Marktlücke finden – So findest du deine innovative Geschäftsidee!

Ob ein Unternehmen erfolgreich aufgebaut werden kann, entscheidet die richtige Geschäftsidee. Denn die sollte möglichst eine Marktlücke oder Marktnische darstellen. Die Frage ist natürlich: Wie kann ich überhaupt eine Marktlücke finden? Und welche Idee kann ich gut verkaufen? Aller Anfang ist schwer. Das Wichtigste ist jedoch, die eigentliche Geschäftsidee zu finden. Und die ist nur dann wirklich gut, wenn sie sich auch gewinnbringend vermarkten lässt. Aber woher weiß ich, ob dies in Zukunft der Fall sein wird? Und wie kann ich rund um meine Geschäftsidee, ein passendes Geschäftsmodell entwickeln?

Das erwartet dich heute:

Was ist eine Marktlücke?

Der Markt im Allgemeinen wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Das war schon immer so, auch wenn es vor 40 Jahren noch weit einfacher war, wirklich etwas zu finden, was es nicht schon gibt. Heute „pitchen“ diverse Startups und Neugründer in TV Formaten wie „Die Höhle der Löwen“. Und tun sich wahnsinnig schwer damit, sich wirklich vom bestehenden Markt abzuheben. Eigentlich gibt es nichts, was es nicht schon gibt, oder? Schließlich können wir keine Autos mehr erfinden, welche die Kutschen mit Pferden ablösten. Oder Filme mit Ton, die sich gegenüber den Stummfilmen durchsetzten. Anhand dieser Beispiele lässt sich klar erkennen, dass es sich hier um enorm große Marktlücken gehandelt hat. Warum? Weil sich heute niemand mehr Stummfilme ansehen würde und keiner mehr mit der Kutsche zur Arbeit fährt. Damals sehr originelle Geschäftsideen, die kaum noch zu übertrumpfen sind.

Eine Marktlücke ist also eine Sache, zu der es eine möglichst große Nachfrage gibt. Dem gegenüber steht ein sehr geringes bis gar kein Angebot. Um diese Nachfrage allerdings bedienen zu können, braucht es passende Strategien. Immerhin wissen wir ja noch nicht, ob sich die geplante Nachfrage auch durchsetzen wird. Auch die Erfinder des Automobils konnten nur darüber spekulieren, dass zukünftig alle Menschen mit einem Auto, anstelle einer Kutsche fahren würden.

Wie kann ich eine Marktlücke finden?

Verwechseln wir zunächst die Marktlücke nicht mit der Marktnische. Eine Marktlücke beschreibt eine Geschäftsidee, die es auf dem freien Markt noch überhaupt nicht gibt. Und von der wir wissen, dass es eine Nachfrage gibt. Marktnischen beschreiben ein Angebot, welches es bereits in ähnlicher Form gibt, dieses aber nicht die aktuellen Bedürfnisse der Nachfragen erfüllt. Überlegen wir zunächst, welche Grundbedürfnisse Menschen ansprechen. Betrachten wir die so genannte „Maslowsche Bedürfnispyramide“, so erkennen wir fünf Kategorien. Diese Grundbedürfnisse helfen dabei, eine neue Marktnische zu finden.

  • Physische Bedürfnisse (Nahrung, Schlaf etc.)
  • Soziale Bedürfnisse (Freunde, Kommunikation, Liebe etc.)
  • Individualbedürfnisse (Unabhängigkeit, Wohlstand etc.)
  • Bedürfnisse nach Sicherheit (Schutz, Gesundheit)
  • Selbstverwirklichung (Potenzialausschöpfung)

Eine Marktlücke können wir dann als solche bezeichnen, wenn mindestens ein Grundbedürfnis im Zusammenhang mit einem Produkt, noch nicht befriedigt wurde.

Tipps für die richtige Strategie zur Geschäftsidee

Nachahmung, Problemfokussierung und Innovation

Eine bestehende Idee nachzuahmen oder zu kopieren, wird auch als „Copycat“ bezeichnet. Wir können unzählige Unternehmen aufführen, welche sich neben ihren Konkurrenten erfolgreich behaupten können. So etwa im Bereich der Telekommunikation (Xiaomi und Apple). Gibt es vielleicht im Ausland ein Produkt, welches es noch nicht nach Deutschland geschafft hat? Oder könnte man es schaffen, sich neben einem Konkurrenten zu behaupten und dessen Nachfrage nutzen?

Die Fokussierung auf ein Problem nennen wir „Painspotting“. Die Strategie hierbei ist einfach erklärt. Man findet ein Problem, welches generell viele Menschen betrifft, und entwickelt daraus eine Problemlösung. Dies ist sogar eine sehr gängige und übliche Herangehensweise. Beispielsweise löste man mit Hilfe der elektrischen Zahnbürste ein „Problem“. Hier verbesserte man die tägliche Zahnreinigung und erleichterte den Vorgang des Zähneputzens enorm. Oder auch die Entwicklung der Whatsapp löste ein Problem, nämlich das der kostenpflichtigen SMS. Wer also ebenfalls solche eine Geschäftsidee finden will, der sollte zunächst die Probleme ausfindig machen.

Die Innovation eines völlig neuen Produkts macht die Erschließung eines neuen Marktes möglich. Wir nennen es die „Blue Ocean-Strategie“. Hier liegen die Chancen sehr gut, dass das Konzept wirklich funktioniert, wenn es denn gut ist. Denken wir an die vielen Neuerfindungen, wie etwa das Smartphone. Originelle Geschäftsideen oder spezielle Marktlücken Ideen können zwar auf harsche Kritik stoßen, davon entmutigen lassen sollten sich Gründer aber nicht.

Marktforschung und Analyse der Konkurrenz

Wer eine Idee hat, der wird davon wahrscheinlich ziemlich überzeugt sein. Das gibt es doch noch nicht! So einfach ist es allerdings nicht, denn zunächst gilt es zu klären, warum es dieses oder jenes noch nicht gibt. Gut möglich, dass es einen sehr guten Grund dafür gibt, warum andere diese Idee noch nicht umgesetzt haben. Eine umfassende Markt- und Konkurrenzanalyse ist also absolut wichtig, um das Potenzial der Idee abschätzen zu können.

Vorsichtig: Jede auf den Markt geworfene Idee kann schnell kopiert werden. Wer hier auf Nummer sicher gehen will – und das sei dringend anzuraten – der lässt ein Patent anmelden. Auch besteht die Möglichkeit eines gewerblichen Schutzrechtes oder Gebrauchsmusters. Diese Vorgehensweise ist absolut wichtig, wenn auch mit Kosten verbunden. Auch die Patentrecherche und Patentanmeldung kann sowohl viel Zeit, als auch Geld kosten.

Tipp:

Zusätzlich zur Konkurrenzanalyse, musst du auch wissen wer deine Zielgruppe ist und diese analysieren. Denn von dieser hängt der Erfolg deines Produktes ab!

Digitalisierung

Die Digitalisierung nimmt einen extrem hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Sobald ein Grundbedürfnis eines Menschen auch mit Hilfe digitaler Vorgänge optimiert werden kann, wird es interessant für den Verbraucher. An dieser Stelle lässt sich überlegen, wie die eigene Geschäftsidee digitalisiert werden kann. Die einfachste Lösung: Einen Online-Shop eröffnen. Natürlich bedeutet das nicht, dass alle Erfindungen oder Geschäftsideen auf digitaler Ebene funktionieren. Vielleicht können aber gewisse Zwischenschritte oder einzelne Prozesse vereinfacht werden.

Beispiel: Verkauft werden sollen maßgefertigte Einbauschränke für individuelle Raumlösungen. Geboten wird eine schnelle Konzeption anhand der gelieferten Maße, eine gute Qualität und extrem viele Optionen. Wie wäre es also, wenn Kunden sich ihren persönlichen Einbauschrank, mit Hilfe eines einfachen Onlineprogramms, schon vorab erstellen könnten? Um einen direkten Eindruck vom Endergebnis zu erhalten und das Ausmessen zu erleichtern. Gründer treffen damit den Nerv der Zeit und beweisen, dass auch sie im Feld der Digitalisierung mitspielen können.

Meta-Ebenen kreieren

Dieser Schritt ist vielleicht nicht ganz so einfach, da viele Meta-Ebenen schon ausgefüllt wurden. Dennoch gibt es noch so viele Möglichkeiten, wenn man ausführlich darüber nachdenkt. Beispielsweise kennen wir verschiedene Anbieter im Netz, über die Verbraucher einen Urlaub buchen können. Später entwickelten sich daraus Meta-Ebenen, indem Anbieter die verschiedenen Angebote untereinander automatisch verglichen. Und denken wir dann an Anbieter, welche daraus die aktuellsten Schnäppchen und Last-Minute-Angebote herausfiltern konnten. Wer also eine richtig gute Marktlücke finden möchte, der könnte sich überlegen, welche Meta-Ebenen geschaffen werden können, um einen Vorgang zu vereinfachen.

Marktlücke gefunden – was jetzt?

Es ist absolut nicht einfach, heutzutage noch eine Marktlücke zu finden. Auch wird es immer komplexer, diese zu identifizieren. Vor allem, weil es immer Menschen geben wird, die der eigenen Idee kritisch gegenüberstehen. Das ist andererseits zwar gut so, ausbremsen lassen sollten Gründer sich deshalb aber nicht. Denn: Auch bei den uns bekannten größten Innovationen wurde anfänglich viel spekuliert, ob sich die Erfindung auch wirklich durchsetzen wird. Auch bei Innovationen wie dem Auto oder dem Smartphone. Wie hatte man damals Steve Jobs belächelt, als er seine Idee, das erste iPhone, vorstellte?

Wer eine Marktlücke gefunden hat, der sollte verschiedene Tools und Methoden testen, um sein Produkt oder sein Angebot, auf sichere Beine zu stellen. Auch der Markt und die Konkurrenz sollte ausführlich analysiert werden. Nur so lässt sich daraus eine passende Unternehmensstrategie entwickeln. Und manchmal gilt es auch, zurückzurudern und sich einzugestehen, dass eine Sache einfach noch nicht funktioniert. Tatsächlich ist es für viele Innovationen oder Ideen einfach noch zu früh. Es gilt also, den Nerv der Zeit zu treffen, aktuelle Probleme zu lösen und Innovationen zu entwickeln, für die die Menschheit schon bereit ist.

Wer es schafft, eine Marktlücke zu finden und ein Unternehmen zu gründen bzw. darauf aufzubauen, der nimmt zunächst eine Monopolstellung ein. Natürlich nicht für allzu lange, da diverse andere Hersteller direkt nachziehen. Wer sich also auf seiner Erfindung ausruht, der kann nicht lange auf dem Markt mithalten.

Eine Geschäftsidee für die eigene Selbstständigkeit finden

Eine gute Geschäftsidee bildet die Grundlage der Existenzgründung. Aber was, wenn ich noch gar keine Marktlücke gefunden habe? Dann steht der Selbstständigkeit trotzdem nichts im Wege. Viele Gründer gehen zunächst den Weg über das Franchise. Denn auch hier lassen sich Geschäftsideen umsetzen. Auch eine Alternative zur eigenen Geschäftsidee, stellt die Unternehmensübernahme dar. Passende Unternehmen lassen sich über diverse Nachfolgebörsen suchen.

Wer es trotzdem mit einer ganz eigenen Idee versuchen möchte, aber dennoch noch keine gefunden hat, der kann sich an bereits bestehenden oder ausgezeichneten Geschäftsideen orientieren. Es ist keine Schande, zunächst in der langen Liste der Top-Start-Ups zu stöbern oder sich die Liste der Teilnehmer an Gründerwettbewerben anzusehen. Viele Ideen wurden bis heute nicht umgesetzt oder weiterentwickelt. Vielleicht, weil die Zeit es noch nicht erlaubte oder aber, weil den Gründern das nötige Kapital fehlte. Möglich also, hier einen Ansatzpunkt für seine eigene Idee zu finden. Und sei es nur, um auf gewisse Problemstellungen zu kommen, welche derzeit die Menschen beschäftigt.

Fazit

Gründer brauchen viel Geduld, Sorgfalt und Zeit, wenn sie eine Geschäftsidee auf den Markt bringen wollen. Es genügt nicht, einfach eine Vision im Kopf zu haben und damit loszulegen. Vielmehr müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, wenn es darum geht, eine Marktlücke zu finden. Es braucht eine ausgeklügelte Strategie, um seine Selbstständigkeit erfolgreich anzugehen und damit das Startup gelingen kann. Diese unterscheidet sich, je nach Art der Marktlücke. Auch der Aspekt der Digitalisierung darf heutzutage nicht fehlen, da sie viele Möglichkeiten für die Zukunft bietet. Möglich aber auch, dass sich Meta-Ebenen finden, die auf bestehenden „Erfindungen“ basieren. Wer seine Marktlücke schließlich gefunden hat, der kann loslegen, einen Businessplan aufstellen, Investoren suchen und den Markt revolutionieren.

Jenny Dirschl

Als Expertin im Bereich Finanzen & Business bringt Jenny komplexe Themen verständlich auf den Punkt. Seit vielen Jahren als Content Marketerin selbstständig, erstellt Jenny mit Know-How und Leidenschaft unique Content mit Mehrwert!

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