Kleingewerbe anmelden: Infos und Tipps zum Thema

Sein eigener Boss zu sein, ist der Traum vieler Menschen. Oftmals bleibt es jedoch nur ein Traum, denn der Wunsch wird nur selten in die Tat umgesetzt. Wenn du zu den Personen gehörst, die das ändern möchten, solltest du hier weiterlesen. Ein Kleingewerbe anzumelden kann schon der erste Schritt in die Unabhängigkeit sein. Wenn du ein Kleingewerbe anmelden möchtest, dann findest du in diesem Artikel alle wichtigen Informationen. Von den Fragen “Was ist eigentlich ein Kleingewerbe?” bis hin zu konkreten Umsetzungsschritten, haben wir alle nötigen Informationen für dich hier versammelt.

Das erwartet dich heute:

Definition: Was ist ein Kleingewerbe?

Du möchtest gerne ein Unternehmen gründen, weißt aber jetzt schon, dass dein Umsatz den Satz von 50.000 Euro zwei Jahre in Folge nicht übersteigen wird? Dann fällt dein Unternehmen unter die Kleinunternehmerregelung des Umsatzsteuersatzes. Somit fällt dein Unternehmen unter die Kategorie “Kleingewerbe”.

Wenn dies der Fall ist, musst du zum Beispiel keine Umsatzsteuer auf deiner Rechnung vermerken und diese nicht berechnen. Der Begriff “Kleingewerbe” ist hierbei ein wenig irreführend, da es offiziell kein “Kleingewerbe” gibt, sondern lediglich ein “normales” Gewerbe, welches unter die Kleinunternehmerregelung fällt.

In diesem Zusammenhang solltest du auch die Begriffe “Kleinunternehmer” und “Kleinstgewerbe” kennen. Der Vorteil eines Kleingewerbes für dich liegt vor allem im buchhalterischen Aufwand. Denn der ist bei weitem geringer als in klassischen Unternehmen. Einer der Gründe: die Umsatzsteuer fällt weg – und damit auch Vorgänge wie die Umsatzsteuervoranmeldung.

Unterscheidung Kleingewerbe, Kleinunternehmer & Handelsgewerbe

Obwohl wir gerade den Punkt angesprochen haben, dass Kleingewerbe und Kleinunternehmer sich sehr ähnlich sind, muss ein Punkt unterschieden werden. Diesen solltest du bei der Anmeldung berücksichtigen, denn Kleinunternehmer fallen ab einem Gewinn von 22.000 Euro nicht mehr unter die Kleinunternehmerregelung. Bedeutet für dich: Du musst Umsatzsteuer berechnen.

Auch die Frage nach dem Handelsgewerbe kann aufkommen, sobald du dich mit dem Thema der Anmeldung des Kleingewerbes beschäftigst. Wo liegt denn überhaupt der Unterschied?

Hierbei gibt es keine genauen Bestimmungen, denn als Handelsgewerbe werden die Gewerbe bezeichnet, die “nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1 Abs. 2 HGB)

Wer aber entscheidet dies? Das ist nicht ganz einfach, denn offiziell gibt es keine konkrete Regelung. Das führt dazu, dass in vielen Fällen die Entscheidung individuell getroffen werden muss.

Dies bedeutet aber auch, dass generell jedes Gewerbe auch als Handelsgewerbe verstanden werden kann. Oftmals wird aber ein Kleingewerbe zu einem Handelsgewerbe, wenn dieses stetig mehr Umsatz erzielt. Ab einem gewissen Punkt erfordert das nämlich eine Eintragung im Handelsregister. Sobald dein Gewerbe dort registriert ist, handelt es sich offiziell um ein Handelsgewerbe.

Kann ich als Freiberufler ein Kleingewerbe betreiben?

Als Freiberufler ist es nicht nötig, ein Gewerbe anzumelden. Das bedeutet, dass du ohne Probleme ein Kleingewerbe betreiben kannst. Das hat sogar noch weitere Vorteile für dich: Du musst dich weder bei dem Handelsregister, noch bei der IHK melden.

Dafür kommen dabei andere Verpflichtungen auf dich zu. So kann es beispielsweise sein, dass du dich bei der Standeskammer melden oder berufsständische Versicherungen abschließen musst.

Wann handelt es sich um ein Gewerbe?

Generell handelt es sich um ein Gewerbe, wenn eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen wird, die nicht unter die Gruppe der Freiberufler fällt. Dabei kann es auch der Fall sein, dass ein Gewerbe beispielsweise übernommen wird. Um einen anderen Fall handelt es sich, wenn ein aktuelles Gewerbe verlegt wird, sodass es zu einer Gewerbeummeldung kommt, eine neue Zweigstelle gegründet wird oder wenn sich die geschäftliche Situation verändert.

Wenn du demnach ein Gewerbe führen möchtest, bist du verpflichtet, einen Gewerbeschein zu beantragen, dieser ist im Prinzip die offizielle Erlaubnis. In Deutschland herrscht zudem die Gewerbefreiheit, sodass jeder Bürger die Chance hat, ein Gewerbe zu eröffnen. Je nach dem, welches Gewerbe du eröffnen möchtest, musst du natürlich verschiedene Nachweise vorlegen.

Was aber ist überhaupt ein Gewerbe?

Als Gewerbe wird eine selbstständige Tätigkeit bezeichnet, die darauf abzielt, langfristig einen Gewinn zu erzielen. Dabei wird aktiv das Ziel verfolgt, einen Profit zu erwirtschaften und diesen dauerhaft auszubauen.

Hinzu kommt die aktive Teilnahme am wirtschaftlichen Handelsverkehr. Wenn du zum Beispiel einen Laden eröffnest, dann musst du Waren bestellen, die an dich geliefert werden. Im nächsten Schritt verkaufst du diese dann. Der wirtschaftliche Handelsverkehr hängt übrigens nicht von der Höhe deines Gewinns ab. Auch relative kleine Gewinnspannen fallen darunter.

Was kann ich alles als Kleingewerbe anmelden?

Du kannst jegliche selbstständige Aktivität als Kleingewerbe anmelden, die nicht unter die Gruppe der Freiberufler fällt. Heißt, beispielsweise kannst du deinen eigenen Kosmetiksalon eröffnen oder einen Online-Shop für Handyzubehör aufbauen.

Freiberuflichen Tätigkeiten sind dagegen

  • wissenschaftliche
  • künstlerische
  • unterrichtende
  • schriftstellerische
  • oder erzieherische Berufe.

wie beispielsweise selbstständige Programmierer, Journalisten oder Musiker.

Wie oft kann ich ein Kleingewerbe anmelden?

Natürlich kann es schnell passieren, dass du ein Gewerbe eröffnest und dein Produkt an den Mann und die Frau bringen möchtest. Vielleicht merkst du während deiner Geschäftstätigkeit, dass es auch noch andere Produkte gibt, die dich interessieren und die du gerne verkaufen möchtest.

Nun stellt sich die Frage, ob du ein weiteres Gewerbe für das neue Produkt anmelden musst. Und wenn ja, wie viele du überhaupt anmelden kannst.

Die Lösung ist ganz simpel, denn offiziell musst du kein neues Gewerbe anmelden. Das neue Produkt läuft ebenfalls über dein Kleingewerbe und wird am Ende des Jahres auch als eins berechnet. Um beispielsweise noch unter die Kleinunternehmerregelung zu fallen, darf der allgemeine Gewinn nicht die 50.000 Euro übersteigen. Hierbei wird der Gewinn all deiner Produkte zusammengezählt.

Wer kann ein Kleingewerbe anmelden?

In Deutschland herrscht die Gewerbefreiheit, demnach kann jeder Bürger der Bundesrepublik ein Gewerbe anmelden. Es kann passieren, dass du weitere Informationen geben und vielleicht extra Nachweise liefern musst, doch generell sollte jeder Mensch sein Gewerbe eröffnen können.

Ab wann kann ich ein Kleingewerbe anmelden?

Vielleicht fragst du dich jetzt, ob es bestimmte Regelungen ab, ab wann du ein Kleingewerbe anmelden musst. Könnte ja sein, dass es von einem bestimmten Mindestumsatz abhängt oder dass andere Dinge erfüllt sein müssen, bevor du ein Kleingewerbe anmelden darfst. Dei Antworten:

Mindestumsatz

Musst du offiziell einen bestimmten Mindestumsatz erreichen, um dein Gewerbe anzumelden und den Gewerbeschein zu bekommen? Die Antwort dürfte dich erfreuen. Denn rechtlich betrachtet, musst ein Gewerbe anmelden, sobald du eine selbstständige gewerbliche Tätigkeit aufnimmst, die darauf ausgerichtet ist einen Gewinn zu erzielen.

Dabei ist es unwichtig, wie viel Gewinn du einnimmst. Solange du die Absicht verfolgst, überhaupt Gewinn zu erzielen. Das ist am Anfang aber etwas schwierig. Daher kommt dir der Gesetzgeber entgegen und du musst keinen bestimmten Mindestumsatz erreichen.

Dein Gewinn spielt nur eine Rolle, wenn es darum geht, ob du zusätzlich die Umsatzsteuer in deinen Rechnungen vermerken musst oder ob du unter die Kleinunternehmerregelung fällst.

Vor- und Nachteile eines Kleingewerbes

Möchtest du wirklich ein Kleingewerbe? Ist es überhaupt das richtige Modell für dich? Um diese Fragen zu klären, haben wir dir hier eine Übersicht mit den Vor- und Nachteilen aufgelistet.

Vorteile:

  • Schnelle Anmeldung
  • Leichte Umsetzung
  • Vereinfachte Buchführung durch beispielsweise Einnahmen-Überschuss Rechnung
  • Jeder kann ein Gewerbe anmelden
  • Ohne Startkapital möglich

Nachteile:

  • Kein konkreter Firmenname möglich
  • Kleinunternehmer haftet für sein Gewerbe

Wo kann/muss ich mein Kleingewerbe anmelden?

Meist kannst du dein Kleingewerbe direkt beim Gewerbeamt anmelden. In der Regel gibt es dafür in deiner Stadt oder Gemeinde ein spezielles Büro. Entweder meldest du dein Kleingewerbe dort persönlich an oder du nutzt die Online-Anmeldung – sofern das geht.

Andere Möglichkeit: Du beantragst beim Ordnungsamt deiner Stadt den Gewerbeschein. In Berlin geht das beispielsweise mit einer einfachen Online-Anmeldung. Wenn du wissen möchtest, wie das in deiner Stadt oder deiner Region ist, empfehlen wir dir, im Netz zu recherchieren oder einfach direkt beim Gewerbeamt anzurufen. In manchen Fällen kannst du die nötigen Papiere ganz einfach im Amt abholen und später einreichen.

Was kostet mich die Anmeldung eines Kleingewerbes?

Es lässt sich pauschal nicht sagen, wie teuer eine Anmeldung des Kleingewerbes ist. Denn die einzelnen Ämter haben ganz unterschiedliche Preise. Beispielsweise kostet die Online-Gewerbeanmeldung in Berlin gerade mal 15 Euro und vor Ort 26 Euro. Im Gegensatz dazu steht Göttingen 40 Euro für die Anmeldung. Unser Tipp: Erkundige dich einfach vor Ort in deinem Amt nach den aktuellen Preisen.

Was brauche ich für die Anmeldung eines Kleingewerbes?

Für die Anmeldung deines ganz persönlichen Kleingewerbes brauchst du meist nicht viel. Im Gegenteil. Es ist tatsächlich ganz simpel. Wenn du in deinem Gewerbeamt den Schein beantragen möchtest, solltest du

  • die benötigte Gebühr parat haben
  • sowie einen Identifikationsnachweis (Ausweis oder Reisepass)
  • das ausgefüllte Formular
  • eventuell extra Nachweise wie eine Führungszeugnis oder eine Aufenthaltsgenehmigung bei nicht deutschen Staatsbürgern
  • und ebenfalls eine Inlands Bevollmächtigung bei ausländischen Firmen.

Wie lange dauert der Anmeldeprozess?

Auch für die Dauer des Anmeldungsprozesses hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Daher lässt sich nicht pauschal sagen, wie lange es dauert, bis deine Anmeldung abschließend bearbeitet ist.

Unser Tipp: Um sicherzugehen, dass sich die Anmeldung nicht deshalb verzögert, weil du einen Fehler gemacht hast, kannst du folgendes tun: Kontrolliere deine Informationen und Unterlagen mehrmals und sorgfältig, noch bevor du deine Anmeldung bei dem zuständigen Amt abgibst.

Vorlage einer Gewerbeanmeldung

Je nachdem wo du dein Gewerbe anmelden möchtest, können die Papiere für die Anmeldung verschieden aussehen. Am einfachsten ist es, wenn du dir diese noch vor der Beantragung entweder online herunterlädst oder sie vor Ort in deinem Gewerbeamt abholst.

Wenn du wissen möchtest, wie solche Dokumente aussehen können, dann kannst du dich an einer Gewerbeanmeldung Vorlage für Kleingewerbe orientieren.

Kann ich mein Kleingewerbe auch online anmelden?

Abhängig davon, wo du in Deutschland wohnst, kannst du dein Kleingewerbe auch online anmelden. Es gibt bereits Gewerbeämter, wie beispielsweise das in Berlin, die es den Einwohnern einfach machen und eine Online-Anmeldung ermöglichen. Das trifft aber nicht auf alle Städte oder Regionen zu. Wenn du wissen möchtest, wie es in deinem Fall ist, lohnt sich auch hier ein Blick auf die Website oder ein Anruf direkt beim zuständigen Amt.

Anmeldung beim Finanzamt

Nachdem du dein Gewerbe angemeldet hast, wird das Finanzamt in deiner Region Kontakt zu dir aufnehmen und dir einen Fragebogen schicken. Darin geht es zunächst darum, deine steuerliche Situation zu klären. Dazu gehört auch, dass du eine Steuernummer bekommst, sofern du noch keine hast. Mit der kannst du nun offiziell Rechnungen schreiben.

Wenn du zudem Handel umsatzsteuerfrei in der EU betreiben möchtest, dann musst du durch das Bundeszentralamt für Steuern eine sogenannte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen.

Anmeldung beim Arbeitsamt

Planst du bereits einen oder mehrere Angestellte zu engagieren, dann musst du beim Arbeitsamt eine Betriebsnummer für die jeweilige Person beantragen. Du brauchst diese Nummer für die Sozialversicherung, sowie der Krankenversicherung. Diese Nummer ist ebenfalls nötig, wenn du einen Auszubildenden, sowie einen 450-Euro-Jobber einstellen möchtest. Solltest du im Anschluss beschließen, die Person in Vollzeit einzustellen, musst du eine neue Nummer beantragen.

Anmeldung bei der IHK/ HWK

Solltest du kein Freiberufler, landwirtschaftlicher Betrieb oder Handwerker sein, dann ist es ebenfalls nötig, dich bei der IHK, also der Industrie- und Handelskammer zu registrieren. Das darfst du nicht vergessen, denn in Deutschland ist das vorgeschrieben.

Hinweis

Meist musst du dich nicht weiter darum kümmern. Denn in den allermeisten Fällen, wird das Gewerbeamt die IHK direkt informieren. Sollte das aber nicht geschehen, musst du dich darum kümmern.

 

Solltest du planen, einen selbstständigen Beruf im Bereich des Handwerks auszuüben, dann ist es ratsam noch vor Beantragung des Gewerbescheins zu überprüfen, ob deine Tätigkeit in der sogenannten Handwerksrolle registrieren lassen musst. Die Handwerksrolle ist ein Verzeichnis für bestimmte handwerkliche Berufe. Sollte das auf dich zutreffen, brauchst du auch eine Handwerkskarte (HWK).

Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn du

  • die Meisterprüfung in dem zu betreibenden Handwerk abgelegt hast
  • die Meisterprüfung in einem verwandten Handwerk abgelegt hast
  • eine fachbezogene Prüfung in Deutschland bestanden hast, die als mindestens gleichwertig angesehen werden kann
  • nach § 7a HWO oder § 7b HWO (Altgesellenregelung) eine Ausübungsberechtigung besitzt
  • eine Ausnahmebewilligung nach § 8 HWO hast
  • als EU-Staatsbürger eine Ausnahmebewilligung nach § 9 HWO für das zu betreibende oder für ein verwandtes Handwerk hast

Befreiung vom IHK-/ HWK-Betrag

Wenn du bei der IHK angemeldet bist, werden 0,21% deines Umsatzes als IHK-Betrag abgezogen. Das muss aber nicht sein, wenn du von dem Betrag befreit bist. Das kann dir gelingen, wenn dein Jahresumsatz den Wert von 5.200 Euro nicht überschreite. Wenn du außerdem dein Gewerbe nicht bei der Handelskammer angemeldet hast, dann musst du keinen Beitrag zahlen.

Zudem gibt es seit 2004 die Regelung, dass für jede Person, die erstmals ein Gewerbe anmeldet, eine Befreiung für die ersten zwei Jahre gilt. Dazu darfst du dich nicht im Handelsregister anmelden und der Jahresertrag muss unter 25.000 Euro liegen.

Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft

Außerdem bist du dazu verpflichtet, dich innerhalb einer Woche bei der Berufsgenossenschaft deiner Stadt anzumelden. Die Berufsgenossenschaft regelt gesundheitliche Aspekte deiner Tätigkeit.

Welche Rechtsformen gibt es für die Anmeldung eines Kleingewerbes

Du hast unterschiedliche Möglichkeiten in Bezug auf die Rechtsform unter der du dein Kleingewerbe laufen lassen möchtest. Zum Beispiel:

GbR

Die GbR, also die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, muss nicht im Handelsregister angemeldet werden. Gerade für die erste Gründung ist diese Rechtsform damit recht attraktiv, weil du weniger Aufwand damit hast.

Einzelunternehmen

Gleiches gilt für das Einzelunternehmen. Dies muss ebenfalls nicht im Handelsregister vermerkt werden. Auch das Einzelunternehmen ist damit interessant für Unternehmer, die sich erst einmal ausprobieren möchten.

Namensgebung

Die Namensgebung eines Kleingewerbes läuft ein wenig anders als bei beispielsweise einer allgemeinen Unternehmensgründung. Denn bei einem Kleingewerbe muss ersichtlich sein, wer hinter diesem Kleinunternehmen steht. Daher muss der Vorname und Nachname teil des Firmennamens sein.

Es ist allerdings erlaubt, eine Ergänzung dem Namen hinzuzufügen, beispielsweise “Kosmetiksalon Regina Müller”, statt nur “Regina Müller”.

Eine Ausnahme dazu gibt es in der Gastronomie. Wenn du beispielsweise ein Restaurant eröffnest, muss nicht zwingend dein Vor- und Nachname im Restaurantnamen vertreten sein. Zulässig wäre auch “Müllers Kantine”. Aber: Für Rechnungen und offizielle Schreiben musst du deinen korrekten Vor- und Nachname verwenden.

Besteuerung eines Kleinunternehmens

Als Kleinunternehmer kommen ebenfalls Steuern auf dich zu, die du noch vor deiner Anmeldung des Gewerbes beachten solltest. Dazu gehören die Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.

Einkommensteuer und Gewerbesteuer

Die Einkommensteuer wird zusammen mit der Gewerbesteuer verrechnet. Mithilfe eines online Gewerbesteuerrechners kannst du das ganz einfach selbst berechnen.
Solltest du jedoch ein sehr kleines Gewerbe haben, dann fällt für dich die Gewerbesteuer weg. Dazu müssen die Einnahmen weniger als 24.500 Euro im Jahr betragen.

Alle Einnahmen, die über dieser Freigrenze liegen, werden mit einem Satz von 3,5% besteuert. Das ist aber noch nicht alles. Gewerbetreibende müssen außerdem den sogenannten Hebesatz zahlen. Der ist von Region zu Region unterschiedlich.

Umsatzsteuer

Wie bereits erwähnt, fallen die meisten Kleingewerbe unter die Kleinunternehmerregelung. In diesem Fall wird keine Umsatzsteuer berechnet und damit auch nicht ans Finanzamt weitergeleitet.

Sollte dein Gewerbe aber einen Gewinn von 50.000 Euro im Jahr übersteigen, musst du die 19% der Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen. Das Geld darfst du allerdings nicht behalten, sondern musst es an das Finanzamt weiterleiten. Die Umsatzsteuer wird daher auch als sogenannter durchlaufender Posten bezeichnet.

Kleinunternehmerregelung

Die Kleinunternehmerregelung hat in erste Linie nichts mit dem Kleingewerbe zu tun, auch wenn der Begriff darauf hinzudeuten scheint. Vielmehr geht es um kleinere Unternehmen und ihre Gewinnbilanz pro Jahr. Diese entscheidet darüber, ob das Unternehmen weiterhin unter die Kleinunternehmerregelung fällt oder ob beispielsweise die Umsatzsteuer berechnet werden muss.

EÜR

Eine sehr einfache Möglichkeit, den Gewinn pro Jahr zu ermitteln, ist die EÜR oder auch Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Hierbei werden die Einnahmen von den Ausgaben abgezogen. Übrig bleibt der jährliche Gewinn.

Tipp!

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist mit Abstand die schnellste und einfachste Möglichkeit um deinen Gewinn als Kleingewerbe zu ermitteln. Sie ist aber nur dann zu empfehlen, wenn die Einnahmen und Ausgaben übersichtlich sind. Um dir die Arbeit zu erleichtern empfehlen wir dir daher, die Verwendung einer EÜR Software.

Ist-Versteuerung

Solltest du mit deinem Gewerbe nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen, musst du in deinen Rechnungen die Umsatzsteuer berechnen und an das Finanzamt abführen.

Wenn du die Umsatzsteuer nicht schon an das Finanzamt zahlen möchtest, bevor sie deine Kunden überwiesen haben, kannst du die sogenannte Ist-Versteuerung nutzen. Die hat den Vorteil, dass du die Umsatzsteuer erst dann an das Finanzamt weitergeben musst, wenn deine Kunden auch tatsächlich bezahlt haben.

Beispiel einer Anmeldung eines Kleingewerbes

Wenn du nun konkret wissen möchtest, wie du ein Kleingewerbe anmelden kannst, haben wir hier ein Beispiel für dich:

Nehmen wir an, du hast beschlossen, in Berlin Pankow einen kleinen Kosmetiksalon zu eröffnen. Da du momentan noch nicht weißt, wie dieser laufen wird, möchtest du dich erstmal alleine selbstständig machen, ohne direkt einen Angestellten zu engagieren. Da du in Berlin wohnst, kannst du sowohl den Gewerbeschein als auch die Anmeldung deines Kleingewerbes entweder online oder persönlich vor Ort zu beantragen.

Entscheidest du dich für die online Option, kannst du ganz einfach das Gewerbeanmeldeformular herunterladen und ausfüllen, welches folgendermaßen aussieht:

Gewerbeanmeldung Formular
Kostenloses Gewerbeanmeldeformular / Quelle: berlin.de

Was jetzt noch fehlt, ist dein Ausweis und die Gebühr. Wenn du deutscher Staatsbürger bist, benötigst du keine weiteren Dokumente.

Allerdings musst du dir noch einen Namen überlegen. Hast du einen gefunden, füllst du alle nötigen Dokumente online aus und musst nun nur noch auf die Bestätigung warten.

Nachdem du dein Gewerbe angemeldet hast, bekommst du Post von der IHK und dem Finanzamt. Hier musst du dich nun ebenfalls anmelden und die Formulare ausfüllen. Du bekommst zudem eine Steuernummer, sodass du nun Rechnungen stellen kannst.

Zu Beginn deiner Selbstständigkeit ist es noch nicht nötig, die Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen zu vermerken. Das musst du erst dann, wenn du die Gewinngrenze überschreitest.

Zudem bist du für die ersten zwei Jahre und je nachdem wie viel Einkommen du danach hast, von dem Beitrag der IHK befreit. Was du auf keinen Fall vergessen solltest, ist dich nach der Gewerbeanmeldung bei der Berufsgenossenschaft anzumelden. Für den Fall, dass du einen Arbeitsunfall haben solltest, musst du die Berufsgenossenschaft informieren.

Fazit

Viele lassen sich von dem Papierkram davon abhalten, sich selbstständig zu machen.
Denn meist scheint es so, als wäre die Anmeldung eines Gewerbes eine große Hürde auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Doch das muss nicht so sein. Je nach dem, wo du wohnst, kannst du dein Gewerbe ganz einfach von Zuhause aus anmelden. Und der Papierkram hält sich im Allgemeinen auch in Grenzen. Daher: Lass dich nicht entmutigen und probier es einfach mal aus. Dank Kleinunternehmerregelung musst du dir in der ersten Zeit auch nicht viele Gedanken über Umsatzsteuer machen – auch das ist eine Erleichterung.

Nadine Höpf

Nadine spezialisiert sich auf die Erstellung und Bereitstellung von Inhalten auf Blogs und Lexikas. Dabei lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf und behält die aktuellen SEO Anforderungen immer im Blick. Mühelos erstellt sie Inhalte auch auf französisch.

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