Gewerbesteuerfreibetrag

Die Gewerbesteuer zählt bei fast allen Unternehmern nicht gerade zu den Lieblingssteuern. Sehr wahrscheinlich denkst du ähnlich darüber. Immerhin wird dir mit dieser Steuer einen guten Teil von dem wieder ab, was du mit deiner Arbeit verdient hast. Doch es gibt vom Gesetzgeber auch einen Anspruch darauf, dass du unter bestimmten Voraussetzungen ein Anrecht auf einen Gewerbesteuerfreibetrag hast.

Das erwartet dich heute:

Was ist der Gewerbesteuerfreibetrag?

Mit dem Begriff Gewerbesteuerfreibetrag wird ein nicht zu versteuernder Betrag beschrieben. Dieser Betrag wird dir als Gewerbetreibender per Gesetz zugebilligt und ist nicht von der Gewerbesteuer betroffen. Als Gewerbetreibender wirst du bezeichnet, wenn du nach dem Recht für Einkommenssteuer für deine gewerbliche Tätigkeit oder als Kapitalgesellschaft zur Abgabe von Steuern verpflichtet bist.

Wie hoch ist der Gewerbesteuerfreibetrag?

Im Gewerbesteuergesetz, dem GewStG, ist die Höhe von diesem Gewerbesteuerfreibetrag fest verankert. § 11 vom GewStG beschreibt, dass sowohl für natürliche Personen als auch für Personengesellschaften ein Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro besteht. Vereine haben hingegen nur einen Freibetrag in Höhe von 5.000 Euro. Eine Sonderstellung nehmen im GewStG Betriebe ein, die in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind. Um überhaupt besteuert werden zu können, musst du mit deinem Unternehmen im Handelsregister eingetragen sein. Überdies darf dein Umsatz, welche du durch gewerbliche Dienstleistungen erzielst, nicht mehr als 5.000 Euro betragen darf.

Der Gewerbesteuerfreibetrag ist außerdem abhängig von der Rechtsform bzw. der Organisationsform deines Unternehmens. Wie dies genau aussieht, kannst du nachfolgender Tabelle entnehmen.

Rechtsform bzw. OrganisationsformHöhe Gewerbesteuerfreibetrag
Natürliche Personen24.500 Euro
Personengesellschaften24.500 Euro
Sonstige Organisationsformen (z.B. Vereine)5.000 Euro
KapitalgesellschaftenKein Anspruch auf Gewerbesteuerfreibetrag

Wie wird der Gewerbesteuerfreibetrag errechnet?

Für den Gewerbesteuerfreibetrag gibt es keine eigene Berechnung. Der Freibetrag ist nach in der Tabelle aufgezeigten Voraussetzungen immer gleich. Es ist also völlig unabhängig, wie viel Umsatz du machst. Der Freibetrag bleibt immer gleich. Um die Höhe deiner Gewerbesteuer zu berechnen, musst du diesen Gewerbesteuerfreibetrag von deinem Umsatz abziehen.

Wie wirkt sich der Gewerbesteuerfreibetrag abmindernd auf die Gewerbesteuer aus?

Damit du herausfinden kannst, wie sich der Gewerbesteuerfreibetrag auf deine Gewerbesteuer auswirkt, musst du diese erst berechnen. Bleibt man korrekt, so handelt es sich eigentlich um eine Gewerbeertragssteuer. Der Grund dafür ist, dass für die Höhe der zahlenden Gewerbesteuer dein Gewerbeertrag die Basis bildet. Von deinem Gewinn kannst du ggf. Kürzungen oder Hinzurechnungen vom Gewinn vornehmen. Von dem sich dann ergebenden Betrag ziehst du dein Gewerbesteuerfreibetrag ab. Dieser wird dann mit der gültigen Steuermesszahl und dem Hebesatz deiner Gemeinde multipliziert. In vielen Gemeinden liegt dieser Hebesatz bei rund 400 %. Der Mindesthebesatz liegt bei 200 %.

Änderungen nach der Gewerbe-Steuerreform 2008

Für die Berechnung der Steuerlast für die Gewerbesteuer spielt der Steuermessbetrag eine wichtige Rolle. Dazu ist die Steuermesszahl sehr wichtig. Bei der Steuermesszahl handelt es sich um einen von Prozentsatz, welches bundeseinheitlich festgelegt wurde. Vor der Gewerbe-Steuerreform von 2008 betrugt die Steuermesszahl 5 %, nach der Steuerreform liegt sie bei 3,5 %. Der vor der Reform bestehende Satteltarif wurde im Zuge der Reform abgeschafft. Führst du eine Personengesellschaft oder ein Einzelunternehmen, dann musst du beachten, dass der Gewerbesteuerfreibetrag in Höhe von 24.500 Euro vor der Multiplikation deines Gewerbeertrages mit 3,5 % vom Gewerbeertrag abgezogen wird. Daraus ergibt sich dann der Steuermessbetrag.

Dies könnte beispielsweise so aussehen.

Du führst ein Einzelunternehmen. Dein Ertrag beläuft sich auf 50.000 Euro. Einen Hinzurechnungs-Betrag oder einen Kürzungsbetrag gibt es nicht. Der Hebesatz in deiner Gemeinde beträgt 400 %.

Gewinn aus  Gewerbebetrieb     50000 Euro

Hinzurechnungs-Betrag                     0 Euro

Kürzungsbetrag                                  0 Euro

Hebesatz in %                                 400

Rechtsform                      Einzelunternehmen

Daraus ergibt sich folgende Berechnung:

Gewinn aus Gewerbe     50.000,00 €

+ Hinzurechnungs-Betrag      0,00 €

− Kürzungsbetrag                   0,00 €

− Freibetrag                   24.500,00 €

Maßgebender Gewerbeertrag 25.500,00 €

× Gewerbest.-Messzahl        3,50 %

= Steuermess-Betrag          892,00 €

× Hebesatz                        400,00 %

Gewerbesteuer               3.568,00 €

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Wie errechnet sich der Gewerbeertrag?

Um deinen Gewerbeertrag zu berechnen, musst du verschiedene Beträge entweder zu deinem gewerblichen Gewinn hinzurechnen oder abziehen. Die Grundlage bildet dabei immer der Gewinn, der auch für die Einkommensermittlung für den entsprechenden Veranlagungszeitraum anfällt.

Für Hinzurechnungen kommen unter anderem folgende Positionen infrage:

  • Zugehörige Gewinnanteile für Einlagen, die von einem oder mehreren persönlich haftenden KgaA-Gesellschafter stammen und die nicht zum Grundkapital gehören.
  • Fällige Vergütung an Gesellschafter durch deren Ausübung der Geschäftsführung
  • Anteile an Verlusten an Personengesellschaften.
  • Entstandene Gewinnminderungen durch erfolgte Teilwertabschreibung
  • Gewinnanteile durch Dividenden, die nach der Verrechnung mit Betriebsausgaben steuerfrei sind.
  • Anteile aus einer Personengesellschaft oder einer Kapitalgesellschaft, welche von Steuern befreit ist.

Um den Gewerbeertrag zu berechnen, musst du folgende Formel anwenden.

Gewerblicher Gewinn – Kürzungen + Hinzurechnungen = Gewerbeertrag – Gewerbesteuerfreibetrag = verbleibender Gewinn

Gewerbesteuerfreibetrag bei Wechsel der Rechtsform

Es kann immer wieder passieren, dass sich während eines Erhebungszeitraumes die Rechtsform eines Unternehmens ändert. Dies kann beispielsweise durch Ausscheiden von einem oder mehreren Gesellschaftern notwendig werden, wenn danach das Unternehmen als Einzelunternehmen weitergeführt wird. Dies führt dazu, dass es einen Wechsel in der Person des Steuerschuldners gibt. Solche Fälle haben teilweise auch aus Unwissenheit, schon zu einigen Klagen geführt. Der Bundesfinanzhof hat deshalb folgende Regelungen getroffen.

Hinweise
  • Nur der Teil der Steuerschuld fällt auf den jeweiligen Steuerschuldner, welcher auch tatsächlich auf die Zeit seiner persönlichen Steuerschuld entfällt. Das bedeutet, dass die Gesellschaft bis zum Wechsel der Rechtsform Schuldner ist. Im Anschluss daran ist der Einzelunternehmer der Steuerschuldner.
  • Aus der oben genannten Erklärung ergibt sich deshalb, dass zwei Steuermessbescheide zu erlassen sind.
  • Ermittelt wird dieser aber zunächst einheitlich, also aus dem Gewinn der Personengesellschaft und dem Gewinn des Einzelunternehmens. Erst danach wird die Gewerbesteuer auf die beiden Steuerschuldner aufgeteilt.
  • Es ist aber zu berücksichtigen, dass der Gewerbesteuerfreibetrag nur einmal gewährt wird, auch beim Wechsel der Rechtsform. Das liegt daran, dass der Freibetrag schon bei der Ermittlung zu berechnen ist und nicht erst bei der Aufteilung vom Steuermessbetrags.

Gewerbesteuerfreibetrag für ein Rumpfgeschäftsjahr

Für die Erhebung der Gewerbesteuer ist wie in § 14 Satz 2 GewStG beschrieben, immer das Kalenderjahr als Zeitraum zu sehen. Gibt es nun Gründe, beispielsweise Gründung während es laufenden Jahres oder Einstellung des Gewerbebetriebs, so wird der Gewerbeertrag nicht für das ganze Jahr hochgerechnet. Dennoch ist der Gewerbeertrag maßgebend für den Zeitraum, in welchem er bezogen wurde. Es erfolgt in diesem Fall keine Umrechnung. Dieser Gewerbeertrag muss deshalb auch beim Thema Gewerbesteuerfreibetrag ohne Veränderung zugrunde gelegt werden.

Zusammenfassung

  • Je nach Rechtsform deines Unternehmens liegt der Gewerbesteuerfreibetrag bei 25.000 Euro oder bei 5.000 Euro.
  • Beim Gewerbesteuerfreibetrag handelt es sich um einen Grundbetrag. Diesen Grundbetrag musst du als Gewerbetreibender nicht versteuern.
  • Für die Höhe der zu entrichtenden Gewerbesteuer dient der Gewerbeertrag als Grundlage zur Berechnung.
  • Den Gewerbesteuerfreibetrag musst du vor der Berechnung der zu zahlenden Gewerbesteuer immer vom Gewerbeertrag abziehen.
  • Deinen Gewerbeertrag musst du bei Bedarf bereinigen. Dies können Position wie beispielsweise Hinzurechnungen oder Kürzungen sein.

Fazit

Die Gewerbesteuer ist bei den meisten Unternehmern nicht gerade die Lieblingssteuer. Unter bestimmten Voraussetzungen steht dir als Unternehmer gesetzlich ein gewisser Gewerbesteuerfreibetrag zu. Geregelt ist der Gewerbesteuerfreibetrag in § 11 GewStG, welcher besagt, dass dieser Freibetrag sowohl für natürliche Personen als auch für Personengesellschaften bei 24.500 Euro liegt. Eine Kapitalgesellschaft hingegen hat keinen Anspruch auf die Gewährung von einem Gewerbesteuerfreibetrag.