Die besten Reiseziele für digitale Nomaden

Die Digitalisierung der Unternehmen hin zum papierlosen Büro liegt voll im Trend und ist nicht mehr aufzuhalten. Die digitale Arbeit mithilfe der Cloud ist effektiver, zeitsparend und eröffnet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, da die Teams, Mitarbeiter, aber auch externe Berater oder Kunden zeitgleich auf wichtige Informationen zugreifen können. Das machen sich viele Unternehmer, besonders Freiberufler gern zunutze und verlegen ihr Büro in die freie Natur. Sie werden zu digitalen Nomaden. Falls das auch für dich interessant ist, dann erfährst du hier, was das genau ist, was du dazu brauchst und wo du dich am besten niederlassen solltest.

Das erwartet dich heute:

Was ist ein digitaler Nomade?

Digitale Nomaden arbeiten mit ihrem Laptop ortsunabhängig. Sie bereisen die Welt, verbringen die kalten deutschen Wintermonate im warmen Süden oder lassen sich in interessanten Gegenden nieder, wo sie hilfreiche Kontakte zu anderen Unternehmern knüpfen können. Diese Nomaden sind sogenannte „Webworker“, da sie ihre Arbeit hauptsächlich im Internet erledigen können und mit ihren Kunden nur online in Kontakt stehen.

digitaler Nomade am Strand
Als digitaler Nomade ortsunabhängig arbeiten

Nicht alle Nomaden ziehen aber ihr Leben lang durch die Welt. Viele können dies auch mit einem Familienleben vereinbaren und reisen nur für ein paar Wochen ins Ausland, um ihre Projekte zu bearbeiten. Auf Dauer aus dem Koffer zu leben, ist für die meisten nicht erstrebenswert. Außerdem kannst du dich auch wegen bestimmter Visa-Pflichten und Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen nicht beliebig lange in einem Land aufhalten.

Was braucht ein digitaler Nomade?

Falls du denkst, du reist einfach mit einem Koffer und Laptop los, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Du musst zuerst die leidigen Visapflichten (beispielsweise Working-Holiday-Visum) hinter dich bringen. Und vergiss nicht, Flüge und Unterkünfte zu buchen und eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportmöglichkeit wäre auch keine schlechte Idee. Abgesehen von dem Papierkram muss sich das Nomadentum für dich auch rentieren. Die Reise und das geplante Projekt müssen genügend Geld abwerfen, damit du nicht nur deine Ausgaben wieder hereinwirtschaftest, sondern auch einen Gewinn erzielst.

Und du brauchst eine Menge Selbstdisziplin, um die Zeit im attraktiven Reiseland nicht mit einem Cocktail in der Hand zu verbringen und die Nächte durchzumachen, sondern auch tatsächlich an den geplanten Projekten zu arbeiten. Wichtig ist aber dennoch ein guter Laptop mit der richtigen Software.

Tipp!

Als Freiberufler kommst du nicht ohne eine gute Buchhaltungssoftware aus, denn du musst ja deine Buchhaltung erledigen und deine Finanzen stets im Blick haben. Dazu brauchst du ein gutes, auslandstaugliches Mobiltelefon mit möglichst günstigen Tarifen.

Worauf kommt es bei den Zielorten an?

Du solltest dich für ein Land entscheiden, das eine gute Internetverbindung bietet sowie günstige Lebenshaltungskosten. Falls du für ein wichtiges Projekt in ein Land reisen musst, wo das leider nicht gegeben ist, dann hilft nur: Zähne zusammenbeißen und das Beste draus machen. Hilfreich ist es immer, wenn du mit der Kultur und der Landessprache vertraut bist. Zum einen, damit du dich nicht danebenbenimmst und zum anderen, weil es einfacher ist, mit den Einheimischen in Kontakt zu treten. Andernfalls ist es wichtig, dir ein Land oder eine Stadt zu suchen, in der Englisch gesprochen wird, sonst bist du ziemlich aufgeschmissen.

Hilfreich sind außerdem Zielländer, die über Coworking Spaces oder eine Coworking Community verfügen.

Was ist ein Coworking Space?

Coworking ist eine Arbeitsform, die aus dem amerikanischen Silicon Valley stammt. Hier mieten sich unterschiedliche Unternehmer (Freelancer, Kreative, Startups) gemeinsam ein Büro, in dem sie dann kreativ und flexibel zusammenarbeiten und sich gegenseitig inspirieren und unterstützen. Dadurch lässt sich ein gutes Netzwerk für gegenseitige Unterstützung, Ideen- und Wissensaustausch aufbauen, der allen Beteiligten weiterhilft. Meist werden hier sogar Workshops angeboten oder verschiedene andere hilfreiche Events, von denen alle profitieren können.

Die besten Reiseziele von A – Z

Es genügt nicht, einfach die günstigsten Ziele herauszupicken, die über eine gute Internetverbindung verfügen und sie als bestes Ziel zu präsentieren. Viele digitale Nomaden legen auch Wert darauf, außerhalb der Arbeit die Landeskultur erforschen zu können oder Hobbys nachzugehen. Vielleicht auch, sich in ein prickelndes Nachtleben zu stürzen. Andere wollen einfach ihre Ruhe haben oder bevorzugen ein gemäßigtes Klima, weil es sich bei brütender Hitze einfach nicht arbeiten lässt. Dazu kommt, dass manche zwar gutes Coworking anstreben, aber nicht zu weit von Deutschland weg sein wollen, weshalb sich in erster Linie Länder mit guten Flugverbindungen oder europäische Ziele als Hotspots anbieten.

beliebte Reiseziele für digitale Nomaden
Was sind die beliebtesten Reiseziele für digitale Nomaden?

Dafür stellen wir dir in der folgenden Kurzübersicht einige beliebte Reiseziele dar. Die Angaben über Kosten und Internet hängen sicherlich auch von den individuellen Ansprüchen ab. Wer nur die superschnellsten Verbindungen als gut empfindet, ist mit allem anderen unzufrieden. Wem es reicht, dass er an einem wunderschönen Platz wenigstens einen stabilen, aber etwas langsameren Zugang hat, wird sich darüber vermutlich auch nicht negativ auslassen.

A

Akkra (Ghana) Afrika – hier gibt es sehr schöne Strände und sehr günstige Lebenshaltungskosten, dazu durchgehend gutes Wetter sowie eine gute und schnelle Internetverbindung.

B

Berlin – die Metropole ist voller neuer Startups und gut geeignet, um Kontakte zu knüpfen, denn hier gibt es eine große internationale Szene. Außerdem bestehen gute Fluganbindungen ins Ausland. Günstige Preise gibt es in Kreuzberg, Friedrichshain oder Neukölln.

Bali, Indonesien – hier gibt es viele internationale Startups, eine hohe Lebensqualität und geringe Lebenshaltungskosten. Du findest einige WLAN-Cafés und Highspeed-Internet. Gutes Wetter, viele Sehenswürdigkeiten, wunderschöne Umgebung, viele Wassersportmöglichkeiten. Es gibt viele Coworking Spaces, hier ist aber auch viel los, also ungeeignet für Menschen, die in Ruhe arbeiten wollen. Ortstipp: Ubud und Canggu, wer es ruhiger mag: Gili Trawangan oder Nusa Lembongan.

Bangkok, Thailand – hier gibt es günstige Unterkünfte und preiswertes Essen, viele Coworking Spaces und Cafés. Außerdem ist hier immer etwas los.

Barcelona, Spanien – kostengünstig, gute Infrastruktur und Freizeitangebote.

Bocas del Toro, Panama, an der Grenze zu Costa Rica – einfache Unterkünfte für Daueraufenthalte, warmes Klima, viele Freizeitaktivitäten, besonders Tauchen und Ausflüge in den Regenwald.

Bogotá, Kolumbien – sehr günstige Lebenshaltungskosten, viele Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote, gutes Klima und stabiles Internet.

Boracay, Philippinen – Traumstände, pulsierendes Nachtleben, günstige Apartments, allerdings langsames Internet.

Buenos Aires, Argentinien – erschwingliche Lebenshaltungskosten, lebhafte Atmosphäre, viele Startups, Hotspot für Newcomer ist Palermo Valley. Es gibt zudem viele Coworking Spaces.

Budapest, Ungarn – internationales Flair, hat niedrige Lebenshaltungskosten und viele Coworking Spaces, es ist leicht erreichbar und bietet viele Freizeitmöglichkeiten und kulturelle Angebote. Leider lässt das Wetter manchmal zu wünschen übrig.

C

Costa Rica, Zentralamerika Die Hauptstadt San José ist beliebt wegen der wunderschönen Natur und den tollen Stränden. Diese sind ideal für Surfer. Das Klima ist gut, das Internet zuverlässig und es gibt eine gute Infrastruktur. Außerdem sind die Kosten für Essen und Unterkunft günstig. Wo viele Touristen sind, ist es allerdings teuer.

Chiang Mai, Thailand – Metropole für digitale Nomaden, viele Coworking Spaces, Cafés, günstige Unterkünfte, preiswertes Essen, insgesamt sehr günstige Lebenshaltungskosten, gutes W-LAN, wunderschöne Natur und freundliche Einheimische, allerdings gibt es hier keinen Strand.

G

Goa, Indien – der Lebensunterhalt ist hier extrem günstig, es gibt kostenloses W-LAN und warme Temperaturen – manchmal leider zu warm.

H

Ho-Chi-Mingh Stadt, Vietnam – Hochburg digitaler Nomaden, überall wird englisch gesprochen, moderate Preise, schnelle Internetverbindungen, viele Startups, die Einheimischen sind freundlich, es gibt sowohl günstige Unterkünfte als auch Coworking Spaces und viele Freizeitmöglichkeiten.

K

Kolumbien: Santa Marta und Cartagena bieten günstige Übernachtungen. Grundsätzlich sind die Lebenshaltungskosten gegenüber Deutschland nur etwa halb so hoch. In der Provinz reichen rund 500 Euro im Monat, in der Hauptstadt Bogota, wo auch mehr los ist, etwas mehr. Ganzjährig wunderschönes Wetter. Die Einheimischen sind freundlich, Klima und Internet sind gut und es gibt viele Sehenswürdigkeiten.

Kapstadt, Südafrika – eingeschränkt empfehlenswert. Hier gibt es gute Freizeitangebote und die Lebenshaltungskosten sind erschwinglich, allerdings ist auch die Kriminalitätsrate hoch.

Kathmandu, Nepal – eingeschränkt empfehlenswert. Es ist extrem günstig, aber leider auch etwas dreckig. Insidertipp für digitale Nomaden.

Koh Lanta, Thailand (Insel) – ruhige Atmosphäre für entspanntes Arbeiten, tropisches Flair, günstige Unterkünfte, Coworking Space, schnelles Internet, günstige Lebenshaltungskosten. Berühmt für Tauchsportangebote.

Koh Pha Ngan, Thailand (Insel) – Preise sind etwas teurer geworden, aber noch immer günstig, viele Cafés und günstige Unterkünfte (Strandhütten), schneller Internetzugang, familiäre Atmosphäre, bekannt für seine Auswanderer- und Hippieszene.

L

Lissabon, Portugal – überall schneller Internetzugang, junge internationale Unternehmer, viele Startups und digitale Nomaden, viele Sehenswürdigkeiten, freundliche Einwohner, die Lebenshaltungskosten sind moderat und es gibt gute Flugverbindungen nach Deutschland.

Laos – im Regenwald zwischen Vietnam und Thailand, Asien – eingeschränkt empfehlenswert -. Hier gibt es sehr günstige Preise für Unterkunft und Essen, die Überlandbus-Verbindung ist ebenfalls sehr preiswert. Aber: Auf dem Land gibt es meist noch kein Internet. Insidertipp: In Luan Prabanz gibt es günstige Backpacker Hostels mit WLAN und Klimaanlage für unter 10 Euro pro Nacht.

Las Palmas auf Gran Canaria, Spanien. Hier gibt es viele Coworking Spaces sowie eine tolle Umgebung mit riesigem Freizeitangebot. Die Lebensunterhaltskosten sind günstig und das Internet ist gut. Das Klima ist mild, leider ist es im Winter etwas feucht-kalt.

La Paz, Bolivien – eingeschränkt empfehlenswert. Die Lebenshaltungskosten sind gering, allerdings ist das Internet langsam und es gibt bisher wenig Coworking Kultur.

M

Marokko, Nordafrika (Hauptstadt Rabat) exotisches Flair, günstige Preise, ganzjährig gutes Wetter, im Zweifelsfall nicht weit von Zuhause entfernt.

Medellín, Kolumbien – früher Drogenhochburg, heute mit geringen Lebenshaltungskosten und gutem Wetter ein Hotspot für digitale Nomaden. Die Stadt ist erst seit neustem ein Trendort und hinter Chile gleich das zweitbeliebteste Land für digitale Nomaden in Südamerika. Die Menschen sind gastfreundlich, es gibt ein stabiles Internet, warmes Wetter, viele junge Leute und ein spannendes Nachtleben.

Mexiko – beliebt sind Oaxaca City, Mexico City (Hauptstadt) und kleine Surfer-Orte an der Pazifikküste. Mexico City ist die beste Wahl, was Infrastruktur und Internet betrifft. Das Klima ist stets angenehm, das Freizeitangebot sehr groß und die Unterhaltungsmöglichkeiten enorm. Die aktive, pulsierende Hauptstadt verfügt über eine steigende Anzahl von Coworking Spaces, es gibt allerdings eine Sicherheit- und Kriminalitätsproblematik, daher nicht ganz unbedenklich.

Montevideo, Uruguay – Montevideo liegt rund 3 Stunden Bootsfahrt entfernt von Buenos Aires und ist ruhiger und weniger überlaufen. Ideal für alle, die konzentriert arbeiten möchten und dennoch den Strand (vor der Haustür) genießen wollen. Die Infrastruktur und das Internet sind gut, man kommt leicht mit den freundlichen Einheimischen in Kontakt, allerdings ist es im Sommer leider feucht-kalt.

P

Porto, Portugal – ruhige Arbeitsumgebung, leicht erreichbar, freundliche Einwohner, niedrige Lebenshaltungskosten, teilweise langsames Internet und wenig Coworking Spaces außerhalb der Städte.

Prag, Tschechische Republik – sehr schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, einer aktiven Coworking Community und es wird außerdem Englisch gesprochen. Es ist relativ günstig, die Preise nähern sich allerdings dem deutschen Standard an, die Stadt ist im Sommer wunderschön, aber im Winter leider kalt.

S

San Diego, Kalifornien, USA – ganzjährig mildes Wetter, günstiger als San Francisco, viele Unternehmer und Startups, Surferparadies. Trotzdem ist der Lebensunterhalt in Kalifornien ziemlich teuer, also nur eingeschränkt empfehlenswert.

San Francisco, USA – beliebt wegen dem nahegelegenen Silicon Valley, aber sehr teuer. Es gibt hervorragende internationale Kontaktmöglichkeiten, gutes Coworking, exzellentes Internet und das Wetter ist super. Leider ist es in ganz Kalifornien relativ teuer und daher nichts für Anfänger-Nomaden.

San Juan del Sur, Nicaragua – Hafenstadt mit tollem Panoramablick, günstiger als das benachbarte Costa Rica, viele Freizeitmöglichkeiten und Internetcafés. Die Internetverbindung ist allerdings nicht besonders gut, daher nur eingeschränkt empfehlenswert.

Santiago de Chile, Chile – Sehr gute Infrastruktur, schöne Aussicht auf die Berglandschaft der Anden, günstige Lebenshaltungskosten, viele Coworking Spaces und eine gute Internetgeschwindigkeit.

Santa Teresa, Costa Rica, Zentralamerika – Besonders beliebt bei Surfern, für digitale Nomaden ein beliebter Hotspot aufgrund des besonders guten Internets und der besten Infrastruktur Zentralamerikas. Es gibt Internetcafés mit stabilem Internet und sogar einen Coworking Space.

Skopje, Mazedonien – Europas günstigster Nomaden-Hotspot, fast so günstig wie Asien, ein Essen gibt es für rund 2 Euro, Busfahrkarten sind spottbillig. Auf dem Land sind die Internetverbindungen schlecht, aber in der Hauptstadt gibt es überall WLAN.

Sofia, Bulgarien – Schnelle Internetverbindungen, günstige Unterkünfte, aufblühende Co-Working-Szene, freundliche Einheimische, Skigebiete, Partymöglichkeiten.

Spanien: Barcelona und Tarifa haben gute Coworking Spaces und viele Freizeitmöglichkeiten. Der Lebensunterhalt ist erschwinglich und es gibt ein gutes Internet. Im Winter ist das Wetter allerdings etwas feucht und kalt.

T

Taghazout, Marokko – ideal für Surfer, sehr preiswert, gutes Arbeiten in einer ruhigen Atmosphäre, allerdings gibt es dort nur unzuverlässiges Internet, daher nur eingeschränkt empfehlenswert.

Tallin, Estland (Weltkulturerbe) – schöne historische Altstadt, aktives Nachtleben, gute Infrastruktur und schnelles Internet.

Fazit:

Wir konnten dir hoffentlich ein paar brauchbare Tipps aufzeigen, wenn es auch im Rahmen eines kurzen Artikels leider nicht möglich ist, alle Städte detailliert vorzustellen. Am besten recherchierst du intensiver, sobald sich für dich ein Traumziel herauskristallisiert hat.

Nadine Höpf

Content Marketerin und gleichzeitig als Country Managerin für Frankreich zuständig. Nadine kann nicht nur in deutsch gehaltvolle Inhalte erstellen, sondern mühelos auch in französisch. Eine deutsche Kostprobe von ihrem Können bekommst du auf diesem Blog.

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