Gesetzlicher Urlaubsanspruch: Diese Rechte haben Arbeitnehmer

Arbeitnehmer in Deutschland haben nach geltendem Arbeitsrecht einen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Dieser soll den Beschäftigten die Möglichkeit geben, ihre Arbeitskraft zu erhalten oder wieder herzustellen. Urlaubsanspruch ist daher auch im Sinne des Arbeitgebers. Welche Regelungen es dabei gibt und ob Arbeitnehmer einen Anspruch auf unbezahlten Urlaub haben, erfährt du hier…

Das erwartet dich heute:

Gesetzlicher Urlaubsanspruch: Definition

Der Urlaubsanspruch für Arbeitnehmer ist meist im Arbeitsvertrag festgehalten. Er kann sich aber auch aus dem Tarifvertrag der jeweiligen Branche ergeben.

Unabhängig davon hat jeder Beschäftigte in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf Erholungsurlaub, der sich aus dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) ergibt. Gemäß Paragraph § 3 Absatz 1 des BUrlG beträgt der Mindestanspruch 24 Werktage bei einer Woche mit sechs Arbeitstagen.

Mit einem Werktag sind die Tage von Montag bis einschließlich Samstag gemeint. Sonn- und Feiertage zählen also in die Berechnung des gesetzlichen Urlaubsanspruchs nicht hinein.

Was ist der gesetzliche Urlaubsanspruch?

Wie und wo ist der gesetzliche Urlaubsanspruch geregelt

Das ursprüngliche Gesetz zum Urlaubsanspruch ist schon etwas älter und stammt aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nachzulesen ist der Urlaubsanspruch auch heute noch im oben erwähnten Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Seit den 1960er Jahren hat sich einiges getan, was auch Auswirkungen auf den Urlaubsanspruch hat. Denn im Gesetzestext heißt es:

“Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage […] Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.”

Im Vergleich zum letzten Jahrhundert arbeiten heute nur noch die wenigsten Arbeitnehmer sechs Tage pro Woche. In der Regel ist der Samstag frei, gearbeitet wird von Montag bis Freitag.

Das bedeutet, dass sich der ursprünglich auf sechs Arbeitstage ausgelegte Urlaubsanspruch verringert.

Wie viele gesetzliche Urlaubstage stehen Arbeitnehmern zu?

Für Arbeitnehmern, die nur noch fünf statt der ursprünglichen sechs Tage arbeiten, hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Höhe des gesetzlich zugesicherten Erholungsurlaubs. Denn der muss nun auf die 5-Tage-Woche herunter gerechnet werden.

Das ist aber ganz einfach: 24 Arbeitstage Urlaubsanspruch verteilt auf sechs Arbeitstage ergibt einen Anspruch auf Erholungsurlaub von vier Wochen. Da ist es gleichgültig, ob der Arbeitnehmer fünf oder sechs Tage pro Woche arbeitet – vier Wochen Urlaub stehen ihm zu.

Allerdings ändert sich die Anzahl der Urlaubstage. Bei einer 5-Tage-Woche arbeiten Arbeitnehmer in 4 Wochen 20 Tage. Und genau das ist der gesetzliche Urlaubsanspruch, den sie mindestens haben.

Urlaubstage abhängig vom Arbeitsvertrag

Allerdings steht es dem Arbeitgeber frei, mehr Urlaub zu geben, als er vom Gesetz her müsste. Nach oben sind ihm keine Grenzen gesetzt. Die genaue Anzahl der Urlaubstage regelt der Arbeitgeber dann in einer Klausel im Arbeitsvertrag, den beide Parteien (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) unterzeichnen müssen, um den Arbeitskonditionen zuzustimmen.

Berechnung: Anzahl der Urlaubstage nach gesetzlichem Urlaubsanspruch

Laut Gesetz kann man sich an den oben genannten Zahlen orientieren. Mindestens vier Wochen Erholungsurlaub im Jahr stehen Arbeitnehmern zu. Wie viele Tage das konkret sind, hängt von der wöchentlichen Arbeitszeit ab.

Wie bereits erwähnt, ist das Gesetz auf eine Woche mit sechs Arbeiteten ausgelegt. Bei fünf Tagen verringert sich der Anspruch entsprechend. Bei Teilzeit-Jobs ist der gesetzliche Urlaubsanspruch daher noch geringer.

Es gibt jedoch eine einfache Möglichkeit den gesetzlichen Urlaubsanspruch zu berechnen. So weiß man schnell, wie viel Urlaub bei einer 5-Tage Woche oder in Teilzeit zustehen. Das geht so:

Urlaubsanspruch pro Jahr (gesetzlich + freiwillig vom Arbeitgeber) x Arbeitstage pro Woche (Arbeitnehmer) / die Anzahl der Arbeitstage pro Woche (betrieblich) = Urlaubsanspruch

Gerade bei der Zahl der Arbeitstage pro Woche solltest Du genau im Arbeitsvertrag nachschlagen. Ist dort nämlich die Rede von Werktagen so musst Du den Urlaubsanspruch durch sechs Tage teilen. Sind allerdings Arbeitstage dort festgehalten, geht man in der Regel von fünf Tagen aus.

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Urlaubsanspruch beim Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit

Wie sieht es nun aus, wenn der Arbeitgeber in Teilzeit angefangen hat, nach einiger Zeit aber auf eine Vollzeitstelle wechselt? Auch dann ist der Urlaubsanspruch schnell ausgerechnet.

Angenommen der Wechsel erfolgt im Juli von einer Teilzeit auf eine Vollzeitstelle, kann ganz einfach  die oben genannte Formel genutzt werden, um den Urlaub zu berechnen. Die ersten sechs Monate in Teilzeit, die restlichen in Vollzeit. Die Anzahl an Urlaubstagen werden dann addiert.

Beim Wechsel von einer Vollzeit- auf eine Teilzeitstelle kann analog die gleiche Formel benutzt werden. Allerdings gibt es jetzt einen Unterschied: Der Urlaubsanspruch wird sich verringern. Das sollte unbedingt bei der Urlaubsplanung beachtet werden.

Wie viel gesetzlichen Urlaubsanspruch hat man als Werkstudent und Praktikant?

Den Urlaubsanspruch in Teilzeit ist noch relativ einfach zu berechnen. Etwas komplizierter wird die Sache, wenn man zwar in Teilzeit arbeitet, aber unregelmäßige Arbeitszeiten pro Woche hat. Beispielsweise bei Werkstudenten und Praktikanten oder auch Nebenjobbern in der Gastronomie.

Um in diesen Fällen den Urlaubsanspruch zu berechnen, geht man von einer jährlichen Durchschnittsarbeitszeit aus. Konkret bedeutet das: Die Arbeitstage, die pro Jahr geleistet werden, werden addiert. Auf dieser Grundlage wird der gesetzlicher Urlaubsanspruch pro Jahr errechnet.

Übrigens: Bei dieser Berechnung kann es sein, dass sich keine ganze Zahl ergibt. Der Urlaubsanspruch kann also beispielsweise 12,7 Tage sein. In diesem Fall hat der Gesetzgeber beschlossen, dass der Urlaub aufgerundet werden muss. Ab einem halben Tag Urlaub bekommt man den kompletten Tag als Urlaubstag angerechnet.

Umgekehrt gilt das natürlich auch: Alles unter einem halben Tag wird nicht berechnet. 12,2 Tage Urlaubsanspruch ergibt nur 12 Tage Urlaub.

Bitte denk immer daran: Der gesetzliche Urlaubsanspruch ist der Erholungsurlaub, den der Arbeitgeber mindestens gewähren muss. Er darf Dir darüber hinaus immer mehr Urlaub geben. Schlussendlich kommt es auf die Regelungen an, die im Arbeitsvertrag festgehalten sind.

Gibt es einen maximalen Urlaubsanspruch?

Daneben fragen sich Mitarbeiter, ob es auch einen maximalen Urlaubsanspruch gibt. Dazu müsste jedoch der Gesetzgeber regeln, wie viele freie Tage Arbeitnehmern höchstens zustehen.

Das ist bisher noch nicht geschehen. Aus dem einfachen Grund weil Arbeitgeber in der Regel ihren Angestellten nicht übermäßig viel Urlaub gewähren möchten. Sie bezahlen diese schließlich dafür, dass sie arbeiten und nicht fürs Urlaub machen.

Das bedeutet aber nicht, dass Arbeitgeber nicht auch absichtlich ihren Mitarbeitern mehr Urlaub geben. Vor allem in den USA gibt es mittlerweile zahlreiche Firmen, die bei ihren Mitarbeitern auf Vertrauensarbeitszeit setzen.

Der individuelle Urlaubsanspruch wird damit zu einem Mittel an der eigenen Corporate Identity und Attraktivität als Arbeitgeber zu bauen. In den USA gehen einige dabei sogar so weit, ihren Mitarbeitern unbegrenzten Urlaub zu geben.

Aktuell ist das in Deutschland kein Thema. Vielleicht findet sich aber in einiger Zeit einmal an Startup, das diesen Schritt gehen will.

Unterscheidung zwischen gesetzlichem und tariflichem Urlaubsanspruch

Der gesetzliche Urlaubsanspruch kann nicht nur individuell, sondern auch tariflich ausgehandelt werden. Konkret führt das dazu, dass verschiedene Branchen und Wirtschaftszweige einen unterschiedlichen Urlaubsanspruch haben können.

Dabei gibt es zu beachten: Der Urlaubsanspruch darf nur nach oben abweichen. Es ist nicht möglich, dass sich Tarifparteien darauf einigen, dass die Beschäftigten der jeweiligen Branche weniger als den gesetzlichen Urlaubsanspruch bekommen. Mindestens 24 Urlaubstage bei einer 6-Tage-Woche sind Pflicht!

Neben der Option den Urlaubsanspruch tariflich zu regeln, können Arbeitgeber und Mitarbeiter auch Betriebsvereinbarungen schließen. Der Urlaub wird dann auf einer niedrigeren Ebene geregelt, ist aber trotzdem rechtlich bindend.

Gibt es eine gesetzliche Staffelung der Urlaubstage je nach Alter?

Häufig ist bei einer betrieblichen Regelung des Urlaubs auch eine Staffelung nach Alter oder Betriebszugehörigkeit vorgesehen.

Der Arbeitgeber möchte seine Arbeitnehmer dafür belohnen, dass sie ihm viele Jahre treu bleiben und gibt ihnen daher mehr Urlaub. Auch ältere Arbeitnehmer, die nicht mehr so leistungsfähig wie ihre jüngeren Kollegen sind, können von einem erhöhten Urlaubsanspruch profitieren. Dadurch sollen sie die Möglichkeit bekommen, sich ausreichend zu erholen. Damit ihre Arbeitskraft dem Unternehmen möglichst lange zur Verfügung steht.

Einen gesetzlichen Anspruch auf mehr Urlaub für ältere Mitarbeiter oder solche mit einer langen Betriebszugehörigkeit gibt es aber nicht. Es ist sagt fraglich, ob das mit den Grundsätzen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes in Einklang zu bringen wäre. Obwohl es bereits Urteile gibt, die gegen eine Diskrimierung sprechen, ist das Thema schwierig.

Was jedoch gesetzlich geregelt ist, ist ein erhöhter Urlaubsanspruch für Jugendliche. Der ergibt sich aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz (JArschG). Arbeitnehmer unter 18 Jahren steht mehr Urlaub zu als ihren erwachsenen Kollegen. Bis zum 17. Lebensjahr bekommen Jugendliche 27 Urlaubstage pro Jahr, bis zum 18. immerhin noch 25.

Steht dem Arbeitnehmer Urlaubsentgelt zu?

Was allerdings gesetzlich geregelt ist, ist der Anspruch auf Urlaubsentgelt. Mitarbeiter, die von ihrem gesetzlichen (oder tariflichen) Urlaubsanspruch Gebrauch machen, erhalten weiter ihren Lohn oder Gehalt.

Das gilt natürlich nicht nur für die Vollzeitbeschäftigten. Auch Mitarbeiter in Teilzeit und solche mit einem befristeten Arbeitsvertrag haben einen Anspruch ihr Gehalt auch im Urlaub zu bekommen.

Wenn jeden Monat die gleiche Anzahl an Stunden gearbeitet wird,  ist das Urlaubsentgelt genauso hoch wie das monatliche Gehalt.

Etwas schwieriger wird das Ganze bei unterschiedlichen Arbeitsstunden. In diesem Fall geht man zur Berechnung des Urlaubsentgelts von einer durchschnittlichen Arbeitszeit aus.

Die letzten 13 Wochen vor dem Urlaub werden betrachtet und die Arbeitszeit ausgerechnet. Die Stunden, die in dieser Zeit gearbeitet wurden, werden als Urlaubsentgelt (anteilig) ausgezahlt.

Wie kann man Urlaubstage in das neue Jahr übernehmen?

Generell gilt: Der Urlaubsanspruch gilt immer für das laufende Kalenderjahr. Er ist dazu da, dass sich der Arbeitnehmer übers Jahr gesehen erholen kann. Aus Arbeitgebersicht deshalb, damit der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft erhält. Also nicht wegen Überarbeitung, Stress oder gar einem Burnout längere Zeit ausfällt.

Daher wird der Urlaubsanspruch in der Regel auch nicht übertragen. Tatsächlich hat es sich aber eingebürgert, dass Arbeitnehmer ihren Resturlaub aus dem vergangenen Jahr mit in das nächste Jahr nehmen. Allerdings sollten sie ihn in diesem Fall bis spätestens 31. März nehmen.

Wann verfallen übernommene Urlaubstage?

Hält sich der Arbeitgeber genau an die gesetzlichen Vorschriften, verfällt der Urlaubsanspruch mit dem Ende des Kalenderjahres. Die meisten Arbeitgeber sind allerdings damit einverstanden den Urlaub ins nächste Jahr zu übertragen.

Allerdings können auch für diesen Fall Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen getroffen werden. Denk immer daran: Der Arbeitgeber darf immer zu seinen Ungunsten von den gesetzlichen Vorschriften abweichen. Was er nicht darf, ist den Arbeitnehmer durch eine Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag schlechter zu stellen.

Gibt es eine Beschränkung an Urlaubstagen die man übertragen kann?

Eine Vorschrift im Gesetzestext, wie viele Urlaubstage ins nächste Jahr übertragen werden dürfen, gibt es nicht. Denn im Gesetz ist die Übertragung überhaupt nicht vorgesehen.

Hier müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer also eine individuelle Regelung finden. Es empfiehlt sich jedoch, nicht allzu viele Tage ins nächste Jahr zu übertragen.

Gesetzlicher Urlaubsanspruch und Kündigung: Die Auswirkungen

Viele Arbeitnehmer fragen sich, was mit ihrem Urlaubsanspruch passiert, wenn sie kündigen. Ob sie beispielsweise ihren Urlaub, den sie für das Jahr noch übrig haben, zu dem neuen Arbeitgeber mitnehmen dürfen.

Das hängt in erster Linie davon ab, wann die Kündigung wirksam wird. Passiert das nämlich noch in der ersten Jahreshälfte, also bis zum 30. Juni des jeweiligen Jahres, hat der Arbeitnehmer nur einen Teilanspruch.

Das bedeutet, dass der Urlaub anteilig angerechnet wird. Gehen wir davon aus, dass der Arbeitnehmer 24 Urlaubstage pro Jahr hat, macht das einen monatlichen Anspruch von zwei Tagen. Wird seine Kündigung nunmal 30. Mai wirksam, hat er einen Urlaubsanspruch von 10 Tagen.

Die Formel lautet entsprechend:

Zahl der im Arbeitsvertrag vereinbarten Urlaubstage : 12 x Zahl der komplett gearbeiteten Monate = Urlaubsanspruch für das Jahr der Kündigung.

Anders ist die Sachlage allerdings, wenn die Kündigung in der zweiten Jahreshälfte, also ab dem 1. Juli gültig wird. Vorausgesetzt die Wartezeit im Job (hängt in der Regel eng mit der Probezeit zusammen) ist beendet, besteht der Urlaubsanspruch in diesem Fall für das ganze Jahr. Der Arbeitgeber bekommt also den gesamten Jahresurlaub. Der muss vor dem Verlassen des Unternehmens entweder ausgezahlt oder der Urlaub genommen werden.

Dieses Vorgehen bezieht sich allerdings nur auf die Urlaubstage, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Bekommst du als Arbeitnehmer mehr als den gesetzlichen Urlaub, kann dein Arbeitgeber entscheiden, was er damit macht. Er ist weder verpflichtet, dir den Urlaub zu gewähren, noch dir die restlichen Urlaubstage auszuzahlen.

Gesetzliche Urlaubstage im internationalen Vergleich

Stellt sich nun die Frage, wie Arbeitnehmer in Deutschland im Vergleich zu Kollegen weltweit dastehen. Haben Sie mehr Urlaubsanspruch als beispielsweise Arbeitnehmer in Spanien und gibt es in anderen Ländern überhaupt ein Gesetz, das die Urlaubstage regelt? Die Übersicht:

Gesetzliche Urlaubstage in Deutschland

Laut Bundesurlaubsgesetz erhält jeder volljährige Arbeitnehmer in Deutschland 24 Tage Urlaub bei einer 6-Tage-Woche.

Gesetzliche Urlaubstage in Schweden

In Schweden haben Arbeitnehmer mindestens 25 Tage im Jahr Urlaub (bezogen auf eine 5-Tage-Woche). Allerdings kommt es in Schweden seltener vor, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern mehr als den gesetzlichen Urlaub geben.

Gesetzliche Urlaubstage in der Schweiz

Die Schweiz hat die gleichen gesetzlichen Regelungen wie Deutschland. Bei einer 5-Tage-Woche hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf 20 freie Arbeitstage.

Gesetzliche Urlaubstage in den USA

Die USA haben weniger Regelungen in Bezug auf das Arbeitsrecht als wir in Deutschland. Das betrifft auch den Urlaubsanspruch. Der ist sogar überhaupt nicht gesetzlich vorgeschrieben. Arbeitgeber können ihren Angestellten Urlaub gewähren, müssen es aber nicht.

Die meisten Arbeitnehmer in den USA bekommen jedoch 10 Tage bezahlten Urlaub und können sich auch über einen finanziellen Ausgleich an Feiertagen freuen.

Gesetzliche Urlaubstage in Japan

Gesetzlich geregelt in Japan ist ein Urlaubsanspruch von 10 Arbeitstagen im ersten Jahr der Beschäftigung. Der Anspruch steigt mit den Jahren im Unternehmen und kann am Ende sogar 20 Arbeitstage betragen.

Allerdings ist das für die meisten Japaner unerheblich. Sie lassen im Schnitt die Hälfte ihres Urlaubs verfallen. Das nimmt sogar solche Ausmaße an, dass sich die Regierung überlegt hat, die Arbeitnehmer dazu zu zwingen, mindestens 5 Tage Urlaub im Jahr zu nehmen.

Gesetzliche Urlaubstage in China

Auch in China hängt die Zahl der gesetzlich geregelten Urlaubstage an der Dauer der Beschäftigung im Unternehmen. Arbeitnehmer, die weniger als zehn Jahre bei ihrem Arbeitgeber sind, haben nur einen Anspruch auf fünf Urlaubstage. Erst nach zehn Jahren im Unternehmen können sich die Mitarbeiter über einen jährlichen Urlaub von zehn Tagen freuen.

Was passiert wenn ich unbezahlten Urlaub nehme?

Wenn der gesetzliche und – wenn es ihn gibt – der zusätzliche Urlaub vom Chef nicht ausreichen, können Arbeitnehmer unbezahlten Urlaub beantragen. Einen generellen Anspruch darauf, dass du bei aufgebrauchtem Jahresurlaub eine gewisse Zeit auch ohne Gehalt zuhause bleiben kannst, gibt es nicht.

Allerdings muss der Arbeitgeber in bestimmten Fällen unbezahlten Urlaub gewähren. Dazu gehört:

  • Dein Kind ist jünger als zwölf Jahre und krank oder gar im Endstadium erkrankt.
  • Du musst zum Frauenarzt oder andere Untersuchungen machen lassen, weil du schwanger bist.
  • Du musst deine Angehörigen pflegen.
  • Du bist ohne dein Verschulden in eine sogenannte Zwangslage geraten. Beispielsweise hat deine Wohnung gebrannt oder dein Keller steht unter Wasser.

Wie lange Arbeitnehmer unbezahlt der Arbeit fernbleiben dürfen, muss mit dem Arbeitgeber besprochen werden. Da es keinen gesetzlichen Anspruch auf unbezahlten Urlaub gibt, ist natürlich auch die Länge nicht gesetzlich geregelt.

Was passiert wenn ich ein Sabbatical nehme?

Einen Anspruch auf ein Sabbatical, also auf eine längere unbezahlte Auszeit vom Job, gibt es ebenfalls nicht. Allerdings hat sich in den letzten Jahren für Arbeitnehmer einiges getan. Seit 1998 gibt es in Deutschland das Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung von flexiblen Arbeitszeiten, darin sind einige Vorschriften enthalten, die Arbeitnehmern helfen können, auf ihre Auszeit zu kommen – auch wenn es nicht sofort ein Sabbatical wird.

Sonderurlaub

Neben dem gesetzlichen Urlaubsanspruch und unbezahltem Urlaub oder Sabbatical gibt es auch Sonderurlaub für ganz bestimmte Vorkommnisse. Die gesetzliche Grundlage für diese Regelung findet sich in § 616 BGB. Allerdings lässt sich daraus kein Rechtsanspruch auf Sonderurlaub ableiten. Die meisten Arbeitnehmer gewähren ihn jedoch für ganz bestimmte Fälle. Wie zum Beispiel die folgenden:

Hochzeit

Wenn der Arbeitnehmer heiratet, spendiert der Arbeitgeber häufig einen Tag zusätzlichen Urlaub.

Geburt

Wird das eigene Kind geboren, bekommen Arbeitnehmer in der Regel einen Tag Sonderurlaub.

Todesfall in der Familie

Auch in diesem traurigen Fall können Mitarbeiter meist mit einem Tag Sonderurlaub rechnen.

Fazit

Arbeitnehmer in Deutschland können im Vergleich zu Arbeitnehmern anderer Länder mit mindestens 20 Urlaubstagen pro Kalenderjahr rechnen. Das Gesetz lässt einigen Spielraum, was die konkrete Ausgestaltung angeht. So können Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich auf mehr Urlaub einigen, als den gesetzlich vorgeschriebenen. Durch einen Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarungen ist das möglich.

Nadine Höpf

Nadine spezialisiert sich auf die Erstellung und Bereitstellung von Inhalten auf Blogs und Lexikas. Dabei lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf und behält die aktuellen SEO Anforderungen immer im Blick. Mühelos erstellt sie Inhalte auch auf französisch.

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