Degressive Abschreibung

Bei der degressiven Abschreibung handelt es sich um einen Begriff aus dem Steuerrecht und jeder Unternehmer sollte den Unterschied zwischen degressiver und linearer Abschreibung kennen, um so seine steuerlichen Vorteile bzw. Möglichkeiten optimal ausnutzen zu können.
In Betracht kommt eine Abschreibung, wenn man entweder gewerblich tätig ist oder eine vermietete Immobilie besitzt. Die Grundlage für den jeweiligen Abschreibungssatz bilden die Anschaffungskosten.

Was wird degressiv abgeschrieben?

Bis Ende 2010 war es möglich, Investitionsgüter degressiv abzuschreiben. Seit dem 1. Januar 2011 ist diese Methode aber nicht mehr zulässig!

Die degressive Abschreibungsmethode konnte für Investitionsgüter gewählt werden und baute im ersten Abschreibungsjahr auf den Anschaffungskosten auf. Danach ist immer der Restbuchwert des jeweiligen Anlagegutes maßgeblich, was den Unterschied zur linearen Abschreibung darstellt. Zum Ende der Nutzung bleibt bei dieser Methode immer ein Restbuchwert bestehen.

Warum schreibt man degressiv ab?

Viele Unternehmen nutzten die degressive Abschreibung, weil die Abschreibungsbeträge Jahr für Jahr geringer wurden, was vor allem für die ersten Nutzungsjahre relevant ist.

Im Gegensatz zur linearen Abschreibung, bei der die Abschreibungsbeträge die ganze Zeit über gleich hoch bleiben, sinken diese bei der degressiven Abschreibung von Jahr zu Jahr. Die Wertminderung des Anlagegutes ist damit nicht so stark, was vor allem für Unternehmen, die mit hoch technologisierten Anlagen und Maschinen wirtschaften, von Vorteil ist. Die Wertminderung ist bei der linearen Abschreibung deutlich höher!
Die degressive Abschreibungsmethode ist allerdings nicht mehr anwendbar, ob sich hierzu eine erneute Gesetzesänderung nach den bereits mehrfach erfolgten Änderungen ergibt, ist noch fraglich.

Der Unterschied zwischen der linearen und degressiven Abschreibung

Die Anschaffungskosten werden bei der linearen Abschreibung entsprechend der Nutzungsdauer in gleichbleibenden jährlichen Beträgen geltend gemacht und mit der Abschreibung können dann Steuern gespart werden. Die Abschreibung ist also eine Absetzung von Abnutzung von Wirtschaftsgütern und wird auch kurz als AfA bezeichnet.
Anders sieht es bei der degressiven Abschreibung aus. Hier sind die jährlichen Beträge die abgeschrieben werden nicht gleichbleibend hoch, sondern sie sinken in zeitlich vorgegebenen Abständen.

Die degressive Abschreibung wird genutzt, wenn in den ersten Jahren der Nutzungsdauer höhere Beträge in Ansatz gebracht werden sollen. Das lohnt sich allerdings nur dann wenn eine mindest Nutzungsdauer von fünf Jahren geplant ist. So kann beispielsweise eine Maschine die 10 Jahre genutzt wird bereits in den ersten Jahren bis zu 40 % abgeschrieben werden.

degressive Abschreibung

Die genaue Definition „Degressive Abschreibung“

Diese Art der Abschreibung fällt, ebenso wie die lineare und die Leistungsabschreibung auch, unter die Abschreibungsmethoden für eine planmäßige Abschreibung des Anlagevermögens im Sinne § 253 Abs. 3 Sätze 1 und 2 HGB.
Wie bereits kurz angesprochen, sinken die Abschreibungsbeträge über die Zeit der Nutzung, was bedeutet, dass die ersten Jahre stärker belastet werden durch die Abschreibungen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn eine Maschine in der Produktion in den ersten Jahren im Mehrschichtbetrieb läuft aufgrund einer hohen Nachfrage und die Produktion und somit auch der Verschleiß der Maschine mit den Jahren abnimmt.
Werden Abschreibungen mit einem konstanten Prozentsatz vorgenommen, beispielsweise 30 %, dann werden diese auch als geometisch-degressive Abschreibung bezeichnet – in Abgrenzung zur arithmetisch-degressiven Abschreibung.
Die degressive Abschreibung ist steuerlich aktuell nicht zulässig (nicht im § 7 EStG vorgesehen) und war auch in der Vergangenheit eingeschränkt nutzbar, wie beispielsweise in den Jahren 2009 bis 2010 (2,5-fache des linearen Abschreibungssatzes und maximal 25 % (§ 7 Abs. 2 EStG).
Die Formel und die Berechnung der degressiven Abschreibung

Nach folgender Formel kann der jeweilige Abschreibungsbetrag bei der degressiven Abschreibung berechnet werden:

Abschreibungsbetrag = Abschreibungssatz x Buchwert des Vorjahres

Ein Beispiel:

Ein Unternehmen schafft zum Jahresbeginn (01.01.2010) eine Maschine im Wert von 100.000 Euro (Netto Anschaffungskosten) an und die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre. Abgeschrieben werden soll die Maschine degressiv mit einem Abschreibungssatz von 30 %.
Hier würde die Vorgehensweise niemals zu einer vollständigen Abschreibung auf den Wert Null führen. Aus diesem Grund wird wie folgt vorgegangen:
In dem Jahr, wo die lineare Abschreibung höher ist als die degressive wird in der Regel zur linearen Abschreibung übergegangen und das ist auch steuerlich nach § 7 Abs. 3 Satz 1 EStG zulässig. Sollte das für das Jahr 2012 der Fall sein, dann betrüge die degressive Abschreibung 14.700 Euro (30 % von 49.000 Euro), die lineare Abschreibung ist mit 16.333 Euro (49.000 Euro / drei Jahre Restnutzungsdauer) höher und hier stellt sich der Abschreibungsverlauf dann wie folgt dar:

degressive Abschreibung Beispiel

Die Vorteile der degressiven Abschreibung

Die degressive Abschreibung hat einen Vorteil gegenüber der linearen: der steuerliche Aspekt! Dieser steht hier im Vordergrund, denn bei der degressiven Abschreibung ist der Abschreibungsbetrag im ersten Jahr am höchsten, da der prozentuale Satz stets vom Restwert des Gegenstandes berechnet wird.
Was bedeutet das im Klartext? Wer als Unternehmer weiss, dass er in den folgenden Jahren recht hohe Gewinne erzielt bzw. erwarten kann, der hat die Möglichkeit, die degressive Abschreibung zu seinem Vorteil zu nutzen. Besonders durch den Fakt, dass der Abschreibungsbetrag in der ersten Zeit besonders hoch ist, kann das Unternehmen einiges an Steuern sparen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die degressive Abschreibung nicht an eine feste Laufzeit gebunden ist im Gegensatz zur linearen Abschreibung, die einen festen Zeitraum vorgeschrieben bekommt. Das bedeutet, der Unternehmer ist an diese Zeit gebunden und kann seine Abschreibungsbeträge nicht variieren.