliche Grundlagen für Amazon-FBA-Händler

Sobald du mit Amazon FBA Umsätze erzielst, entstehen steuerliche Pflichten. In Deutschland unterliegen die meisten Produkte dem regulären Umsatzsteuersatz von 19 %. Für bestimmte Waren gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 %.

Außerdem benötigst du als Gewerbetreibender eine Steuernummer, bei Käufen und Verkäufen im Ausland noch eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.). Außerdem musst du regelmäßig Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt einreichen. Nutzt du jedoch die Kleinunternehmerregelung, entfällt diese Pflicht in der Regel. Deine Gewinne aus dem Amazon-Geschäft fließen zudem in deine Einkommensteuer ein.

Verkaufst du deine Produkte auch an Kunden in anderen EU-Ländern, gelten weitere Regelungen. Besonders wichtig ist dabei das sogenannte One-Stop-Shop-Verfahren (OSS). Damit kannst du die Umsatzsteuer für grenzüberschreitende Verkäufe innerhalb der EU zentral melden, anstatt dich in jedem Land einzeln steuerlich registrieren zu müssen.

Amazon bietet innerhalb der EU zusätzlich seine Amazon VAT Services an. Dazu registriert dich das Unternehmen in mehreren EU-Ländern und reicht deine Umsatzsteuermeldungen dort automatisiert ein. Das kann dir einiges an Zeit sparen, wenn du ins Ausland verkaufst. Allerdings ist dies ein zusätzlicher gebührenpflichtiger Service seitens Amazon.

Die Besonderheiten der Amazon-Buchhaltung

Sobald du die ersten Bestellungen erfolgreich abgewickelt hast, füllt sich dein Guthabenkonto bei Amazon. Standardmäßig wird das Guthaben alle 14 Tage auf das von dir hinterlegte Bankkonto ausgezahlt. Damit du über alles den Überblick behältst, kannst du in der Seller Central im Bereich „Zahlungen“ deine Abrechnungen einsehen. Daraus geht auch hervor, wie sich die Transaktionen zusammensetzen, etwa durch Verkäufe, Rückerstattungen, Verkaufsprovision oder Versandgebühren. Zusätzlich kannst du dir diverse detaillierte Berichte herunterladen, etwa zu deinen Marketingkosten oder Lagergebühren.

Genau hier beginnt für viele Händler allerdings die Herausforderung: Amazon arbeitet nicht mit einzelnen Rechnungen pro Verkauf, sondern mit Sammelabrechnungen und zahlreichen Gebührenarten.

Mit zunehmendem Wachstum entstehen schnell Hunderte oder sogar Tausende Buchungen pro Monat. Eine Verwaltung über Excel funktioniert bei wenigen Verkäufen oft noch problemlos. Mit steigenden Bestellzahlen wird die Pflege jedoch schnell zeitaufwendig und fehleranfällig.

Zu den häufigsten Fehlern zählen dabei vergessene Amazon-Gebühren, falsch verbuchte Rückerstattungen oder eine fehlerhafte Zuordnung von Auszahlungen. Dadurch kann nicht nur der Überblick verloren gehen, auch die Steuererklärung wird unnötig kompliziert.

Buchhaltung für Amazon FBA mit sevdesk automatisieren

Mit steigenden Umsätzen wächst logischerweise der Aufwand für deine Buchhaltung. Deshalb setzen viele Amazon-Händler auf eine professionelle Buchhaltungssoftware für den E-Commerce, die wiederkehrende Prozesse automatisiert.

Eine gute Lösung sollte unter anderem folgende Funktionen bieten:

  • Anbindung deines Geschäftskontos
  • automatische Erfassung von Einnahmen und Ausgaben
  • Import und Verarbeitung von Amazon-Abrechnungen
  • automatische Kategorisierung von Buchungen
  • Auswertungen für die Umsatzsteuer und Gewinnermittlung
  • zentrale Verwaltung mehrerer Vertriebskanäle

Gerade wenn du zusätzlich über Shopify, eBay oder einen eigenen Onlineshop verkaufst, hilft dir eine zentrale Lösung dabei, den Überblick über deine gesamten Unternehmensfinanzen zu behalten.

Tipp: Setze auf die professionelle Buchhaltungssoftware von sevdesk

Mit sevdesk automatisierst du große Teile deiner Buchhaltung. Über die Anbindung von Billbee lassen sich Amazon-Transaktionen automatisiert von deinem Amazon-Verkäuferkonto an sevdesk übertragen und für die Buchhaltung vorbereitet. So behältst du Umsätze, Gebühren und Ausgaben im Blick, erstellst wichtige Auswertungen deutlich schneller und bereitest deine Umsatzsteuervoranmeldungen und Einnahmenüberschussrechnungen einfacher vor. Das spart Zeit, reduziert Fehler und schafft mehr Freiraum für den Ausbau deines E-Commerce-Geschäfts. Teste jetzt kostenlos die Amazon-Buchhaltung von sevdesk!

Erfolgreich verkaufen mit Amazon FBA: die besten Tipps & Tricks

Du möchtest Amazon FBA nutzen, um dein Einzelunternehmen schnell aufzubauen? Unsere Tipps helfen dir, es zum Erfolg zu führen:

  • Amazon Pay-per-Click (PPC): Nutze das Amazon PPC-Programm, um deine Produkt-Listings in den Suchergebnissen bei Amazon mit bezahlten Anzeigen ganz nach vorne zu bringen. So kannst du deine Umsätze schnell skalieren, unabhängig von bereits erfolgten Verkäufen.
  • Rezensionen: Kundenbewertungen sind ein wichtiges Entscheidungskriterium für potenzielle Käufer. Nutze sie gezielt, um mehr Sichtbarkeit zu erreichen, höhere Conversion Rates durch den „Social Proof“ der Rezensionen zu erzielen und die Kundenbindung sowie deinen Service zu steigern.
  • Produktdetailseiten: Optimiere die Produktdetailseiten deiner Produkt-Listings. Dazu gehören aussagekräftige Produktfotos, übersichtliche Bullet Points mit dem jeweiligen Nutzen für den Kunden und eine gute Beschreibung der Eigenschaften des Artikels.
  • Management der Lagerbestände: Checke regelmäßig deine Lagerbestände. Wenn Produkte ausverkauft sind und die Kommissionierung im Amazon-Logistikzentrum ins Stocken gerät, kann dies dein Ranking schädigen und damit die Rentabilität deines Einzelunternehmens beeinträchtigen.
  • Kostenkontrolle: Die FBA-Gebühren können sich schnell aufsummieren. Grundgebühr für die Lagerkosten, Verkaufsgebühren und Versandgebühren – sie alle beeinträchtigen dein Startkapital auf dem Geschäftskonto erheblich. Kalkuliere vorab, welche Lagerkosten und Verkaufsgebühren anfallen. Vergiss bei Verkäufen ins Ausland die Zollgebühren nicht.
  • Produktrecherche: Es gibt hilfreiche Tools, wie etwa Helium 10 oder Jungle Scout, die dich bei der Produktrecherche unterstützen. So findest du schnell eine gute Nische, die ausreichend Marge, eine klar abgrenzbare Zielgruppe und viel Potenzial für die Kundenbindung bietet.

Alternativen zu Amazon FBA

Amazon FBA macht dir die Skalierung deines Unternehmens leicht. Doch angesichts der vielen Nachteile solltest du auch genau abwägen, ob der Logistikservice die richtige Wahl für dich ist. Hier erfährst du, welche Alternativen du hast und wie du dein Startkapital schonen oder dich breiter aufstellen kannst.

Dropshipping

Dropshipping ist ein ähnliches Geschäftsmodell und Rundum-Sorglos-Paket wie Amazon FBA, allerdings mit einem gravierenden Unterschied: Du lagerst deine Waren nicht in einem Logistikzentrum ein. Stattdessen unterhältst du überhaupt kein Lager. Sobald bei dir eine Bestellung eingeht, leitest du diese an deinen Großhändler weiter, der die Ware direkt an deinen Kunden ausliefert. Du zahlst beim Dropshipping somit keine direkten Lagerkosten. Dafür fällt aber meist eine monatliche Grundgebühr an und teilweise zusätzlich auch Transaktions- oder Verkaufskosten.

Dropshipping ist die ideale Wahl für dich, wenn du nur ein kleines Startkapital hast, da du zunächst nichts in Ware oder Lagerung investieren musst. Wie das genau funktioniert, zeigen wir dir in unserem Ratgeber am Beispiel von Dropshipping mit Shopify.

Fulfillment by Merchant (FBM)

Fulfillment by Merchant bedeutet wörtlich übersetzt „Erfüllung durch den Händler“. Du verkaufst deine Produkte zwar weiterhin über Amazon, verschickst die Ware bei FBM aber selbst. Damit sparst du unter anderem die Grundgebühr ein. Lagerkosten und Versandgebühren fallen dennoch an, da du nun ein eigenes Lager unterhalten musst. Zwar hast du mehr Gestaltungsspielraum, um die Lagerkosten möglichst gering zu halten, allerdings ist der Aufwand auch höher,denn neben Produktrecherche, Kundensupport und Rechnungsstellung musst du dich auch mit Verpackung, Versand und ggf. zusätzlichem Lagerpersonal beschäftigen.

Zusammenfassung zu Amazon FBA

Amazon FBA ist ein Logistikservice, mit dem Amazon Lagerung, Verpackung, Versand, Kundenservice und Retouren für dich übernimmt. Dadurch kannst du dein E-Commerce-Geschäft einfacher skalieren und vom Prime-Versand sowie der großen Reichweite des Marktplatzes profitieren.

Ob sich Amazon FBA für dich lohnt, hängt vor allem von deinen Produkten, deiner Gewinnmarge und den anfallenden Gebühren ab. Neben Lager- und Versandkosten solltest du auch unbedingt deine steuerlichen Pflichten, deine Buchhaltung und internationale Richtlinien berücksichtigen, wenn du auch in die EU verkaufst.

Mit der richtigen Produktstrategie, einer sorgfältigen Kalkulation und einer professionellen Buchhaltung kann Amazon FBA jedoch ein attraktiver und vielversprechender Weg sein, um dein Online-Business nachhaltig aufzubauen.

Häufige Fragen und Antworten zu Amazon FBA

Die Buchhaltungslösung, mit der du Zeit sparst
  • Umfassendes Rechnungsmanagement
  • Automatisierte EÜR & UStVA
  • Integriere Online Banking und mehr
  • Nutze viele weitere Funktionen
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