Planmäßige Abschreibung

Planmäßige Abschreibung – Absetzung für Abnutzung, AfA

Die Planmäßige Abschreibung bildet den „Werteverzehr“ und damit die Abnutzung eines Vermögensgegenstands im Rechnungswesen ab. Sie verteilen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des Anlagevermögens auf die Nutzungsjahre. Das heißt, die Abschreibungen mindern als Aufwand den Gewinn eines Unternehmens und werden gesetzlich im  Handelsgesetzbuch (HGB) ab Paragraf 253 geregelt.

Abschreibung auf Forderungen Planmäßige Abschreibung

Ein kurzes Beispiel für eine planmäßige Abschreibung

Am 01. Januar 2015 hat ein Unternehmen einen Kopierer für netto 10.000 Euro gekauft (Anschaffungskosten). Dieses Gerät hat eine gewöhnliche Nutzungsdauer von 5 Jahren. Der Abschreibungsplan verteilt den „Werteverzehr“, Verschleiß und Abnutzung durch planmäßige Abschreibung linear auf die Geschäftsjahre der Nutzung. Das bedeutet für 2015 bis 2019 eine jährliche gewinnmindernde Abschreibung von 2.000 Euro.

Die Abschreibungen werden im Steuerrecht (EStG) als Absetzung für Abnutzung (kurz AfA) bezeichnet.

Die kalkulatorischen und handelsrechtlichen Abschreibungen

Häufig wird in Unternehmen zwischen den kalkulatorischen und handelsrechtlichen (buchführungswirksamen) Abschreibungen unterschieden. Für die unternehmensinterne Berechnung wird die kalkulatorische Abschreibung vorgenommen und diese erscheint nicht in der Buchführung. Die kalkulatorische Abschreibung dient lediglich der Kostenanalyse und Kostenrechnung.

Bei der handelsrechtlichen Abschreibung handelt es sich um die Abschreibungen, die durch den Gesetzgeber festgeschrieben sind und die im Jahresabschluss dementsprechend auszuweisen sind. Von diesen Abschreibungen können die festgeschriebenen abweichen. Häufig werden für die kalkulatorische Abschreibung als Abschreibungsgrundlage die Wiederbeschaffungswerte eines Anlagegutes verwendet. Anders bei der handelsrechtlichen Abschreibung, hier wird der Anschaffungswert bzw. die Herstellungskosten eines Wirtschaftsgutes angesetzt. Dies wird dann über eine theoretische Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese Nutzungsdauer kann man den AfA-Tabellen entnehmen.

Welche planmäßigen Abschreibungen gibt es?

Es wird grundsätzlich zwischen den folgenden planmäßigen Abschreibungen unterschieden. Man nennt diese auch Abschreibungsverfahren:

  1. Die lineare Abschreibung – die Standardabschreibung
  2. Die degressive Abschreibung
  3. Die leistungsabhängige Abschreibung
  4. Die digitale Abschreibung

Zudem gibt es noch die außerplanmäßige Abschreibung, diese resultiert aus dem Niederstwertprinzip. Das bedeutet, dass für eine solche Abschreibung nur der niedrigste realistische Wert herangezogen werden darf.

Die lineare Abschreibung

Diese ist durch das HGB klar definiert. Hier wird genau vorgeschrieben, dass Wirtschaftskosten mit den entsprechenden Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten über die geplante Nutzungsdauer von dem Unternehmen abzuschreiben sind. Aufgrund der gleichbleibenden Beträge, die jährlich abgeschrieben werden, liegt eine Linearität vor und daher stammt der Name „lineare Abschreibung“. Wie hoch der jährliche Abschreibungsbetrag ist, dass errechnet sich aus den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, geteilt durch die Nutzungsdauer.

Die degressive Abschreibung

Diese berechnet sich auf der Basis eines gleichbleibenden AfA-Satzes, der bis zum 31.12.2012 maximal nur  30% betragen durfte. Was die Berechnung angeht, so erfolgt diese über den Restbuchwert des Wirtschaftsguts. Aufgrund des gleichbleibenden AfA-Satzes verringern sich die Abschreibungsbeträge über die Nutzungsdauer des Wirtschaftsgutes und da diese Berechnung niemals den Betrag Null erreicht, wird im letzten Jahr der Nutzung, der Restbetrag als Abschlussabschreibung abgeschrieben.

Die Degressive Abschreibung wird seit dem 01.01.2008 durch das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 eingestellt. Damit dürfen für alle Güter, die im Jahr 2008 gekauft wurden, nur noch die lineare oder leistungsabhängige Abschreibung genutzt werden.

Die leistungsabhängige Abschreibung

Für alle Wirtschaftsgüter, die bis zum 21.12.2007 gekauft wurden, bedeutete dass, dass es möglich ist die degressive sowie die lineare Abschreibung oder leistungsabhängige Abschreibung vorzunehmen. Mit Aufkommen der Wirtschaftskrise wurde die degressive Abschreibung zeitlich begrenzt wieder eingeführt vom Steuerrecht und somit ist es möglich, Wirtschaftsgüter die zwischen dem 21.12.2008 und dem 01.01.2011 degressiv abzuschreiben, allerdings nur mit dem 2,5fachen AfA-Satz der linearen Abschreibung und einem maximalen AfA-Satz von 25 % für die degressive Abschreibung.

Für alle Wirtschaftsgüter, deren Leistung bzw. jährliche Nutzung nachweisbar bzw. messbar ist, kann auch die leistungsabhängige Abschreibung genutzt werden. Daher kommt diese Abschreibungsform häufig für Firmenfahrzeuge zum Einsatz oder spezielle Maschinen. Doch es muss die Gesamtleistung von dem Wirtschaftsgut bekannt bzw. errechenbar sein. Der Abschreibungssatz wird dann über die anteilige Leistung des Wirtschaftsgutes zur Gesamtleistung errechnet und eben dieser Anteil wird dann von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abgeschrieben.

Die digitale Abschreibung

Bei der digitalen Abschreibung handelt es sich um eine Spielart der arithmetisch-degressiven Abschreibung. Auch hier werden über den Zeitverlauf zunächst hohe Abschreibungen durchgeführt die den Wert des Anlagevermögens stärker mindern als später im Zeitverlauf.

Errechnet werden die Abschreibungssätze bei der digitalen Abschreibung folgendermaßen:

Digitale Abschreibung

Wobei gilt:

AB = Abschreibungsbasis = Anschaffungskosten + Anschaffungsnebenkosten – Restwert
a_T = Abschreibungsbetrag der letzten Periode des Abschreibungszeitraumes
d = Jährliche Minderung des Abschreibungsbetrages
T = Zeitraum
t = Periode

Abschreibung auf Forderungen

Doch nicht nur Anlagegüter können in einer Bilanz abgeschrieben werden, sondern auch Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens. Bei diesem Vorgang können dann Abschreibungen für Forderungen (auch Abschreibungen auf Forderungen genannt) entstehen.

Der häufigste Grund für Forderungsabschreibungen sind Insolvenzen oder die Zahlungsunwilligkeit von Kunden. In dem Moment, in dem ein Zweifel darüber aufkommt, ob die Forderung einbringbar ist, muss diese neu bewertet werden. In der Praxis wird eine solche notleidende Forderung auf ein spezielles Konto in der eigenen Buchführung „geparkt“. Dies heißt im allgemeinen „Zweifelhafte Forderungen“. Allerdings wird dieses Konto nicht in der Bilanz ausgewiesen. Dorthin gebuchte Forderungen werden erst in der Bilanz abgeschrieben, wenn sie tatsächlich ausfallen.

Wie kann man eine Forderung abschreiben?

  1. Die Einzelwertberichtigung, hier wird eine einzelne nicht einbringbare Forderung korrigiert.
  2. Die Pauschalwertberichtigung, hier wird ein pauschaler Prozentsatz auf alle Forderungen abgeschrieben. Der Prozentsatz berechnet sich aus den Erfahrungswerten der Vergangenheit.
  3. Eine Mischung aus den beiden Verfahren. Hier wird zuerst die spezielle Forderung einzelwertberichtigt und die übrigen dann pauschalwertberichtigt. Diese Methode ist die meistgenutzte in den Unternehmen.

Durch die in den letzten Jahren immer weiter sinkende Zahlungsmoral der Schuldner sind Abschreibungen auf Forderungen in der Vergangenheit immer wichtiger geworden. Sie rücken immer weiter in den Fokus spezialisierter Dienstleister. Das so genannte „Factoring“ kann Abschreibungen auf Forderungen überflüssig machen, denn bei dieser Art Dienstleistung verkauft man dem Factoring-Anbieter Forderungen gegen einen Abschlag. Dies mindert ebenfalls den zu versteuernden Gewinn, vermeidet aber, dass Forderungen komplett ausfallen. Eine Abschreibung auf Forderungen ist so dann kaum noch notwendig.

Wie wird ein Abschreibungssatz ermittelt?

Egal, was man abschreiben möchte, der Abschreibungssatz im für eine planmäßige Abschreibung berechnet sich in der Regel immer gleich.

Ein praktisches Beispiel:

  • Anschaffungskosten eines PKW = 24.000 Euro netto
  • Die voraussichtliche Nutzungsdauer beträgt 6 Jahre.

Bei der linearen Abschreibung teilt man den Anschaffungspreis durch die Nutzungsdauer des Anlagegutes. Somit ergibt sich die einfache Rechnung: 24.000 Euro / 6 Jahre = 4000 Euro pro Jahr.

Schreibt man degressiv ab, dann muss man sich der Formel für die degressive Abschreibung bedienen.