MOSS-Verfahren

Seit dem 01.10.2015 sind Änderungen zum Leistungsort bei elektronischen Dienstleistungen an Privatpersonen eingetreten. Hierbei werden elektronische Dienstleistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen an Privatpersonen in der EU an deren Wohnsitzstaat der Umsatzsteuer unterworfen. Damit sich Unternehmer nicht in allen EU-Staaten zur Umsatzsteuer erfassen müssen, wurde die Anlaufstelle MOSS (Mini One Stop Shop) geschaffen. D

Wie funktioniert MOSS?

Der Mini One Stop Shop, zu deutsch „die kleine einzige Anlaufstelle (KEA)“ ist ein neues (freiwilliges) Besteuerungsverfahren, das dem Unternehmen ermöglicht, diverse Umsätze in dem EU-Staat zu erklären, in dem es ansässig ist. Dabei ist MOSS optional und kann nur durch Genehmigung eines Antrags genutzt werden. Im Falle der Nutzung von MOSS muss sich der Unternehmer bis Ende des Quartals zunächst vor der erstmaligen Verwendung registrieren lassen. Die Antragstellung für eine Registrierung zum MOSS (EU-Schema) erfolgt elektronisch über FinanzOnline, wohingegen eine Registrierung zum Mini-One-Stop-Shop (Nicht-Eu Schema) elektronisch über das beim BMF eingerichtete Portal abläuft.

Was kann über den MOSS erklärt werden?

Neben steuerpflichtigen Telekommunikations-, Rundfunk und Fernsehdienstleistungen können zusätzlich elektronisch erbrachte sonstige Leistungen an Nichtunternehmer erbracht werden, in welchen der Unternehmer weder sein Unternehmen betreibt noch eine Betriebsstätte führt.



Was zählt zu elektronisch erbachten sonstigen Leistungen?

Unter elektronisch erbrachte sonstige Leistungen fallen unter anderem:

  • Leistungen im Internet, welche mehr als den bloßen Internetzugang ermöglichen, wie beispielsweise Portale, Foren
  • die Bereitstellung von Webseiten, Webhosting, Fernwartung von Hard- und Software
  • Online-Shops und -Versteigerungen
  • der Vertrieb von Applikationen, Software, Online-Spielen
  • die Erstellung und Übermittlung von Texten, Fotos, Filmen, Musik und anderen Informationen
  • Datenbanken sowie Suchmaschinen
  • Webinare

Wer kann MOSS in Anspruch nehmen?

In erster Linie kann Moss von Unternehmern in Anspruch genommen werden, welche an Nichtunternehmer elektronisch erbrachte sonstige Leistungen erbringen. Hierbei darf der Unternehmer nicht für die Nutzung von MOSS gesperrt sein und muss zudem über eine UID-Nummer sowie einen rechtzeitigen Vertrag verfügen.

Welche Aufzeichnungspflichten gibt es im Rahmen des MOSS?

Unternehmer, welche den MOSS in Anspruch nehmen, müssen für die oben genannten Leistungen diverse Aufzeichnungspflichten befolgen. Die Aufbewahrungsdauer der Aufzeichnungen beläuft sich dabei auf zehn Jahre. Folgende Aufzeichnungspflichten müssen hierbei vom Unternehmer beachtet werden:

  • der Mitgliedstaat des Verbrauchs, in welchem die Dienstleistung erbracht wird
  • die Art der erbrachten Dienstleistung sowie das Datum der Dienstleistungserbringung
  • die Steuerbemessungsgrundlage unter Angabe der verwendeten Währung
  • jede anschließende Erhöhung oder Senkung der Steuerbemessungsgrundlage
  • der anzuwendende Umsatzsteuersatz
  • der Betrag der zu zahlenden Umsatzsteuer unter Angabe der verwendeten Währung
  • das Datum und der Betrag der erhaltenen Zahlungen
  • alle vor Erbringung der Dienstleistung erhaltenen Vorauszahlungen
  • bei Ausstellung einer Rechnung, die darin enthaltenen Informationen
  • der Name des Dienstleistungsempfängers
  • Informationen zur Bestimmung des Orts, an welchem der Dienstleistungsempfänger ansässig ist