10 Start-Up Fallen und wie du diese vermeidest

Eine Gründung ist ein großer Schritt. Prinzipiell gilt: Mach dich nur mit einer Geschäftsidee selbstständig, die du beherrschst. Egal, ob du dann zukünftig als Freiberufler oder Selbstständiger arbeitest, es lauern viele Gefahren.

Um nicht gleich am Anfang Fehler zu machen, die dir später zum Verhängnis werden, haben wir 10 typische Start-Up Fallen zusammengestellt und Tipps für dich vorbereitet, wie du diese vermeidest.

Falle 1: Die Marktanalyse

Du hast deine Idee gefunden, mit der du dich selbstständig machst. Du selbst bist davon völlig überzeugt, doch wie sieht das der Markt? Gibt es einen Bedarf für deine Geschäftsidee? Viele Gründer sind von Ihrem Vorhaben so überzeugt, dass sie vergessen, dass es Kunden braucht, um damit Geld zu verdienen. Mindestens so wichtig wie die richtige Idee ist daher auch die Marktanalyse. Es ist unbedingt notwendig deine Konkurrenz, die Konkurrenzprodukte und die Angebotspreise deiner Branche zu kennen, um nicht nach kürzester Zeit wieder vom Markt zu verschwinden. Eine Marktanalyse dient der Bestätigung oder Widerlegung deiner Geschäftsidee.

Fehler: Du hast keine Marktanalyse gemacht.

Tipp: Als Motto für die Marktanalyse gilt: Weniger ist besser als nichts. Nimm dir in der Vorgründungsphase unbedingt die Zeit für eine – wenn auch kleine – Marktanalyse. Eine Möglichkeit ist, eine eigene Umfrage bei einer Gruppe von 10 bis 20 Personen durchzuführen.

Fehler: Ignoriere nicht die Ergebnisse der Analyse.

Tipp: Schenke den Ergebnissen unbedingt Beachtung, auch wenn dies bedeutet, die ursprüngliche Idee zu verwerfen. Führe bei unbefriedigenden Ergebnissen weitere Analysen durch um ein klares Bild vom Markt deines künftigen Unternehmens zu bekommen und passe dein Vorhaben an die Bedürfnisse an. Eine Idee, die keinen Markt hat, endet meist in der Pleite.

Falle 2: Die Förderung

Sobald du deine Idee gefunden und am Markt geprüft hast, solltest du dich mit den Möglichkeiten der Förderung auseinandersetzen. Es stehen dir über 2.000 Förderprogramme zur Verfügung. Meist sind sie an etliche Kriterien gebunden. Achte daher darauf diese einzuhalten, besonders die Fristen. Reichst du Anträge zu spät ein, können dir mehrere Tausend Euro verloren gehen.

Fehler: Du hast Fristen nicht eingehalten.

Tipp: Setze dich so früh wie möglich mit diesem Thema auseinander um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Informiere dich, wann du Anträge stellen musst, denn häufig sollte dies bereits vor der eigentlichen Gründung geschehen.

Fehler: Du hast die Anforderungen nicht erfüllt.

Tipp: Kontrolliere genau die Bedingungen für eine Förderung. Für den Gründerzuschuss z.B. musst du als Gründer noch Anspruch auf Arbeitslosengeld I für mindestens 150 Tage vorweisen. Kostenlose Hilfe bieten dir dabei Gründungs- und Fördermittelberatungen.

Falle 3: Die Investitionen

Geld gibt sich schnell aus. Genau dies wird vielen Gründern zum Verhängnis. Bedenke daher: Nicht ausgegebenes Geld steigert den Gewinn und das sollte immer dein Primärziel sein. Erstelle einen realistischen Investitionsbedarfsplan. Ein genauer Finanzierungsplan ist das A und O für ein erfolgreiches Unternehmen. Je besser du deine Anfangsausgaben kalkulierst, desto stabiler baust du dein Unternehmen auf.

Fehler: Du hast zu hohe Anfangskosten getätigt.

Tipp: Gerade bei der Erstanschaffung wird häufig ein zu hoher Lagerbestand eingekauft. Beginne lieber etwas kleiner und verkaufe die Lagerware, nachbestellen kannst du immer. Dabei hilft eine realistische Erwartungshaltung ebenso, wie ein klares Bild des eigenen finanziellen Rahmens. Lagerware ist totes Kapital. Sei also realistisch und frage dich, wie viel du dir davon leisten kannst.

Fehler: Es kommt zu Prestigeanschaffungen.

Tipp: Stelle Träume vom großen Geschäftswagen, dem Luxus-Büro und einer Fülle von Angestellten hinten an. In erster Linie musst du mit deinem Unternehmen Geld erwirtschaften, bevor du es ausgeben kannst. Ein wichtiges Entscheidungskriterium, um deinen Geldbeutel zu entlasten, ist die Frage, ob du neue Wirtschaftsgüter angeschaffen musst, oder ob nicht zunächst gebrauchte Gegenstände den Dienst erfüllen.

Fehler: Bei der Immobilienanmietung hast du langfristige Verträge unterzeichnet.

Tipp: Bei Immobilien solltest du mit langfristigen Verträgen vorsichtig sein. Schließe am Anfang besser nur einen Vertrag über ein halbes Jahr für Büroräume ab, so bleibst du flexibel hinsichtlich der Entwicklung deines Unternehmens. Vergrößern kann man sich immer.

Fehler: Du hast am Anfang bei der EDV gespart.

Tipp: Bei der EDV solltest du von Anfang an in ein System investieren, dass deinen Anforderungen auch in der Zukunft gerecht wird. Notwendige spätere Umstellungen können sich als Geldfresser entpuppen.

Falle 4: Die Finanzierung

Häufig wird der finanzielle Bedarf vom Gründer falsch eingeschätzt. Setze dich dementsprechend realistisch mit den Zahlen auseinander und bedenke alle Kosten. Bei der Finanzierung geht es nicht nur um die Kosten, die zu Beginn der Gründung auf dich zukommen. Es ist wichtig eine langfristige solide Finanzierung deines Unternehmens zu planen, um eventuelle Engpässe durch fehlende Umsätze ausgleichen zu können und dadurch nicht gleich in die Zahlungsunfähigkeit abzurutschen.

Fehler: Du hast den falschen Kreditvertrag abgeschlossen.

Tipp: Sprich bezüglich eines Kredites mit deiner Hausbank oder einem Berater. Dies hilft, Fehler zu umgehen und eventuelle Mehrkosten im Vorfeld zu vermeiden. Sollte ein Kredit notwendig sein, frage erst in deinem Bekannten- und Freundeskreis nach, ob dir jemand ein kostengünstiges Darlehen gewährt, denn damit kannst du auf lange Sicht einiges sparen.

Fehler: Du hast keine Analyse des Investitionsbedarfs durchgeführt.

Tipp: Solltest du selbst nicht das betriebswirtschaftliche Wissen mitbringen, suche dir in jedem Fall kompetente Hilfe. Es ist nicht ratsam einen kleinen Kredit oder Gründerkredit mit hohen Zinsen aufzunehmen, wenn keine fachmännische Analyse des Investitionsbedarfs durchgeführt wurde.

Falle 5: Der Businessplan

Solltest du eine Finanzierung oder Förderung für dein Unternehmen benötigen, ist ein Businessplan unumgänglich. Doch er ist nicht nur in der Vorgründungszeit und für die Geldbeschaffung wichtig. Hier legst du alle wichtigen Grunddaten für deine zukünftige Firma fest. Er ist Ausgangspunkt für einen guten Marketingplan. Der Businessplan sollte die Grundlage für deine internen Ziele bilden und daher nicht in der Schublade verstauben.

Fehler: du hast keinen Businessplan erstellt.

Tipp: Auch wenn du keinen Businessplan zur Beantragung von Krediten oder Förderungen benötigst, erstelle trotzdem einen. Er hilft dir, in Zukunft deine Ziele im Auge zu behalten.

Fehler: Du hast nur einen unzureichenden Businessplan erstellt.

Tipp: Informiere dich, welche Bestandteile in einem Businessplan enthalten sein müssen. Kostenlose Muster erhältst du bei der Gründungsberatung und bei Handelskammern. Hier findest du Muster der IHK zum Herunterladen.

Fehler: Du hast einen Businessplan erstellt, er verstaubt jedoch in der Schublade.

Tipp: Nimm deinen Businessplan regelmäßig in die Hand und überprüfe die dort festgesetzten Ziele mit dem Istzustand deines Unternehmens. Häufig verliert man im laufenden Betrieb den Blick auf das große Ganze.

Falle 6: Die Beratung

Um von einer guten Basis zu starten, solltest du dir fachmännische Hilfe suchen. Vier Augen sehen mehr als zwei. Denn die Probleme beginnen schon bei der Wahl der richtigen Rechtsform für dein Unternehmen. Kannst du dich als Freiberufler anmelden oder brauchst du ein Gewerbe. Welche Haftungsform ist die Beste für dich? Zudem kann man nicht in allen Bereichen ein Experte sein und verliert leicht den Überblick. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Gründungsidee seitens eines Außenstehenden kann Unstimmigkeiten und neue Fragen aufwerfen. Lass deine Idee und das Geschäftskonzept, ebenso den Businessplan, von einem Fachmann prüfen.

Fehler: Aus Geldgründen hast du alles selbst gemacht, auch ohne die notwendige Kompetenz.

Tipp: Es lohnt sich, mit einem Fachmann über deine Idee zu sprechen. Nimm demzufolge eine Gründungsberatung in Anspruch. Diese wird dir von verschiedenen, öffentlichen Einrichtungen kostengünstig, teilweise kostenfrei angeboten. Nimm die dort gewonnenen Erkenntnisse ernst und überarbeite deine Unterlagen entsprechend.

Falle 7: Das Zeitmanagement

Richtiges Zeitmanagement ist ein Grundpfeiler für erfolgreiches Arbeiten. Setze dir daher unbedingt Prioritäten und teile deinen Tag sinnvoll ein. Dies wird später auch deinen Angestellten helfen, effektiver zu arbeiten. Bereits in der Vorgründungszeit solltest du mit einer Checkliste arbeiten. Besonders in dieser Zeit musst du dich um die unterschiedlichsten Bereiche kümmern, die bestimmten Abläufen und Terminen folgen.

Eines muss jedem Gründer bewusst sein. Eine Selbstständigkeit ist kein Angestelltenverhältnis. Feste Arbeitszeiten wird es für dich nicht mehr geben und der Arbeitseinsatz wird enorm ansteigen. Sein eigener Herr zu sein, bedeutet in erster Linie eine Menge mehr Arbeit bewältigen zu müssen.

Fehler: Es fehlt eine Struktur in der Firma.

Tipp: Erstelle ein Organigramm zum Aufbau und den Abläufen des Unternehmens. Eine Visualisierung macht Abläufe klar und vereinfacht die Optimierung. Damit ergeben sich Prioritäten und Zuständigkeiten. Erstelle hieraus eine Checkliste und einen entsprechenden Arbeitsplan für den Tag.

Fehler: Du hast keine Prioritätenliste erstellt.

Tipp: Um den Überblick nicht zu verlieren, erstelle eine Checkliste, in der du auch die weiteren notwendigen Schritte der einzelnen Bereiche aufführst und mit Prioritäten und Zuständigkeiten arbeitest. So wird es dir leichter fallen, Arbeiten zu delegieren.

Fehler: Du hast den notwendigen, höheren Arbeitseinsatz einer Selbstständigkeit unterschätzt.

Tipp: Der erhöhte Zeit- und Arbeitsaufwand kann zu Spannungen im Familienleben führen. Die Gründung sowie die Anfangsphase erfordert eine Menge Ausdauer von dir. Trainiere deine Ausdauer und Produktivität.

Falle 8: Die Buchhaltung

Mangelhafte Buchhaltung und ungenügende Kalkulation aufgrund Zeitmangels ist ein häufiger Fehler von Gründern, der nicht selten in der Pleite endet. Eine Einkaufs- und Verkaufskalkulation ist unumgänglich, wenn du  wirtschaftlich arbeiten willst. Gerade diese Kalkulation ist für die Verbesserung des Absatzes sowie eine wettbewerbsfähige Strategie notwendig. Nimm dir daher die Zeit. So wichtig wie die Finanzierung im Vorfeld ist auch die professionelle Kontrolle der Finanzen im laufenden Betrieb, um das Unternehmen vor einer Pleite zu bewahren. Ein kompetenter Mitarbeiter in diesem Bereich wird dir viel Ärger und Zeit ersparen und dein Unternehmen finanziell solide aufstellen.

Fehler: Du hast keine Kalkulation gemacht.

Tipp: Führe regelmäßig Buch und schenke auch den Kleinbeträgen Achtung. Halte deine Fixkosten so gering wie möglich, aber so hoch wie nötig um ein angenehmes Unternehmensklima für dich und deine Mitarbeiter zu erzeugen. Entwickel strategischen Weitblick und behalte deine Fixkosten im Auge.

Achtung!

Beachte, dass sich die traditionelle Buchhaltung im heutigen digitalen Zeitalter zur elektronischen Buchhaltung hin verändert hat. Aus diesem Grund solltest du dich diesen neuen Herausforderungen stellen und dich mit den Aufzeichnungspflichten einer ordnungsgemäßen Buchhaltung auseinandersetzen.

 

Fehler: Dir fehlt eine klare Übersicht deiner Finanzen.

Tipp: Investiere in deine Buchhaltung, wenn du selbst kein Fachmann darin bist. Eine permanente Kontrolle über deine Kosten und Umsätze, sowie die termingerechte Erledigung aller Verpflichtungen zahlt sich am Ende in deinem Gewinn aus. Ein klarer Blick auf Soll und Haben ist Grundlage für ein erfolgreiches Unternehmen. Ein Liquiditätsplan kann dir dabei helfen.

Falle 9: Die Mitarbeiter

Nicht die Anzahl der Mitarbeiter ist wichtig, sondern ihre Qualifikation und Persönlichkeit. In einem harmonischen Team arbeitet der Einzelne effektiver. Gleichzeitig sparst du bei einer durchdachten Mitarbeiterplanung bares Geld ein.

Für bestimmte Bereiche, wie Buchhaltung oder Marketing, solltest du Experten engagieren, wenn du selbst nicht die nötigen Erfahrungen mitbringst. Nicht nur, dass du dir dann sicher sein kannst, alles richtig zu machen, du kannst die gesparte Zeit in deine eigentliche Arbeit investieren und so Ihrem Primärziel, Umsatz und Gewinn zu generieren, ein beträchtliches Stück näher kommen.

Fehler: Du hast zu viele Mitarbeiter angestellt.

Tipp: Wachse nur deinem Erfolg entsprechend. Zu viele Mitarbeiter kosten Geld und können sich nachteilig auf die Produktivität auswirken. Bedenke außerdem, dass für jeden Mitarbeiter eine Einarbeitungsphase notwendig ist.

Fehler: Das Team ist zu homogen.

Tipp: Gehe ehrlich mit dir ins Gericht und stehe zu deinen Schwächen. So kannst du die Bereiche identifizieren, bei denen du Hilfe brauchst. Dies sollte die Grundlage für die Auswahl deiner Mitarbeiter sein. Immer wieder ist festzustellen, dass Teams zu homogen aufgestellt sind. Doch in einem Unternehmen müssen unterschiedliche Bereiche, wie Technik, Finanzen, Strategie und Personal abgedeckt werden. Wähle deine Mitarbeiter so, dass du ein ausgewogenes Verhältnis erzielst.

Fehler: Du hast keine klaren Stellenbeschreibungen festgelegt.

Tipp: Erstelle schriftliche Stellenbeschreibungen. Lege den Tätigkeitsbereich deiner Mitarbeiter klar fest. Gewisse bürokratische Aspekte sind notwendig, um sich nicht nach kürzester Zeit vor lauter Chaos im Kreis zu drehen. Nur wenn du mit klaren Strukturen der Aufgabenbereiche auftrittst, können Mitarbeiter eine Entlastung für dich darstellen.

Fehler: Unseriöse Geschäftspartner treiben die Ausgaben in die Höhe.

Tipp: Was für Mitarbeiter gilt, gilt auch für Geschäftspartner. Nimm dich vor unseriösen Partnern in Acht. Es empfiehlt sich immer, mehrere Angebote für die gleiche Leistung einzuholen und diese nach Auftragserteilung permanent zu prüfen. So kannst du unnötige Kosten im Rahmen halten.

Falle 10: Das Marketing

Marketing ist das Konzept der ganzheitlichen, marktorientierten Unternehmensführung. Hier geht es darum, dein Produkt/deine Dienstleistung erfolgreich zu positionieren. Überlasse dies nicht dem Zufall, sondern sei aktiv. Vorarbeiten, wie eine gute Marktanalyse und die Zielgruppenbestimmung zahlen sich spätestens jetzt aus. Geh mit realistischen Erwartungshaltungen an den Start und investiere in dein Marketing so viel wie nötig. Dies heißt nicht, alles selbst zu machen. Gerade im Bereich Marketing ist Hilfe von Experten ratsam.

Fehler: Du hast ein zu geringes Budget eingeplant.

Tipp: Je nach Branche ist das Marketing-Budget unterschiedlich hoch anzusetzen. Suche das Gespräch mit einem Experten aus deiner Branche, um eine realistische Einschätzung zu erhalten und mit fundierten Zahlen in deiner Kalkulation zu arbeiten. Nichts ist ärgerlicher als unerwartete Kosten.

Fehler: Aus Zeit- und/oder Geldgründen hast du das Marketing vernachlässigt.

Tipp: Sich nur auf Empfehlungen zu verlassen, reicht nicht und dauert zu lange. Solltest du selbst keine Zeit finden, engagiere einen Marketingberater – damit hast du Zeit, deine Arbeit zu tun und gleichzeitig wird dein Unternehmen bestens betreut. Die anfänglichen Kosten werden sich mit der erfolgreichen Vermarktung deines Unternehmens auf Dauer rechnen.

 

Alisha Meier

Um seine Zielgruppe im Internet zu begeistern muss man kreativ sein. Alisha besitzt diese Kreativität und weiß als Content Marketerin bei sevDesk, welche Inhalte im Netz funktionieren. Im Blog beschäftigt sie sich mit sämtlichen Kreativthemen und versucht Selbstständige zu inspirieren.

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