SEO für Selbstständige – Experte Pascal Horn im Interview [Auch zum Anhören!]

Im Interview sprach ich mit einem echten Experten über das Thema „SEO für Anfänger“. Pascal Horn nahm mich mit in seine SEO-Welt und teilt mit dir sein Wissen über die Suchmaschinenoptimierung. Keine Lust zu lesen? Kein Problem!

Das Interview heute gibt es nicht nur als Text, sondern auch als Audiodatei! Du kannst dir dabei das gesamte Interview anhören oder dich nur den Abschnitten widmen, die dich interessieren!

Kurz zu meinem heutigen Interviewpartner: Pascal ist Head of SEO bei der vioma GmbH in Offenburg. Die vioma GmbH ist ein Technologie-Dienstleister und eine Onlinemarketing-Agentur, die sich auf die Hotellerie und den Tourismus spezialisiert hat.

Neben seiner Tätigkeit bei der vioma betreibt Pascal den Blog nextlevelSEO.de, auf dem er anderen Suchmaschinenoptimierern mit Tipps und kleinen Tutorials Anregungen für ihre Arbeit gibt. Man kann also sagen, dass er ein wahrer Fachmann auf seinem Gebiet ist.

Das erwartet dich im Interview:

    1. Suchmaschinenoptimierung – mehr als nur ein Beruf?
    2. Wie wird man SEO?
    3. Was ist Suchmaschinenoptimierung?
    4. Rankingfaktoren – was sind die wichtigsten?
    5. Wie wichtig ist Page Speed für das Google Ranking?
    6. Social Media und SEO – welchen Einfluss haben Soziale Medien?
    7. Ist Suchmaschinenoptimierung als Anfänger möglich?
    8. Welche SEO-Maßnahmen kann man selber umsetzen?
    9. Welche Tools helfen bei SEO?
    10. Wie wird sich SEO entwickeln?

Vorab Suchmaschinenoptimierung ist für dich nicht nur ein Beruf, sondern eine Leidenschaft, oder?

Absolut richtig. Wobei ich hier noch ergänzen möchte, dass ich zwar für die vioma GmbH arbeite, ich selbst es aber mehr als 40-stündiges Hobby pro Woche empfinde.

Natürlich nehme ich meine Aufgaben dort sehr ernst, aber wenn man spielerisch und kreativ an die Aufgaben rangehen kann, ein gutes und leidenschaftliches Team an der Seite hat, eine gewisse Freiheit bei der Arbeit und beim Testen genießen kann, ja dann geht man ganz anders an die Dinge heran und macht quasi keine Fließbandarbeit mehr.

Meinen Blog habe ich selbst gestartet, um der „SEO-Community“ auch etwas zurückgeben zu können, von dem ich gerade in der Anfangszeit auch sehr gezehrt habe. Kleine Tests, kleine Hilfen und einen größeren Blick auf das große Ganze geben zu können. Das mag ich sehr.

Wie hat sich deine Leidenschaft für den Bereich SEO entwickelt?

Im Sommer 2005 habe ich meine erste private Website online gestellt. Allerdings hatte ich mich schnell gefragt, warum keine Besucher auf meine Seite kamen. Als frischer Schulabgänger hatte ich kein Geld für richtige Werbekampagnen, z. B. über Adwords oder andere Werbeanzeigen. Social Media existierten damals noch nicht wirklich.

Dann bin ich schnell in den Bereich Suchmaschinenoptimierung gekommen. Und gerade weil ich das Projekt privat gestartet hatte, empfand ich schnell eine große Lust an dem Thema.

Im Prinzip kann man auch gut die Perspektive wechseln. Anstelle arbeiten zu müssen, um Geld zu verdienen, gehe ich hier wie bei einem überdimensionierten Monopoly-Spiel vor.

Suchmaschinenoptimierung ist ein Spielfeld, meine Website ist eine Spielfigur, viele andere Spieler befinden sich ebenfalls auf dem Spielfeld und die Spielregeln definiert (zumindest in Deutschland) hauptsächlich Google.

Mit dieser Anschauung auf das Thema möchte ich das „Spiel“ gewinnen. Und so kommt – zumindest für mich – diese brennende Leidenschaft zusammen.

Zusammen mit dem Kollegen Fabian Auler habe ich im Oktober vergangenen Jahres dazu eine Podcastfolge gemacht, die sehr passend ist: „Wie wird man SEO.“

Kannst du kurz und prägnant für das weniger fachkundige Publikum beschreiben, was Suchmaschinenoptimierung in deinen Augen bedeutet?

Darauf lässt es sich reduzieren: Suchmaschinenoptimierung ist die Kunst, den richtigen Personen mit meiner Website sehr gute Antworten auf ihre Suchanfragen zu geben.

Etwas detaillierter wird es einfacher verständlich. Es gibt mehrere wichtige Hauptbereiche beim SEO: Besuchersteigerung, die wir durch Optimierungen an der Website, den Inhalten, Aufbereiten von vorhandenen und neuen Informationen sowie Aufbau von Empfehlungen auf anderen Webseiten generieren.

Das mit dem Ziel, die Suchenden in den Suchergebnissen von Google, Bing und anderen Suchmaschinen gut abholen zu können und ihre Suchanfrage möglichst zu beantworten oder zu entsprechen, damit sie bei uns einkaufen oder eine anderes wichtiges Ziel mit einer Aktion ausführen.

Dazu muss man natürlich die Suchmaschinen gut verstehen können. Diese lehnen sich stark an die Intentionen der Suchenden, was sie erwarten, welche Informationen benötigt werden, welche Formate der Suchende gerade wünscht, ob er gerade mit dem Smartphone unterwegs ist oder Zuhause am Rechner sitzt.

Aber man sollte auch Suchmaschinen selbst kennen, wie formatiere ich z. B. einen Inhalt, wie baue ich eine logische Web-Struktur meiner Website auf, Vermeidung von kritischen Fehlern und saubere Einhaltung der Webmaster-Richtlinien.

Das alles formt am Ende eine Leistung, mit der man in den Suchergebnissen gute Positionen erreichen kann; eine Garantie auf einen bestimmten Platz kann aber keiner geben, denn andere, die ebenfalls auf den vorderen Plätzen zu finden sind, werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch SEO betreiben.

Allerdings erhält man auf diesem Wege dauerhaft und nachhaltig immer mehr Besucher und Kunden, ein großer Vorteil von SEO.

Im SEO-Kontext wird häufig von sogenannten Rankingfaktoren gesprochen. Was hat es damit auf sich und was sind aktuell deiner Meinung nach die Wichtigsten?

Google, Bing, Yandex, Baidu, Youtube, Amazon… alle sind schon sehr gut im Herausfinden, was der Nutzer gerade sucht und welche Antwort der Nutzer am Wahrscheinlichsten haben möchte. Am Ende des Tages sind es aber noch immer nur Maschinen, die auf einen Algorithmus zurückgreifen müssen.

Diejenigen Maßnahmen, welche eine positive oder negative Auswirkung auf die Suchergebnisse haben, nennen wir Rankingfaktoren.

Alleine bei Google gibt es über 200 Rankingfaktoren. Jedoch könnte man nach einem 80-20-Prinzip hier grob sagen, dass 80% des SEO-Erfolgs auf 20% der Rankingfaktoren zurückzuführen sind.

Anfang des vergangenen Jahres hatte Andrey Lipattsev, Senior Stratege bei Google, bestätigt, dass die Top 3 Rankingfaktoren Links, Content und Rankbrain sind. Vereinfacht gesagt, sind das echte Empfehlungen von anderen Websites, gut aufbereitete Inhalte auf der eigenen Website und eine hohe Qualität des Surf- und Informationserlebnisses auf der eigenen Website (als Rankbrain wird der Rankingfaktor von Googles künstlicher Intelligenz bezeichnet).

Im SEO wird gerne von „Content is King“ gesprochen. Ich gehe mittlerweile dazu über den Slogan „Information is King“ zu verwenden. Informationen halte ich für wesentlich wichtiger als zum Beispiel „nur blumigen Text“. Gerade bei der Suche mit Smartphones sind Informationen häufig wichtiger als ein fades „blubb blubb“.

Und dann streift SEO ja auch andere Marketingkanäle, grob gesagt alle anderen Marketingkanäle. Adwords und Affiliate mit gemeinsamen Zielseiten, um Duplicate Content zu vermeiden. Social Media zur Kundenbindung und Fangewinnung auch hin zur eigenen Website. A/B-Testings. Gemeinsame Kampagnen mit Presse- und PR-Bereichen, um an dieser Stelle nur ein paar Beispiele zu nennen.

Diese müssen keine direkten Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung haben, bringen aber indirekte Begleiterscheinungen mit, die sich wiederum auf SEO auswirken können.

Page Speed gilt schon seit längerer Zeit ebenfalls zu einem entscheidenden Faktor im Google Ranking Algorithmus. Würdest du dem zustimmen?

Also die Technik hinter einer Website muss schon stimmen.

Ich kann den schönsten Porsche haben, aber sofern in ihm nur ein Trabbimotor verbaut ist, wird er auf der Autobahn kein Auto überholen. Unter der Haube muss es auf jeden Fall stimmen.

Dazu zählt auch die Website Geschwindigkeit – zweifelsohne ein ganz wichtiger Faktor. Es gibt viele Websites, die noch recht langsam sind bzw. upgedatet werden sollten. Häufig sollten auch die Server im Hintergrund neu strukturiert werden.

Es gibt aber durchaus auch noch andere Faktoren. Seit einigen Jahren ist es Google sehr wichtig, dass eine Website mobilfreundlich ist. Das gilt übrigens auch für andere Suchmaschinen.

Im besten Fall ist das meiner Meinung nach ein Responsive Design oder alternativ eine eigene Subdomain oder eine eigene Website für die mobile Ausgabe. Die Technik im Hintergrund muss in letzterem Fall aber auch wieder gut verknüpft sein mit der eigenen Website.

Mobil geht momentan wahnsinnig viel, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass die Zahl der Suchanfragen auf mobilen Endgeräten größer geworden ist. Sie übersteigt mittlerweile sogar die Zahl der Suchanfragen auf dem Desktoprechner.

Stichwort Social Media – inwiefern hat die Interaktivität und Viralität von Beiträgen in den sozialen Medien Einfluss auf das Ranking?

Wir müssen hier gut unterscheiden können. Fakt ist, dass es keinen wirklichen Rankingfaktor dafür gibt, wie viele Fans eine Website hat oder wie häufig meine Website auf Social Media Plattformen, wie Facebook oder Twitter genannt wird. Sie beeinflussen das Ranking einer Seite somit nicht direkt.

Aber: Social Media ist ein sehr starkes Instrument für die indirekten Begleiterscheinungen im SEO. Zum einen, um neue Besucher auf meiner Website in einer Art kostenlosem Informationsabo zu binden, die bei interessanten Posts wieder auf meiner Website landen.

Zum Zweiten, wenn eine große Masse an Menschen regelmäßiger auf meine Website kommt und ihnen das Informationsangebot gefällt, verlinken mich die Fans auf anderen Websites auch häufiger, ansteigend mit der Anzahl an Fans.

Bestimmte Kampagnen kann man in einem Online-Marketing-Gesamtkonzept auch nur erfolgreich mit einer guten Fanbasis umsetzen, wie etwa Aufrufe zu Bewertungen oder Blogparaden, die dann jeweils direkten Einfluss auf meine Suchmaschinenoptimierung haben können.

Nicht zuletzt deshalb empfehlen wir unseren Kunden immer, sich im Online Marketing breit aufzustellen. So stellt man dauerhaft eine starke Marke auf und minimiert sein Risiko hinsichtlich ungewisser Zukunftsentwicklungen.

Sind (angehende) Selbstständige ohne tiefer gehendes Knowhow in der Lage auf ihrer Website selber SEO-Maßnahmen erfolgreich zu betreiben?

Wenn es sich um potenzielle selbstständige Suchmaschinenoptimierer handelt würde, ich sagen: „Ohne ein gutes Bauchgefühl für das Thema sollte man es lieber lassen.“

Es gibt viele hervorragende Crashkurse, Seminare, Tagungen und Veranstaltungen zum Bereich SEO, die kann und sollte man dann auch regelmäßig zur Weiterbildung besuchen, aber um Selbstständig zu werden, sollten ein paar Jahre Hobby- oder Berufserfahrung drin sein.

Zu schnell kann man Kundenwebsites „verbrennen“. Beispielsweise sind Links zwar ein sehr starker Rankingfaktor, wer aber beim Linkbuilding nicht die kompletten Mechaniken und Regeln kennt, kann hier schnell in eine Abstrafung fallen. Um in die Richtung professionell reinzukommen, gibt es entweder: Übung, Übung, Übung (und Spaß an der Sache).

Oder eine sehr empfehlenswerte Alternative: ein Studiengang an der afs-Akademie für Fortbildung in SEO, sehr empfehlenswert (https://www.afs-akademie.org/).

Für (angehende) Selbstständige in anderen Themenfeldern: Gewisse Basics können generell von jedem vorgenommen werden, wenn man die Lust und Leidenschaft dafür entdeckt.

Gerade Optimierungen auf der eigenen Website und Portaleinträge sind leicht von jedem selbst umsetzbar.

SEO für Anfänger – was kann man auch ohne tiefergehendes Knowhow selbst machen?

Wie gesagt, gerade Optimierungen an der eigenen Website sind recht leicht umsetzbar. Das betrifft zum Beispiel den logischen Aufbau der Website-Struktur, vereinfacht also liegen die richtigen Seiten im Hauptmenü an den richtigen Stellen.

Die Aufbereitung der Inhalte ist ganz wichtig, mit guten Informationen bestücken und eine logische Aufbaustruktur auch in den Inhalten wahren.

Gibt es doppelte Inhalte auf dem kompletten Webauftritt, dann sollten die Inhalte so vereinfacht werden, dass es nur noch ein Originalinhalt gibt.

Interne Verlinkungen von meinen Unterseiten auf andere themenrelevante Unterseiten kann jeder in den Texten einfach ergänzen, um die Nutzer und Suchmaschinen weiter zu führen.

Dann kann man mit Tools wie der Google Search Console und Google Analytics arbeiten. In der Google Search Console werden technische Hilfen und Probleme zur eigenen Website aufgezeigt, die man bereinigen kann. Und mit Analytics lässt sich nicht nur feststellen, wie viele Nutzer man auf einer Website hat, sondern auch, welche Unterseiten denn nicht gut funktionieren.

Der Aufbau von Portaleinträgen kann ebenfalls umgesetzt werden. Neben den Klassikern, wie den wichtigsten Branchenbüchern, Google My Business, Bing Places oder Yelp gibt es auch branchenspezifische Verzeichnisse.

In der Hotellerie wären das etwa Auszeichnungen durch den Relax Guide oder Auszeichnungen durch Wellnessstars. Außerdem kann man mit der Presse und Fachmagazinen gute Empfehlungen aufbauen, zum Beispiel mit Produktvorstellungen, Dossiers, Tests und ähnlichem.

Und natürlich sollten die wichtigsten 2-3 Social Media Kanäle ermittelt und darin lebendige Profile angelegt und gepflegt werden, um nachhaltig eine gute Fanbasis aufzubauen.

Dennoch sollte das eigene Geschäft, die eigene Arbeit nicht darunter leiden. In diesem Fall sollte man lieber professionelle Hilfe holen. Ich nehme zwei Beispiele. Ein Selbstständiger mit einem mobilen Pizzawagen ist wahrscheinlich nicht so stark auf eine gute Position in Suchmaschinen angewiesen. Für ihn reichen wahrscheinlich auch nur eine Facebook-Seite und eine gute Fanbasis aus.

Eine Ferienwohnung braucht auch nicht zwingend eine Website, da es hierfür passende Portale im Netz gibt.

Ein Hotel ist hingegen zu groß, dass die Arbeit alleine vom Chef oder der Person an der Rezeption bewältigt werden könnte. In dem Fall sollte man sich zunächst an eine Full-Service-Agentur wenden, die eben für alle Marketingkanäle professionell eine saubere Gesamtstrategie mit dem Kunden aufbereiten und diese Kanäle fachgerecht betreuen kann.

Wird das Unternehmen zu groß, wäre die nächste Überlegung einen professionellen Online Marketer Inhouse einzustellen, der aber alleine alle Kanäle betreuen muss und entsprechend selten und teuer auf dem Stellenmarkt sein wird.

Kurz: Wenn jemand aus Hobbygründen oder Lust gerne einsteigen möchte und ein kleineres Unternehmen führt, kann er sich dem Thema problemlos nähern. Solange es nicht den eigenen Kerngeschäften und Kernzielen des Unternehmens aufgrund von Zeit oder Zeitdruck im Wege steht.

In diesem Zusammenhang – was sind nützliche Tools für Suchmaschinenoptimierung?

Zum Einstieg würde ich immer die Google Search Console und Google Analytics empfehlen. Zum einen Analytics, da ich wissen möchte wie viele Besucher auf meine Seite kommen. Darüber hinaus kann ich damit nachvollziehen, wenn etwas gekauft worden ist oder etwas Bestimmtes geklickt worden ist. Gleichzeitig kann ich Schwachstellen identifizieren, zum Beispiel Seiten, die eben nicht gut funktionieren.

Die Google Search Console kann demgegenüber technische Fehler an der Website aufzeigen, die dann repariert werden können.

Für lokale Optimierung und als Unternehmen würde ich Google My Business und Bing Places empfehlen.

Fortgeschrittene SEO kann dann schnell kostenintensiv werden, wenngleich einem tolle Tools zur Verfügung stehen. Sistrix ist ein hervorragendes Werkzeug, um die eigene Sichtbarkeit und das Ranking im Fokus zu haben. Gleichzeitig kann man auch jede andere Website überprüfen und damit beispielsweise schauen, was die Konkurrenz macht.

Weitere Alternativen sind Search Metrics oder Onpage.org. Hier wird es aber wie gesagt schnell sehr kostspielig.

Die Rankingfaktoren im Allgemeinen und speziell der Algorithmus von Google entwickelt sich eigentlich ständig weiter. Was könnte in Zukunft für ein gutes Ranking an Bedeutung gewinnen und umgekehrt gefragt: Was wird in deinen Augen zukünftig eher unwichtiger werden?

Das ist seriös schwer bis gar nicht zu sagen. Für die nächsten Monate und gegebenenfalls das nächste Jahr oder zwei haben wir ganz gute Ideen und Überlegungen, was für Suchmaschinen im Bereich SEO wichtiger oder unwichtiger werden könnte.

So wird Google (und werden andere Suchmaschinen) weiterhin alles tun, um seinen Nutzern ein noch möglichst perfektes Suchergebnis liefern zu können.

Der Fokus steht meiner Meinung nach momentan auf Content, Informationen und logischen Strukturen. Gut aufbereitete Inhalte mit vielen Informationen in der richtigen Schwierigkeitsstufe der entsprechenden Zielgruppe sind meiner Einschätzung nach ein Muss.

Eine saubere Website-Struktur nach einer logischen Sitemap aufgebaut, also auch der logische Aufbau eines Inhalts, sind ebenso wichtig. Aber natürlich bleiben bestehende Faktoren, wie Links ebenfalls hoch angesiedelt. Hier entscheidet aber schon lange nicht mehr die Masse, sondern die Qualität.

Mobile Websites bzw. Responsive Design als auch Verschlüsselung von Websites und Content Marketing waren und sind seit den letzten Jahren die Begriffe schlechthin. Ob sich der ein oder andere Punkt dauerhaft halten wird, bleibt abzuwarten. Das ist nämlich ein kniffliger Punkt bei der Beantwortung dieser Frage.

So wie das Wetter nur auf eine kurze Distanz in die Zukunft auf Basis von aktuellen und vergangenen Zeiträumen vorhergesehen werden kann, so können wir auch im Bereich SEO über einen größeren Zeitraum keine detaillierte Vorhersage machen.

Dieses Jahr gab es beispielsweise einen enormen Hype um das Smartphone-Spiel Pokémon Go. Für viele lokale Gaststätten, Kiosks und Ausflugsziele hat sich mit einem Schlag ein völlig neuer, wenn auch zum Großteil nur temporärer Marketingkanal geöffnet.

Ich habe Freiluftrestaurants gesehen, die quasi von einem Tag auf den anderen haufenweise Kundschaft mit Smartphones am Tisch hatten. Ob sich ein Kanal wie dieser wieder öffnet, ist nicht die Frage. Das wird er. Die Frage ist eher, wann.

Auf lange Sicht kann man aber nur spekulieren. Google, Microsoft und andere Hersteller arbeiten bekanntlich ja an Smart Glasses, also an digitalen Brillen. Deren Surfverhalten wird sich massiv vom Surfverhalten eines Nutzers am Rechner und Smartphone unterscheiden.

Google hat AMP veröffentlicht mit der Webseitenbetreiber super-abgespeckte Versionen ihrer Website besser in den Google Index bekommen (was für Smart Glasses und Smart Watches viel besser abbildbar wäre).

Aber auch Suchsysteme, wie Siri oder Google Assistant werden einen immer stärkeren Impact auf dem Markt haben.

Einige von uns Online Marketern sehen auf lange Sicht eine Art „Entbrowserung“ und weitere Personalisierung des Internets entgegen. In der Form, dass Suchen in Zukunft deutlicher in Geräte eingesprochen und die Antworten ausgesprochen werden, die Suchen unterwegs im Alltag getätigt werden, ja bis hin, dass man keine Suche mehr tätigen muss.

Die Geräte erkennen, wann ich Hunger habe, was ich gerne esse, wie viel Geld ich bei mir trage, mit wie vielen Personen ich unterwegs bin, was deren Verlangen und Wünsche sind… und wird uns ganz automatisch zu einem Ziel empfehlen.

Spannende Aussichten haben wir auf alle Fälle. Wie das stattfindet und was wir dann dabei optimieren müssen, steht aber häufig noch in den Sternen. SEO war nie tot, SEO ist nicht tot, SEO wird auch so lange nicht tot sein, so lange Suchanfragen (ob manuell vom Nutzer oder automatisch von Geräten) getätigt werden.

Gute Anpassungsfähigkeiten, regelmäßige Transformationen und schnelle Geschicke werden auch in Zukunft das A und O sein.

Felix Zipf

Sportpublizist, Wirtschaftsingenieur und nun im Bereich Inbound Marketing aktiv. Genau so bunt wie sein bisheriger Werdegang sind die Themenfelder, die Felix auf dem Blog von sevDesk beackert – stets auf der Suche nach nützlichen Tipps und interessanten Interviewpartnern im Bereich Unternehmertum.

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