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Geraldine Friedrich

Geraldine Friedrich

September 26, 2022

Angebot nachträglich ändern

Es gibt verschiedene Gründe, warum du ein bereits bestehendes Angebot nachträglich ändern möchtest. Etwa wenn der Vorrat wichtiger Bauteile für dein Produkt zur Neige geht oder diese schlichtweg nicht mehr verfügbar sind. Auch wenn deine Lieferanten innerhalb kürzester Zeit ihre Konditionen massiv verändern, willst du die neuen Konditionen an deinen Kunden weitergeben und dein Angebot nachträglich ändern. Gut zu wissen: Ein freibleibendes Angebot ist keine Willenserklärung und ist damit unverbindlich.

Das musst du beachten, um ein Angebot nachträglich zu ändern

Bevor du dein Angebot nachträglich änderst, solltest du folgende Fragen durchgehen:

  1. Handelt es sich gemäß BGB überhaupt um ein Angebot mit Pflichtangaben gemäß GoBD? Bei Kostenvorschlägen und freibleibenden Angeboten mit entsprechenden Freizeichnungsklauseln handelt es sich nämlich um keine Willenserklärungen – und damit auch um kein Angebot bzw. keinen Antrag gemäß BGB. Das bedeutet: Du kannst Kostenvoranschläge und unverbindliche Angebote mit Freizeichnungsklausel problemlos nachträglich ändern. Ob das allerdings auf deinen Interessenten oder deine Interessentin professionell wirkt, ist wiederum eine andere ganz Frage. In jedem Fall solltest du das nicht allzu oft tun.
  1. Entscheidend ist der Zeitpunkt, in dem du dein Angebot nachträglich ändern willst: Es ist ein großer Unterschied, ob du beabsichtigst VOR oder NACH Ablauf der Annahmefrist dein Angebot nachträglich zu ändern. Heikel wird es, wenn du erst nach Vertragsabschluss dein Angebot ändern willst. 
  1. Deine Beziehung zum Geschäftspartner: Kein Auftraggeber und keine Auftraggeberin ist erfreut, wenn du ein gutes Angebot nachträglich änderst, denn in der Regel bedeutet eine nachträgliche Angebotsänderung für ihn oder sie schlechtere Konditionen. Falls es sich um einen guten Stammkunden handelt, solltest du dir also zunächst überlegen, wie gravierend es wäre, wenn du dein Angebot NICHT änderst.
  1. Die Ursache für nachträgliche Angebotsänderung: Handelt es sich vielleicht um einen Irrtum?
  • Hast du dich in deinem Angebotsschreiben vielleicht einfach nur vertippt und statt 300 Stück versehentlich 3000 Stück geschrieben?
  • Oder du hast einen – auch für deinen Auftraggeber erkennbaren - völlig absurden Preis in dein Angebot geschrieben, der unrealistisch ist? Beispiel: du bietest deinem Geschäftspartner 7 Laptops zum Preis von jeweils 90 Euro netto statt 900 Euro netto an. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass du diese Willenserklärung so nie abgeben wolltest.

In jedem Fall ist wichtig, dass du nicht nur deine rechtliche Situation berücksichtigst, sondern auch wie es auf deinen Interessenten wirkt, wenn du dein Angebot nachträglich änderst. Mit Einverständnis deines Kunden oder deiner Kundin kannst du natürlich jederzeit, selbst nach Eingang der Auftragsbestätigung, deine Konditionen ändern.

Beispiel: Angebot nachträglich ändern

Du bist Schreinermeister und hast dein Angebotsschreiben über handgefertigte Büromöbel aus Eiche für 7.500 Euro netto bereits an deinen Geschäftspartner per Mail verschickt. Einen Tag danach teilt dir dein Holzlieferant mit, dass seine Vorräte der gewünschten Holzart und Qualität aufgrund eines Waldbrands quasi über Nacht aufgebraucht sind. Du kannst das Holz zwar bei einem anderen Lieferanten beziehen, allerdings sind die Einkaufskonditionen schlechter: statt 2.300 Euro kostet das Eichenholz nun 3.100 Euro, auch die Lieferzeit verlängert sich um 14 Tage.

Für dich ist das eine unangenehme Situation, denn du hast nicht nur drei Arbeitsstunden in die Erstellung deines Angebots investierst, sondern dein Angebotschreiben liegt bereits seit zwei Tagen deinem Auftraggeber vor.

Zunächst einmal musst du nun zwischen den nachfolgenden Fällen unterscheiden:

  1. Angebot ändern während Annahmefrist
  2. Angebot ändern nach Annahmefrist
  3. Angebot ändern nach Vertragsabschluss

Angebot ändern während Annahmefrist

In besagtem Beispiel gehst du also die vier Fragen durch und hast je nach Situation folgende Möglichkeiten.

  • Option 1: Handelt es sich um einen unverbindlichen Kostenvoranschlag oder um ein freibleibendes Angebot, hast du kein Problem. Du kannst dein Angebot jederzeit zurückziehen oder dein Angebot nachträglich ändern, da du keine Willenserklärung gemäß BGB abgegeben hast.
  • Option 2: Falls es sich um einen unverbindlichen Kostenvoranschlag für einen guten Kunden oder eine gute Kundin handelt, könntest überprüfen, ob du mit einem bis zu 15 Prozent höheren Preis zurecht kommst. Denn um diese Spanne darfst du den in deinem Kostenvoranschlag genannten Preis überschreiten. Das wären bei obigem Beispiel 2.645 Euro netto. Zwar fehlen dir dann immer noch 455 Euro, um die realen Einkaufskonditionen zu decken, aber bei einem guten und langjährigen Geschäftspartner wäre dieser Kompromiss überlegenswert.
  • Option 3: Falls es sich um ein gültiges Angebot gemäß § 145 BGB mit allen Pflichtangaben handelt, bewegen sich die zwei Tage innerhalb der Annahmefrist. In diesem Fall bleibt eigentlich nur der Griff zum Telefonhörer. Erkläre deinem Geschäftspartner oder deiner Geschäftspartnerin die Situation. Mit Einverständnis deines Geschäftspartners kannst du jedes Angebot nachträglich ändern.
  • Option 4: Falls dein Auftraggeber dein Angebot unbedingt annehmen will, biete ihm einen Kompromiss an. Falls sich dein Interessent darauf nicht einlässt, wirst du dein Angebot wohl oder übel zu den ursprünglichen Konditionen erfüllen müssen.
  • Option 5: Vollkommen anders wäre die Situation, wenn du einen offensichtlichen Vertipper in den Konditionen deines Angebotsschreibens hast, also statt 2.300 Euro nur 230 Euro oder nur 23 Euro als Preis nennst. Hier hast du gute Chancen, dass du dein Angebot nachträglich ändern darfst.

Überlege dir dein nächstes Angebot vielleicht doch besser freibleibend zu unterbreiten. Mit einer Freizeichnungsklausel wie „Preis freibleibend“ kannst du künftig teure Fehl-Kalkulationen vermeiden.

Angebot ändern nach Annahmefrist

Laut BGB kannst du Angebote befristet oder unbefristet abgeben. Du kannst deine Angebotsbindung also klar per Datum definieren. Bei unbefristeten Angeboten dauert die Angebotsbindunng so lange, wie es für den jeweiligen Geschäftsvorgang üblich ist.

Wichtig: Bei unbefristeten Angeboten unterscheidet das BGB zwischen Anwesenden und Abwesenden. Bei Anwesenden dauert die Angebotsbindung nur solange wie das persönliche Gespräch oder das Telefonat dauert. Geht ihr auseinander oder legt ihr die Hörer auf, ist die Annahmefrist verstrichen. Bei Abwesenden hängt es davon ab, welche Angebotsbindung für das jeweilige Geschäft üblich ist. Das können einige Tage bis zu mehrere Wochen sein. Im Falle des obigen Angebotsschreibens wäre eine Annahmefrist von etwa 14 Tagen realistisch.

Hat also dein möglicher Vertragspartner innerhalb der Annahmefrist dein Angebot nicht angenommen, ist es für dich ganz einfach: Dein Angebot ist erloschen. Du kannst dein ursprüngliches Angebot nachträglich ändern – und zwar nach deinen Wünschen. 

Angebot ändern nach Vertragsabschluss

Das ist eindeutig die schwierigste Situation: Dein Vertragspartner hat binnen 24 Stunden dein Angebot für die Regale zum Preis von 2.300 Euro netto angenommen und dir seine Auftragsbestätigung geschickt. Ihr habt den Vertrag also geschlossen. In diesem Fall kannst dein Angebot nicht mehr nachträglich ändern. In bestimmten Fällen wie einem offensichtlichen Irrtum in deinem Angebot, kannst du versuchen deinen Vertrag zu widerrufen.

Bei dem eingangs beschriebenen Beispiel mit den kurzfristig höheren Holzpreisen liegt nun allerdings kein Irrtum vor. In jedem Fall solltest du jetzt unbedingt deinen Geschäftspartner oder deine Geschäftspartnerin mit ins Boot holen und mit ihm oder ihr reden. Auch Geschäftspartner sind Menschen und haben in so einem Fall nicht selten Verständnis, dass du dein Angebot nachträglich ändern willst.

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