Steuererklärung als Kleinunternehmer – Wir zeigen dir wie es geht!

Du hast dich für die Gründung als Kleinunternehmer entschieden, da es für dich in Sachen Steuerrecht deutliche Erleichterungen gibt? Stimmt, du bist dennoch immer noch ans Steuerrecht gebunden. Nachfolgend erfährst du, welche Aspekte auch für dich als Kleinunternehmer eine wichtige Rolle spielen.

Das erwartet dich heute:

Was ist ein Kleingewerbe?
Die Kleinunternehmerregelung
Kleinunternehmerregelung: Die Rechnungserstellung
Ist mein Kleingewerbe steuerfrei?
Wie hoch ist die Umsatzsteuergrenze?
Wie mache ich meine Steuererklärung als Kleinunternehmer?
Kleingewerbe: Die Gewinnermittlung über die Einnahmeüberschussrechnung
Welche Folgen hat die Pflicht zum Ausfüllen der standardisierten Anlage EÜR?
Wie muss der Betrieb einer Photovoltaikanlage in der Steuererklärung berücksichtigt werden?
↳ Steuererklärung und Photovoltaikanlage: das solltest Du wissen!
Was kann ich als Kleinunternehmer steuerlich absetzen?
Steuerhilfe für Selbstständige
↳ Was kostet ein Steuerberater für Kleinunternehmer
↳ Online Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer & Selbstständige: die Vorteile

Was ist ein Kleingewerbe?

Im täglichen Sprachgebrauch wird der Begriff „Kleinunternehmen bzw. Kleingewerbe“ für 1-2 Mann starke Unternehmen verwendet. Ein Kleingewerbe kann im eigentlichen Sinn nicht gegründet werden, da es sich hierbei um keine eigene Rechtsform handelt. Dadurch ist der Status „Kleinunternehmer bzw. Kleingewerbe“ weder auf eine spezielle Rechtsform noch auf eine bestimmte Branche beschränkt. Praktisch gesehen, müssen nur zwei Bedingungen erfüllt sein,

  • der Vorjahresumsatz war nicht höher als 17.500 € und wird im laufenden Geschäftsjahr 50.000 € nicht überschreiten.
  • nach §1 Abs. 2 Handelsgesetzbuch ist kein kaufmännischer Betrieb erforderlich.

Aus steuerrechtlicher Sicht kann ein Kleingewerbe von juristischen Personen (GmbH, AG oder UG) genauso betrieben werden, wie von natürlichen Personen (Einzelunternehmer, Freiberufler) oder gar Personengesellschaften (KG, OHG oder GbR). Laut des Handelsgesetzbuches sind Kleingewerbetreibende keine Kaufleute.

Die Kleinunternehmerregelung

Gilt dein Unternehmen als Kleingewerbe, musst du nicht die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG in Anspruch nehmen, da du dich auch für eine freiwillige Umsatzsteuerpflicht entscheiden kannst. Beides hat seine gewissen Vor- und Nachteile! Die meisten Unternehmer entscheiden sich bei der Anmeldung ihres Gewerbes, während der Beantragung der Steuernummer, für oder gegen eine Kleinunternehmerregelung.

Kleinunternehmerregelung: Die Rechnungserstellung

Als Kleinunternehmer musst Du natürlich auch alle vom Gesetzgeber vorgegebene Pflichtangaben auf deiner Rechnung machen, wie z. B.

  • der Name und die Adresse deiner Firma
  • Name und Adresse des Rechnungsempfängers
  • deine Steuernummer (auch als Kleinunternehmer ganz wichtig!)
  • Rechnungsdatum
  • Rechnungsnummer

Der einzige Unterschied ist, dass Du auf deiner Rechnung keine Umsatzsteuer berechnen darfst. Zu dem musst Du auf die Rechnung schreiben, warum das der Fall ist. Normal reicht

Gemäß §19 USTG wird keine Umsatzsteuer berechnet!

Tipp: Den Begriff „Kleinunternehmerregelung“ kannst Du auf deiner Rechnung ruhig weglassen, da er auf Kunden abschreckend wirkt!

Ist mein Kleingewerbe steuerfrei?

Nein, auch wenn Du ein Kleingewerbe hast, muss dennoch Einkommenssteuer, Kirchensteuer und Gewerbesteuer, abhängig vom tatsächlichen Umsatz bezahlt werden.

Wie hoch ist die Umsatzsteuergrenze?

Die Kleinunternehmerregelung gilt nur solange im vergangenen Geschäftsjahr der Umsatz unter 17.500 € und im laufenden Geschäftsjahr unter 50.000 € liegt. Sobald die Kleinunternehmer Umsatzgrenze überschritten wird, wird der Unternehmer umsatzsteuerpflichtig!

Wie mache ich meine Steuererklärung als Kleinunternehmer?

Wie jedes Unternehmen muss auch der Kleinunternehmer jährlich eine Steuererklärung abgeben. Dazu gehört, man mag es kaum glauben, die Umsatzsteuererklärung. Aber anders als beim umsatzsteuerpflichtigen Gewerbetreibenden, muss hier nur der aktuelle Jahresumsatz und der zu erwartende Jahresumsatz eingetragen werden. Diese Umsatzsteuererklärung ist für das Finanzamt nur eine Art Bestätigung, dass dein Unternehmen immer noch ein Kleinunternehmen ist. Des Weiteren muss der Kleinunternehmer bei der Steuererklärung den Mantelbogen, die Anlage G, die Anlage S und die Anlage VAV ausfüllen.

Kleingewerbe: Die Gewinnermittlung über die Einnahmenüberschussrechnung

Achtung, bis 2017 wurde von den Finanzämtern noch die formlose Gewinnermittlung anerkannt, bei der alle Ausgaben ganz einfach und unkompliziert von den Einnahmen abgezogen wurden. Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall. Bei der Abgabe ihrer Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) müssen Kleinunternehmen die standardisierte Anlage EÜR ausfüllen und auf elektronischem Weg an das Finanzamt schicken.

EÜR sevDesk

Einnahmenueberschussrechnung mit sevDesk

Welche Folgen hat die Pflicht zum Ausfüllen der standardisierten Anlage EÜR?

Über die formlose Gewinnermittlung schlüsselte der Kleinunternehmer seine Kosten nur grob über die formlose Gewinnermittlung auf. Das gehört jetzt der Vergangenheit an, denn in der Anlage EÜR muss er genaue Angaben über seine Einnahmen und Ausgaben machen. Dabei ist er dazu verpflichtet, dass er alle Kostenarten separat aufschlüsselt, wie z. B. Fahrtkosten, Kosten für Schreibwaren usw. Das bedeutet, dass der Kleingewerbetreibende wesentlich mehr Aufwand in das Erstellen seiner Steuererklärung investieren muss als früher.

Achtung!

Konnten früher nicht abziehbare Kosten weggelassen werden, sind sie jetzt in der standardisierten Anlage EÜR anzugeben!

Tipp:

Mit sevDesk ist deine EÜR automatisch erstellt und immer aktuell. Probiers aus!

Wie muss der Betrieb einer Photovoltaikanlage in der Steuererklärung berücksichtigt werden?

Du betreibst eine Photovoltaikanlage und nutzt den erzeugten Strom nicht nur für eigene Zwecke, sondern verkaufst den auch? Dann giltst du als Unternehmer. Sobald du eine Photovoltaikanlage installierst, musst du das dem für dich zuständigen Finanzamt melden! Hast du noch keine gewerbliche Steuernummer, schickt dir das Finanzamt einen steuerlichen Erfassungsbogen zu.

Achtung: Wird deine Photovoltaikanlage nicht auf dem Dach eines Gebäudes installiert, dass du selbst nutzt, solltest du dich bei dem für dich zuständigen Ordnungsamt informieren, ob du eine Gewerbeanmeldung brauchst.

Steuererklärung und Photovoltaikanlage: das solltest Du wissen!

Betreibst du eine Photovoltaikanlage hat das Einfluss auf deine Einkommenssteuererklärung, da du hier die Gewinne und die Kosten eintragen musst, die der Betrieb deiner Anlage verursacht. Natürlich müssen in die Gewinn- und Verlust-Rechnung auch eventuell beantragte Zuschüsse eingetragen werden, genauso wie dein Eigenverbrauch. Dieser ist grundsätzlich zu versteuern!

Die Vergütung für die eingespeiste Energie ist umsatzsteuerpflichtig! Auch dann, wenn der erzeugte Strom teilweise selbstverbraucht wurde. Dann ist die Umsatzsteuer mit der Abgabe der Steuererklärung nachträglich zu entrichten. Wurde die mit der Photovoltaik-Anlage erzeugte Energie ausschließlich selbst verbraucht, wird diese als unentgeltliche Wertabgabe versteuert. Natürlich kannst du deine Photovoltaik-Anlage auch als Kleinunternehmer führen, wenn sich die Gewinne in einem vorgegebenen Rahmen bewegen. Zwar musst du in diesem Fall keine Umsatzsteuer bezahlen, kannst aber auch Vorsteuer geltend machen.

Denke daran, dass der Betrieb der Photovoltaik-Anlage grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig ist. Aber erst, wenn du mehr als 24.500 € jährlich erwirtschaftest.

Was kann ich als Kleinunternehmer steuerlich absetzen?

Grundsätzlich kannst Du als Kleinunternehmer alle Kosten steuerlich geltend machen, die mit deiner Firma im direkten Zusammenhang stehen. Das wären z. B.

Steuerhilfe für Selbstständige

Wer nur geringfügig Wissen in Sachen Steuerrecht hat, sollte die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nehmen. Der Steuerberater ist eine lohnende Investition, um Fehler bei der Kleinunternehmer Steuererklärung zu vermeiden. Fehler, die ganz schnell richtig teuer werden können. Von der Gefahr einer Verurteilung wegen Unterschlagung oder Betrug gar nicht zu reden.

Was kostet ein Steuerberater für Kleinunternehmer

Ob Kleinunternehmer oder nicht, spielt bei den Kosten für den Steuerberater nicht wirklich eine Rolle, da er seine Kosten immer anhand des tatsächlichen Umsatzes berechnet. Wie hoch die Kosten für deinen Steuerberater sind, hängt auch von deinem Wohnort und deinen Preis-Verhandlungsgeschick ab. Natürlich spielt es ebenso eine Rolle, welche Arbeiten dein Steuerberater erledigen muss.

Online Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer & Selbstständige: die Vorteile

  • Nutzt du eine Online Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer & Selbstständige hast du den großen Vorteil, dass Du von allen deinen Geräten auf deine Buchhaltung zugreifen kannst.
  • Rechnungen, Angebote und Mahnungen sind bereits mit wenigen Klicks erstellt.
  • Du hast immer einen aktuellen Überblick über deine Ein- und Ausgaben.
  • Du kannst von der Online Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer & Selbstständige die Anlage EÜR automatisiert ausfüllen lassen.
Nadine Müller

Organisationstalent mit ausgeprägtem Designempfinden. Mit diesen beiden Schlagworten lässt sich Nadine’s Wesen im beruflichen Kontext wohl am treffensten beschreiben. Für sevDesk kreiert sie als Content Marketing Managerin Inhalte, die für dich als Nutzer wirklichen Mehrwert schaffen. Den Beweis findest du auf diesem Blog.

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