Urlaub in der Selbständigkeit? Klar! 7 Tipps für die Urlaubsplanung

Spricht man mit Selbstständigen, hört man oft Sätze wie „Ich mache nie Urlaub“, „Der Laptop ist immer dabei – für den Notfall“ oder „Ich kann es mir einfach nicht leisten, zwei Wochen nicht zu arbeiten“.

Das ist wirklich schade – denn GERADE Selbstständige, die oft für alles in ihrem Unternehmen verantwortlich sind und stets 100 % oder mehr geben (müssen), haben regelmäßige Erholung verdient und dringend nötig.

Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub oder Urlaubsgeld für Selbstständige. Die gute Nachricht ist aber: Du hast als Freiberufler selbst in der Hand, wie oft du Urlaub machst, wie viel Urlaubsgeld du dir selbst auszahlst, und ob du im Urlaub arbeitest oder nicht. Du bist schließlich dein eigener Chef!

Urlaub ohne schlechtes Gewissen und Existenzangst

Dass du regelmäßig Urlaub machst, ist eine wichtige Voraussetzung für deine Leistungsfähigkeit und deine mentale und körperliche Gesundheit. Denn nur wer Pausen macht, kann auch Höchstleistungen bringen! Spitzensportler trainieren schließlich auch nicht 8 Stunden pro Tag, 365 Tage pro Jahr – im Gegenteil: Sie suchen die richtige Balance zwischen Belastung und Regeneration und planen Phasen der Entspannung aktiv ein.

Und genau das solltest du auch tun! Denn gerade als Einzel- oder Kleinunternehmer hängt der Erfolg deines Unternehmens von deiner Arbeitskraft ab. Ist diese geschwächt, geht es mit der Produktivität und Kreativität bergab: Du beutest dich selbst aus und arbeitest auf ein Burnout hin.  Und willst du wirklich so mit deinem wichtigsten Mitarbeiter – dir selbst – umgehen?

Wie du deine Produktivität steigerst und mehr aus deiner Arbeitszeit holst, haben wir übrigens in einem Blogbeitrag zusammengefasst.

Wie du als Freelancer ohne schlechtes Gewissen und finanzielle Einbußen in den Urlaub fährst, liest du in unseren Tipps für die richtige Urlaubsplanung:

Urlaubsplanung für Selbstständige: 7 Tipps für deine Auszeit

Infografik Urlaub als Selbstständiger

Berechne Urlaube in deine Kalkulation mit ein!

Erinnerst du dich noch an das tolle Gefühl, als Angestellte(r) ein 13. oder 14. Gehalt – also Urlaubsgeld – ausbezahlt zu bekommen? Wie könntest du das auch in der Selbstständigkeit erreichen? Eine Idee wäre z. B., vor deinem Urlaub einen Workshop zu geben – also an einem Tag viel Umsatz zu machen, indem du mehreren Kunden gleichzeitig hilfst.

Die Kosten, um arbeitsfreie Zeiten wie Urlaub und Krankenstand zu überbrücken, solltest du sowieso immer in deine Stundensätze bzw. Honorare einfließen lassen. Wir sind schließlich keine Roboter – und selbst die müssen ab und zu gewartet werden. 😉 Rechne bei der Stundensatz-Kalkulation pro Jahr ca. 8 Wochen für Urlaub, Krankheit, Feiertage, Weiterbildung und Notfälle weg.

Tipp: Dividiere dein gewünschtes Jahreseinkommen durch 14, nicht durch 12, um dir ein monatliches Umsatzziel zu setzen. Wenn du die Differenz konsequent zur Seite legst, sparst du dir ein 13. und 14. Gehalt an! Ein Beispiel anhand von 50.000 Euro Jahreseinkommen:

50.000 / 14 = ca. 3570 € / Monat

50.000 / 12 = ca. 4167 € / Monat

4167 – 3570 = 597 €

Wenn du dir also rund 600 Euro pro Monat zur Seite legst, kannst du dir nach sechs Monaten selbst ein 13. Gehalt auszahlen. Und auch, wenn du nur 300 Euro pro Monat abzweigst, kannst du dir schon mindestens zwei Wochen entspannten Urlaub leisten.

Sorge für Ersatz oder skaliere deine Dienstleistung

Könntest du einen Assistenten oder Praktikanten beschäftigen, der dich in deiner Abwesenheit vertritt und für dich Umsatz generiert, während du weg bist? Oder hast du einen Kollegen, der als Vertretung einspringen kann und dir vielleicht einen Anteil am Umsatz als Vermittlungsprovision überlässt?

Vielleicht kannst du langfristig auch einen Online-Kurs erstellen oder ein Buch schreiben, um deinen Umsatz ein wenig von deiner Arbeitszeit zu entkoppeln, also zu skalieren. So fällt es dir leichter, mal ein paar Tage nicht zu arbeiten!

Plane deine Urlaube schon am Anfang des Jahres fix ein

Viele erfolgreiche US-Unternehmer planen ihr Jahr anhand ihrer Urlaube und privaten Verpflichtungen. Das Business passt sich also an das Leben an, nicht umgekehrt. Trotzdem macht es natürlich Sinn, deinen Urlaub in einer umsatzschwächeren Zeit zu planen:

Als Texterin kann ich z. B. problemlos im August und Dezember / Januar für mehrere Wochen in Urlaub gehen, weil auch meine Kunden zu dieser Zeit nicht arbeiten. Oder vielleicht planst du dir fix 1 – 2 Wochen Urlaub pro Quartal in den Kalender ein? Die Projekte deiner Kunden und ihre Deadlines kannst du dann dementsprechend zeitlich kalkulieren.

Manage Erwartungen mit E-Mail-Signatur, Autoresponder & Co

Nicht nur du, sondern auch deine Kunden sollten weit im Voraus wissen, wann du nicht verfügbar bist. Du könntest deine Urlaube z. B.

  • auf der Kontaktseite deiner Website,
  • in der E-Mail-Signatur,
  • auf Facebook, LinkedIn und Co.,
  • mit einer E-Mail an aktuelle Kunden und
  • mit einem Antwortassistenten per E-Mail verkünden.

Gib in deinem Autoresponder am besten klar an, dass du nicht erreichbar bist und alle E-Mails NACH deinem Urlaub beantwortest. So verhinderst du, dass du im Urlaub deine E-Mails checken und beantworten musst.

„Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bin zurzeit im Urlaub und beantworte Ihre E-Mail gerne nach dem XX.YY.20ZZ. Bis dahin eine schöne Zeit und sonnige Tage! LG, Maxima Musterfrau“

Plane Puffertage vor und nach deinem Urlaub ein

Verabschiede dich am besten schon 2 – 3 Tage vor deiner eigentlichen Reise in den Urlaub. Wenn du bis zur letzten Sekunde arbeitest, nimmst du diesen Stress mit in die Ferien. Gib dir also genug Zeit, um kleine Erledigungen zu machen, zu packen und runterzukommen!

Nach deinem Urlaub empfiehlt es sich außerdem, einen ersten Arbeitstag einzuplanen, an dem du nur E-Mails und Nachrichten beantwortest, die nächsten Tage planst und langsam wieder in den beruflichen Alltag findest.

Nimm deinen Urlaub ohne Wenn und Aber wahr

Der Kunde hat einen „Notfall“, ein Timing verschiebt sich nach hinten oder er braucht etwas „ganz dringend“? Die Frage ist: Ist das wirklich dein Problem, oder das Problem des Kunden? Lerne, Nein zu sagen und dabei zu bleiben. Deine Kunden werden dich dafür respektieren.

Und: Willst du dich dein ganzes Leben lang an die herrlichen Tage am Meer mit deinen Liebsten erinnern – oder an das nervige Hauruck-Projekt, für das du deinen verdienten Urlaub abgesagt, verschoben oder unterbrochen hast?

Schalte ab – im wahrsten Sinne des Wortes

Lass den Laptop zu Hause, lösche die E-Mail-App vom Handy und richte deinen Anrufbeantworter ein. Und dann entspanne dich! Du hast im besten Fall für eine Vertretung gesorgt. Deine Kunden wissen, dass du im Urlaub bist – und neue Anfragen werden mit dem Antwortassistenten automatisch beantwortet.

Es gibt keinen Grund, während deines Urlaubs ständig deine E-Mails zu kontrollieren oder ein schlechtes Gewissen zu haben. Gönn dir eine echte Auszeit! Und oft kommen genau dann die besten Ideen – halte also ein kleines Notizbuch für deine inspirierenden Geistesblitze bereit. 😉

offline im urlaub

Die Erfahrung zeigt: Gute Kunden gönnen dir deinen Urlaub und verfallen nicht in Panik oder den Drama-Modus, wenn du nicht erreichbar bist.

Hast du selbst noch Tipps für die Urlaubsplanung in der Selbstständigkeit? Dann hinterlasse gerne unten einen Kommentar!

Über den Autor

Lilli Koisser ist eine Website-Texterin und Bloggerin aus Wien. Sie hilft ihren Kunden mit LILY Text & Content dabei, online besser gefunden zu werden, und bloggt auf ihrem eigenen Blog LETTERS für andere freie Texter.

Alisha Meier

Um seine Zielgruppe im Internet zu begeistern muss man kreativ sein. Alisha besitzt diese Kreativität und weiß als Content Marketerin bei sevDesk, welche Inhalte im Netz funktionieren. Im Blog beschäftigt sie sich mit sämtlichen Kreativthemen und versucht Selbstständige zu inspirieren.

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