UG gründen – Alle Infos, Vorteile & Tipps auf einen Blick!

Die UG (Unternehmergesellschaft) ist eine haftungsbeschränkte Gesellschaftsform, die besonders für Unternehmerinnen und Unternehmer mit wenig Kapital geeignet ist.
Im Volksmund wird die Unternehmergesellschaft gerne auch „Mini-GmbH“ oder „1-Euro-GmbH“ genannt, die besonders für den Start in das Unternehmertum eine sehr beliebte Rechtsform darstellt.

Das erwartet dich heute:

Gesellschaftsform UG – Die Vor- und Nachteile im Überblick
↳ Vorteile der UG
↳ Nachteile der UG
Um Steuern kommt man nicht herum
Wie sieht es eigentlich mit der Haftung aus?
Eine UG gründen – 5 Schritte zu deiner 1-Euro-GmbH
Zeit ist Geld – Alles zur Gründungsdauer
Diese Kosten kommen bei der Gründung auf dich zu
Pflichten nach der UG-Gründung
Unser Fazit zur UG

Gesellschaftsform UG – Die Vor- und Nachteile im Überblick

Jede Rechtsform hat Vorteile und Nachteile. Für dich als Gründerin beziehungsweise Gründer ist es wichtig, eine passende Rechtsform zu wählen, die deinen Anforderungen entspricht. Wir zeigen dir, welche besonders relevanten Vor- und Nachteile eine Unternehmergesellschaft hat, damit du eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Wahl der Rechtsform deines zukünftigen Unternehmens hast.

Vor- und Nachteile UG
Wo Licht ist, ist auch Schatten – Die Vor- und Nachteile einer UG

Vorteile der UG

Wir beginnen zuerst mit den schönen Dingen des Lebens. Welche Vorteile bietet dir als Gründerin oder Gründer eine UG? Wir haben die wichtigsten für dich zusammengestellt!

Haftungsbeschränkung

Die Rechtsform der Unternehmergesellschaft (UG) wurde erst 2008 neu geschaffen. Sie konnte die bislang in Deutschland immer wieder genutzte Limited weitgehend verdrängen und stellt gewissermaßen die kleine Alternative zur klassischen GmbH dar.

Grundsätzlich ist die Haftungsbeschränkung wohl der größte Vorteil der UG. Die Gesellschaft ist eine juristische Person. Das hat zur Folge, dass die Unternehmerin bzw. der Unternehmer – abgesehen von einigen Ausnahmen – nicht mit dem Privatvermögen haften, sondern nur das Vermögen der Gesellschaft zur Haftung bereitsteht.

Persönliche Haftungen sind nur in Ausnahmefällen denkbar, wenn es beispielsweise zusätzliche Bürgschaften durch den Gesellschafter gibt, die schlagend werden. Somit kann gesagt werden, dass die UG den Vorteil der geringen Haftung mit sich bringt, während kein hohes Startkapital eingesetzt werden muss.

Stammkapital

Liebevoll wird diese Rechtsform auch als „1-Euro-GmbH“ bezeichnet – und das durchaus zurecht, denn die Gründung kann theoretisch selbst mit minimalem Stammkapital erfolgen. Stehen 12.500 Euro Kapital zur Verfügung, kann zwischen klassischer GmbH und UG gewählt werden. Generell gilt: wenn du eine UG gründest, aber später Kapital ansparst, kannst du deine UG auch problemlos in eine GmbH umwandeln, sofern du das möchtest.

Der geringe Kapitalbedarf bei der Unternehmensgründung zählt zu den größten Vorteilen dieser Rechtsform und erklärt gleichzeitig auch, warum die UG die Limited in Deutschland immer mehr ersetzt hat.

Verschiedene Möglichkeiten je nach Tätigkeit

Eine UG kann für jede Form der Geschäftstätigkeit gegründet werden. Du bist also absolut nicht eingeschränkt, welches Unternehmen auch immer du aufbauen möchtest. Eine UG ist stets eine gute, simple Möglichkeit zur Gründung.

Gründung als Einzelperson

Können eine UG nur mehrere Personen gemeinsam gründen? Diese häufige Frage können wir glücklicherweise mit einem klaren Nein beantworten! Eine UG kannst du auch als Einzelperson gründen und genießt alle Vorteile genauso, als würden zwei oder noch mehr Personen das Unternehmen gründen.

Personalkosten

Wer ein Unternehmen mit der Rechtsform UG betreibt, kann die Personalkosten selbstverständlich als Betriebsausgabe geltend machen. Das bedeutet, dass diese Kosten den Gewinn reduzieren und somit auch die Berechnungsgrundlage für die Berechnungsgrundlage der Steuerlast sinkt.

Nachteile der UG

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten – und so gibt es selbstverständlich auch bei all den Argumenten, die für die Rechtsform der UG sprechen, auch Faktoren, die kritisch zu betrachten sind.

Das beginnt bereits bei der Gründung des Unternehmens. Du benötigst zwar nur sehr wenig Kapital, dieses muss dafür aber in bar eingebracht werden. Sacheinlagen wie bei der GmbH sind also nicht erlaubt. Die Formalitäten der Gründung sind, wie auch bei einer GmbH, umfangreicher und somit auch teurer, als wenn du eine Personengesellschaft als Rechtsform wählen würdest.
Erwirtschaftet das Unternehmen dann Gewinn, so können diese Überschüsse nicht gleich in voller Höhe ausgeschüttet werden. Stattdessen müssen laufend anteilsmäßige Rücklagen gebildet werden, bis der vorgeschriebene Ansparbetrag in Höhe von 25.000 Euro erreicht ist. Sobald das der Fall ist, wird die UG in eine GmbH umgewandelt.

Ist das Unternehmen erfolgreich, entwickelt es sich also nach und nach weiter, bis es zur echten, klassischen GmbH wird. Hier wird auch darauf geachtet, dass diese Rücklagenbildung nicht durch verdeckte Gewinnausschüttungen umgangen wird. Dein Vorteil: sobald der Ansparbetrag erreicht ist, können die Gewinne vollständig ausgezahlt werden. Steuerlich ist außerdem zu beachten, dass Körperschaftssteuer und Solidaritätszuschlag selbstverständlich auch bei einer UG zu zahlen sind.

Last but not least sei auch erwähnt, dass das Ansehen der UG nach wie vor nicht ganz dem einer richtigen GmbH entspricht. Das ist auch fundiert begründbar, denn schließlich ist weniger Kapital vorhanden. Somit haben Kreditgeber, seien es Banken, gewisse Bedenken gegenüber einer UG.

Steuern und Haftung UG
Auch eine UG (haftungsbeschränkt) ist steuer- und haftungspflichtig

Um Steuern kommt man nicht herum

Steuern sind ein unbeliebtes, aber wichtiges Thema. Wer unternehmerisch tätig sein möchte, muss die steuerlichen Belastungen unbedingt planen und kalkulieren.

Die wichtigste Steuer ist die Körperschaftssteuer. Diese liegt bei 15% vom Überschuss des Unternehmens, außerdem gibt es 5,5% Solidaritätszuschlag.
Die Körperschaftssteuer ist quartalsweise im Vorhinein zu zahlen und wird zu einem späteren Zeitpunkt dann exakt berechnet. Dementsprechend kann es, je nach Gewinn und je nach Höhe der geleisteten Vorauszahlungen, dann zu einer Nachzahlung kommen.
Wird Gewinn erzielt und auch an dich als Gründerin oder Gründer ausgeschüttet, so werden weitere 25% Steuern – wieder zuzüglich Solidaritätszuschlag – fällig. Die Steuer auf jene Beträge, die als Gewinn an die Gesellschafterinnen und Gesellschafter ausgeschüttet werden, wird als Abgeltungssteuer bezeichnet.

Selbstverständlich gibt es bei jeder UG auch Vorsteuer und Umsatzsteuer, wobei diese üblicherweise bei 19 Prozent, in Ausnahmefällen auch bei 7 Prozent, liegt.
Weitere Steuern fallen an, wenn das Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. In diesem Fall gibt es beispielsweise auch noch Lohnsteuer und Kirchensteuer, sowie weiter Gebühren, die zeitgerecht zu entrichten sind.

Wie sieht es eigentlich mit der Haftung aus?

Wie schon zuvor kurz erwähnt besteht bei einer UG grundsätzlich die beschränkte Haftung mit dem Stammkapital. Diese Haftung ist also als vergleichsweise gering einzustufen. Ausnahmen können auftreten, wenn du als Eigentümerin oder Eigentümer zusätzliche, persönliche Garantien übernommen hast.

Eine UG gründen – 5 Schritte zu deiner 1-Euro-GmbH

Welche Schritte sind nötig, um eine UG gründen zu können? Wir bieten dir nun einen kurzen Überblick, damit du schnell und strukturiert starten kannst.

1. Planung ist das halbe Leben

Gründe deine UG erst, wenn du weißt, was dein Unternehmen genau tun wird, wie du dich positionierst und welche Vorteile du am Markt gegenüber anderen Anbietern hast, die dich vermuten lassen, dass dein Unternehmen erfolgreich sein wird. Check? Dann weiterlesen!

2. Rechtliche Aspekte klären

Zum Start benötigst du einen Gesellschaftervertrag. Dieser beinhaltet beispielsweise, wer aller Gesellschafter des Unternehmens ist, wo das Unternehmen seinen Sitz hat und wie es heißt. Auch die Tätigkeit des Unternehmens muss beschrieben werden, denn diese Informationen ist später auch im Handelsregister ersichtlich.

Den Vertrag solltest du von einem Anwalt erstellen und idealerweise auch von einem Notar checken lassen. Das ist mit Kosten verbunden, bietet dafür aber auch Sicherheit.
Eine weitere Möglichkeit ist die Gründung mit einem Musterprotokoll. Das spart dir Kosten für Notar und Anwalt, dafür ist es auch nur dann möglich, wenn es maximal drei Gesellschafter und einen Geschäftsführer gibt. Überlege dir also besser zwei Mal, ob gerade diese rechtlichen Faktoren der richtige Ort zum Sparen sind.

3. Namensgebung

Der Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ ist verpflichtend zu führen, er muss also immer angegeben werden. Bei der Namensfindung für dein Unternehmen darfst du dafür kreativ sein – achte nur darauf, niemals die Rechte Dritter, beispielsweise Copyrights, zu verletzten.

4. Konto eröffnen

Dein Unternehmen benötigt ein Firmenkonto. Doch Vorsicht: Für die Eröffnung brauchst du üblicherweise den Notariatsakt. Frag also am besten vorab bei der Bank deines Vertrauens an, welche Unterlagen wirklich alle benötigt werden und wann du das Konto eröffnen kannst.

Grundsätzlich gilt: du kannst mit einem Euro Kapital starten. Ratsam ist das jedoch aus mehreren Gründen nicht. Gleich zu Beginn hat das Unternehmen Kosten, beispielsweise für den Notar. Dementsprechend benötigst du direkt Kapital, um die Startkosten zu finanzieren. Außerdem stellt vorhandenes Kapital nach außen hin immer auch eine gewisse Sicherheit und Stabilität dar.

5. UG Gewerbeanmeldung

Das Unternehmen muss im Handelsregister eingetragen werden. Für diese Eintragung hat der Geschäftsführer zu sorgen, der ergänzend auch bestätigen muss, dass es keine Gründe gibt, die dagegensprechen würden, dass er Geschäftsführer wird. Ebenso muss der Geschäftsführer eine Meldung an das Finanzamt abgeben und das Gewerbe anmelden.

UG gründen
Eine UG gründen – Diese 5 Punkte solltest du beachten

Zeit ist Geld – Alles zur Gründungsdauer

Bei der Gründung des Unternehmens gibt es Faktoren, die du aktiv beeinflussen kannst. Beispielsweise die Namensfindung oder wie schnell du das nötige Kapital einzahlst. Andere Faktoren, wie etwa die Schnelligkeit des Notars, sind nur teilweise in deinem Einflussbereich.
Plane für die gesamte Gründungsdauer am besten mindestens drei Wochen oder eher einen ganzen Monat ein, bis wirklich alles abgeschlossen ist.

Diese Kosten kommen bei der Gründung auf dich zu

Die Kosten der UG-Gründung sind unterschiedlich, denn es kommt beispielsweise darauf an, ob du Anwalt und Notar beauftragst und welche Preise du hier aushandelst. Abseits davon gibt es auch noch diverse kleinere Gebühren zu zahlen, die sich insgesamt auf mehrere hundert Euro belaufen.
Plane für die Gründung deiner UG also am besten mindestens 1.000 Euro ein und kalkuliere alle Kosten vorab durch, um finanziell stabil starten zu können.

Pflichten nach der UG-Gründung

Wer ein Unternehmen gründet, ist unmittelbar mit Verantwortung und Pflichten konfrontiert. Direkt nach der Gründung, konkret schon bis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit, muss eine Eröffnungsbilanz erstellt werden. Diese zeigt die Aktiva und Passiva des Unternehmens, also welches Vermögen und Kapital vorhanden ist. Wird die Eröffnungsbilanz durch einen Steuerberater erstellt, fallen entsprechende Kosten an, die du einplanen musst.
Anschließend hast du die Pflicht zur Buchführung. Du musst also einen Jahresabschluss erstellen, wie es auch bei der GmbH vorgesehen ist. Dazu gehören die Gewinn- und Verlust-Rechnung, Bilanz und je nach Größe des Unternehmens auch ein Lagebericht.

Tipp!

Um deine Buchhaltung einfach und günstig zu erledigen empfiehlt sich eine Buchhaltungssoftware. Sie hilft dir Rechnungen zu schreiben, Belege zu digitalisieren und deine Buchhaltung zu automatisieren. Das ist besonders spannend, wenn du gerade erst eine UG (haftungsbeschränkt) gegründet hast und mit deinem Business noch relativ am Anfang stehst.

Unser Fazit zur UG

Die UG ist auf jeden Fall eine attraktive Möglichkeit, um mit rechtlich guter Stellung und wenig Startkapital ein Unternehmen zu gründen. Plane alle Ausgaben, den Aufbau des Unternehmens und die Abläufe gut und beachte, dass du nicht gleich deine vollständigen Gewinne ausschütten kannst. Bei Unsicherheiten kontaktiere am besten Expertinnen und Experten wie etwa Steuerberater oder Anwälte.

Nadine Müller

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