Onlineshop richtig absichern: Was eine Webshop-Versicherung können muss

Dein Onlineshop läuft richtig gut, die Kunden sind im Kaufrausch und dein eCommerce-Business boomt? Doch Vorsicht – dieser Wachstum kann auch negative Folgen haben, denn kaum eine Branche hat mit so vielen Risiken für Abmahnungen und Rechtsverletzungen zu kämpfen wie der Onlinehandel. Bevor dein Webshop durch Schadenersatzforderungen und weitere Probleme in Gefahr gerät, kann dir eine Webshop-Versicherung zur Seite springen.

Die Antworten auf alle Fragen rund um eine gute Absicherung für deinen Onlineshop hat Versicherungsexperte Ralph Günther von exali.de.

Das erwartet dich heute:

Was ist eine Webshop-Versicherung?

Eine Webshop-Versicherung ist eine Berufshaftpflichtversicherung, mit der du deinen eigenen Onlineshop oder deinen Shop auf Verkaufsplattformen wie eBay oder Amazon bei Abmahnungen, Hackerangriffen oder Risiken durch die Produkthaftung absichern kannst. Zum einen schützt sie dein eCommerce-Business, wenn bei anderen durch deine Fehler Schäden entstehen, zum Beispiel bei einer Rechtsverletzung (Urheberrecht, Markenrecht, Wettbewerbsrecht). Zum anderen ist sie auch bei sogenannten Eigenschäden, also Schäden, die dir selbst entstehen, an deiner Seite. Beispielsweise, wenn Hacker deinen Onlineshop lahmlegen.

Was leistet eine Webshop-Versicherung?

Wenn du einen Schaden bei jemand anderem verursachst, weil du zum Beispiel durch den Verkauf deiner Produkte Markenrechte verletzt, dann bezahlt die Versicherung dem Geschädigten den finanziellen Schaden (Schadenersatz). Das ist aber noch nicht alles, denn wichtiger Bestandteil einer Webshop-Versicherung ist die sogenannte Rechtsschutz-Funktion (auch passiver Rechtsschutz genannt). Das bedeutet, der Versicherer prüft immer zuerst auf eigene Kosten, ob die Forderungen gegen dich gerechtfertigt sind. Ist das nicht der Fall, wehrt er diese ab und übernimmt dafür zum Beispiel die Kosten für Anwälte, Gutachter oder die Gerichtskosten.

Welche Risiken gibt es für Onlineshops?

Für Inhaber und Betreiber von Onlineshops gibt es viele verschiedene Risiken, die zunächst nicht immer klar ersichtlich sind. Die Wichtigsten sind in der folgenden Tabelle übersichtlich für dich aufgestellt:

Neue Verordnungen & Gesetze:Gefühlt jede Woche gibt es neue Verordnungen, Gesetze und Regelungen für Onlinehändler. Einige sind so abstrus, dass du dich als Onlinehändler fragen wirst, wie du sie umsetzen sollst. Onlinehändler sollen beispielsweise zum Hellseher werden und Fakebestellungen erkennen, obwohl es keine Hinweise dafür gibt. Verschicken sie dann Ware oder Rechnungen an Kunden, die nicht bestellt haben, können sie abgemahnt werden (Aktenzeichen zum BGH-Urteil: I ZR 216/17).
Abmahnungen:Es gibt keine Branche, die so im Visier von Pseudo-Wettbewerbern und Abmahnanwälten steht. Diese suchen nach dem kleinsten Fehler und verschicken dann Abmahnungen wie am Fließband. Entscheidungen wie die des BGH zu den Fakebestellungen spielen solchen Machenschaften in die Karten, weil Konkurrenten Fehler gezielt provozieren können, um dich dann abzumahnen.
Cyberkriminalität:Cyberkriminelle haben es immer wieder auf Webshops abgesehen. Sie drohen beispielsweise, Webshops lahmzulegen und verlangen Lösegeld. Oder sie erbeuten Nutzerdaten, was dann neben Imageschäden auch DSGVO-Verstöße nach sich ziehen kann.
Risiken auf Verkaufsplattformen:Nicht nur, wenn du einen eigenen Onlineshop hast, musst du Risiken im Blick behalten. Auch auf Verkaufsplattformen wie Amazon oder eBay gibt es einiges zu beachten. Bezüglich Amazon sprechen Branchenverbände sogar davon, dass es gar nicht möglich ist, dort rechtssicher zu verkaufen. Beispielsweise gibt es bei Amazon kaum Platz und Möglichkeiten, rechtssichere Texte zu hinterlegen, wozu du als Onlinehändler verpflichtet bist.
Datenschutz-Pflichten kannst du nicht einfach auf die Plattform abwälzen. Und auch Rechtsverletzungen, zum Beispiel Urheber- oder Markenrechtsverletzungen, sind schnell passiert und können dir hohe Schadenersatzforderungen einbrocken.
Produkthaftung:Als weiterer Punkt kommt noch die Produkthaftung hinzu. Diese spielt gerade für Amazon-Händler eine große Rolle. Wenn du als Quasi-Hersteller Produkte verkaufst, also Waren einkaufst, sie mit deinem Logo oder deiner Marke kennzeichnest und dann weiterverkaufst, haftest du nach dem Produkthaftungsgesetz genauso wie der Hersteller des Produkts für Schäden, die dieses verursacht. Außerdem treffen dich bestimmte Pflichten wie Informationspflichten, CE-Kennzeichnungen oder Maßnahmen zur Risikovermeidung.

Tipp!

Auch im Bereich Rechnungsstellung und Buchhaltung begegnen dir als Onlineshop-Betreiber tägliche Herausforderungen und oftmals neue rechtliche Regelungen. Mit einer GoBD-konformen Buchhaltungssoftware für dein e-Commerce bist du auch in Finanzfragen stets auf der sicheren Seite!

Ein echter Schadensfall: 40.000 Euro wegen Urheberrechtsverletzung

Dass Verkaufsplattformen hohe Risiken für Onlinehändler bergen, zeigt ein echter Schadenfall von exali.de.

Der Fall:
Ein Shopbetreiber wollte seine Produkte auf einer bekannten Verkaufsplattform verkaufen. Diese wirbt damit, dass der Händler dort nur als Produktzulieferer agiert und die Plattform als Verkäufer auftritt. Onlinehändler sollten einfach ihre Artikel mit einer Identifikationsnummer hochladen und alles Weitere der Plattform überlassen.

Die Folgen:
Daran hielt sich der Händler in diesem Fall. Trotzdem bekam er eine Abmahnung, weil er angeblich 50 Produktfotos ohne Einwilligung des Lizenzinhabers verwendet hatte. Eine Schadenersatzforderung von 40.000 Euro stand im Raum. Nachdem der Versicherer sich einschaltete und die Forderung zurückwies, ruderte der Abmahn-Anwalt zurück und ließ nichts mehr von sich hören.

Fazit:
Leider gehen solche Fälle nicht immer so glimpflich aus. Gerade auf Plattformen musst du als Shopbetreiber aufpassen. Denn du bist der Verkäufer und Versender der Artikel und bist daher haftbar, auch wenn die Produktbeschreibung, die abgemahnt wird, gar nicht von dir stammt. Ebenfalls eine abstruse Ansicht, die jedoch einige Gerichte so vertreten.

Checkliste: Wie sieht eine gute Webshop-Versicherung aus?

Diese Checkliste verrät dir, was eine gute Webshop-Versicherung beinhalten sollte und worauf du bei der Absicherung deines Onlineshops achten musst:

Leistungen einer Webshop-Versicherung: Checkliste
Checkliste: Leistungen einer guten Webshopversicherung (Quelle: exali.de)

Was kostet eine Webshop-Versicherung?

Wie viel eine Webshop-Versicherung kostet, richtet sich nach Faktoren wie dem Jahresnettoumsatz, ob du Existenzgründer bist, welche Versicherungssumme und Vertragslaufzeit du wählst und ob du Zusatzbausteine hinzubuchst.

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Fazit

Eine gute Webshop-Versicherung ist für dich als Onlinehändler extrem wichtig. Sie schützt dich, wenn du eine Abmahnung erhältst oder durch deine Produkte jemand zu Schaden kommt. Denn wenn du deshalb hohe Schadenersatzforderungen aus eigener Tasche zahlen musst, kann dich das schnell deine Existenz kosten. Bei der Wahl einer Webshop-Versicherung solltest du darauf achten, dass Rechtsverletzungen (wie DSGVO-Verstöße oder Wettbewerbsrechtsverletzungen) umfassend abgedeckt sind, du die Versicherung unkompliziert an dein Business anpassen kannst und auch Eigenschäden (zum Beispiel, wenn du Opfer von Hackern wirst) versicherbar sind.

Über den Autor:

ralph günther von exali.de
Ralph Günther von exali.de gilt als ausgewiesener Experte, wenn es um Risikomanagement und spezifische Haftpflichtversicherungen für freie Berufe, Dienstleister und mittelständische Unternehmen der IT-, Medien-, Consulting- und eCommerce-Branche geht. Als einer der Vorreiter im Online-Versicherungsbusiness hat er aktiv an der Verbesserung des Versicherungsschutzes für Freiberufler mitgewirkt und neue Leistungserweiterungen am Markt eingeführt. Sein Wissen gibt er regelmäßig als Autor in relevanten Fachmedien an seine Zielgruppe weiter.

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