Laden eröffnen – Mit diesen Tipps gelingt dir dein eigenes Einkaufsparadies!

Wer einen eigenen Laden eröffnen möchte, der benötigt mehr als nur eine Idee. Immerhin träumen viele Menschen davon, Geschäftsführer/in einer eigenen Boutique, Buchhandlung oder einem Fahrradgeschäft zu werden. So viele Vorteile es mit sich bringt, sein eigener Chef und damit selbstständig zu sein, umso mehr Verantwortung hat man zu tragen. Um seinen Traum auch wirtschaftlich betrachtet in die Tat umsetzen zu können, bedarf es einiges an Vorbereitung. Angefangen vom detailliert aufgestellten Businessplan, weiter über die Finanzierung und sämtliche rechtliche Aspekte, bis hin zu der Frage, ob man mit seiner Art von Laden wirklich Erfolg haben wird. Alles was es nun zum Thema „eigenen Laden eröffnen“ zu wissen gilt, wird in folgendem Artikel erläutert.

Das erwartet dich heute:

Wie kann ich meinen eigenen Laden eröffnen?

Die Frage nach dem „Wie“ ist nicht pauschal zu beantworten. So fließen zahlreiche Komponente in die Planung ein, um ein Geschäft erfolgreich zu eröffnen und auch wirtschaftlich mit Erfolg zu betreiben. Allem voran steht ein überzeugendes Geschäftskonzept, welches sich möglichst von allen anderen Wettbewerbern unterscheidet. Neben den persönlichen Fertigkeiten, die man als Geschäftsführer oder Selbstständiger mitbringen sollte, braucht es also auch eine umfangreiche Planung.

Businessplan erstellen

Ein Businessplan beinhaltet in der Regel auch einen Finanzplan, denn mit einem solchen gilt es vor allem, in Frage kommende Investoren zu überzeugen. In der Regel handelt es sich dabei um die Bank, aber auch private Geldgeber wollen wissen, ob das Geschäft zukünftig auch Gewinne abwirft und sich eine Investition lohnt. Doch wo beginnt man, wenn man einen Businessplan aufstellen will?

Wie viele Seiten hat ein Businessplan?

Businesspläne sollten stets ansprechend gestaltet sein, denn dieser stellt die Visitenkarte der Geschäftsidee dar. Was den Umfang des Plans betrifft, so empfiehlt sich eine ungefähre Seitenzahl von mindestens 25 bis etwa 40 Seiten. Dies ist in der Regel ausreichend, um sein Geschäftsmodell, sowie die eigene Markteinschätzung schlüssig darzustellen.

Geschäftsidee

Eine gesetzliche Vorschrift zum Inhalt eines Geschäftsplans gibt es keine. Allerdings sind bestimmte Bestandteile absolut nötig, um Geldgeber und Investoren von sich zu überzeugen. Zunächst gilt es, die Geschäftsidee selbst zu beschreiben. Dies sollte sowohl in einem Satz passieren können, als auch in ausführlicher Form. Darin enthalten ist also die grundlegende Idee, zusammen mit all den Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmalen.

Neben der Idee stellen sich natürlich noch weitere Fragen: Was brauche ich, um einen Laden zu eröffnen? Und: Wenn Geschäft eröffnen, was verkaufen? Welche Geschäftsform brauche ich? Wie kann ich meine Geschäftsidee finanzieren?

Markteinschätzung und Strategie

Im Anschluss folgen die Markteinschätzung und die Marketingstrategie. So sollte hierbei genau aufgeführt werden, wie es um die Konkurrenz steht und inwieweit man davon überzeugt ist, dass die Produkte gut im jeweiligen Standort verkauft werden. Natürlich sind auch Standortanalysen sinnvoll, um diese in seine Einschätzung einbeziehen zu können. Dies unterstreicht die Glaubwürdigkeit der Zukunftsprognosen.

Investoren und Geldgeber möchten natürlich auch wissen, wie das Marketing geplant ist. Hier geht es darum, die Zielgruppe zu beschreiben und die möglichen oder nötigen Werbemittel entsprechend anzuwenden. Inzwischen sollte man auch die Komponente aus Social Media und Online-Marketing mit einbeziehen.

Kapitalbedarfsplanung

Die Kapitalbedarfsplanung sollte ein weiterer Bestandteil des Businessplans sein. Dabei geht es um eine detaillierte Aufstellung aller anfallenden Kosten. Was kostet es, einen Laden zu eröffnen? Dies variiert natürlich entsprechend dem Standort, bzw. der Lokalität, den zu verkaufenden Produkten und den nötigen Werbemaßnahmen. Wichtig ist hierbei, eine realistische und möglichst genaue Aufstellung zu bieten. Wer hier zu hoch, oder zu unrealistisch kalkuliert, wird eher auf Ablehnung bei der Kreditanfrage stoßen.

  • Preise für Mieten oder Pachten von Lokalitäten in der gewünschten Region.
  • Einrichtung und Möbel passend zum Konzept des Ladens.
  • Einkauf der ersten Produkte
  • Werbematerialien / Dekoration des Geschäfts
  • Gehälter für Mitarbeiter
  • Fahrtkosten falls anfallend.
  • Kleidung (Team T-Shirts, einheitliche Kleidung, wenn nötig)

Umsatzplanung

Hieraus folgt nun die Umsatzplanung und wahrscheinlich ist dies derjenige Punkt, an dem die meisten Gründer zu grübeln beginnen. Tatsächlich soll hier ein Plan aufgestellt werden, inwieweit sich die Produkte aus dem Geschäft innerhalb der nächsten Wochen, Monate und Jahre nach Eröffnung verkaufen werden. Jeder Investor möchte schließlich wissen, ab wann das Gründerunternehmen mit Gewinnen rechnet, bzw. wie hoch diese ausfallen. Natürlich gelangen wir hier an einen Punkt, an dem es ein wenig um Spekulation geht. Aus diesem Grund sollte diese Einschätzung auch wirklich realistisch und möglichst von außen betrachtet werden. Sicherlich ist man selbst stark von seiner Idee oder seinen Produkten überzeugt, dennoch sollte diese Euphorie nicht in die Umsatzplanung einfließen.

Liquiditätsplanung

Die Liquiditätsplanung umfasst sämtliche Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens und auch hier ist eine Planung wichtig. Hieraus ergibt sich schließlich, inwieweit der Gründer zukünftig zahlungs- und handlungsfähig ist. Aufgeführt werden sollten sämtliche bestehende Verpflichtungen gegenüber Schuldnern, dem Finanzamt, den Sozialkassen, den Banken oder Kreditoren. Wer hier falsch kalkuliert, dem droht die Illiquidität oder Zahlungsunfähigkeit mit anschließender Insolvenz. Die Erstellung eines aussagekräftigen Liquiditätsplans ist aber eigentlich relativ simple. Zu empfehlen sind hier gute Tabellenwerke, welche übersichtlich gestaltet sind.

Lebenslauf

Abzurunden ist der Businessplan bestenfalls mit einem Lebenslauf, um Investoren auch von seiner Person zu überzeugen. Ein Investor oder Geldgeber investiert nämlich nur zu 50% in die Geschäftsidee selbst, der Rest ist eine Investition in den Gründer und dessen Fähigkeiten. Wichtig ist, hier seine Stärken und Kompetenzen aufzuführen. Bestenfalls ist der Lebenslauf daher mit abgeschlossenen Ausbildungen, Studiengängen oder Weiterbildungsmaßnahmen gefüllt. Wer beispielsweise schon mehrere Jahre im Einzelhandel tätig war, der hat gute Chancen, auch als Unternehmer eines Einzelhandels ernstgenommen zu werden. Natürlich haben auch Quereinsteiger die Möglichkeit auf eine Selbstständigkeit, allerdings gilt es hier umso mehr, von sich zu überzeugen.

Der Schritt in die Selbstständigkeit

Der wichtigste Schritt in die Selbstständigkeit ist die Entscheidung dazu generell. Natürlich müssen sich Gründer immer im Klaren darüber sein, dass sie ab sofort selbst für ihr Einkommen verantwortlich sind. So wird die zu entrichtende Steuer künftig nicht mehr vom Arbeitgeber abgeführt, sondern muss selbst jährlich per Steuererklärung abgegeben werden. Eine große Verantwortung, welche bedeutet, sich mit steuerrechtlichen Dingen zu befassen und zu lernen, wie man hier agiert und rechnet. Glücklicherweise stehen hierfür aber Steuerberater zur Verfügung, dessen Kosten natürlich auch selbst zu tragen sind. Weiterhin bedeutet eine Selbstständigkeit, künftig für seine Krankenversicherung aufkommen zu müssen, ebenso wie für seine Rente und sämtliche Versicherungen, die ein Betrieb benötigt.

Das Risiko, einmal keine Einnahmen zu haben und womöglich in eine Insolvenz zu laufen, trägt jeder Selbstständige tagtäglich. Umso wichtiger ist es, sich diesen Schritt gut zu überlegen. Die Geschäftsidee sollte also geprüft sein, gewisse Vorbereitungen sind notwendig und der Businessplan sollte wasserfest sein. Nichtsdestotrotz bedeutet eine Selbstständigkeit aber auch, zukünftig selbst über seine Arbeit und Tätigkeit bestimmen zu können. Es ist das eigene Werk, mit eigenen Entscheidungen und der Möglichkeit, seinen Umsatz oder Gewinn auszubauen.

Tipp!

Wenn du dich mit deinem eigenen Laden selbstständig machst, musst du dich natürlich gewissenhaft um deine eigene Buchhaltung kümmern. Eine Buchhaltungssoftware hilft dir, schnell, unkompliziert und nach aktuellen Standards mit deiner Buchführung.

Eigene Stärken und Schwächen analysieren

Nur wer seine eigenen Stärken und Schwächen kennt, wird auf dem Markt bestehen können. Wer sich und seine Kompetenzen überschätzt, wird scheitern. So hart dies klingt, umso mehr Wahrheit steckt dahinter. Es empfiehlt sich also, eine sogenannte SWOT Analyse durchzuführen. SWOT steht für „strengths, weaknesses, opportunities and threats“, also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Wer hier gewissenhaft vorgeht, der kann nicht nur seine persönlichen Stärken und Schwächen ausfindig machen, sondern auch diejenigen aus seiner Geschäftsidee. Um hier zu beginnen, müssen zunächst folgende Informationen zusammengetragen werden:

  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • Technologische Entwicklungen
  • Gesetzliche Vorgaben
  • Kundenanforderungen
  • Besonderheiten (politisch/gesellschaftlich)

Nun gilt es, sich noch einmal näher mit folgenden Punkten zu befassen:

  • Kernkompetenzen persönlich
  • Fachwissen und Ausbildungen
  • Bestehende und geplante Kundenbeziehungen
  • Partnerschaften und Kooperationen
  • Wesentliche Unternehmensabläufe
  • Finanzen
  • Besondere Leistungen im Service
  • Geplante Produkte und Dienstleistungen

Die gesammelten Informationen können nun sortiert und gesichtet werden. Welche Potenziale oder Defizite sind im Geschäftsmodell zu erkennen? Wie sieht das Unternehmen von außen betrachtet aus und welche Alleinstellungsmerkmale kommen beim Kunden gut an? Was unterscheidet meine Geschäftsidee von der Konkurrenz? Welche Punkte aus der Analyse bereiten mir Schwierigkeiten? Alles in allem ist es wichtig, sich ein klares Ziel zu setzen, ausreichend Informationen zu sammeln und genau und sorgfältig vorzugehen. Nur so entsteht eine realistische Einschätzung der Stärken und Schwächen.

Alleinstellungsmerkmale erarbeiten und den eigenen Laden vom Wettbewerb abheben

Ein guter Businessplan braucht ein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal. Doch wie findet man ein gutes Alleinstellungsmerkmal, immerhin bin ich nicht der Erfinder einer noch nie dagewesenen Sache? Keine Sorge, das muss auch keiner sein. Die besten Hinweise auf ein Alleinstellungsmerkmal liefert die Wettbewerbsanalyse. Hier sollte man sich umfangreich mit der Konkurrenz beschäftigen und dessen Preise und Angebote genau studieren. Dabei lässt sich am besten ausmachen, welche Unterschiede man selbst machen könnte. Auch Kundenbewertungen können Aufschluss darüber liefern, was den Kunden der Konkurrenz fehlt. Wichtig ist, so viel wie möglich über seine Zielgruppe zu erfahren, um dann eine optimale Lösung und einen Unterschied zu anderen Anbietern ausfindig machen zu können.

Wer sein Alleinstellungsmerkmal gefunden hat, der sollte dieses möglichst aussagekräftig formulieren und den Businessplan darauf aufbauen. Dabei darf man keine Angst haben, sich mit seinen Angeboten zu spezialisieren oder fokussieren. Wer zu viel anbietet, um damit möglichst viele Menschen anzusprechen, der gibt seinen Kunden keinen Grund, nicht zur Konkurrenz zu gehen. Beschränkt werden sollte sich also auf einen Hauptaspekt, sodass ein Wiedererkennungswert mit einer hohen Markenidentität geschaffen wird. Qualität und Preis sind dann sogar eher Nebensache, denn hier versuchen alle Anbieter, sich gegenseitig zu über- oder unterbieten. Für den Kunden ist dies nichts Neues, sodass er neben dem Preis, auch die Leistung vergleicht.

Die richtige Standortwahl treffen

Nicht zuletzt entscheidet der Standort des Ladens über den Erfolg. Es gibt also ein paar Orientierungspunkte, an denen sich Gründer entlanghangeln können, um den perfekten Standort zu finden. Folgende Fragen sollten einbezogen werden:

  • Ist der Laden gut zu erreichen und wenn ja, wie? Öffentliche Verkehrsmittel, einfache Erreichbarkeit mit dem KFZ und anschließend guter Parkplatzmöglichkeiten?
  • Welche und wie viele Konkurrenzgeschäfte gibt es in unmittelbarer Nähe und wie erfolgreich sind diese mit ihrem Angebot?
  • Findet sich am gewünschten Standort qualifiziertes Personal? (Anfrage beim Arbeitsamt stellen.)
  • Wie hoch sind die Kosten für Miete oder Pacht und wie lange läuft der Mietvertrag? Sind kostenaufwendige Umbauten notwendig?
  • Kann die Schaufensterfläche ansprechend nach Konzept gestaltet werden und ist der Lagerraum groß genug?
  • Sind in der Nähe Bauprojekte für Gewerbeflächen geplant und würden geplante Geschäfte dem eigenen Laden Konkurrenz machen?

Produkte und Preise für den Laden auswählen

Die Preise für die Produkte müssen auf zwei Ebenen betrachtet werden. Einmal aus Sicht des Gründers und dessen Gewinne und einmal aus Sicht der Kunden. Kunden möchten natürlich ein gutes Preis-Leistungsverhältnis geboten bekommen, was nicht immer bedeutet, der günstigste Anbieter in der Region zu sein. Durchaus sind Kunden dazu bereit, entsprechend Geld für ein faires Angebot zu bezahlen. Für den Gründer sollte hingegen der Gewinn im Blick behalten werden, denn wer zu günstig verkauft, nur um möglichst viel zu verkaufen, der kann auch damit in Schwierigkeiten kommen. Einfließen sollten also die Konkurrenzangebote, die Preise für den Einkauf der Produkte, die Ladenmiete, Kosten für die Mitarbeiter und Nebenkosten für den Laden. All diese Faktoren entscheiden über den Verkaufspreis. Auch ist es mit Vorsicht zu genießen, ein zu günstiges Einstiegsangebot zu verbreiten oder generell zu günstig zu starten.

Produkte & Preise für deinen Laden festlegen

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Rechtliche Voraussetzungen-Rahmenbedingungen zur Gründung eines Ladens

Der erste offizielle Schritt in die Selbstständigkeit ist die Anmeldung eines Gewerbes beim zuständigen Finanzamt. Eine Selbstständigkeit geht aber auch noch mit anderen Erlaubnissen oder Genehmigungen einher und auch bestimmte Qualifikationen können verlangt werden. Im Zweifel gilt es, sich beim Thema Genehmigung, Zulassung und Qualifikation, den Rat eines Rechtsanwaltes, der IHK, der Standes- oder Handwerkskammer einzuholen.

Erlaubnispflicht für eigenen Laden

In der Gewerbeordnung werden Tätigkeiten aufgeführt, die einer Erlaubnispflicht unterliegen. So gehören dazu etwa Spielhallen, Reisegewerbe oder Privatkrankenveranstaltungen. Wer sich im Handwerk selbstständig machen will, der braucht oft eine Meisterpflicht als Genehmigung. Wer als Nicht-EU-Bürger in Deutschland einen Laden eröffnen möchte, der benötigt zudem eine Aufenthaltserlaubnis und eine Niederlassungserlaubnis.

IHK Sachkundeprüfung oder Unterweisung

Für eine Genehmigung zur Ausübung der Tätigkeiten, kann eine Sachkundeprüfung oder eine Unterweisung bei der Industrie- und Handelskammer notwendig sein. Hierin werden dann die notwendigen Kenntnisse für die Tätigkeit vermittelt.

Vorschriften beim Geschäftsbetrieb

Wer einen eigenen Laden eröffnen möchte, der muss beispielsweise auch das Jugendschutzgesetz oder gewisse Hygienevorschriften einhalten. Hier können Genehmigungen von der Gewerbeaufsicht notwendig werden, welche zunächst prüfen, ob die Betriebsräume den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Im Rahmen von baulichen Veränderungen bedarf es einer Abnahme beim zuständigen Bauamt. Und auch das Gesundheitsamt kann vor Aufnahme einer Tätigkeit, die erforderlichen Nachweise verlangen.

Die Wahl der Rechtsform – welche Möglichkeiten gibt es?

Die einzelnen Rechtsformen unterscheiden sich in ihren Anforderungen und die Wahl der passenden Form ist daher gar nicht so einfach. Wichtig ist, sich den Umständen seines Unternehmens klar zu werden. Dies beginnt bei den Gesellschaftern, der Haftung und dem Startkapital. Weiterhin sind die Firmenbezeichnung, die Anmeldung und die steuerlichen Aspekte entscheidend. Auch die Transparenz, die Investorensuche und die eventuelle Gemeinnützigkeit, spielen eine Rolle. Zu Wahl stehen beispielsweise die GbR, die OHG, die GmbH, das Kleingewerbe, die Limited oder die UG.

Einzelunternehmer

Wer alleine gründet, der kann die Rechtsform Einzelunternehmen wählen. Unterschieden wird dabei zwischen der privaten Haftung und der Haftung durch das Firmenvermögen. Gewählt werden kann das Kleingewerbe, eine Ein-Personen-GmbH, eine Mini-GmbH oder eine Ein-Personen-AG.

Personengesellschaften

Wer nicht alleine gründet, kein oder nur wenig Startkapital besitzt und das Risiko der Haftung mit dem Privatvermögen in Kauf nimmt, der kann eine Personengesellschaft gründen. Als Rechtsform kommt die GbR, die OHG, die KG, die GmbH & Co. KG oder die UG & Co. KG in Frage. Die GbR stellt beispielsweise eine schnelle und sehr einfache Gründung dar, die mit wenigen Formalitäten einhergeht und kein Mindestkapital erfordert. Auch besteht keine Transparenzpflicht im Handelsregister und die Buchführung erfolgt nach EUR. Für Investoren ist diese Art allerdings nicht geeignet und gehaftet wird mit dem Privatvermögen. Die OHG hingegen ist bei Banken aufgrund der persönlich haftenden Gesellschafter hoch angesehen, allerdings ist hier eine doppelte Buchführung notwendig.

Kapitalgesellschaften

Wer Startkapital besitzt und mit mehreren Gründern zusammenarbeitet, der kann die Rechtsformen der Kapitalgesellschaft wählen. Hier stehen die GmbH, die UG, die gGmbH, die gUG, Ltd, AG, KGaA und die eG zur Verfügung. Die Gründung einer Limited ist für viele Gründer eine inzwischen beliebte Alternative, da nur geringes Mindestkapital erforderlich ist und die Gründungsdauer bei maximal 10 Tagen liegt. Das UG Gründungspaket kann aber ebenfalls eine Alternative sein, denn hier steht einem ein Rechtsanwalt und ein Gründungsberater zur Verfügung, ebenso wie Gründungsdokumente und andere wichtige Inhalte.

Es lohnt sich also, die verschiedenen Rechtsformen untereinander genau zu vergleichen, um die Gründung nicht daran scheitern zu lassen. Zu beachten ist natürlich immer, entsprechend korrekte Verträge abzuschließen, auch wenn die Gründerpartner aus dem Freundeskreis oder der Familie stammen!

Was kostet es, einen Laden zu eröffnen?

Hier spielt natürlich die Individualität des eigenen Konzepts eine große Rolle. Die wichtigsten Kostenfaktoren sollten natürlich vorab geklärt werden, ehe es in die Finanzierung geht. Nur wer hier genau und umfangreich kalkuliert, kann später seine Investoren überzeugen.

Miete und Pacht

Die Ladenmiete oder Ladenpacht orientiert sich zumeist am Standort. Eine zentrale Lage inmitten einer Stadt hat natürlich gegenüber ruhigeren Gegenden seine Vorteile, ist aber auch mit höheren Kosten bezüglich Miete und Pacht verbunden. Hier lohnt es sich, sich mehrere Läden anzusehen und abzuwägen, wo man eventuell einen Kompromiss eingehen könnte.

Personal

Auch die Personalkosten müssen einkalkuliert werden und bestenfalls so, als das schon mit zukünftig benötigten Mitarbeitern gerechnet wird. Wichtig ist hier, sich genau mit den Ausgaben für einen Angestellten zu befassen. Auch die rechtlichen Faktoren, wie etwa der gesetzliche Mindestlohn, müssen eingehalten werden, ebenso wie die relevanten Aspekte bei der Anmeldung.

Einrichtung

Die Einrichtung eines Ladens sollte sich natürlich am Konzept und Businessplan orientieren. Wer beispielsweise Bio-Produkte oder Naturprodukte verkauft, der wird seinen Laden entsprechend passend einrichten wollen. Es empfiehlt sich aber, sich verschiedene Angebote einzuholen. In einigen Fällen kann es auch notwendig sein, sich von einem Innenarchitekten beraten zu lassen. Sicherheitsrelevante Merkmale müssen dabei natürlich berücksichtigt werden.

Waren

Auch bei den Waren sollten verschiedene Anbieter verglichen werden, ehe man eine Bestellung aufgibt. Dabei sind die Lieferkosten und etwaige Rabatte und Kooperationen abzuwägen. Oft sind Waren günstiger, wenn diese in größerer Menge abgenommen werden. Wer hier Verträge abschließen möchte, der sollte vorab einen Anwalt einbeziehen, welcher die rechtlich wichtigen Punkte prüft. Wichtig ist außerdem, sich nicht gleich zu Beginn für mehrere Jahre an einen Hersteller oder Lieferanten zu binden.

Gewerbe, Handelsregister und Notar

Grundsätzlich handelt es sich hierbei natürlich um einmalige Kosten, die jedoch schnell mehrere hundert Euro in Anspruch nehmen können. Diese in den Businessplan zu übernehmen, zeugt von einer präzisen Kalkulation, selbst bei kleinen Beträgen. Auch die Eintragung ins Handelsregister ist mit Gebühren verbunden.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Ohne Kapital lässt sich keine noch so gute Geschäftsidee umsetzen. Die Finanzierungsmöglichkeiten beschränken sich aber nicht nur auf einen Kredit bei der Bank. Wer selbst finanzieren kann, der hat natürlich entsprechende Vorteile und auch, wer sparsam wirtschaftet, kann zukünftig profitieren. Den wenigsten stehen diese Optionen allerdings zur Verfügung. Wer gründet, der kann also beispielsweise auf Fördermittel zurückgreifen, welche meist mit günstigen Konditionen verbunden sind. Einen Überblick über die möglichen Förderprogramme, sind im Portal des des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu finden.

Starthilfe bietet aber auch ein Gründungszuschuss, wobei hier die Bewilligung zunehmend schwieriger wird. Wer allerdings eine Förderung erhält, der kann diese steuerfrei in Anspruch nehmen, ohne diese zurückbezahlen zu müssen. Hier lohnt sich einmal mehr, wer einen guten Businessplan auf die Beine stellen konnte. Auch die Teilnahme an Gründerwettbewerben kann eine Möglichkeit darstellen, seine Idee zu finanzieren. Dies gilt allerdings nur für wirklich innovative oder neuartige Konzepte.

Die Finanzierung über Darlehen und Kredite ist die gängigste Art, seinen eigenen Laden zu finanzieren. Mit einem guten Businessplan und einer soliden Vorbereitung auf das Bankgespräch, stehen die Chancen auf Bewilligung eines Kredites gut. Private Sicherheiten und eine entsprechende Bonität sind aber auch hier vorausgesetzt. Darüber hinaus bieten auch Länder, Kommunen und die EU, verschiedene Fördermöglichkeiten oder Bürgschaften für Darlehen an. Etwas moderner ist die Finanzierung über Crowdfunding oder Crowdinvesting. Dabei erhalten Kreditgeber einen Anteil am Unternehmen und damit Gewinn. Zuletzt könnten auch private Kreditgeber eine Option darstellen, sofern alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten für den eigenen Laden ausfallen.

Was muss ich beachten, wenn ich einen Laden eröffnen will?

Nach der Eröffnung eines Ladens, stehen die Gründer vor der Buchführungspflicht und unabhängig von der Art dieser, muss das Anlagevermögen immer getrennt von der Bilanzierung oder EÜR aufgezeichnet werden. Dies ist für die Besteuerung absolut wichtig, wobei es nun auf die Art des Unternehmens ankommt. Für alle Formen gilt jedoch, dass der Gewinn per Einkommensteuer und Gewerbesteuer versteuert werden muss. Berechnungsgrundlage ist zumeist das Kalenderjahr, die Einkommenssteuer richtet sich nach der Höhe des Einkommens. Ebenso gibt es auch bei der Gewerbesteuer keinen festen Regelsatz, denn dieser orientiert sich am Hebesatz der Gemeinde. Hinzu kommt auch die Umsatzsteuer von 7% (Lebensmittel etc.) oder 19%. Wichtig ist, sich exakt mit den jeweiligen Rechtsformen und dessen Steuersätzen zu beschäftigen.

Einen eigenen Laden zu eröffnen bedeutet auch, diesen richtig zu versichern. Möglicherweise wichtige Versicherungen für den eigenen Laden sind:

  • Betriebshaftpflichtversicherung zur Absicherung gegen Schäden von Dritten.
  • Sach- und Ertragsausfallversicherung bei Beschädigungen der Waren durch Einbrüche, Glasbruch, Ausfall der Elektronik/Kühlung, Unwetter
  • Gewerberechtsschutz bei Streitfällen im Einzelhandel
  • Unfallversicherung für Arbeitsunfälle optional
  • Maschinenversicherung optional
  • Rechtsschutzversicherung optional

Natürlich sind nicht alle möglichen Versicherungen auch absolut notwendig. Eine Betriebshaftpflichtversicherung und eine Versicherung für das Sortiment und die Waren, sind jedoch einem jeden Gründer zu empfehlen. Alle anderen Versicherungen sind auf den jeweiligen Laden, bzw. die Betriebsart, zu beziehen. Im Einzelhandel kann etwa eine Gewerberechtsschutzversicherung sinnvoll sein. Gründer sollten aber genau abwägen, welche Versicherungen wirklich wichtig sind und welche einfach nur teuer.

Welche Arten von Läden gib es?

Inzwischen stehen einem unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, einen Laden zu eröffnen. Wer sich selbst kein eigenes Konzept zutraut, der könnte an Franchising denken. Dabei geht es um die Übernahme eines bestehenden Konzeptes, welches zwar in all seinen Facetten übernommen werden muss, allerdings die nötigen Sicherheiten für den Erfolg bieten. Auch können Gründer einen bereits bestehenden Laden übernehmen und mit seinen eigenen Vorstellungen verbessern oder erweitern. Es muss also nicht immer die Gründung von der Pike auf sein, um einen Weg in die Selbstständigkeit zu finden.

Bekleidungsgeschäft eröffnen

Bekleidungsgeschäft eröffnen

Einen Lebensmittelladen eröffnen, stellt für viele die sicherste Variante in die Ladeneröffnung dar. Immerhin braucht es laufend Nahrungsmittel und die Zielgruppe erstreckt sich weitläufig. Allerdings ist die Konkurrenz der größeren Ketten wie Aldi, Rewe oder Penny gegenüber einem Einzelhandel sehr groß und es ist fraglich, ob man gegen dessen Preisgestaltung ankommt, bzw. sich auf dem Markt durchsetzen kann. Die Eröffnung eines Brautmodenladens hingegen ist ebenso Traum vieler Gründer. Auch hier besteht bereits eine große Nachfrage, die sich jedoch eher saisonbedingt gestaltet und voraussetzt, sich mit Mode und Designe auszukennen. Gleiches gilt für das Friseursalon eröffnen, was ebenfalls nicht funktioniert, wenn man selbst keinen Meisterbrief in den Händen hält und das Handwerk beherrscht.

Supermarkt eröffnen

Supermarkt eröffnen

Fazit

Im Endeffekt gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, einen eigenen Laden zu eröffnen. Der Verkauf von Kleidung kann in Einkaufszonen gut funktionieren und auch Bio-Läden sind nach wie vor beliebt. Auch sieht man immer wieder, wie spezielle Läden erfolgreich aufgebaut werden. Beispielsweise ein Laden, der Hundezubehör und ausschließlich Bekleidung für Hunde verkauft. Natürlich sind den eigenen Ideen keine Grenzen gesetzt und wer dazu den Nerv der Zeit trifft, der kann erfolgreich in die Zukunft blicken.

Franzi Elsenbach

Als Content Marketerin bei sevDesk ist Franzi immer auf der Suche nach neuen Tipps und Trends rund um die Themen Selbstständigkeit und Buchhaltung.

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