Die Webpräsenz günstig übersetzen: So können Startups Kosten sparen

Bei Startups sitzt das Geld meist „noch“ nicht so locker wie bei etablierten Unternehmen. Entsprechend oft wird nach einer Möglichkeit gesucht, um Kosten zu sparen. Gerade bei der Internationalisierung und damit einhergehend bei der Übersetzung der Webpräsenz ist das Einsparungspotenzial mitunter groß.

Damit dieser Prozess aufgrund des knappen Budgets allerdings nicht auf Kosten der Qualität und Seriosität deiner Webseite geht, haben wir dir hier ein paar nützliche Tipps zusammengestellt und verraten dir wichtige Informationen zum Thema „Übesetzung deiner Webspräsenz“.

In diesen Schritten gelangst du zur perfekten Übersetzung:

  1. Ein mehrsprachiges CMS
  2. Gezielt und klug übersetzen
  3. Übersetzungen – von Mensch oder Maschine?
  4. Ein relevantes Netzwerk aufbauen
  5. Über den Autor

Wähle ein CMS, das auf Mehrsprachigkeit ausgelegt ist

Gerade Startups mit kleinem Budget schieben das Thema Internationalisierung der eigenen Webseite oft auf die lange Kante. „Ist doch noch lange nicht so weit“, denkt man und widmet sich scheinbar wichtigeren Angelegenheiten.

Ein großer Denkfehler, denn auf diese Weise verpasst du häufig eine große Chance. Selbst wenn du in naher Zukunft noch nicht vorhast, mit deinem Startup die ganze Welt zu erobern, solltest du diese Möglichkeit nie ganz ausschließen. Greife deshalb gleich zu einem CMS, das es dir nicht unnötig kompliziert macht, den Schritt in die große weite Welt hinaus zu wagen.

Falls dir nun unklar ist, worüber wir sprechen, möchten wir ein wenig Licht ins Dunkel bringen: Angenommen du betreibst einen Online Shop. Wenn ein Nutzer beispielsweise seine Postleitzahl oder Telefonnummer bei der Bestellung angeben muss und du nicht von Anfang an eine länderspezifische Formatierung vorgesehen hast, kann der Registrierungsprozess aufgrund fehlender Auswahlmöglichkeiten für ihn unmöglich werden – und dir geht ein wichtiger Kunde durch die Lappen. Bedenke auch, dass man beispielsweise nicht in allen Ländern von links nach rechts liest.

WordPress als multilingualer Branchenprimus

WordPress ist nicht nur günstig, sondern lässt sich durch entsprechende Plug-Ins ideal für mehrsprachige Inhalte verwenden. So lässt sich deine Webseite schnell, einfach und kostengünstig lokalisieren. Eine nachträgliche Lokalisierung durch einen Entwickler ist hingegen zeit- und geldaufwendig. Größere Webseiten brauchen unter Umständen ein anderes CMS. Wichtig ist aber in jedem Fall die Internationalisierung bei der Auswahl im Auge zu behalten. Nur dann ersparst du dir langfristig teure Entwicklerkosten!

Unser Tipp: Kauf dir gleich alle wichtigen länderspezifischen Domain-Endungen. So kannst du deine Brand vor Missbrauch schützen und hast zukünftig alle Möglichkeiten. Abgesehen davon kann es sonst später teuer werden, sobald länderspezifische Domains im Besitz eines anderen sind!

Wordpress.

Gezielt und klug übersetzen

Mit der geplanten Internationalisierung deiner Webseite geht natürlich auch eine gute Übersetzung der Inhalte einher. Damit du hier als Startup Kosten sparen kannst, ist es wichtig, deinen Markt im Vorhinein genau zu analysieren, damit du keine unnötigen Übersetzungen in Auftrag gibst und Geld zum Fenster hinauswirfst. Konzentriere dich auf die Märkte, die das größte Potenzial für deine Produkte bieten. Vielleicht interessiert sich der englischsprachige Markt überhaupt nicht für deine Produkte, während die Japaner Feuer und Flamme dafür wären? Bedenke diese Möglichkeit und handle entsprechend.

Suche dir nach der Analyse einige Zielländer aus, die den größten Erfolg versprechen. So reduziert sich die Anzahl der Sprachen, die du im Prozess der Lokalisierung berücksichtigen musst.

Übersetzungen – von Mensch oder Maschine?

Der kostengünstigste Weg mag die Übersetzung durch eine Maschine sein. Google Translate und Co. sind wahrscheinlich jedem ein Begriff und auch so ziemlich jeder hat sie schon mindestens einmal genutzt. Auch die Übersetzungsmaschine DeepL ist groß im Kommen und sehr beliebt, da sie momentan das beste und zuverlässigste Tool für gelungene Übersetzungen zu sein scheint. Aber all diese Tools haben einen großen Haken: Sie sind zwar kostengünstig und auch von Laien einfach zu bedienen, aber so intelligent, dass sie komplexe Zusammenhänge erkennen können, sind sie leider trotz fortschreitender technischer Entwicklungen noch nicht.

Der Google Übersetzer.
Mehrdeutigkeiten eingegebener Worte und Bedeutungsnuancen erkennen sie meist nicht, was vor allem bei Umgangssprache zum Problem werden kann – oder zumindest für den einen oder anderen Lacher sorgt, der deine Webseite schnell unprofessionell oder gar unseriös wirken lässt.

Im Zweifelsfall solltest du also immer einen Profi, idealerweise einen Muttersprachler engagieren, der sich mit der Thematik auskennt. So sparst du dir zwar auf den ersten Blick keine Kosten, aber einige Peinlichkeiten. Zumindest für das Lektorat ist ein professioneller Übersetzer wärmstens zu empfehlen! Für einzelne, unwichtige Passagen kannst du es aber durchaus mit DeepL versuchen. Für einfache Übersetzungen sind die Ergebnisse zum Teil wirklich erstaunlich!

Ein relevantes Netzwerk aufbauen

Heutzutage läuft kaum noch etwas ohne eine gute Portion Vitamin B. Das gilt auch für die Lokalisierung deiner Webseite. Bei der Erschließung neuer ausländischer Märkte ist es immer von Vorteil, jemanden zu kennen, der über das notwendige kulturelle und sprachliche Know-how verfügt. Aber nicht nur das: Auch rechtliche Rahmenbedingungen der relevanten Länder solltest du kennen und anwenden können. Daher kann es sehr sinnvoll sein, dir den Zielmarkt persönlich vor Ort anzuschauen. So lernst du deine neuen Kunden gleich am besten kennen.

Relevantes Netzwerk aufbauen.

Wenn das Budget für eine Reise in dein Zielland zu knapp ist, musst du versuchen andere Möglichkeiten zu finden, um deinen Markt „auszuspionieren“. Ein lokales Kontakt-Netzwerk aufzubauen und  so einen Fuß in die Tür des jeweiligen Landes zu setzen, kann eine lohnenswerte Alternative sein. Dank Social Media ist es heutzutage kostenlos und einfach möglich, Menschen im Ausland kennenzulernen. Außerdem hat man nicht selten sogar (ohne es zu wissen) jemanden im Team, der Wurzeln im Zielmarkt hat.

Webseitenlokalisierungen können so einfach sein – aber auch so teuer! Gerade Startups mit eingeschränktem Budget schreckt dieser Fakt leider oft davon ab, mit ihrer Webseite den internationalen Markt zu erobern. Mit den oben genannten Tipps kannst du deine Kosten in Grenzen halten und trotzdem einen professionellen Auftritt gewährleisten. Und wenn es bei dir noch nicht so weit ist, schließe den Schritt zumindest nicht kategorisch aus. Kommt die Zeit für die Expansion, wirst du dir für den Weitblick in den Vergangenheit dankbar sein!

Über den Autor

Christoph Neuhold ist beim Münchner Übersetzungsbüro Translate Trade für die Planung von Großprojekten zuständig und darauf bedacht, die Distanz zwischen Übersetzer und Kunde zu überbrücken. Abgesehen davon zählen auch das Qualitätsmanagement und das Marketing zu seinen Aufgaben.

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