Steuererklärung als Kleinunternehmer – Wir zeigen dir wie es geht!

Du hast dich für die Gründung als Kleinunternehmer entschieden, da es für dich in Sachen Steuerrecht deutliche Erleichterungen gibt? Stimmt, du bist dennoch immer noch ans Steuerrecht gebunden. Nachfolgend erfährst du, welche Aspekte auch für dich als Kleinunternehmer bei der Steuererklärung eine wichtige Rolle spielen.

Das erwartet dich heute:

Was ist ein Kleingewerbe?

Im täglichen Sprachgebrauch wird der Begriff „Kleinunternehmen bzw. Kleingewerbe“ für 1-2 Mann starke Unternehmen verwendet. Ein Kleingewerbe kann im eigentlichen Sinn nicht gegründet werden, da es sich hierbei um keine eigene Rechtsform handelt. Dadurch ist der Status „Kleinunternehmer bzw. Kleingewerbe“ weder auf eine spezielle Rechtsform noch auf eine bestimmte Branche beschränkt. Praktisch gesehen, müssen nur zwei Bedingungen erfüllt sein,

  • der Vorjahresumsatz war nicht höher als 22.000 € und wird im laufenden Geschäftsjahr 50.000 € nicht überschreiten.
  • nach §1 Abs. 2 Handelsgesetzbuch ist kein kaufmännischer Betrieb erforderlich.

Aus steuerrechtlicher Sicht kann ein Kleingewerbe von juristischen Personen (GmbH, AG oder UG) genauso betrieben werden, wie von natürlichen Personen (Einzelunternehmer, Freiberufler) oder gar Personengesellschaften (KG, OHG oder GbR). Laut des Handelsgesetzbuches sind Kleingewerbetreibende keine Kaufleute.

Kleinunternehmerregelung

Gilt dein Unternehmen als Kleingewerbe, musst du nicht die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG in Anspruch nehmen, da du dich auch für eine freiwillige Umsatzsteuerpflicht entscheiden kannst. Beides hat seine gewissen Vor- und Nachteile! Die meisten Unternehmer entscheiden sich bei der Anmeldung ihres Gewerbes, während der Beantragung der Steuernummer, für oder gegen eine Kleinunternehmerregelung.

Rechnungserstellung als Kleinunternehmer

Als Kleinunternehmer musst du natürlich auch alle vom Gesetzgeber vorgegebene Pflichtangaben auf deiner Rechnung machen, wie z. B.

  • der Name und die Adresse deiner Firma
  • Name und Adresse des Rechnungsempfängers
  • deine Steuernummer (auch als Kleinunternehmer ganz wichtig!)
  • Rechnungsdatum
  • Rechnungsnummer

Der einzige Unterschied ist, dass du auf deiner Rechnung keine Umsatzsteuer berechnen darfst. Zu dem musst du auf die Rechnung schreiben, warum das der Fall ist. Normal reicht

Gemäß §19 USTG wird keine Umsatzsteuer berechnet!

Tipp:

Rechnungsvorlage Kleinunternehmer in Word

Rechnungsvorlage Kleinunternehmer in Word

Den Vermerk zur Kleinunternehmerregelung kannst du auf deiner Rechnung einbinden oder einfach eine kostenlose Rechnungsvorlage für Kleinunternehmer verwenden.

Ist dein Kleingewerbe steuerfrei?

Nein, auch wenn du ein Kleingewerbe hast, muss dennoch Einkommenssteuer, Kirchensteuer und Gewerbesteuer, abhängig vom tatsächlichen Umsatz bezahlt werden.

Wie hoch ist die Umsatzsteuergrenze?

Die Kleinunternehmerregelung gilt nur solange im vergangenen Geschäftsjahr der Umsatz unter 22.000 € und im laufenden Geschäftsjahr unter 50.000 € liegt. Sobald die Kleinunternehmer Umsatzgrenze überschritten wird, wird der Unternehmer umsatzsteuerpflichtig!

Wie machst du deine Steuererklärung als Kleinunternehmer?

Wie jedes Unternehmen muss auch der Kleinunternehmer jährlich eine Steuererklärung abgeben. Dazu gehört, man mag es kaum glauben, die Umsatzsteuererklärung. Aber anders als beim umsatzsteuerpflichtigen Gewerbetreibenden, muss hier nur der aktuelle Jahresumsatz und der zu erwartende Jahresumsatz eingetragen werden. Diese Umsatzsteuererklärung ist für das Finanzamt nur eine Art Bestätigung, dass dein Unternehmen immer noch ein Kleinunternehmen ist.

Welche Formulare musst du ausfüllen?

Als Kleinunternehmer musst du bei der Steuererklärung mehr als nur ein einziges Formular auszufüllen. Dazu gehören neben dem Mantelbogen unter anderem auch die Anlage G, die Anlage S und die Anlage EÜR. Mehr darüber erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Anlage EÜR

Formular der Anlage EÜR
Anlage EÜR – Formular zum Ausfüllen

Die Anlage EÜR wird auch Einnahmen-Überschuss-Rechnung genannt. Du musst in diesem Formular deine betrieblichen Einnahmen gegen deine betrieblichen Ausgaben aufrechnen. Als Kleinunternehmer ziehst du keine Vorsteuer ab und deshalb sind deine betrieblichen Ausgaben immer Bruttobeträge. Am Ende der EÜR steht dann dein Gewinn, also der Betrag, den du nach Abzug aller Ausgaben erwirtschaften konntest.

Anlage Mantelbogen

Formular der Anlage Mantelbogen
Anlage Mantelbogen – Formular zum Ausfüllen

Der Mantelbogen stellt bei der Einkommensteuererklärung das Herzstück überhaupt dar. In Deutschland muss jeder, der zur Steuererklärung verpflichtet ist, diesen Mantelbogen verbindlich ausfüllen.

Anlage G

Formular der Anlage G
Anlage G – Formular zum Ausfüllen

Die Anlage G muss jeder ausfüllen, der aus einem Gewerbebetrieb Einnahmen erzielt hat.

Anlage S

Formular der Anlage S
Anlage S – Formular zum Ausfüllen

Als Freiberufler erzielst du keine gewerblichen Einkünfte. Deine Einkünfte stammen vielmehr aus selbstständiger Arbeit. Deshalb musst du deine Gewinne oder Verluste in diese Anlage S eintragen. Dies gilt auch dann, falls du die Anlage EÜR nicht ausfüllen musst.

Kleingewerbe: Die Gewinnermittlung über die Einnahmenüberschussrechnung

Achtung, bis 2017 wurde von den Finanzämtern noch die formlose Gewinnermittlung anerkannt, bei der alle Ausgaben ganz einfach und unkompliziert von den Einnahmen abgezogen wurden. Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall. Bei der Abgabe ihrer Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) müssen Kleinunternehmen die standardisierte Anlage EÜR ausfüllen und auf elektronischem Weg an das Finanzamt schicken.

Konsequenzen der Anlage EÜR

Über die formlose Gewinnermittlung schlüsselte der Kleinunternehmer seine Kosten nur grob über die formlose Gewinnermittlung auf. Das gehört jetzt der Vergangenheit an, denn in der Anlage EÜR muss er genaue Angaben über seine Einnahmen und Ausgaben machen. Dabei ist er dazu verpflichtet, dass er alle Kostenarten separat aufschlüsselt, wie z. B. Fahrtkosten, Kosten für Schreibwaren usw. Das bedeutet, dass der Kleingewerbetreibende wesentlich mehr Aufwand in das Erstellen seiner Steuererklärung investieren muss als früher.

Achtung!

Konnten früher nicht abziehbare Kosten weggelassen werden, sind sie jetzt in der standardisierten Anlage EÜR anzugeben!

Tipp:

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Photovoltaikanlage in der Steuererklärung: Das solltest du wissen!

Du betreibst eine Photovoltaikanlage und nutzt den erzeugten Strom nicht nur für eigene Zwecke, sondern verkaufst den auch? Dann giltst du als Unternehmer. Sobald du eine Photovoltaikanlage installierst, musst du das dem für dich zuständigen Finanzamt melden! Hast du noch keine gewerbliche Steuernummer, schickt dir das Finanzamt einen steuerlichen Erfassungsbogen zu.

Achtung: Wird deine Photovoltaikanlage nicht auf dem Dach eines Gebäudes installiert, dass du selbst nutzt, solltest du dich bei dem für dich zuständigen Ordnungsamt informieren, ob du eine Gewerbeanmeldung brauchst.

Betreibst du eine Photovoltaikanlage hat das Einfluss auf deine Einkommenssteuererklärung, da du hier die Gewinne und die Kosten eintragen musst, die der Betrieb deiner Anlage verursacht. Natürlich müssen in die Gewinn- und Verlust-Rechnung auch eventuell beantragte Zuschüsse eingetragen werden, genauso wie dein Eigenverbrauch. Dieser ist grundsätzlich zu versteuern!

Die Vergütung für die eingespeiste Energie ist umsatzsteuerpflichtig! Auch dann, wenn der erzeugte Strom teilweise selbstverbraucht wurde. Dann ist die Umsatzsteuer mit der Abgabe der Steuererklärung nachträglich zu entrichten. Wurde die mit der Photovoltaik-Anlage erzeugte Energie ausschließlich selbst verbraucht, wird diese als unentgeltliche Wertabgabe versteuert. Natürlich kannst du deine Photovoltaik-Anlage auch als Kleinunternehmer führen, wenn sich die Gewinne in einem vorgegebenen Rahmen bewegen. Zwar musst du in diesem Fall keine Umsatzsteuer bezahlen, kannst aber auch Vorsteuer geltend machen.

Denke daran, dass der Betrieb der Photovoltaik-Anlage grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig ist. Aber erst, wenn du mehr als 24.500 € jährlich erwirtschaftest.

Folgende weitere steuerlichen Besonderheiten musst du beachten

Bei einer Photovoltaikanlage gibt es noch weitere Besonderheiten aus steuerlicher Sicht, welche du dringend beachten musst.

  • Den Kaufpreis für eine Photovoltaikanlage kannst du stets auf eine Dauer von 20 Jahren verteilt absetzen.
  • Kaufst du eine Immobilie, welche bereits eine Photovoltaikanlage hat, musst du keine Grunderwerbsteuer für den Kaufpreis der Anlage entrichten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Anlage fertig auf dem Dach montiert ist.
  • Kaufst du eine Immobilie mit einer in das Dach integrierten Photovoltaikanlage, musst du für den Kaufpreis der Anlage Grundsteuer entrichten.
  • Gibt es für den Kauf der Photovoltaikanlage Zuschüsse vom Staat, kannst du diese entweder als Betriebseinnahme erfassen. Alternativ kannst du den Kaufpreis der Anlage aber auch entsprechend kürzen und den geminderten Betrag steuerlich abschreiben.

Was kannst du als Kleinunternehmer steuerlich absetzen?

Grundsätzlich kannst du als Kleinunternehmer alle Kosten steuerlich geltend machen, die mit deiner Firma im direkten Zusammenhang stehen. Das wären z. B.

Steuerhilfe für Selbstständige

Wer nur geringfügig Wissen in Sachen Steuerrecht hat, sollte die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nehmen. Der Steuerberater ist eine lohnende Investition, um Fehler bei der Kleinunternehmer Steuererklärung zu vermeiden. Fehler, die ganz schnell richtig teuer werden können. Von der Gefahr einer Verurteilung wegen Unterschlagung oder Betrug gar nicht zu reden. Um derartige Folgen zu vermeiden, ist es ratsam einen Steuerberater zu Seite zu haben.

Was kostet ein Steuerberater für Kleinunternehmer?

Ob Kleinunternehmer oder nicht, spielt bei den Kosten für den Steuerberater nicht wirklich eine Rolle, da er seine Kosten immer anhand des tatsächlichen Umsatzes berechnet. Wie hoch die Kosten für deinen Steuerberater sind, hängt auch von deinem Wohnort und deinen Preis-Verhandlungsgeschick ab. Natürlich spielt es ebenso eine Rolle, welche Arbeiten dein Steuerberater erledigen muss.

Online Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer & Selbstständige

Als Kleinunternehmer oder auch als Kleingewerbetreibender musst du deine Steuererklärung in elektronischer Form über ELSTER abgeben. Für den Fall, dass du eine Buchhaltungssoftware nutzen solltest, hat diese in der Regel eine ELSTER-Schnittstelle. Damit kannst du die Daten in großer Menge sehr einfach exportieren.

Die Vorteile noch mal auf einen Blick:

  • Nutzt du eine Online Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer & Selbstständige hast du den großen Vorteil, dass du von allen deinen Geräten Zugriff auf deine Buchhaltung hast.
  • Rechnungen, Angebote und Mahnungen sind bereits mit wenigen Klicks erstellt.
  • Du hast immer einen aktuellen Überblick über deine Ein- und Ausgaben.
  • Eine Online Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer & Selbstständige füllt die Anlage EÜR automatisiert aus.

Fazit

Es gibt einige Punkte, in denen die Steuererklärung für Kleinunternehmer oder auch für Kleingewerbetreibende viel unkomplizierter ist, als dies bei größeren Unternehmen der Fall ist. Dies liegt vor allem daran, dass ein Kleinunternehmer oder ein Kleingewerbetreibender keine Bilanz erstellen muss. In der Regel ist hier eine Gewinnermittlung mit der EÜR vollkommen ausreichend. Was die Gewerbesteuer betrifft, so ist es für viele möglich, sich davon befreien zu lassen. Dies gilt aber nicht für die Umsatzsteuererklärung. Die muss ein jedes Unternehmen abgeben. Die Steuererklärung dient bei einer vorliegenden Kleinunternehmerregelung lediglich zur Bestätigung dessen, wie viel Umsatz erzielt wurde.

Nadine Müller

Content ist King – das weiß auch Nadine und arbeitet seit 2019 als Teamlead des Online-Marketing Teams an der Entwicklung, Anpassung & Umsetzung von diversen Marketing Strategien. Ihre langjährige Erfahrung als Content Marketing Manager kommt ihr hierbei zugute.

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