Brauchst du einen Steuerberater?

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, doch für Steuerzahler hat sich bereits eine Menge getan. Wusstest du beispielsweise, dass ab dem 1. Januar mehr Unternehmen ihren Gewinn mit der einfachen Einnahme-Überschuss-Rechnung ermitteln können, da die Grenzwerte um 20 Prozent erhöht wurden?

Selbst Profis fällt es manchmal schwer, in der Flut der ständigen Neuerungen den Überblick zu behalten. Kein Wunder also, dass sich viele Gründer beim Thema Steuern überfordert fühlen und sich lieber auf einen Steuerberater verlassen.

Aber ist es in jedem Fall sinnvoll, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen? Gibt es Alternativen? Und kann man die Arbeit des Steuerberaters auch selbst übernehmen?

Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die Steuerberatung und stellen dir in unserem Guide die Basics zum Thema Steuern für Selbstständige vor.

Hier eine Übersicht über den Beitrag:
1. Was macht ein Steuerberater?
2. Steuerberater – ja oder nein?
3. Guide: Ohne Steuerberater arbeiten
4. Fazit

1. Was macht ein Steuerberater?

Um die Frage zu klären, ob du einen Steuerberater benötigst, solltest du zunächst einmal wissen, welche Tätigkeiten zum Aufgabenbereich eines Steuerberaters zählen. Nur so kannst du entscheiden, ob du in der Lage bist, diese Aufgaben selbst zu übernehmen oder ob du dabei Hilfe benötigst.

Als Selbstständiger bist du in der Regel ein Fachmann auf deinem Gebiet. Es ist deine Aufgabe, das Unternehmen am Laufen zu halten, Aufträge zu generieren und diese zu erledigen. Damit verbunden sind Umsatz und Gewinn – und dieser wird besteuert. In der Regel bist du als Selbstständiger allerdings kein Fachmann auf dem Gebiet Steuern und Betriebswirtschaft. Auf diesem Gebiet kann dir ein kompetenter Steuerberater weiterhelfen.

Der Steuerberater ist ein ausgebildeter Fachmann in steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen. Nach einer mehrjährigen Ausbildung mit anschließender Prüfung wird er von der örtlich zuständigen Kammer als Steuerberater bestellt.

Vereinfacht gesagt umfasst die Leistung eines Steuerberaters die folgenden für dich relevanten Aufgabenbereiche:

  • Erstellung der Buchhaltung und Meldung der Umsatzsteuer beim Finanzamt
  • Erstellung von Steuererklärungen
  • Abrechnung der Personalkosten und der notwendigen Meldungen
  • Erstellung des Jahresabschlusses

Neben den genannten Leistungen ist die Beratung eine der wichtigsten Aufgaben eines Steuerberaters. Dazu gehört zum einen, die verschiedenen Steuerarten sachlich richtig vorzustellen und zu erklären und zum anderen, dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Steuern anfallen, keinesfalls aber mehr als unbedingt notwendig.

Dazu müssen zunächst einmal alle Belege im Unternehmen nach bestimmten Vorgaben sortiert und abgeheftet werden. Auch wenn du dich für einen Steuerberater entscheidest, solltest du diese Aufgabe selbst zu übernehmen – schließlich weißt du am besten über deine Belege und den Verwendungszweck deiner Einkäufe Bescheid. Wie dir Buchhaltungsoftware bei dieser Aufgabe helfen kann, erfährst du in Teil 3.

Was kostet ein Steuerberater?

Die Arbeit eines Steuerberaters wird üblicherweise mit einem monatlichen Pauschalbetrag im dreistelligen Eurobereich vergütet – bis auf den Jahresabschluss. Dieser stellt eine separate Aufgabe dar, die getrennt berechnet wird und in der Regel im vierstelligen Bereich liegt. Dazu gehören die Erstellung der Bilanz bzw. der Einnahmeüberschussrechnung sowie die Steuererklärungen für die unterschiedlichen Steuern.

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2. Steuerberater – ja oder nein?

Wir haben nun also geklärt, welche Aufgaben ein Steuerberater übernimmt. Bevor wir uns näher mit dem Thema beschäftigen, in welchen Fällen eine Steuerberatung Sinn macht, steht zunächst noch eine Frage offen, die in deutschen Unternehmen oftmals für große Unsicherheit sorgt:

Gibt es eine Pflicht zur Einschaltung eines Steuerberaters?

Juristisch gesehen gibt es in Deutschland keine Pflicht, einen Steuerberater einzuschalten – und zwar unabhängig von der Größe des Betriebs, dem Einkommen und der Rechtsform. Unternehmern stehen verschiedene Alternativen zur Erstellung der Steuererklärungen offen. Man kann diese selbst erstellen, aber auch auf Bekannte und Verwandte, einen Buchführungsservice oder Unternehmensberater zurückgreifen.

Brauche ich einen Steuerberater?

Selbst wenn sie nicht verpflichtend ist, macht eine Steuerberatung in vielen Fällen Sinn. Wenn du Angestellte hast und/oder auf Grund der Rechtsform deines Unternehmens einen Jahresabschluss in Form einer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen musst, dann brauchst du in aller Regel einen Steuerberater. Die Abrechnung von Personalkosten ist ohne eine entsprechende Ausbildung ebenfalls nicht möglich und kann nicht alleine von einer Buchhaltungssoftware übernommen werden.

Wenn du Kleinunternehmer oder Freiberufler bist, bist du allerdings nicht zur Erstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet. In der Regel reicht hier eine einfache Einnahmeüberschussrechnung. Solltest du außerdem keine Angestellten haben, ist es durchaus möglich, auf einen Steuerberater zu verzichten – vorausgesetzt du bringst das notwendige Knowhow mit und informierst dich kontinuierlich über Neuerungen zum Thema Steuern.

Um abwägen zu können, ob du wirklich auf einen Steuerberater verzichten möchtest, haben wir dir im Folgenden Vor- und Nachteile einer Steuerberatung zusammengestellt.

Vorteile:

  • Du gewinnst Arbeitskapazität für dein Kerngeschäft. Die Erstellung von Buchhaltung und Steuererklärungen kosten viel Zeit und Energie, die du sinnvoller einsetzen kannst.
  • Dein Steuerberater hilft dir, die Finanzlage deines Business besser zu verstehen und kann dein Unternehmen bestmöglich in Bezug auf Steuerzahlungen optimieren und beraten.
  • Du vermeidest Fehler, die zu einer Nachzahlung beim Finanzamt führen können. Im schlimmsten Fall folgt aus solchen Fehlern eine Insolvenz, weil Steuernachzahlungen anfallen, die nicht bezahlt werden können.
  • Dein Steuerberater stellt sicher, dass dein Unternehmen gesetzeskonform geführt wird und behütet dich somit vor Strafzahlungen, Gerichts- und Anwaltskosten
  • Dein Verhältnis und Image gegenüber dem Finanzamt ist mit einem Steuerberater deutlich positiver. Dieser Faktor ist nicht zu unterschätzen.

Nachteile:

  • Die Kosten für einen Steuerberater sind gerade am Anfang relativ hoch
  • Ein Steuerberater weiß mehr über dich und dein Unternehmen, als jeder andere Berater. Du musst ihm voll und ganz vertrauen, damit eine sinnvolle Zusammenarbeit entsteht.
  • Die Wahl des passenden Steuerberaters ist sehr schwierig. Wenn man nicht bereits einen Steuerberater kennt oder empfohlen bekommt, kann man sich nur auf sein Gefühl verlassen.
  • Es ist sehr schwierig für dich, die Leistungen deines Steuerberaters zu bewerten oder zu kontrollieren.

Bei einer Gegenüberstellung von Pro und Kontra einer Steuerberatung sollte dir außerdem bewusst sein, dass der Steuerberater mit seiner Tätigkeit verschiedene Rechte und Pflichten übernimmt – unter anderem die Haftung für Fehler. Wenn du eine Steuererklärung zu deinem Nachteil angibst, ist das Finanzamt nicht dazu verpflichtet, Korrekturen in deinem Sinne vorzunehmen. Ohne den Steuerberater hast du also zunächst niemanden, der deine Rechte und Interessen vertritt.

Bei den Kosten für die Steuerberatung ist zu berücksichtigen, dass die Netto-Beratungskosten bei der nächstjährigen Steuererklärung steuermindernd geltend gemacht werden können. Dadurch verringern sich die tatsächlich gezahlten Beratungskosten um die eingesparte Steuerlast.


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Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass du als Freiberufler oder Kleinunternehmer deine Buchhaltung sowie Meldungen zur Umsatzsteuer und Steuererklärungen eigenständig erstellen kannst. Falls dein Unternehmen auf Grund der Rechtsform (z.B. bei GbR, OHG, Kapitalgesellschaften) bilanzpflichtig ist und/oder wenn du Mitarbeiter einstellst, empfiehlt es sich auf jeden Fall, einen Steuerberater aufzusuchen. Es gibt allerdings auch Alternativen zum Steuerberater, die wir dir anschließend kurz vorstellen wollen.

Alternativen zum Steuerberater

Wenn es darum geht, Steuererklärungen zu erstellen, muss nicht unbedingt ein Steuerberater aufgesucht werden. Zum Beispiel kann diese Aufgabe auch von Bekannten oder Verwandten übernommen werden. Außerdem gibt es Buchführungsbüros, Buchführungs- und Kontierungsservices, die ebenfalls Steuererklärungen für dich erstellen können. Eine weitere Alternative stellen Unternehmensberater dar.

Diese Alternativen sind allerdings nur dann rechtssicher, wenn der Verantwortliche einen Abschluss als Steuerberater, Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchführer vorweisen kann. Nur dann darf dieser Steuererklärungen für dich erstellen.

Eine weitere Alternative zum „klassischen“ Steuerberater vor Ort ist der Service von steuerberaten.de. Als Deutschlands führender Online-Steuerberater erhältst du auch hier persönliche Betreuung und kannst von Finanzbuchhaltung, über Steuererklärungen und Jahresabschlüsse alle gängigen Dienstleistungen eines Steuerberaters in Anspruch nehmen.

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Das Beste daran? Per Schnittstelle lassen sich Online-Tools wie beispielsweise deine Buchhaltungssoftware mit steuerberaten.de verknüpfen. Damit kann deine Buchhaltung mit absoluter Effizienz erledigt werden.

Nichtsdestotrotz, die kostengünstigste Variante ist und bleibt, deine Steuererklärungen selbst zu verfassen. Das setzt aber ein gewisses Maß an Fachkenntnissen voraus. Das deutsche Steuerrecht kann sehr kompliziert für Laien sein und es kommt schnell zu Fehlern. Außerdem ist natürlich ein gewisser Zeitaufwand nötig.

Wie es dir gelingt, auch ohne Steuerberater den Überblick über dein Business zu behalten, erfährst du im folgenden Guide.


3. Guide: Ohne Steuerberater arbeiten

Wenn du dich dazu entschließt, deine Buchführung samt Steuererklärungen und allem, was dazu gehört, selbst in die Hand zu nehmen, solltest du dich umfassend zum Thema Buchhaltung und Steuern informieren. Grundsätzlich gilt: Plane dein Vorhaben gut – denn jede Minute Planungszeit hilft dir dabei, Fehlentscheidungen zu vermeiden und Kosten zu sparen.

Dieser Guide soll dir grundsätzliche Tipps zum Arbeiten ohne Steuern geben – er ersetzt aber nicht die Eigenrecherche. Je nach Rechtsform und Art des Unternehmens gibt es unterschiedliche Dinge zu beachten, auf die wir hier nicht in aller Vollständigkeit eingehen werden.

Passende Rechtsform

Schon die Wahl der Rechtsform hat einen erheblichen Einfluss auf die steuerliche Belastung. Gründet man beispielsweise eine GmbH, zahlt man von Beginn an eine Lohnsteuer für das Geschäftsführergehalt. Und zu Beginn der Gründung ist in der Regel kaum von Gewinn zu sprechen.

Man sollte auch bedenken, dass sich ein Unternehmen im Laufe der Zeit wandelt. Ist zum Beispiel Anfangs die Gründung als Kapitalgesellschaft, GmbH, AG oder UG steuerlich ungünstig, können diese Rechtsformen bei erfolgreichem Wachstum durchaus Sinn machen. Die Wahl der Rechtsform ist dabei immer ein Spannungsfeld zwischen Haftung, Steuern und Mitbestimmung. Welche Steuern bei welcher Rechtsform anfallen, erfährst du weiter unten.

Bildung von Rücklagen

Selbst wenn das Geschäft gut läuft, passiert es vielen Selbstständigen, dass sie finanzielle Probleme bekommen, wenn die ersten Steuerforderungen anstehen und sie keine Rücklagen dafür gebildet haben. Es kann schnell passieren, dass man den Überblick über anstehende Nachzahlungen oder nachträglich erhöhte Steuervorauszahlungen verliert. Daher gilt von Anfang an: Behalte die Steuern im Hinterkopf und lege einen Teil der Einnahmen dafür zurück – am besten auf ein separates Konto.

Wie hoch die Steuerlast sein wird, hängt von verschiedenen Faktoren, zum Beispiel von der Höhe der Einnahmen oder davon, ob der Unternehmer umsatzsteuerpflichtig ist oder Gewerbesteuer zahlen muss. Experten raten dazu, rund ein Drittel der Einnahmen für die Steuerzahlungen zurückzulegen – je nach Umsatz kann das allerdings auch zu wenig sein.

Ordnungsgemäße Buchführung

Eine ordnungsgemäße Buchführung ist die Voraussetzung für ein funktionierendes Unternehmen und bewahrt dich vor teuren Nachzahlungen und Bußgeldern. Dazu gehört zunächst einmal die korrekte Aufbewahrung aller Belege.

Rechnungen und Belege gehören nicht in einen Schuhkarton, sondern müssen chronologisch sortiert abgeheftet bzw. abgespeichert werden. Daher ist es gut investierte Zeit, sich folgende Ordner anzulegen, um Buchungsbelege chronologisch abzuheften:

  • Eingangsrechnungen
  • Kassenbelege
  • Ausgangsrechnungen
  • Bankbelege / Kontoauszüge

Häufig lassen sich aus den Belegen nicht direkt die Geschäftsvorgänge schließen, die dahinter stecken. Deshalb sollte man solche Belege dementsprechend mit einer Notiz versehen, die den Geschäftsvorgang beschreibt.

Unternehmen, die der Bilanzierungspflicht unterliegen, müssen zudem ein Kassenbuch führen und ihre Bareinnahmen und –ausgaben täglich in einem Tagesbericht festhalten. Ausgenommen hiervon sind Freiberufler und Kleinunternehmer, da diese nicht bilanzierungspflichtig sind.

Professionelle Buchhaltungssoftware

Buchhaltung ist kein Hexenwerk – wenn man die richtigen Tools kennt. Professionelle Buchhaltungssoftware wie sevDesk kann deinen Arbeitsalltag erheblich erleichtern.

Belege kannst du zum Beispiel einfach fotografieren oder einscannen und sie werden automatisch und chronologisch sortiert in einem Archiv abgelegt, auf das du dank der Cloud immer und überall zugreifen kannst. Auch die Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellt sevDesk automatisch. Sogar Umsatzsteuervoranmeldungen kannst du ohne Probleme direkt in sevDesk erstellen.

Außerdem ist es möglich, Zahlungsein- und ausgang in einem Kassenbuch zu erfassen. Der Gewinn oder Verlust wird automatisch ermittelt und am folgenden Tag in den neuen Tagesbericht aufgenommen. Dein Tagesabschluss fließt automatisch in die Gewinn- und Verlustrechnung und die Umsatzsteuervoranmeldung mit ein. So bist du rechtlich immer auf der sicheren Seite.

In einem Diagramm kannst du außerdem alle Einnahmen und Ausgaben nach Monaten sortiert einsehen. Das erleichtert deine Planung und vermeidet Liquiditätsengpässe – vor allem wenn mal wieder Steuerforderungen anstehen.

Natürlich ersetzen Buchhaltungsprogramme wie sevDesk nicht den Steuerberater – aber sie sind zweifellos eine gute Hilfestellung. Selbst wenn du dich für einen Steuerberater entscheidest, vereinfachen sie die Kommunikation und reduzieren den Aufwand für den Steuerberater, wodurch du letztendlich Kosten einsparst.

Steuern und Fristen

Anders als Privatpersonen müssen sich Unternehmer nicht nur einmal im Jahr dem Thema Steuern beschäftigen, sondern laufend unterschiedliche Vorauszahlungen leisten und Anmeldungen abgeben. Die verschiedenen Steuerarten können für Gründer zunächst durchaus verwirrend sein. Deshalb wollen wir dir zunächst einen Überblick geben, wer welche Steuer zahlen muss:

  • Umsatzsteuer: Jedes Unternehmen
  • Einkommensteuer: Natürliche Personen
  • Körperschaftsteuer: GmbH, AG, Limited, Genossenschaft, haftungsbeschränkte UG
  • Gewerbesteuer: Gewerbetreibende
  • Vorsteuerabzug: Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer
  • Lohnsteuer: Arbeitgeber zahlt für Arbeitnehmer

Die wichtigsten Steuerarten für Selbstständige, die wir hier vorstellen wollen, sind folgende:

  1. Die Einkommenssteuer
  2. Die Umsatzsteuer
  3. Die Gewerbesteuer

Für diese müssen entsprechend die Steuererklärungen an das Finanzamt abgegeben werden. Hierfür gelten bestimmte Termine und Fristen, die du unbedingt einhalten solltest, um Verspätungszuschläge zu vermeiden. Eine Liste mit den wichtigsten Steuerterminen 2016 findest du weiter unten.

Die Einkommensteuer

Wie jeder Beschäftige in Deutschland zahlen auch Selbstständige Einkommensteuer, sobald das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag von derzeit 8.652,00 Euro überschreitet. Dieser Betrag stellt dabei das tatsächliche Jahreseinkommen dar – bei einem Unternehmen also den Gewinn. Als Rechtsgrundlage dient neben weiteren Gesetzen das Einkommensteuergesetz (EStG).

Grundsätzlich richtet sich die Einkommensteuer nach der Höhe der zu versteuernden Einnahmen abzüglich der beruflichen Ausgaben. Je nach Höhe der Vorauszahlungen muss der Unternehmer Nachzahlungen leisten – oder er bekommt einen Teil seiner bereits bezahlten Einkommensteuer zurück.

Solltest du im Laufe des Geschäftsjahres feststellen, dass deine Einnahmen viel höher oder niedriger als erwartet sein werden, kann die Vorauszahlungshöhe beim Finanzamt angepasst werden.

Die Berechnung der Einkommensteuer hängt von der Rechtsform deines Unternehmens ab. Wenn es sich um ein Einzelunternehmen handelt, bist du der einzige Beteiligte. Demnach zählt der gesamte Gewinn deines Unternehmens zum Einkommen, den du in der Einkommensteuererklärung angeben musst.

Sind mehrere Personen an deinem Unternehmen beteiligt, handelt es sich um eine Personengesellschaft. In diesem Fall zählt für die Ermittlung der Einkommensteuer lediglich dein eigener Anteil am Gewinn des Unternehmens.

In der Regel ist die Einkommensteuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres fällig – man kann das Finanzamt aber um Aufschub bitten. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat bis zum 31. Dezember Zeit, die Steuererklärung für das Vorjahr abzugeben.

Die Höhe deiner persönlichen Einkommensteuer findest du ganz einfach mit dem Lohn- und Einkommenssteuerrechner des Bundesfinanzministeriums heraus.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Alle natürlichen Personen müssen die Einkommensteuer entrichten
  • Falls du eine Personengesellschaft hast, zahlst du Einkommensteuer auf den Gewinn, den du anteilig vom Unternehmensgewinn erhältst
  • Nicht zu versteuern ist der Grundfreibetrag, der sich jährlich erhöht und momentan bei 8.652,00 Euro liegt
  • Wenn du Verluste machst, musst du keine Einkommensteuer zahlen

Die Umsatzsteuer

Wann immer eine Ware verkauft oder eine Dienstleistung erbracht wird, fällt die Umsatzsteuer an. Als Rechtsgrundlage dient dabei das Umsatzsteuergesetz.

Die Grundlage für die Berechnung der Umsatzsteuer ist das Entgelt, das ein Unternehmer für seine Leistungen oder Warenlieferungen erzielt. Zusammen mit dem Nettopreis bildet die Umsatzsteuer den zu zahlenden Bruttopreis einer Ware.

In Deutschland beträgt die Umsatzsteuer in der Regel 19%. In einigen Fällen gilt allerdings ein geringerer Prozentsatz – beispielsweise bei Lebensmitteln, Pflanzen, Tieren oder auch bei Erzeugnissen von Verlagen und Druckereien. Diese Ausnahmen unterliegen einem Steuersatz von 7%. Für land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse gilt ein Steuersatz von 10,7%.

Unternehmen, die in Österreich oder der Schweiz ansässig sind, unterliegen anderen Steuersätzen. In Österreich gilt ein regulärer Umsatzsteuersatz von 20 % sowie ein ermäßigter von 10 %, der beispielsweise bei Lebensmitteln und Büchern erhoben wird. In der Schweiz beträgt der reguläre Umsatzsteuersatz nur 8 %. Daneben gibt es auch hier einen ermäßigten Satz von 2,5 % für Grundnahrungsmittel sowie einen Sondersatz von 3,8 % für Beherbergungsleistungen.

Die Umsatzsteuer muss je nach Höhe der Einnahmen monatlich oder vierteljährlich ans Finanzamt abgeführt werden. Wichtig für Existenzgründer: Die ersten zwei Jahre muss jedes Unternehmen die Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich abgeben.

Die Berechnung der Steuer ist recht einfach: Der Unternehmer stellt dem Kunden Mehrwertsteuer in Rechnung – auch Umsatzsteuer genannt. Von dieser Umsatzsteuer wird die Vorsteuer abgezogen, also die Umsatzsteuer aus den Rechnungen, die der Unternehmer selbst bezahlt hat.

Die Differenz aus Umsatzsteuer und Vorsteuer muss der Selbständige ans Finanzamt überweisen. Hat er mehr Vorsteuer bezahlt als Umsatzsteuer eingenommen, erhält er die Differenz vom Finanzamt erstattet. Das ist vor allem für Existenzgründer relevant, da sie in der Regel zunächst mehr Ausgaben als Einnahmen haben.

Kleinunternehmer, deren Umsatz im letzten Jahr weniger als 17.500 Euro betrug und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird, brauchen ihren Kunden keine Mehrwertsteuer zu berechnen und entsprechend keine Umsatzsteuer ans Finanzamt zu zahlen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Als Selbstständiger bist du dazu verpflichtet, die Umsatzsteuer, oder auch Mehrwertsteuer, in Rechnung zu stellen, die an das Finanzamt abgeführt werden. Diese beträgt allgemein 19 %, für Lebensmittel 7 %
  • Ausgenommen hiervon sind Kleinunternehmer, deren Umsatz im vorherigen Jahr 17.500 Euro betrug und im laufenden Jahr 50.000 Euro nicht übersteigen wird
  • Beziehst du hingegen Waren oder Dienstleistungen als Vorleistung , kannst du die darauf berechnete Umsatzsteuer als Vorsteuer von der von dir zu leistenden Umsatzsteuer abziehen

Die Gewerbesteuer

Wer ein Gewerbe in Deutschland betreibt (beispielsweise Handel, Handwerk, Industrie oder Dienstleistungen) ist grundsätzlich dazu verpflichtet, Gewerbesteuer zu zahlen. Wie hoch die Steuer ausfällt, ist dabei unter anderem abhängig von der Rechtsform deines Unternehmens. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich Freiberufler und Landwirte – diese müssen keine Gewerbesteuer zahlen.

Ob dein Beruf zu den freiberuflichen Tätigkeiten zählt, erfährst du in unserem Beitrag zur Gewerbeanmeldung im ersten Teil.

Die Pflicht zur Zahlung der Gewerbesteuer ist im Gewerbesteuergesetz (GewStG) festgelegt. Die Gewerbesteuer wird von den Kommunen erhoben und ist demnach nicht überall gleich hoch, da jede Gemeinde einen individuellen Hebesatz festlegt. Ist ein Unternehmen in mehreren Gemeinden aktiv, wird die Steuer durch Zerlegung der jeweiligen Steuersätze berechnet. Neben diesem Hebesatz beeinflusst der im Jahr erzielte Gewerbeertrag die endgültige Höhe der Gewerbesteuer, die du als Unternehmer zahlen musst.

Einzelunternehmer und Personengesellschaften haben bei der Ermittlung der Gewerbesteuer einen Vorteil gegenüber Kapitalgesellschaften: Sie können einen jährlichen Freibetrag von 24.500 Euro in Anspruch nehmen, der auf den Gewerbeertrag angerechnet wird. Liegt ein Gewerbeertrag unter 24.500 Euro vor, muss also keine Gewerbesteuer gezahlt werden. Für sonstige juristische Personen des privaten Rechts (z.B. Vereine) gilt ein Freibetrag von 5.000 Euro.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Diese Steuer betrifft Gewerbebetriebe – ausgenommen hiervon sind also Landwirtschaft und freie Berufe
  • Für Einzelunternehmer und Personengesellschaften gilt ein Freibetrag von 24.000 Euro, für sonstige juristische Personen 5.000 Euro
  • Die Gewerbesteuer wird von den Gemeinden erhoben wird, in denen der Unternehmenssitz liegt. Jede Gemeinde bestimmt dabei einen individuellen Hebesatz.
  • Durch die optimale Wahl des Standortes kann somit jährlich viel Geld gespart werden

Weitere Steuern

Neben den genannten Steuerarten gibt es, wie bereits erwähnt, natürlich weitere. Zum Beispiel kann eine Lohnsteuermeldung notwendig sein. Das ist aber in der Regel nur dann der Fall, wenn sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer beschäftigt werden. Wie schon erwähnt, solltest du, wenn du Mitarbeiter beschäftigst, auf jeden Fall einen Steuerberater aufsuchen.
Generell ist eine Einnahme-Überschuss-Rechnung zu erstellen bzw. bei Kapitalgesellschaften eine Bilanz, die jeweils die Grundlage für die Ermittlung der Steuern darstellt. Juristische Personen müssen zudem eine Körperschaftssteuer von 15 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag an das Finanzamt abführen. Diese entspricht der Einkommenssteuer bei natürlichen Personen.

Die wichtigsten Steuertermine 2016

Damit du keine Fristen versäumst, haben wir für dich eine Liste mit den wichtigsten Steuerterminen 2016 zusammengestellt.

Steuertermine 2018


4. Fazit

Steuern sind zwar nicht gerade das beliebteste Thema bei Existenzgründern und Selbstständigen, aber mit ein bisschen Übung lassen sich Steuererklärung, Einnahme-Überschuss-Rechnung und Co. in einem überschaubaren Unternehmen auch ohne Steuerberater bewältigen.

Neben den einzelnen Steuern, die für Unternehmen anfallen, wird man als Selbstständiger auch mit zahlreichen Fragen der Buchführung konfrontiert. Sei es, wie man korrekte Rechnungen und Angebote schreibt, Belege ordnungsgemäß aufbewahrt oder das Kassenbuch führt.

Mit dem nötigen Knowhow und ausreichend Zeit sind diese Aufgaben auch selbst zu bewerkstelligen. Buchhaltungssoftware wie sevDesk stellen dabei eine kostengünstige Variante zum Steuerberater dar – auf die individuelle Beratung von einem Experten in Sachen Steuern musst du dann allerdings verzichten. Wenn du Mitarbeiter einstellst oder auf Grund der Rechtsform ein Jahresabschluss in Form von Bilanz und GuV erstellt werden muss, ist die Beratung durch einen Steuerberater in der Regel unerlässlich.

Egal ob mit oder ohne Steuerberater – Grundlegende Buchhaltungskenntnisse sind für jeden Selbstständigen unverzichtbar. Denn wenn du deine eigenen Zahlen nicht lesen oder interpretieren kannst, wirst du immer von der Beratung anderer abhängig sein. Wertvolle Tipps zu diesen und weiteren Themen findest du in unserem Blog.

Peter Sutter

Head of Marketing und bei den neusten Marketingstrends up to date. Peter kennt die Kunden von sevDesk genau und weiß daher um die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen. Auf unserem Blog teilt er sein Wissen mit dir!

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