Elterngeld bei Selbständigkeit

Elterngeld ist für Angestellte eine Selbstverständlichkeit und auch die Berechnung ist einfach. Anders sieht es aus bei Selbstständigen, denn dort ist das Prozedere für den Antrag auf Elterngeld weitaus aufwendiger. Aber es wird gezahlt.

Auch Selbstständige haben einen Anspruch auf Elterngeld

Für die Beantragung des Elterngeldes für Selbstständige hält das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz ein paar Fallstricke bereit, aber zugleich auch ein paar Gestaltungsmöglichkeiten. Wer sich nicht auskennt und das Elterngeld „auf gut Glück“ beantragt, der wird einiges an Geld einbüßen. Zu beachten ist auch die Änderung durch das „Elterngeld Plus“, welches für die Kinder gilt, de ab dem 01.07.2015 geboren sind. Besonders für Selbstständige ist es ratsam, sich vor der Antragsstellung beraten zu lassen.

Berechnung des Elterngeldes

Was ist relevant für die Berechnung des Elterngeldes?

Als Erstes wird von der Elterngeldstelle der sogenannte Bemessungszeitraum ermittelt, um die relevanten Kalendermonate für die Elterngeldberechnung zu ermitteln. Bei Antragstellern, die vor der Geburt des Kindes Einkommen aus einer Selbstständigkeit erzielt haben oder aus einem Gewerbebetrieb, das letzte Wirtschaftsjahr, also nicht auf die letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes, dabei zugegriffen. Sollte kein abweichendes Wirtschaftsjahr festgelegt werden, dann ist der Bemessungszeitraum für Selbstständige zumeist das Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes. Was das Einkommen angeht, so wird dieses wie bei Angestellten, auch stets für 12 Monate betrachtet.
Hinweis: Diese Regelung wird seit Januar 2013 angewandt und dient der Vereinfachung des Verwaltungsaufwandes. Zuvor hatten Selbstständige die Möglichkeit Einfluss darauf zu nehmen, welcher Bemessungszeitraum für die Berechnung des Elterngelds zu Grunde gelegt wird.
Nur dann wenn der Elterngeldstelle nachgewiesen wird, dass man in dem maßgeblichen Bemessungszeitraum schwangerschaftsbedingt erkrankt war und sich daraus ein Einkommensverlust ergeben hat (bsp. durch den Bezug einer Einkommensersatzleistung wie Krankentagegeld) oder Elterngeld für ein älteres Geschwisterkind. Sollte einer dieser sogenannten Ausklammerungs- und Verschiebetatbestaende zutreffen, dann kann eine Verschiebung des Bemessungszeitraums beantragt werden. In dem Fall wird dann das davor liegende Wirtschaftsjahr zur Berechnung des Elterngeldes herangezogen und es wird wieder geprüft, ob die Ausklammerungstatbestände geltend gemacht werden können.

Darf ein Selbstständiger während des Elterngeldbezuges weiter arbeiten und verdienen?

Elterngeld wird höchstens für 12 Monate und mindestens für zwei Monatsbeträge bezogen werden. Die Anzahl der Monatsbeträge müssen innerhalb der ersten 14 Lebensmonate des Kindes verteilen. Während des Elterngeldbezuges darf eine Erwerbstätigkeit ausgeführt werden, diese darf wöchentlich jedoch nicht mehr als durchschnittlich 30 Stunden betragen. Das gilt für die Summe aller Beschäftigungen, die ausgeübt werden! Sollten 31 Stunden in der Woche gearbeitet werden, dann entfällt der Anspruch auf Elterngeld für den betroffenen Bezugsmonat.
Jeder Euro der durch die Erwerbstätigkeit verdient wird, wird auf das Elterngeld angerechnet und das gilt auch für das Einkommen, welches in dem Bezugszeitraum eingenommen wird (bsp. wenn von einem Kunden eine ältere Rechnung ausgeglichen wird).

Kann ein Selbstständiger seinen Elterngeld Bezugszeitraum gestalten?

Grundsätzlich darf jeder seinen Bezugszeitraum unterbrechen. Denn kein Antragsteller ist dazu gezwungen sein Elterngeld „am Stück zu beantragen“. So macht es eventuell Sinn, wenn man bestimmte Lebensmonate bei der Elterngeldbeantragung ausspart. Angerechnet wird der Gewinn, der während des Elterngeldbezuges erwirtschaftet wird, nicht der Umsatz. Sollten sich Einnahmen und Ausgaben ausgleichen, dann führt eine Anrechnung zu einem Null Euro Gewinn und damit nicht zu einer Minderung des Elterngeldanspruchs.
Allerdings ist hier anzumerken, dass dieses Modell nur bei Einzelunternehmern und Freiberuflern funktioniert, die einen starken Einfluss auf ihre Rechnungsstellung haben und damit auch auf den Eingang der Zahlungen. Dieses Zuflussprinzip gilt nicht für Selbstständige, die eine Bilanz vorweisen müssen.
Wenn es um die Anrechnung des Einkommens im Bezugszeitraum geht, muss zudem die sogenannte Kappungsgrenze beachtet werden. Durch diese wird das errechnete monatliche Einkommen vor der Geburt des Kindes auf max. 2.770 Euro gekappt, denn 65 % ergeben den maximal möglichen Elterngeldbetrag von 1.800 Euro pro Lebensmonat des Kindes.

Elterngeldrechner

Auf wieviel Elterngeld hast du Anspruch? Einen Rechner hierfür gibt es bei Familien-Wegweiser.de

Berechnung des Elterngeldes