Skonto berechnen – Mit unserer Formel zur einfachen Berechnung

Den Skonto berechnen ist ganz einfach und eine Möglichkeit, um bares Geld zu sparen. Denn wer spart nicht gern, wenn er denn kann. Ein Skonto ist ein Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag, den ein Lieferant innerhalb einer bestimmten Zahlungsfrist gewährt. Üblich sind 2 bis 3% oder Staffelungen. Liquidität spielt in jedem Unternehmen eine große Rolle. Doch nicht jedes Unternehmen kann es sich leisten den Skonto in Abzug zu bringen. Doch wer es kann, sollte es tun. Skonto kann vom gesamten Rechnungsbetrag in Abzug gebracht werden oder nur von einem Teil. Wir zeigen dir in diesem Beitrag, wie du den Skonto berechnen und buchen kannst.

Das erwartet dich heute:

Warum ist ein Skonto sinnvoll?

Der Skonto schafft einen Anreiz sowohl beim Lieferanten als auch beim Kunden. Lieferanten gewähren dem Kunden Skonto, damit dieser zügig bezahlt. Das sichert die Liquidität. Bis zur Zahlung der Rechnung erhält der Kunde einen zinslosen Lieferantenkredit. Die Kosten die ein Skonto verursacht sind bereits in der Preiskalkulation des Lieferanten berücksichtigt.

Der Kunde hat die Wahl zwischen innerhalb der Skontofrist zu zahlen und vom Skontoabzug zu profitieren oder das Zahlungsziel auszureizen. Dir ist sicherlich klar, welche Option vorzuziehen ist, aus finanzieller Perspektive. Mit dem Skonto sparst du als Kunde viel Geld. Das lohnt sich sogar dann, wenn du die Zahlungen deiner Rechnungen via Kontokorrentkredit finanzierst. Doch dazu später.

Skonto berechnen

Zunächst einmal musst du anhand der Rechnung prüfen, ob du überhaupt skontoberechtigt bist. Auf der Rechnung findest du meist den folgenden oder einen ähnlichen Skontovermerk:

“Zahlung innerhalb von 30 Tagen ab Rechnungsdatum erbeten. Bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen werden 2% Skonto gewährt.”

Der Skontobetrag ist immer vom Bruttobetrag abzuziehen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es egal ob der Skonto vom Netto- oder Bruttobetrag abgezogen wird. Aber Achtung, manchmal sind einzelne Leistungen vom Skontoabzug ausgenommen. Anhand folgendem Beispiel erklären wir dir, wie du den Skonto berechnen kannst.

Beispiel:

Du zahlst als Kunde innerhalb der Skontofrist und erhältst deshalb 3% Skonto von einem Rechnungsbetrag iHv 2.300 Euro.

1. Möglichkeit:

2.300 Euro x 3 / 100 = 69 Euro Skonto

Du erhältst also einen Skonto iHv 69 Euro und zahlst nur noch einen Rechnungsbetrag iHv 2.231 Euro

2. Möglichkeit:

2300 Euro x 0,03 = 69 Euro Skonto

Auch mit dieser Variante erhältst du also 69 Euro Skonto und zahlst den Rechnungsbetrag iHv 2.231 Euro.

Wenn du also in Mathematik bei der Prozentrechnung aufgepasst hast, ist es ganz leicht. Viele Lieferanten vermerken allerdings auch schon auf der Rechnung die Höhe des Skontobetrages. Sollten alle Stricke reißen, hilft der Taschenrechner weiter.

Für dich ist dieser Betrag bares Geld, denn du kannst ihn für andere Kosten verwenden. Für deinen Lieferanten ist es ein Absatzförderungsinstrument, den jeder kauft lieber bei einem Unternehmen ein, welches einen Nachlass gewährt.

Ist ein Skontoabzug immer von Vorteil?

Du kannst ganz einfach berechnen, ob der Skontoabzug günstiger ist oder nicht. Folgende Formel hilft dabei:

p = ((Zielverkaufspreis/Barverkaufspreis)-1) x (360/(Zahlungsziel-Skontofrist))

Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Hier ein Beispiel:
Du erhältst von deinem Lieferanten die Möglichkeit, deine Rechnung innerhalb von 30 Tagen zu zahlen. Zahlst du innerhalb von 10 Tagen kannst du 2% vom Rechnungsbetrag abziehen. Bei deiner Bank zahlst du für deinen Kontokorrentkredit einen Zinssatz von 12,25% p.a.

(Skontosatz × 360 Tage) / (Zahlungsziel in Tagen – Skontofrist in Tagen) = (2 % × 360 Tage) / (30 Tage – 10 Tage) = 36%
Zinssatz des Lieferantenkredits p.a. 36%
Zinssatz des Kontokorrentkredits p.a. 12,25%

Also die Möglichkeit des Skontoabzugs nutzen und den Kontokorrentkredit in Anspruch nehmen, denn der Lieferantenkredit ist teurer.

Ist der errechnete Zinssatz größer, als der des Kontokorrentkredits sollte das Zahlungsziel 30 Tage in Anspruch genommen werden.

Wie buchst du einen Skonto?

Skonti müssen buchhalterisch erfasst werden im Gegensatz zu Rabatten aller Art, wie Mengen- oder Treuerabatte.

Du kaufst zum Beispiel Ware bei einem Lieferanten ein:

Rechnungsbetrag = 23.800 Euro

Buchungssatz: Wareneinsatz 20.000 Euro
Vorsteuer 3.800 Euro
an Verbindlichkeiten 23.800 Euro

Brutto Skonto berechnen:

Du darfst dir 3% Skonto abziehen = 23.800 Euro x 3% = 714 Euro Bruttoskonto
Der Überweisungsbetrag beträgt also 23.086 Euro.

Netto Skonto berechnen:

714 Euro / 1,19 ergibt einen Nettoskonto von 600 Euro und eine Vorsteuerkorrektur iHv 114 Euro

Aufgrund des Skonto ändert sich der Warenpreis und die Umsatz- oder Vorsteuer muss um den Betrag korrigiert werden.

Nun hast du wieder zwei Möglichkeiten, um den Korrekturbetrag zu buchen.

Variante 1:

Verbindlichkeiten 23.800 Euro
an Lieferantenskonto 714 Euro
Bank 23.086 Euro

Hier wird eine zweite Buchung notwendig, um die Steuerkorrektur zu erfassen:
Lieferantenskonto 114 Euro
an Vorsteuer 114 Euro

Beim Finanzamt kannst du nur den reduzierten Vorsteuerbetrag in Abzug bringen, deshalb muss die Vorsteuer erkennbar korrigiert werden. Die Umsatzsteuer muss deshalb aus dem Skontokonto herausgebucht werden.

Variante 2:

Diese Variante wird in der Praxis häufiger angewendet. Es handelt sich um das Nettobuchungsverfahren.

Verbindlichkeiten 23.800 Euro
an Lieferantenskonto 600 Euro
Vorsteuer 114 Euro
Bank 23.086 Euro

Durch diese Methode entfällt der zweite Buchungssatz, da die Vorsteuerkorrektur direkt in einem Buchungssatz erfolgt.

Der Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt also darin, dass beim Nettobuchungsverfahren der Skonto direkt gebucht wird, währenddessen er beim Bruttoverfahren erst auf dem Skontokonto gesammelt wird, um anschließend die Vorsteuerkorrektur vorzunehmen.

Beim Verkäufer sehen die Buchungssätze so aus:

Bank/Kundenskonto an Forderungen
Umsatzsteuer an Kundenskonto

oder

Bank/Umsatzsteuer/Kundenskonto an Forderungen

Tipp!

Übrigens ist die Verbuchung eines Skontos mit einer Buchhaltungssoftware, wie der von sevDesk ein Kinderspiel.

Warum wird Kunden Skonto gewährt?

Für jeden Lieferanten bietet ein Skonto den großen Vorteil, dass Kunden Rechnungen schneller bezahlen. Offene Forderungen werden so zu liquiden Mitteln. Kosten entstehen dem Lieferanten nicht, denn in jeder Preiskalkulation ist Skonto enthalten. Der Kunde hat den großen Vorteil, dass er Geld spart und dieses Geld anderweitig einsetzen kann.

Wer darf Skonto gewähren?

Du als Unternehmer musst keinen Skonto gewähren. Es ist immer deine Entscheidung, ob du einem Kunden einen Skonto gewährst oder eben nicht. Ein eigenmächtiger Skontoabzug vonseiten des Kunden ist nicht erlaubt und zieht in der Regel Ärger nach sich.

Wie hoch darf der Skonto sein?

Du kannst den Skonto in jeder beliebigen Höhe gewähren. Der Kunde bekommt üblicherweise den Rechnungsbetrag ohne Skonto mitgeteilt. Er wählt jedoch meist den billigsten Anbieter aus bzw. den mit den besten Zahlungskonditionen. Grundsätzlich können Unternehmen nicht dazu verpflichtet werden, einen Skonto zu gewähren. Deshalb können sie frei über die Höhe des Skontosatzes bestimmen.

Skonto in der Rechnung ausweisen

Wenn du in deiner Rechnung Skonto ausweisen willst, musst du zuerst die Zahlungsfrist angeben. Sie gehört zu den Pflichtangaben einer Rechnung. Die Zahlungsfrist steht in der Regel unter den aufgelisteten Positionen nach dem Gesamtbetrag der Rechnung. Ein Formulierungsbeispiel könnte wie folgt lauten:

Der Rechnungsbetrag ist ohne Abzug binnen 14 Tagen netto fällig. Bei einer Zahlung innerhalb von 4 Tagen gewähren wir ein Skonto in Höhe von 3 % des Rechnungsbetrages.

Hinzu kommt, dass du die Höhe des Rabatts auf eine prompte Zahlung in Prozent und den Geldbetrag für den Skonto angeben musst. Überlasse nicht dem Kunden die Kalkulation und nenne den Endbetrag abzüglich Skonto. Üblich ist ein Skontosatz von 2% oder 3%, das liegt jedoch in deinem eigenen Ermessen.

Mit einer Rechnungsvorlage kannst du den Skonto direkt eintragen und musst ihn nur noch entsprechend anpassen, wenn du eine neue Rechnung erstellst.

Rechnung Vorlage
Beispiel einer Rechnungsvorlage

Der Unterschied zwischen Skonto und Rabatt

Sowohl der Skonto als auch der Rabatt sind freiwillige Vergünstigungen, die ein Unternehmer seinen Kunden geben kann. Es gibt jedoch einen kleinen, aber wesentlichen Unterschied.

Einen Rabatt vereinbarst du bereits bei Vertragsabschluss mit deinem Kunden. Der Rabatt wird dann bereits auf der Rechnung berücksichtigt und vom Nettobetrag abgezogen. Daher wird er auf der Rechnung und in der Buchhaltung ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Ein Rabatt wird immer prozentual oder in absoluten Beträgen gewährt.

Beispiel:

– 20% auf ein Produkt oder eine Dienstleistung
oder
– 25 € auf ein Produkt oder eine Dienstleistung

Ein Skonto dagegen wird gewährt, wenn die Rechnung innerhalb eines gewissen Zeitraums bezahlt wird. Dadurch wird vonseiten des Lieferanten der Zeitraum zwischen Rechnungslegung und Zahlungseingang verkürzt. So werden Liquiditätsengpässe vermieden. Es handelt sich dabei um einen Preisnachlass, der erst nachträglich gewährt wird.

Fazit

Für dich als Unternehmer, der aber auch gleichzeitig Kunde ist, ist der Skonto ein einfach zu verwendendes Liquiditätswerkzeug, welches gleichzeitig auch neue Kunden und Aufträge bringen kann. Zahlt dein Kunde früher, weil er einen Skonto erhält, erhöht das deine Liquidität und verbessert deine Kundenbeziehungen. Einen Skonto anzubieten, kann schon das alles entscheidende Detail sein, warum sich ein Kunde für dein Unternehmen entscheidet. So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Glückliche Kunden sind wiederkehrende Kunden. Deshalb ist die Gewährung eines Skontos als Kundenbindungsinstrument wichtig. So ganz nebenbei sparst du dir auch so unangenehme Dinge wie Mahnungen und Inkasso, denn Kunden die bereitwillig vor Ablauf der eigentlichen Zahlungsfrist zahlen, kommen nicht in die Gefahr eines Zahlungsverzugs.

Als Kunde bringt dir der Abzug eines Skontos bares Geld und freie liquide Mittel. So ganz nebenbei auch eine Zinsersparnis.

Ein Skontoabzug lohnt sich also fast immer, selbst dann, wenn dazu ein Kontokorrentkredit in Anspruch genommen werden muss.

Nadine Höpf

Content Marketerin und gleichzeitig als Country Managerin für Frankreich zuständig. Nadine kann nicht nur in deutsch gehaltvolle Inhalte erstellen, sondern mühelos auch in französisch. Eine deutsche Kostprobe von ihrem Können bekommst du auf diesem Blog.

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