Business Angel

Jeder potentielle Unternehmensgründer kann Hilfe gebrauchen. Vorwiegend natürlich in finanzieller Hinsicht, aber auch in Form von kompetenter Beratung, Know-How und wertvollen und nützlichen Business-Kontakten. Hier tritt ein Business Angel (BA) auf den Plan, er ist ein erfahrener Unternehmer und berät junge Existenzgründer.

Beratung durch den Business Angel für startup

Definition: Was sind Business Angels?

Als Business Angel (zu deutsch: Unternehmensengel) wird ein erfahrener Unternehmer bezeichnet, der Gründern zum Erfolg verhelfen kann. Diese Person hält für gewöhnlich Anteile an verschiedenen Unternehmen und unterstützt damit die jungen Companys in finanzieller Hinsicht. Er fungiert also als eine Art Mäzen und Mentor gleichzeitig. Denn gleichzeitig berät der Unternehmensengel die Unternehmen und vermittelt ihnen das nötige Know-how und erforderliche Kontakte. Der Business Angel stellt den jungen Unternehmen und Existenzgründern bereits in einer sehr frühen Phase der Gründung ein eigenes Netzwerk mit Kontakten zur Verfügung. Die Tätigkeit des Business Angels bezieht sich auf

  • Finanzielle Unterstützung
  • Mitarbeit beim Finanzierungsplan
  • Unterstützung bei der Konzeption und Entwurf von Business-Plänen
  • Unterstützung mit dem erforderlichen Know-how
  • Kontaktvermittlung.

Der Business Angel ist zumeist ein erfolgreicher Gründer, der durch den Verkauf oder den Börsengang seines Unternehmens Kapital erhalten hat. Dieses durch den Verkauf oder Börsengang seines eigenen Start-Ups flüssige Kapital will angelegt sein. Er oder sie kann es in junge Unternehmen einbringen und sie gleichzeitig mit Know-how versorgen. Ein Business Angel kann auch ein leitender Angestellter mit langjähriger Erfahrung im Management sein, der über genügend Know-how und Kontakte verfügt. So ist die Bindung zum unterstützen Unternehmen noch etwas intensiver. Der Business Angel leistet seine Hilfe nicht uneigennützig, denn er profitiert vom Erfolg der jungen Unternehmen, da er daran finanziell beteiligt ist und am Gewinn beteiligt wird. Wie hoch die Unterstützung ausfällt und wann der Mäzen seinen Anteil am Erfolg monetarisieren will, ist natürlich Verhandlungssache.

Meist gewährt der Unternehmensengel einige Jahre, in denen keine Erlöse oder Tantiemen an ihn ausbezahlt werden müssen. So soll das Start-Up eine ruhige Startphase bekommen und mit dem Geld in Ruhe arbeiten können. Nach dieser „Schonfrist“ wollen die Mentoren aber ebenfalls ihren Anteil am Unternehmenserfolg haben. Wie die Erfolgsprämie an den Geld- und Know-how-Träger ausbezahlt wird, entscheidet natürlich auch die Unternehmensform. Handelt es sich um eine AG, dann sind Aktienbeteiligungen üblich. Andere Firmen bezahlen Buchgehälter aus oder verzinsen das eingesetzte Kapital zu einem vereinbarten Satz. Dieser kann gerne zweistellig ausfallen.

Beratung durch den Business Angel

Der Business Angel berät Existenzgründer in der Gründungsphase und junge Unternehmer in der Anfangsphase, gleichzeitig investiert er Wagniskapital in die Geschäftsidee des Gründers. Er verhilft jungen Unternehmen durch finanzielle Mittel und durch Kontaktvermittlung zu einem erfolgreichen Start. Die Unternehmensgründung und die Führung eines Unternehmens sind für den jungen Unternehmer mit erheblichen Risiken verbunden. Der Business Angel verfügt über umfangreiche Branchenkenntnisse und zahlreiche Kontakte auf dem entsprechenden Wirtschaftsmarkt. Er kann die Risiken der Unternehmensgründung einschätzen und unterstützt Existenzgründer bei ihrer Geschäftsidee. Nur dann, wenn Aussicht auf Erfolg besteht, kann der Business Angel helfen. Er trägt wesentlich zum Erfolg von jungen Unternehmen bei. Eine nicht ausgereifte Business-Idee kann aber auch er nicht retten.

Mögliche Nachteile durch einen Business Angel

Natürlich soll der Business Angel sich in das Unternehmen einbringen. Manche Unternehmer-Persönlichkeiten sind aber so gestrickt, dass sie die jungen Unternehmer nicht eigene Erfahrungen machen lassen. Vaterfiguren in dieser Rolle bevormunden ihre Schützlinge dann leicht. Das geht so lange gut, bis die vertrauensvolle Beziehung zwischen BA und Jungunternehmern zerrüttet ist. Auf einer solchen Basis ist keine weitere erfolgreiche Kooperation mehr möglich.

Im Vorfeld muss man sich als junges Start-Up dessen bewusst sein, dass der Ausstieg eines BA schmerzhaft sein kann. Denn das eingesetzte Kapital kann abgezogen werden oder es sind hohe Ausstiegszahlungen vereinbart. Diese Finanzdelle muss das noch junge Unternehmen verkraften können. Es gilt also, in der ersten Zeit der Firmentätigkeit so viel zu „polstern“, dass der Exit des Unternehmensengels nicht den Firmenerfolg gefährdet. Sonst waren die Start-Up-Jahre umsonst, der Business Angel wird zur Heuschrecke.

Der Kapitaleinsatz des Business Angels

Der Business Angel unterstützt Existenzgründer mit Kapital, das ist einerseits ein Vorteil für einen erfolgreichen Start, andererseits liegt der Nachteil darin, dass die Zinsen, die der Existenzgründer für das Kapital des Business Angels zahlen muss, vergleichsweise hoch sind. Diese hohen Zinsen sind in einer hohen Ausfallquote von Startups begründet, die Investition kann schnell verloren gehen. Um dieses Risiko aufzufangen, sind lukrative Exits erforderlich. Das heißt, dass der Business Angel seine Anteile mit möglichst hohem Gewinn wieder verkaufen muss, um aus dem neu gegründeten Unternehmen auszusteigen.

Dennoch kann das Kapital eines Business Angels sehr hilfreich sein, da es für viele Existenzgründer schwer ist, ein Existenzgründerdarlehen von einer Bank zu erhalten. Banken sind häufig zu zurückhaltend, wenn es um die Unterstützung junger Start-Ups geht. Die Investition eines Business Angels in ein Start-up-Unternehmen liegt im Schnitt bei 100.000 Euro. Doch auch deutlich höhere Beträge sind keine Seltenheit. Der Kapitalbedarf richtet sich nach dem Unternehmenszweck. Der Business Angel erhält im Gegenzug zu seinem Kapitaleinsatz zumeist einen Anteil am Unternehmen oder kann vom späteren Umsatz des jungen Unternehmens profitieren. Business Angel sind bestrebt, Existenzgründer zu finden, die Potenzial haben. Im Idealfall wird das eingesetzte Kapital des Business Angels innerhalb von fünf Jahren verzehnfacht. Ein Totalausfall ist natürlich ebenfalls möglich, wenn auch unwahrscheinlich.

Business Angel konzipieren mit

Wie Existenzgründer einen Business Angel bekommen können

Business Angels sind in Netzwerken organisiert, gegenwärtig bestehen ungefähr 40 solcher Netzwerke in Deutschland. Solche Netzwerke sind im Internet zu finden. Existenzgründer, die Hilfe durch einen Business Angel suchen, können sich mit einem Businessplan an eines dieser Netzwerke wenden. Die Netzwerke vermitteln einen Business Angel, doch kann ein Business Angel auch über einen Gründungswettbewerb gefunden werden, der durch diese Netzwerke organisiert wird. Business Angel und spätere Existenzgründer können sich bei diesen Wettbewerben kennenlernen, zukünftige Unternehmensgründer können mit einer schlagkräftigen Präsentation Business Angel von ihrer Idee überzeugen.

Solche Gründungswettbewerbe werden häufig von Seminaren begleitet, in denen die Grundlagen für die Erstellung von Businessplänen vermittelt werden. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Existenzgründer und Business Angel sind ein solides Vertrauensverhältnis sowie möglichst lokale Nähe zueinander. Die Geschäftsidee sollte gute Wachstumsperspektiven beinhalten, die Unternehmensgründer sollten über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Diese korrekt einzuschätzen liegt im ureigensten Interesse des Förderers in spe. Denn setzt er auf das falsche Pferd, könnte ein Totalverlust die hässliche Folge sein.