Factoring

Factoring ist eine interessante kreditähnliche Finanzierungmöglichkeit für Unternehmen. Aber wie funktioniert das genau und welche Arten gibt es? Ob das auch eine Möglichkeit für dich ist, erklären wir dir hier anhand der Vor- und Nachteile sowie der Alternativen.

Das erwartet dich heute:

Was ist Factoring?

Factoring funktioniert ähnlich wie ein Kredit. Dabei verkauft ein Unternehmen seine Forderungen gegenüber Kunden einfach an einen Dritten, meist ein Kreditinstitut.

Es gibt verschiedene Arten des Factorings, von denen das „echte“ und „unechte“ die Hauptarten darstellen. Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch den Übergang des Risikos, das beim echten Factoring an den sogenannten „Factor“ übergeht, beim unechten Factoring allerdings beim Lieferanten bleibt.

Durch das Factoring kannst du im Bedarfsfall also schnell deine Liquidität erhöhen und deine Finanzen verbessern. Besonders häufig kommt das Factoring im Mahnbereich vor, wo die Forderung gegen über den Schuldnern beispielsweise an ein Inkassounternehmen verkauft wird.

Die drei Hauptbereiche des Factoring

  • Das Delkredere, also die Garantieübernahme für die Zahlungsfähigkeit des Schuldners, welche letztendlich das Risiko zum „Factor“ verlagert.
  • Die Vorfinanzierung von Forderungen durch den „Factor“, da diese sofort an das verkaufende Unternehmen bezahlt wird. Dabei fließen aber nur maximal 90%, die restliche Forderung wird erst später bezahlt, wenn der Schuldner vollständig bezahlt hat (abzüglich Factoringgebühr und Factoringzins).
  • Das Factoring-Unternehmen kann auch das Debitorenmanagement für Unternehmen ausführen. Es erledigt die Debitorenbuchhaltung und prüft laufend die Bonität der Kunden. Dazu kommen das gesamte Mahnwesen und der Inkassobereich.

Factor – wer ist das?

Der Factor ist das Unternehmen, das offene Forderungen von Firmen oder Privatpersonen aufkauft. Dieses Factoring-Unternehmen oder Factoring-Institut wird also als Factor bezeichnet. Der Factor kauft die Forderung auf, wobei er sich aber nachweisen lässt, dass diese Forderung auch rechtmäßig besteht, und macht sie dann seinerseits beim Schuldner geltend. Weil das Hand in Hand mit anderen Leistungen von Inkassounternehmen geht, ist der Factor häufig ein Unternehmen, das gleichzeitig Factoring und Inkassoleistungen anbietet.

Laut Gesetz unterliegen die Factor-Anbieter („Finanzdienstleistungsinstitute“) strengen Vorschriften. Für sie gilt beispielsweise das Kreditwesengesetz (KWG) oder das Geldwäschegesetz (GWG) und sie dürfen nur mit Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzaufsicht ihr Geschäft ausüben. Außerdem werden sie bei ihrer Tätigkeit von dieser Behörde sowie der Deutschen Bundesbank überwacht.

Wie funktioniert Factoring?

Der Ablauf des Factoring lässt sich in wenige Schritte untereilen, die wir dir nachfolgend in einfachen Worten erklären.

Schritt 1: Forderungen stellen

Zunächst einmal musst du deinem Kunden eine Rechnung stellen. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um Waren oder Dienstleistungen handelt. Wichtig ist nur, dass du eine offizielle und rechtlich richtige Rechnung an den Kunden ausstellst. Diese Rechnung stellt die Forderung beziehungsweise den Factoring-Gegenstand dar.

Tipp!

Wenn du eine Rechnung richtig schreiben willst, musst du sichergehen, dass alle Pflichtangaben enthalten sind, damit dein Kunde und das Finanzamt die Rechnung auch akzeptieren.

Schritt 2: Factoring-Anbieter kontaktieren

Die Auswahl eines guten Factoring-Anbieters kann sich aufwendig gestalte, da es sehr viele davon gibt. Bei der großen Auswahl ist es jedoch wiederum einfach, einen zu finden, der genau zu deinen Anforderungen passt. Die besten Anbieter stellen wir dir weiter unten im Artikel vor. Sobald du einen passenden Anbieter ausgewählt hast, kontaktierst du ihn.

Schritt 3: Der Factor prüft die Forderung und den Debitor

Bevor der Factor dir die Forderung abkauft, prüft er auf jeden Fall die sogenannte Verität der Forderung. Es ist wichtig, dass die Forderung zu Recht besteht und du eine korrekte Rechnung an deinen Kunden geschickt hast. Wenn dies der Fall ist, prüft der Factor im nächsten Schritt die Bonität und Liquidität des Debitors. Denn er will sicher sein, dass er nach dem Forderungskauf auch zu seinem Geld kommt. Erst wenn die Prüfungen abgeschlossen sind und das Ergebnis positiv ist, schließt er einen Vertrag mit dir ab.

Schritt 4: Forderungsverkauf

Sobald klar ist, dass mit der Forderung selbst sowie mit der Bonität des Kunden alles in Ordnung ist, kannst du den Vertrag mit dem Factor besprechen. Dabei gilt es, alle Rahmenbedingungen für den Verkauf genau festzulegen. Beispielsweise musst du im Vertrag regeln, um welche Forderungen es geht, wie lange die Laufzeit sein soll und welche Gebühren und Zinsen anfallen.

Schritt 5: Überweisung der Bruttoforderung

Wenn der Vertrag unterschrieben ist, dauert es ungefähr 48 Stunden, bis der Factor dir 80 bis 90 Prozent der Bruttoforderung überweist. Im Gegenzug gehen durch den Kaufvertrag deine Forderung an den Kunden auf den Factor über. Er ist jetzt dafür verantwortlich, die komplette ausstehende Summe einzutreiben und den Rest an dich zu überweisen. Für das Ausfallrisiko haftet er gemäß Vertrag zu 100%.

Schritt 6: Der Factor treibt die offene Forderung ein

Du musst nun nicht mehr aktiv in diesem Fall tätig werden. Denn der Factor schreibt deinen Kunden (den Debitor) an und informiert ihn, auf welche (neue) Bankverbindung er die offenen Beträge zu bezahlen hat. Dabei weist er darauf hin, dass es sich hierbei um ein Factoring-Verfahren handelt.

Schritt 7: Der Debitor bezahlt seine Schulden

Im Normalfall bezahlt der Debitor die offene Rechnung nun an den Factor. Falls nicht, trägt der Factor das Ausfallrisiko.

Schritt 8: Der Factor überweist den Restbetrag an dich

Im letzten Schritt überweist dir der Factor die Restsumme von 10 oder 20 Prozent und das Verfahren ist damit beendet.

Factoring Beispiel

Factoring ist vom Ablauf her recht einfach.

  1. Am Anfang stehst du als Unternehmen, das Produkte oder Leistungen an einen Kunden gegen Geld verkaufst. Solange der Kunde dich nicht bezahlt hat, hast du eine offene Forderung gegen ihn.
  2. Es ist wichtig, dass du die Existenz dieser Forderung und ihre Rechtmäßigkeit dem Factor gegenüber belegen kannst. Das nennt man auch „Verität“. Denn nur wenn die Forderung rechtlich einwandfrei besteht, wird der Factor sie dir abkaufen.
  3. Außer der Verität ist auch die Bonität des Schuldners wichtig für den Factor. Denn wenn er dir die Forderung abkauft, will er sicher sein, dass er im Anschluss auch sein Geld bekommt.
  4. Wenn der Factor über Verität und Bonität Bescheid weiß und beides überprüft hat, kauft er dir deine Forderungen ab.
  5. Das geht relativ schnell. Du hast meist schon nach zwei Tagen rund 90% der Forderungssumme auf deinem Konto. Du hast deine Liquidität gesteigert und der Factor übernimmt das Debitorenmanagement und bewegt den Schuldner zur Bezahlung der Forderung.
  6. Sobald der Schuldner das Geld an den Factor überwiesen hat, erhältst du von dort die restliche Forderungssumme.

Der Factor handelt allerdings nicht aus reiner Gutmütigkeit, er möchte natürlich für seine Dienste bezahlt werden. Zu den Kosten für diese Dienstleistung kommen wir weiter unten.

Was ist ein Factoringvertrag und wie findest du den richtigen für dich?

Der Factoringvertrag regelt den Verkauf deiner Forderung an den Factor. Dieser hält in schriftlicher Form die wichtigsten Punkte eurer Vereinbarung fest. Dabei ist zunächst zu klären, ob ihr ein echtes Factoring oder ein unechtes Factoring vereinbart. Denn danach richten sich die Vertragsvorschriften (Kaufvertrag oder Kreditvertrag).

Echtes Factoring bedeutet in dem Fall, dass der Factor dir die Forderung abkauft und das Risiko eines Zahlungsausfalls übernimmt. Dabei handelt es sich um einen Kaufvertrag, der in §§ 433 ff. BGB geregelt ist.

Unechtes Factoring würde bedeuten, dass das Ausfallrisiko bei dir bleibt. Kann der Factor das Geld nicht eintreiben, musst du ihm die bereits erhaltene Summe zurückzahlen. In diesem Fall handelt es sich nicht um einen Kaufvertrag, sondern einen Kreditvertrag. Dieser ist in §§ 488 ff. BGB geregelt.

An dieser Unterscheidung solltest du festmachen, welche Art von Vertrag für dich infrage kommt.

Was steht im Factoring-Vertrag?

Im Regelfall wirst du einen Rahmenvertrag abschließen, in dem du sowohl grundsätzliche als auch individuelle Regelungen vereinbaren kannst.

Zu den grundsätzlichen Regelungen gehören folgende Punkte:

  • Die genaue Bezeichnung (Name, Adresse) von Factor und Kreditor
  • Alle Einzelheiten über die Forderungen, beispielsweise die Art, Güte und der Inhalt
  • Ein Limit, bis zu dem der Factor die Forderungen ankauft
  • Die Laufzeit des Vertrages (üblicherweise 1-3 Jahre)
  • Eine Kündigungsfrist (üblicherweise drei Monate)
  • Gebühren für das Factoring
  • Zinsen für die Vorfinanzierung
  • Prüfungsgebühr (für die Überprüfung des Debitors und seiner Bonität)
  • Mögliche Zusatzgebühren für Folgeprüfungen
  • Zeitraum für die Einreichung der Rechnungen und die Auszahlung des Betrages
  • Die Höhe eines Sicherheitseinbehalts

Daneben kannst oder solltest du sogar noch individuelle Vereinbarungen zur Art des Factorings treffen. Welche Arten es hier gibt, erklären wir dir im nächsten Abschnitt.

Factoringvertrag Muster

Muster zum Factoring-Vertrag findest du auf einigen seriösen Seiten im Internet. Dabei können die Vorlagen allerdings nur die grundsätzlichen Rahmenbedingungen erwähnen. Du musst selbst darauf achten, dass du auch die individuellen Punkte noch einbaust.

Beginne mit der Nennung des Factors (samt Adressdaten) und deinem Namen (plus Adresse).

Danach listest du die wichtigsten Punkte der Reihe nach auf:

  • Nennung der Forderungen
  • Höchstbetrag (Limit) der anzukaufenden Forderungen
  • Laufzeit der Forderungen
  • Factoringgebühren und Bedingungen
  • Zinsbedingungen
  • Weitere Prüfungsgebühren (Überwachungsentgelte, Rating-Gebühren, Fremdkosten)
  • Bestimmungen zur Garantie und zum Sicherheitseinbehalt
  • Abrechnungsmodalitäten
  • Abtretungen
  • Auszahlung
  • Zeichnungsberechtigung
  • Schlussbestimmungen
  • Unterschrift

Vergiss nicht, individuelle Vereinbarungen ebenfalls einzubauen!

Arten von Factoring

Es gibt verschiedene Arten von Factoring, von denen einige hier beispielhaft vorgestellt werden sollen:

Reverse Factoring

Beim Reverse Factoring handelt es sich um eine Art Eigenfinanzierung. Du lässt dir nämlich dabei von einem Reverse-Factoring-Anbieter deine Wareneinkäufe vorfinanzieren. Das ist eine gute Möglichkeit, wenn du gerade etwas knapp bei Kasse bist oder in der Hochsaison einfach mehr Material und schneller beschafft werden muss als vorgesehen, und du schnell reagieren musst, um die Aufträge zu erfüllen. Das ist aber ziemlich aufwendig und du musst mit den betroffenen Lieferanten außerdem einen Reverse Factoring Vertrag abschließen.

Echtes & unechtes Factoring

Der Unterschied zwischen den beiden Formen besteht in der Risikoübernahme und im Ausfallschutz. Beim Echten Factoring übernimmt der Factor nach dem Kauf der Forderungen das Risiko, dass der Schuldner möglicherweise seine Schulden nicht bezahlt. Beim Unechten Factoring bleibt das Risiko bei dir hängen.

Export Factoring

Das Export Factoring spielt eine Rolle bei internationalen Geschäften. Wenn du weltweit expandieren kannst, ist das hervorragend für dein Unternehmen, aber du hast es dann auch mit Schuldnern zu tun, die im Ausland sitzen. Dabei kommt es ebenfalls zu gewissen Risiken, vor allem dem Währungsrisiko. Und eine Beitreibung und Vollstreckung im Ausland ist in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt. Spezialisten im Export Factoring nehmen dir diese Probleme ab und kaufen die Forderungen auf und treiben sie über ihre Auslandsniederlassungen bei.

Import Factoring

Beim Import Factoring ist es so, dass ein Factor mit Sitz im Inland gegenüber einem anderen, ausländischen Factor im Ausland für die Zahlungsfähigkeit des inländischen Schuldners haftet. Diese vertragliche Haftungsübernahme ist ähnlich wie beim Export Factoring.

Ausschnittsfactoring

Beim Ausschnittsfactoring trittst du nicht alle Schulden an den Factor ab, sondern nur einen Teil davon. Du kannst also beispielsweise einige Kunden explizit davon ausnehmen. Üblicherweise sind das diejenigen, bei denen sich das Factoring nicht lohnen würde, also Kunden mit sehr geringen Rechnungsbeträgen. Oder solche, die ihre Rechnungen immer sehr schnell bezahlen.

Inhouse Factoring

Normalerweise bietet ein Factoring-Unternehmen einen kompletten Service an, der verschiedene Bereiche (Debitorenmanagement, Mahn- und Inkassowesen) übernimmt (Full Service Factoring). Beim Inhouse Factoring übernimmt der Factor jedoch nur den Ausfallschutz, alles andere bleibt bei dir. Der Factor hat dann zwar die Rechte an den Forderungen übernommen (und dich bezahlt), aber er hat auch das Risiko. Während du derjenige bist, der weiterhin dafür sorgt, dass das Geld hereinkommt. Dabei ist es notwendig, dass du eng mit dem Factor zusammenarbeitest. Das Inhouse Factoring wird oft als stilles Factoring angeboten. Dazu kommen wir im nächsten Absatz.

Stilles Factoring & offenes Factoring

Hier liegt der Unterschied darin, ob der Schuldner, also dein Kunde darüber informiert wird, dass du die Forderung an den Factor abgetreten hast, oder nicht. Beim Offenen Factoring teilst du ihm dies mit und bittest gleichzeitig um Überweisung der offenen Summe an den Factor. Beim stillen Factoring erfährt der Kunde davon nichts. Aber du musst auf der Rechnung die Bankverbindung des Factors angeben, damit das Geld bei der Zahlung direkt dort landet und nicht auf deinen Konten.

Kosten des Factorings

Das Factoring ist eine Art der Finanzierung, die dir nicht nur Vorteile bringt, sondern auch Kosten verursacht. Daher solltest du immer erst vergleichen, ob du mit einem Bankkredit eventuell günstiger fährst als mit einer Finanzierung über Factoring. Grundsätzlich musst du mit folgenden Faktoringkosten rechnen: Der Factoringgebühr, dem Factoringzins und einer Prüfgebühr.

  • Factoringgebühr
    Die Factoringgebühr wird für den Aufwand des Factors fällig und hängt von deinem Jahresumsatz ab. Sie liegt meist zwischen 0,25 und 1 Prozent.
  • Factoringzins
    Der Factoringzins ist ein Jahreszins, der davon abhängt, welcher Anteil deines Jahresumsatzes vom Factor ausgezahlt werden soll. Er liegt meist zwischen 4 und 8 Prozent.
  • Prüfgebühr
    Die Prüfgebühr ist je nach Factor unterschiedlich. Sie hängt von der Art des gewählten Factorings ab und von der Menge der Debitoren und dem Risiko des Forderungsausfalls.

Vor- & Nachteile des Factorings

Vorteile anhand von Beispielen

Du hast beim Factoring mindestens vier wichtige Vorteile:

  • Allen voran die schnelle höhere Liquidität durch die rasche Auszahlung des Factors. Dadurch hast du die Chance, bei deinen Lieferanten schneller zu bezahlen und Rabatte oder Skonti auszunutzen.
  • Aber auch deine Risikoabsicherung ist hier viel besser, da du das Risiko, dass dein Kunde insolvent wird, auf den Factor abwälzen kannst. In einem solchen Fall hilft auch eine Versicherung, aber es dauert lange, bis die Versicherung an dich bezahlt und auch die Bank kann dir nicht sofort helfen, ohnehin würde dir das Geld, das du als Kredit aufnimmst, ja fehlen, da vom Kunden bei einer Insolvenz nichts mehr zu erwarten ist.
  • Durch die höhere Liquidität und die bezahlten Forderungen, die durch die Zahlung des Factors entstehen, sieht deine Bilanz besser aus und erhöht deine Kreditwürdigkeit.
  • Abgesehen von den verbesserten Zahlen und der höheren Liquidität hast du aber auch eine Arbeitsentlastung, da sich das Factoring-Unternehmen um die Beitreibung handelt und das Debitorenmanagement für dich abwickelt. Das spart dir Zeit und Geld.

Nachteile anhand von Beispielen

Du musst hauptsächlich mit drei Nachteilen rechnen:

  • Zum einen mit den hohen Kosten für das Factoring-Unternehmen, das rund 0,6 – 2,5% von der Forderung verlangt und zudem eine Pauschale für die Bonitätsprüfung und noch Zinsen.
  • Zum anderen kann es sein, dass Factoring für dich gar nicht in Betracht kommt. Es ist nämlich nicht für alle Branchen geeignet. Nur der Großhandel und die verarbeitende Industrie können sich damit erfolgreich absichern.
  • Deine Kunden sind davon nicht erfreut, weil du ihre Zahlungsmoral anzweifelst. Das kann deine Kundenbeziehung beeinträchtigen.

Tipp!

Das Factoring kommt für deine Branche oder Unternehmensgröße nicht in Frage oder ist dir zu teuer? Du kannst die Verwaltung deiner offenen Forderungen auch selbst in die Hand nehmen! Alles was du dazu wissen musst, findest du in unserem Beitrag zum Thema Debitorenbuchhaltung.

Einfluss auf Unternehmenskennzahlen

Steigerung der Eigenkapitalquote

Den größten Einfluss hat das Factoring auf deine Eigenkapitalquote, denn diese Erhöhung resultiert direkt aus dem durch Factoring entstandenen Liquiditätszuwachs.

Weitere Kennzahlen

Durch den größeren Finanzierungsspielraum kannst du auch Investitionen tätigen oder deine Verbindlichkeiten an Lieferanten unter Ausnützung von Rabatten und Skonti schneller begleichen. Dadurch verschieben sich viele Bilanzpositionen ins Positive. Gerade dein Rating, das für einen Kredit eine wichtige Rolle spielt, wird von den Banken viel besser bewertet.

Wann lohnt sich Factoring?

Factoring kann sich für dich in bestimmten Situationen lohnen, ob du es tatsächlich einsetzt, solltest du allerdings im Einzelfall prüfen. Du willst zwar dein Geld bekommen, aber keinesfalls deine Kunden damit verärgern.

In folgenden Fällen lohnt es sich für dich, Factoring einzusetzen:

  • Während einer sehr guten Auftragslage, da du mit den schnellen Einnahmen durch das Factoring weiteres Material für die nächsten Aufträge kaufen kannst.
  • Bei Investitionsplänen. Denn in dem Fall kannst du durch eine gesteigerte Liquidität aufgrund des Factorings die nötigen Mittel für neue Maschinen oder Baumaßnahmen beschaffen.
  • Zur Absicherung bei sehr hohen Rechnungsbeträgen. Kunden, die hohe Bestell- und Rechnungswerte erzielt haben, sind ein Risiko für dich, falls sie nicht bezahlen. Hier kannst du dich über einen Factor absichern – falls seine Bonitätsprüfung des Debitors positiv ausfällt.
  • Du kannst dich auch grundsätzlich bei schwierigen Kunden oder aufgrund schlechter Erfahrungen mit einigen Kunden über einen Factor absichern. Dadurch sparst du dir Zeit und Geld für eigene mühsame Beitreibungsmaßnahmen.

Warum solltest du Factoring nutzen?

Ganz einfach: Factoring ist eine gute Lösung zur Absicherung deiner Finanzen. Hauptgrund ist dabei dein Liquiditätserhalt sowie die Risikoübernahme durch einen Factor. Das bewahrt dich vor einem oder mehreren Zahlungsausfällen. Besonders bei Kunden, die hohe Außenstände haben oder Kunden mit bekanntermaßen schlechter Zahlungsmoral.

Wer darf Factoring nutzen?

Factoring darf jeder nutzen, es ist nur bei Dienstleistern weniger verbreitet als im Handwerk und Großhandel. Das liegt auch daran, dass es für sie schwieriger ist, einen Factor zu finden.

Am häufigsten kommt Factoring in mittelständischen Unternehmen zum Einsatz. Außerdem gibt es Branchen, die häufiger zum Factoring greifen als andere. Besonders häufig macht die verarbeitende Industrie Gebrauch von dieser Lösung.

Factoring Anbieter in der Übersicht

Du wirst im Internet über 250 Factoring Anbieter finden, deren Anzahl laufend steigt. Bevor du einen davon auswählst, solltest du dir genau anschauen, welche Leistungen sie anbieten und welche Factoringkosten sie erheben. Denn die Konditionen der Anbieter unterscheiden sich erheblich voneinander.

Das Portal Junge Gründer hat einige Factoring Anbieter unter die Lupe genommen und sechs besten zusammengestellt. Bitte achte darauf, dass sich die Zinsen und Gebühren laufend ändern können.

Empfehlenswert sind folgende Anbieter für die in Klammer genannten Unternehmen zur derzeitigen mit aufgeführten Gebühr:

Aifinyo

aifinyo Finanzierungsloesung
Factoring mit aifinyo

aifinyo ist ein Finanzdienstleister, der seit 1998 aufeinander abgestimmte Liquiditätslösungen bietet. Der Anbieter eignet sich für alle Unternehmen, auch Einzelunternehmer, bietet Factoring, Finetrading, Inkasso und Leasing derzeit ab 1,5% Gebühr. Nach einer Bonitätsprüfung bekommst du ein individuelles Factoring Angebot inklusive Vertrag, den du unterschrieben zurücksenden kannst. Anschließend kann der Forderungsankauf starten.

Billie

billie factoring
Mit BILLIE deine Liquidität sichern

Billie ist ein Produkt zur Sicherung kurzfristiger Liquidität und passend für kleine und mittlere Unternehmen. Du kannst Billie derzeit ab einer Gebühr von 0,7% nutzen und zwischen einer Classic und Premium Variante wählen.

Compeon

compeon Finanzportal
Das Finanzportal für den Mittelstand – COMPEON

Mit Compeon gelangst du in 3 Schritten zur Finanzierung deines Unternehmens. Das Finanzportal eignet sich besonders für mittlere Unternehmen in unterschiedlichen Branchen. Compeon kannst du ab einer Gebühr von 1,25% nutzen. Mit Compeon findest du die optimale Finanzierungslösung für dein Unternehmen.

Decimo

factoring mit decimo
Mit decimo deine Rechnungen vorab bezahlen lassen

decimo ist ein jahrelanger Anbeiter für Factoring und eignet sich am besten für Freiberufler sowie kleine bis mittlere Unternehmen. Du kannst dich einfach registrieren und ab 0,5% Gebühr nutzen.

Finiata

finiata stilles factoring
Mit finiata stilles Factoring betreiben

finiata ist mit seiner Rechnungsvorfinanzierung eine geeignete Alternative zu traditionellen Krediten. Vor allem Freiberufler und Selbstständige können finiata ab 2,99 % Gebühr und ohne feste Vertragslaufzeit nutzen.

Fundflow

fundflow factoring
Die Finanzierungsplattform Fundflow

Fundflow ist eine Finanzierungsplattform, über die seit 2015 unbezahlte Rechnungen einfach und komfortabel vorfinanziert werden. Fundflow ist für Freiberufler und kleine Unternehmen geeignet und funktioniert derzeit bereits ab 2,5% Gebühr. Du kannst dich ganz einfach anmelden, hast keine Vertragslaufzeit und erhältst ein Sofort-Angebot für die Konditionen deiner Finanzierung.

Andere Formen der Außenfinanzierung

Es gib neben dem Factoring noch weitere Möglichkeiten der Außenfinanzierung. Beispielsweise Zession und Forfaitierung.

Unterschied Factoring & Zession

Bei einer Zession verkaufst du deine Forderungen nicht, sondern trittst sie lediglich als Sicherheiten an die Bank ab, wenn du einen Kredit aufnehmen willst. Im Gegenzug für die Forderungen räumt dir die Bank dann eine entsprechende Kreditlinie ein. Aber auf deine Bilanz wirkt sich dieses Vorgehen nicht weiter aus.

Unterschied Factoring & Forfaitierung

Die Forfaitierung ist enger mit dem Factoring verknüpft als die Zession. Denn auch hier werden die Forderungen weiterverkauft. Trotzdem gibt es drei wichtige Unterschiede:

  • Zunächst geht es dabei um viel größere Summen als beim für den Mittelstand typischen Factoring.
  • Dazu kommt, dass die Forfaitierung üblicherweise für große Einzelforderungen eingesetzt wird, wohingegen das Factoring aus vielen kleinen Forderungen oder ausgewählte Forderungen (Ausschnitts-Factoring) bezieht.
  • Abschließend geht es beim Factoring für die Forderungen für bereits erbrachte Leistungen oder versendete Waren und bei der Forfaitierung handelt es sich um zukünftige, erst noch zu erbringende Leistungen.

Factoring oder Leasing – Was ist besser?

Als bekannte Sonderformen der Finanzierung kommen auch Leasing oder das sogenannte Mezzanine-Kapital, also eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital infrage. Factoring und Leasing sind zwei Varianten, die man oft als Alternative zu einem Darlehen einsetzen kann, um möglichst schnell die Liquidität zu steigern.

Aber solltest du lieber zu Factoring oder Leasing greifen? Welche Variante ist die bessere? Diese Frage können wir dir leider nicht pauschal beantworten. Denn dabei sind verschiedene individuelle Variablen und Voraussetzungen zu berücksichtigen.

Immerhin handelt es sich dabei um völlig unterschiedliche Maßnahmen. Beim Leasing mietest du Anlagenobjekte oder Dienstleistungen gegen eine Gebühr, während du beim Factoring deine Forderungen verkaufst. Dabei fallen unterschiedliche Kosten an, die du auch über verschiedene Laufzeiten hinweg zu tragen hast. Hier musst du im Einzelfall prüfen, welche Möglichkeit für dich rentabler ist.

Weitere Möglichkeiten

Abgesehen von der Zession und der Forfaitierung kannst du noch auf weitere Finanzierungsformen zurückgreifen. Im Bereich der Außenfinanzierung kommen dafür die Eigen- oder Beteiligungsfinanzierung sowie die Fremdfinanzierung in Betracht.
Dafür kannst du dich an deine Hausbank, aber auch an Lieferanten oder Gesellschafter wenden, oder aber über Aktien und Anleihen an das benötigte Geld kommen.

Während die Eigenfinanzierung mithilfe von Eigenkapitalbeschaffung stark von der Rechtsform deines Unternehmens abhängt, kannst du bei der Fremdfinanzierung einfache und bekannte Wege gehen. Hier kommen vor allem Bankkredite, Darlehen, Schuldverschreibungen oder Lieferantenkredite infrage.

Fazit

Factoring ist zwar nicht für jeden gleichermaßen geeignet, aber eine gute Möglichkeit, auf schnelle Weise einen Liquiditätsengpass zu beheben. Abgesehen von den Kosten ergeben sich viele Vorteile für dich.

Durch die vielen Factoring Unternehmen am Markt findest du für jeden Zweck das passende, welches dir die optimale Leistung anbieten kann. Aufgrund der Leistungs- und Kostenvielfalt solltest du jedoch im Vorfeld unbedingt einen genauen Vergleich anstellen und die Referenzen beachten.

Dadurch kannst du schneller an Geld kommen, um deine Verbindlichkeiten zu begleichen, rasch Investitionen zu tätigen oder neues Material für weitere Aufträge zu kaufen. Zudem kannst du die mühsame Beitreibung bei bekanntermaßen nur schleppend bezahlenden Kunden auf Dritte übertragen. Und das auch noch, indem du das Ausfallrisiko auf den Factor abwälzt.

Aus diesem Grund ist das Full Service Factoring eine beliebte Form für Unternehmen, ihr Forderungsmanagement abzuwickeln. Immerhin haben diese Factoring-Firmen durch die notwendige behördliche Zulassung und die strenge Kontrolle einen guten Ruf und enormes Expertenwissen vorzuweisen, welches dir zugutekommt.

Hauptsächlich die Absicherung gegen einen Forderungsausfall ist ein großer Pluspunkt. Daher setzen über 30.000 deutsche Unternehmen aus den verschiedensten Branchen bereits auf diese Möglichkeit und nutzen sie regelmäßig.

Nadine Müller

Organisationstalent mit ausgeprägtem Designempfinden. Mit diesen beiden Schlagworten lässt sich Nadine’s Wesen im beruflichen Kontext wohl am treffensten beschreiben. Für sevDesk kreiert sie als Content Marketing Managerin Inhalte, die für dich als Nutzer wirklichen Mehrwert schaffen. Den Beweis findest du auf diesem Blog.