Rechnung schreiben ohne Gewerbe, geht das?

Wer privat etwas verkaufen oder eine Dienstleistung anbieten möchte, stellte sich natürlich die Frage: Rechnung schreiben ohne Gewerbe, ist das möglich? Ja, im deutschen Recht problemlos, sofern einige Punkte beachtet werden. Freiberufler müssen immer Rechnungen schreiben ohne Gewerbe, da sie keine Gewerbeanmeldung benötigen. Für sie gelten dieselben Vorschriften bei der Rechnungsstellung wie für Gewerbetreibende.

Das erwartet dich heute:

Rechnung oder Quittung, der kleine Unterschied

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Rechnung um ein Dokument, dessen Inhalt sich auf eine Lieferung oder sonstige Leistung bezieht. Eine Rechnung benennt eine Forderung. Dabei spielt es keine Rolle, welche Bezeichnung dieses Papier im Geschäftsverkehr trägt.

Die Quittung oder auch Beleg hingegen ist die Bestätigung für den Erhalt einer Leistung. Sie dient einem Schuldner als Beweis, dass er die zur Leistung gehörige Forderung, die sich aus dem wechselseitigen Schuldverhältnis ergibt, beglichen hat. Vereinfacht ausgedrückt stellt die Rechnung die Forderung dar, während die Quittung der Nachweis für den Ausgleich dieser Forderung ist, also der Beweis für die Bezahlung.

Mindestanforderungen an eine Rechnung

Egal, ob es sich um

  • die Rechnung eines Unternehmens an ein anderes Unternehmen
  • eine Rechnung eines Unternehmens an eine Privatperson
  • eine Rechnung ohne Gewerbe
  • Rechnungen von privat an ein Gewerbe
  • eine Nebengewerbe-Rechnung
  • sonstige Formen von Rechnungen handelt,

es gibt Pflichtangaben, die jede Rechnung enthalten muss:

Der vollständige Name des Rechnungsstellers mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen (bei Gesellschaften der Firmennamen mit vollständigem Name und mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen des Geschäftsführers), die

  • vollständige Adresse des Rechnungsstellers, das
  • Datum der Rechnungsstellung, die
  • handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Ware sowie die
  • Menge beziehungsweise
  • Art und Umfang der erbrachten Leistung und der
  • anzuwendende Steuersatz, alternativ ein Hinweis auf eine Steuerbefreiung, beispielsweise aufgrund der Kleinunternehmerregelung, oder der Hinweis auf einen Privatkauf.

Zudem müssen juristische Personen, Selbstständige und Freiberufler zwischen Bruttorechnungsbeträgen unter 250,00 Euro und darüber unterscheiden. Bezieht sich die Rechnung auf einen Verkauf oder eine Leistung mit einem Bruttorechnungsbetrag über 250 Euro, verpflichtet sie der Gesetzgeber, ihre Rechnung um folgende Angaben zu ergänzen:

  • Name und Anschrift des Rechnungsempfängers,
  • Steuernummer,
  • Rechnungsnummer, wenn mehr als eine Rechnung ausgestellt wird (die Nummerierung muss seit 2008 nicht mehr fortlaufend erfolgen, sondern lediglich so, dass die vergebene Nummer pro Rechnung nur einmal vorkommt),
  • Datum der Lieferung beziehungsweise Leistung,
  • Nettobeträge mit anzuwendendem Steuersatz, einzeln aufgelistet und unterteilt nach Steuersätzen und Steuerbefreiung,
  • Bruttorechnungsbetrag mit Steuerbetrag

Privatrechnung – was sie enthalten muss

Privatrechnungen unterscheiden sich vom Grundsatz her kaum von einer Gewerberechnung. Wenn Sie eine Privatrechnung schreiben ohne Gewerbe, entfallen die Angaben zu den Steuersätzen, die Unterscheidung zwischen einem Zahlungsbetrag unter und über 250,00 Euro sowie die Pflichtangaben bei gewerblichen Rechnungen über 250 Euro brutto. Das bedeutet, dass Privatrechnungen den

  • vollständigen Name des Rechnungsstellers mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen, die
  • vollständige Adresse des Rechnungsstellers, das
  • Datum der Rechnungsstellung, die
  • handelsüblich Bezeichnung der gelieferten Ware sowie die
  • Menge beziehungsweise
  • Art und Umfang der Leistung und den
  • Hinweis auf einen Privatkauf

enthalten muss. Sinnvollerweise sollten sich auf der Rechnung zudem das

  • Zahlungsziel und die
  • Bankverbindung

befinden. Sie müssen keine Steuernummer angeben, wenn sie eine Rechnung ohne Gewerbe schreiben. Im Gegensatz zu Freiberuflern und Selbstständigen spielt die Höhe des Rechnungsbetrags bei Privatpersonen keine Rolle.

Zahlungsziel – warum die Angabe auch bei Privatrechnungen wichtig ist

Die häufig aufgestellte Behauptung, dass Zahlungsziel und Bankverbindung ebenfalls zu den Pflichtangaben bei einer Rechnung gehören, ist schlichtweg falsch. Der für die Rechnungsstellung maßgebliche § 14 UStG (Umsatzsteuergesetz) fordert diese Angaben nicht. Zahlungsziel und Bankverbindung sind freiwillige Informationen. Unterlässt du eine Fristsetzung als Gewerbetreibender beziehungsweise als Freiberufler oder wenn du deine Rechnung schreibst ohne Gewerbe, greift in Deutschland automatisch die gesetzliche Zahlungsfrist gemäß BGB.

Fristen und Zahlungsverzug

Fristen für Rechnungen an Gewerbetreibende oder Freiberufler regelt BGB § 286, Verzug des Schuldners. In Abs. 3 heißt es: „Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist. Wenn der Zeitpunkt des Zugangs der Rechnung oder Zahlungsaufstellung unsicher ist, kommt der Schuldner, der nicht Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Gegenleistung in Verzug“.

Somit ist eine Rechnung vom Grundsatz her sofort fällig, der Verzug tritt spätestens 30 Tage nach Rechnungsstellung ein. Weist der Rechnungssteller eine Privatperson nicht ausdrücklich auf diesen Umstand hin, gerät diese erst nach einer Mahnung in Verzug (BGB § 286, Verzug des Schuldners, Abs. 1). Eine Mahnung wird gemäß BGB § 286 Abs. 2 Satz 1 nicht nötig, wenn auf der Rechnung bereits ein Zahlungsziel genannt wird. Der Rechnungsempfänger gerät nach Überschreiten der Frist automatisch in Verzug.

Rechnung schreiben ohne Gewerbe: Vorlage der Privatrechnung

Max Musterhaus

Mustergasse 201

74023 Musterstadt

 

Max Musterhaus* Mustergasse 201 * 74023 Musterstadt

Firma

Klaus Klausthaler

Klausenthal 13

43729 Klausenort

Musterstadt, 27. Januar 2001

Rechnung

Sehr geehrter Herr Klausthaler,

hiermit stelle ich Ihnen die erworbenen Artikel wie folgt in Rechnung:

 

Pos.BezeichnungMengeEinzelpreisGesamtpreis
1.Felgen VW Polo410,00 Euro40,00 Euro
2.Skianzug von Daniel Hechter, Größe 38, neuwertig1150,00 Euro150,00 Euro
3.Sofa, gebraucht1100,00 Euro100,00 Euro
4.Kiste mit 30 Kriminalromanen150,00 Euro50,00 Euro
Summe340,00 Euro
Rechnungsbetrag gesamt340,00 Euro

 

Bitte überweisen Sie bis spätestens 10.02.2001 den Gesamtbetrag auf folgendes Konto:

Max Musterhaus

IBAN: DE45 7620 8413 5847 6902 0000 58 BIC: XLKMEN375KW

Alternativ können Sie den Betrag bei Abholung bar bezahlen

 

Der Verkauf erfolgt unter Ausschluss der Gewährleistung. Es handelt sich um eine Privatrechnung ohne Ausweis der Umsatzsteuer.

 

Mit freundlichen Grüßen

Max Musterhaus

Privatrechnung – was ist möglich?

Schreibt eine Privatperson eine Rechnung, wird diese immer als Privatrechnung gehandhabt. Dabei ist es für den Status irrelevant, ob du für den Verkauf eines Buchs eine Rechnung ohne Gewerbe als Student, eine hohe Rechnung ohne Gewerbe für eine Dienstleistung oder eine Standerd-Rechnung ohne Gewerbe für geringfügige Tätigkeiten schreibst. Wann sich eine private Rechnung in eine gewerbliche Rechnung umwandelt, hängt nicht von der Rechnungshöhe, sondern von anderen Kriterien ab.

Der einmalige Verkauf beispielsweise eines Ensembles antiker Möbel für 14.000 Euro oder des gebrauchten Ferrari für 130.000 Euro ist als singuläres Ereignis keine Grundlage, dich als Gewerbetreibenden oder Freiberufler einzustufen. Prinzipiell können Privatrechnungen in beliebigem Umfang und in beliebiger Höhe ausgestellt sein. Gefährlich wird es nur dann, wenn der Verkäufer die Angabe dieser Einnahme bei seiner Steuererklärung „vergisst“. Die Grenze zwischen legalem Verkauf und versuchter Steuerhinterziehung ist fließend.

Wichtig zu wissen: Geldeingängen oder Abhebungen von mehr als 9.999 Euro brutto müssen Banken der zuständigen Finanzbehörde melden. Dadurch erfährt das Finanzamt, ob Beträge von mehr als 10.000 Euro bewegt wurden.

Kritisch, die Handwerkerrechnung

Besonders kritisch wird es, wenn du als Handwerker eine Rechnung selbst schreibst und diese nicht bei der Steuer angibst. Der Zoll, der für das Thema illegale Arbeit und Verstöße gegen die Sozialversicherungspflicht zuständig ist, wertete beim Finanzamt nicht angegebenen Rechnungen als versuchte Schwarzarbeit mit entsprechender rechtlicher Ahndung.

Freibeträge

Das Finanzamt erkennt eine Reihe von Freibeträgen an, sodass bis zum Erreichen der Höchstbeträge die Verkäufe und Leistungen steuerfrei bleiben. So dürfen beispielsweise Übungsleiter bis zu 2.400 Euro pro Jahr verdienen, sofern sie ihre Tätigkeit bei einer öffentliche-rechtlichen oder gemeinnützigen Organisation ausüben. Der Freibetrag für ehrenamtliche Tätigkeiten, zum Beispiel in einer Jugendherberge, einem Verein oder einer Behindertenwerkstatt, liegt bei 720 Euro pro Jahr. Bei Lieferung und Leistung sagt das Einkommenssteuergesetz in § 23, Private Veräußerungsgeschäfte, Abs. 3 „….Gewinne bleiben steuerfrei, wenn der aus den privaten Veräußerungsgeschäften erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 600 Euro betragen hat…“.

Wiederholungsrechnungen

Den Charakter einer gewerblichen Tätigkeit unterstellen die Behörden immer dann, wenn es sich um wiederkehrende Rechnungen handelt. Wer zum Beispiel alle Gegenstände aus einer Hausratsauflösung mit Rechnung an verschiedene Personen verkauft, den stuft das Finanzamt schnell als gewerblichen Verkäufer ein. Um die daraus resultierenden Folgen abzuwenden, muss der Betroffene nachweisen, dass es ein einmaliges Ereignis war. Auch wer zweimal pro Jahr auf Rechnung den Rasen des Nachbarn mäht, gilt häufig als Gewerbetreibender. Der Status der Rechnung wandelt sich von Privatrechnung in gewerbliche Rechnung, aus der Privatperson wird ein Selbstständiger oder Freiberufler. Wird er zum Gewerbetreibendem, muss er ein Gewerbe anmelden. Sowohl für Gewerbetreibende als auch Freiberufler fallen Einkommenssteuer sowie Abgaben zur Sozialversicherung an. Umsatzsteuerpflichtig wird der neue Gewerbetreibende/Freiberufler nur dann, wenn er bei seiner Anmeldung beim Finanzamt statt der Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG die Umsatzsteuerpflicht wählt oder seine Einkünfte mehr 17.500 Euro pro Jahr betragen.

Unterschied zwischen Produkthaftung, Garantie und Gewährleistung

Unabhängig davon, es sich um eine private Rechnung oder eine gewerbliche Rechnung handelt, sollte dem Rechnungssteller der Unterschiede zwischen Produkthaftung, Garantie und Gewährleistung bekannt sein. Die Begriffe werden gerne verwechselt beziehungsweise gleichgesetzt, mit manchmal nicht unerheblichen Folgen.

Produkthaftung, ein Anspruch gegen den Hersteller oder Produzenten

Unter dem Begriff Produkthaftung sind alle Schäden zusammengefasst, die aufgrund eines Mangels an einer Sache entstehen. Die sehr weit gefasste Haftung bezieht sich dabei nicht nur auf den Gegenstand oder die Leistung selbst, sondern beinhaltet zudem die Folgen für Leben und Gesundheit sowie Eigentum und andere Rechtsgüter. Der Anspruch richtet sich gegen den Hersteller oder Produzenten. Geregelt wird die Produkthaftung durch das Produkthaftungsgesetz ProdHaftG § 1, Haftung, Gesetz über die Haftung für fehlerhafte Produkte, in Verbindung mit BGB § 823, Schadensersatzpflicht, Abs. 1. Damit haften Hersteller unabhängig von ihrem Verschulden für ihr Produkt, wenn der Schaden aufgrund eines Fehlers am Produkt entsteht beziehungsweise der Fehler am Produkt für den Schaden ursächlich ist. Es gibt fünf Ursachen für einen Produktfehler,

  • Entwicklungsfehler
  • Konstruktionsfehler
  • Fabrikationsfehler
  • Instruktionsfehler und
  • Fehler bei der Produktbeobachtung

Garantie, eine freiwillige Leistung

Garantien sind freiwillige Leistungen des Händlers oder Herstellers, die über die gesetzlichen Mängelgewährleistungen hinausgehen. Der Garantiegeber verpflichtet sich zu einer bestimmten Handlung beim Eintreten eines bestimmen Falls. Die Übernahme von Garantien soll das Vertrauen des Kunden und die Kundenbindung stärken. Zu den bekanntesten Garantieformen gehören

  • Preisgarantie, also die Rücknahme oder Erstattung von Preisdifferenzen, wenn es dasselbe Produkt bei einem Konkurrenten günstiger gibt,
  • Zufriedenheitsgarantie, eine zeitlich befristete Rücknahme des Produkts, wenn es nicht den Anforderungen des Kunden entspricht,
  • 3-Jahres-Garantie, die Garantie für beispielsweise eine fehlerfreie Funktion für einen Zeitraum über drei Jahre. Der Garantieumfang wird bei dieser Garantieform in der Regel genau definiert,
  • Reparaturgarantie, eine normalerweise zeitlich beschränkte Garantie dafür, dass das Produkt bei fehlerhaften Funktionen kostenfrei repariert wird,
  • Haltbarkeitsgarantie, eine Garantie dafür, dass das Produkt bis zum angegebenen Zeitpunkt verwendbar ist,
  • Vor-Ort-Garantie, die Zusage, dass das Produkt im Falle eines Fehlers vom Hersteller oder Verkäufer am Standort des Käufers repariert wird.

Mängelgewährleistung, eine Regelung kraft Gesetz

Im Gegensatz zur Garantie stammen die Ansprüche des Käufers bei der Mängelgewährleistung nicht aus einer freiwillig zugesagten Leistung, sondern aus dem Kaufvertrag selbst. Der Gesetzgeber hat im BGB, § 434 Sachmangel und § 435 Rechtsmangel, entsprechende Reglungen manifestiert. Voraussetzung für eine Mängelrüge ist der tatsächlich existierende Mangel an der Sache. Als Mangel gilt, wenn eine Sache nicht die zugesagte Beschaffenheit besitzt, sich nicht für die vorgesehene Verwendung eignet oder die Lieferung in zu geringer Menge erfolgt.

Tritt ein Sachmangel ein, hat der Anspruchsinhaber die Auswahl zwischen verschiedenen Mängelrechten. Vorrangig ist die Nacherfüllung, geregelt durch BGB § 439. Dem Vertragspartner steht das Recht zur Nachbesserung mittels Reparatur oder Nachlieferung zu. Verweigert er eine Nachbesserung oder Nachlieferung beziehungsweise verändert die Nachbesserung oder Nachlieferung die Sachlage nicht, kann der Käufer

  • gemäß BGB § 441, Minderung, den Kaufpreis mindern,
  • gemäß BGB § 437, Rechte des Käufers bei Mängeln, Abs. 2, vom Vertrag zurücktreten oder
  • gemäß BGB 437, Rechte des Käufers bei Mängeln, Abs. 3, Schadensersatz

geltend machen. BGB § 438, Verjährung der Mängelansprüche, Abs. 3 besagt, dass die gesetzliche Verjährung zwei Jahre beträgt. Handelt es sich um Gebrauchtwaren, besteht die Möglichkeit, die Verjährungsfrist auf 12 Monate zu reduzieren.

Achtung!

Auch Rechnungen können verjähren. Die Verjährungsfrist von Rechnungen beträgt 3 Jahre

Mängelhaftung und Privatrechnung, kein automatischer Ausschluss

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist ein Privatverkauf ein ganz normaler Kaufvertrag, es existieren dafür keine gesonderten Rechtsvorschriften. Lediglich das in Deutschland vorgeschriebene 14-tägige Widerrufsrecht greift bei einem Privatverkauf nicht. Wie bei jedem Händler oder jedem Unternehmen muss der veräußerte Gegenstand sowohl von Sachmängeln als auch Rechtsmängeln frei sein. Beim Verkauf eines defekten oder mangelhaften Gegenstands sollte dies unbedingt auf der Rechnung mithilfe einer Formulierung wie „Der Käufer wurde auf nachfolgende Mängel hingewiesen: …“ vermerkt werden.

Du kannst zwar nach Vorlage private Rechnungen schreiben ohne Gewerbe und Muster mit einem generellen Ausschluss der Mängelhaftung verwenden, es wird dir jedoch nichts nützen. Der Verkäufer einer Sache muss für den Mangel bei seinem Produkt einstehen. Etwas Spielraum besteht lediglich durch die Möglichkeit eine Gewährleistung auszuschließen, wenn die Kaufsache alle zugesicherten Eigenschaften besitzt, zum Beispiel Funktionsfähigkeit. Verschweigt der Verkäufer jedoch arglistig einen Mangel oder hat er eine Garantie zugesagt, haftet er gemäß BGB § 444, Haftungsausschluss, in vollem Umfang.

Wann wird aus Privat ein Gewerbe?

Wer einmalig eine Rechnung schreibt ohne Gewerbe, oder ab und zu auf Rechnung arbeitet ohne Gewerbeschein, beziehungsweise eine Rechnung schreibt ohne Gewerbeanmeldung, macht sich nicht zwangsweise wegen Schwarzarbeit oder versuchter Steuerhinterzieher strafbar. Allerdings darf die Tätigkeit ohne den Besitz einer entsprechenden Erlaubnis nicht in einem erlaubnispflichtigen oder zulassungspflichtigen Bereich ausgeübt werden. Unter den Begriff zulassungspflichtige Berufe fallen Handwerksberufen wie Dachdecker, Stuckateur, Schornsteinfeger oder Informations- und Kraftfahrzeugtechniker. Erlaubnispflichtig ist zum Beispiel die Arbeit als Immobilienmakler, Auktionier oder im Bewachungsgewerbe.

Prinzipiell gilt, dass es sich um einen Gewerbetreibenden oder Freiberufler handelt, wenn die

  • Tätigkeit selbstständig und
  • eigenverantwortlich,
  • ohne Weisungsbindung, ausgeführt werden muss.
  • Die Ausrichtung langfristig angelegt ist, mit
  • dauerhafter Gewinnerzielungsabsicht, also das Ziel verfolgend,
  • dauerhaft Einnahmen zu generieren und sich durch entsprechende Maßnahmen (Lieferung und Leistung) am
  • Wirtschaftsverkehr zu beteiligen.

Unabhängig von der Höhe des Einkommens, ist zur Anmeldung eines Gewerbes verpflichte, wer

  • eine gewerbliche Tätigkeit aufnimmt,
  • einen bereits bestehenden Gewerbebetrieb übernimmt,
  • sein Gewerbe aufgrund einer Gewerbeverlegung ummeldet,
  • eine Zweigstelle gründet und
  • seine geschäftliche Ausrichtung verändert.

Nebengewerberechnung schreiben aufgrund einer Nebentätigkeit

Definiert wird ein Nebengewerbe als eine nicht hauptberufliche oder in Vollzeit ausgeübte Tätigkeit mit einer Arbeitszeit von maximal 20 Stunden pro Woche. Der etwas schwammige Begriff Nebengewerbe impliziert nicht automatisch, dass dessen Ausübung ohne Gewerbeanmeldung erlaubt ist. Sobald die Tätigkeit die Kriterien eines Gewerbes erfüllt, muss der Betroffene umgehend sein Gewerbe anmelden. Die Einnahmen sind in der Steuererklärung zu deklarieren, allerdings dürfen die Aufwendungen im Gegenzug abgezogen werden. Der Vorteil eines Nebengewerbes liegt darin, dass die Gewerbetreibenden durch Freibeträge vom Staat vor hohen Ausgaben gezielt geschützt werden. Du kannst im Nebengewerbe durchaus mehr verdienen als in der Haupttätigkeit.

Freie Berufe und Privatrechnung, der Unterschied

Freiberufler können wie Privatpersonen ohne Gewerbe Rechnungen schreiben. Sie müssen kein Gewerbe anmelden, obwohl für sie dieselben Vorschriften wie für Gewerbetreibende gelten. Wer zur Gruppe der Freiberufler zählt, regelt § 18 EStG (Einkommensteuergesetz). Definiert werden dort in Abs. 1 Satz 1 als freie Berufe „…selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbstständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe…“. Das heißt, Künstler genauso wie selbstständige Forscher, Schriftsteller, Lehrer oder Ärzte Rechnungen ohne ein Gewerbe schreiben.

Rechnung ausstellen ohne ein Gewerbe anzumelden

Wer auf Rechnung arbeitet ohne Gewerbe, fragt sich häufig, ob er überhaupt ohne Gewerbeschein Rechnungen schreiben darf oder ob er sich damit strafbar macht. Die Antwort lautet in diesem Fall jein. Handelt es um eine einmalige Tätigkeit, zum Beispiel als Helfer bei einer Veranstaltung, stellt es kein Problem dar, ohne Gewerbeschein auf Rechnung zu arbeiten. Wird daraus jedoch mehr, muss ein Gewerbe angemeldet werden. Es kann durchaus sein, dass das Finanzamt bereits durch das Erstellen einer zweiten Rechnung für eine ähnliche Tätigkeit innerhalb desselben Jahres eine gewerbliche Berufsausübung sieht. Ob dabei der Freibetrag von 600 Euro erreicht wird, besitzt für die Tatsache der Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit im ersten Schritt keine Relevanz.

Urproduktion, ein Bereich ohne Gewerbepflicht

Urproduktion - die Landwirtschaft

Wie bei den Freiberuflern können Selbstständige in der Urproduktion arbeiten auf Rechnung, ohne ein Gewerbe anzumelden. Per Definition fallen unter den Begriff Urproduktion alle Berufe und Tätigkeiten, die mit der Gewinnung von rohen Naturerzeugnissen in Zusammenhang stehen, also Arbeiten in den Sparten

  • Landwirtschaft
  • Forstwirtschaft
  • Gartenbau
  • Fischerei
  • Jagd
  • Bergbau
  • und Ähnlichem beziehungsweise Vergleichbarem

Der Verkauf von Produkten aus einer Urproduktion, zum Beispiel auf dem Markt oder in einem Hofladen, gehört jedoch zum Handel und ist somit als Gewerbe anzumelden. Grundsätzlich gilt, auch wenn in der Urproduktion Rechnungen ohne Gewerbeschein geschrieben werden, muss eine Tätigkeit in der Urproduktion bei zuständigen Finanzamt gemeldet sein.

Kleinunternehmerregelung, Sonderregel für Betriebe mit geringem Einkommen

Wenn die Frage, muss ich ein Gewerbe anmelden, um Rechnungen zu schreiben, im Raum steht, hängt dies von der Häufigkeit der Rechnungsstellung ab. Kannst du absehen, dass dukünftig mehr als eine Rechnung stellst, solltest du über die Kleinunternehmerregelung nachdenken, um Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden.

Bei der Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG (Umsatzsteuergesetz) handelt es sich um eine Vereinfachung des Umsatzsteuerrechts für Unternehmen mit geringen Umsätzen. Es ist das Wahlrecht, steuerrechtlich weiterhin mehr oder minder als Privatperson zu gelten. Unternehmen unterliegt dabei zwar weiterhin dem Umsatzsteuergesetz, es entsteht also die Umsatzsteuer, sie wird jedoch vom Finanzamt nicht erhoben. Aus diesem Grund müssen Kleinunternehmen die Umsatzsteuer nicht gesondert ausweisen und abführen. Allerdings können sie die Vorsteuer auf Eingangsrechnungen dem Finanzamt nicht in Rechnung stellen.

Wie du Eingangsrechnungen prüfst

Die Sonderregelung für Kleinunternehmen gilt nur für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von maximal 17.500 Euro. Eine Inanspruchnahme hängt nicht davon ab, ob ein Gewerbeschein vorhanden ist oder nicht. Kleinunternehmen können sowohl gewerblich als auch freiberuflich tätig sein. Die Struktur einer Rechnung für Kleinunternehmern entspricht der privaten Rechnung. Lediglich der Satz „es handelt sich um eine Privatrechnung ohne Ausweis der Umsatzsteuer“ wird durch einen Satz wie zum Beispiel

  • gemäß § 19 UStG ist im Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer enthalten,
  • kein Ausweis der Umsatzsteuer, da Kleinunternehmen gemäß § 19 UStG oder
  • Rechnungsstellung ohne Ausweis der Umsatzsteuer nach § 19 UStG

ersetzt. Ihre Steuernummer müssen Kleinunternehmen wie alle anderen Gewerbetreibenden und Freiberufler bei Rechnung mit einem Bruttorechnungsbetrag von mehr als 250 Euro angeben, ansonsten handel es sich um eine Kleinbetragsrechnung.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht

Ob du als Student eine Rechnung schreibst, ohne ein Gewerbe anzumelden, als Privatperson nach einer Vorlage suchen, um eine Rechnung zu schreiben oder als Musiker eine Rechnung ohne Gewerbe schreibst, im Internet findest du zahlreiche Rechnungsvorlagen mit einem kostenlosen Download.

Tipp!

Für Kleinunternehmer oder Freiberufler eignet sich ein Rechnungsprogramm zum Schreiben einer professionellen Rechnung.

Alisha Meier

Um seine Zielgruppe im Internet zu begeistern muss man kreativ sein. Alisha besitzt diese Kreativität und weiß als Content Marketerin bei sevDesk, welche Inhalte im Netz funktionieren. Im Blog beschäftigt sie sich mit sämtlichen Kreativthemen und versucht Selbstständige zu inspirieren.

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