6 Tipps zur Keyword-Recherche – Wonach suchen meine Kunden eigentlich?

Content is king. Dieses Zitat von Microsoft-Gründer Bill Gates schwirrt bereits seit 1996 durch das Internet und wird als die Allzweckwaffe zur Kundengewinnung über das World Wide Web angepriesen. Als erfahrener SEOler kann ich dazu nur eines sagen: Content ist tatsächlich King – und das heute mehr denn je.

Wer als Unternehmen hochwertige Inhalte schafft, die den Lesern einen klaren Mehrwert bieten und begeistern, stärkt nicht nur seine eigene Marke, sondern wird bei Google & Co. auch entsprechend gut gefunden. Nicht ohne Grund gilt das Content-Marketing daher als wichtige Disziplin der Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Doch hinter dem Buzzword des Content-Marketings versteckt sich weitaus mehr als nur die Erstellung eines guten Textes mit ein paar schönen Grafiken. Wer eine erfolgreiche Content-Strategie fahren möchte, der beginnt bereits vor der Text-Erstellung mit seiner eigentlichen Arbeit: der Keyword-Recherche.

Denn was bringt guter Content, der nicht über Google gefunden wird, weil beispielsweise der Wettbewerb zu stark oder die Zahl der auf dieses Thema bezogenen Suchanfragen zu gering ist? Vor der Text-Erstellung muss daher im Detail analysiert und recherchiert werden, zu welchen Suchbegriffen man als Unternehmen bei Google eigentlich gefunden werden möchte.

Mit unseren 6 Tipps zur Keyword-Recherche geben wir dir das Werkzeug in die Hand, um mit deinem Content bei Google erfolgreich zu ranken.

Das erwartet dich heute:

Tipp 1: Brainstorming – Die Basis der Keyword-Recherche

Zu Beginn einer jeden Keyword-Recherche gilt es erst einmal, im Rahmen eines Brainstormings potenzielle Suchbegriffe, die für das eigene Unternehmen in Frage kommen, niederzuschreiben. Dabei kann die Verwendung einer Mind-Map hilfreich sein, um die Begriffe hierarchisch zu sortieren und so auch auf neue Suchbegriffe zu stoßen.

Ein Blick auf die Texte der eigenen Website oder in die Social-Media-Kanäle können bei der Recherche natürlich eine Hilfe sein. Oft ist auch ein Gespräch mit Kollegen, Kunden oder Bekannten ohne Bezug zur Firma sinnvoll, um das eigene Keyword-Set zu erweitern.

Stößt man dabei nach einer gewissen Zeit an seine Grenzen, gilt es im nächsten Schritt auf geeignete SEO-Tools zurückzugreifen, die in der Regel eine Vielzahl weitere relevante Keywords liefern können.

Tipp 2: Die besten Tools zur Keyword-Recherche

Das Tool aller Tools zur Keyword-Recherche war und ist immer noch der Google Keyword-Planer, der nach der Anmeldung bei Googles Werbetool Google AdWords allen Werbetreibenden zur Verfügung steht.
So ermöglicht die Software beispielsweise die Recherche neuer Keywords basierend auf einem vorhandenen Thema oder unter Eingabe einer bestimmten Website. Die Zahl der so neu gewonnenen Keywords ist in der Regel immens. Zu jedem Keyword zeigt Google außerdem die Zahl der monatlichen Suchanfragen an, deren Relevanz dir bei Tipp 3 erläutert wird.

Der Google Keyword-Planer: Mittlerweile leider für viele Nutzer nur noch eingeschränkt verwendbar
Der Google Keyword-Planer: Mittlerweile leider für viele Nutzer nur noch eingeschränkt verwendbar

Der einzige Wermutstropfen: Seit einiger Zeit wird das genaue Suchvolumen der Keywords nur noch AdWords-Kunden angezeigt, die eine aktive Kampagne laufen haben. Für alle anderen Nutzern wird nur noch eine ungefähre Spannweite bereitgestellt, was in der Regel nicht sonderlich hilfreich für unsere Keyword-Recherche ist. Wer also keine AdWords-Anzeigen schaltet, der sollte sich die folgenden Alternativen einmal anschauen:

  • KWFinder (kostenpflichtig)
    Die Software liefert nicht nur hunderte von neuen Keyword-Vorschlägen, sie stellt für jedes Keyword auch einen SEO-Schwierigkeitsgrad bereit. Dieser gibt dir einen ersten Überblick über den Aufwand, den du aufbringen musst, um für eine Suchanfrage auf der ersten Seite zu ranken.
  • Google Search Console
    Die Google Search Console, ehemals Google Webmaster-Tools, bietet Seitenbetreibern unter anderem eine detaillierte Analyse über diejenigen Suchanfragen, mit denen die eigene Website bei Google in der Vergangenheit gefunden wurde.
  • Google Suggest
    Wer kennt es nicht: Tippt man bei Google erste Buchstaben ins Suchfeld ein, werden automatisch Vorschläge mit möglichen Suchanfragen generiert. Nutze diese ebenfalls für deine Keyword-Recherche! Tools wie keywordtool.io oder Ubersuggest können dir dabei viel Arbeit abnehmen, sind allerdings auch teilweise kostenpflichtig.

Die Zahl hilfreicher SEO-Tools zur Keyword-Recherche ist in den letzten Jahren in den Himmel gewachsen, mit den oben genannten bist du für den Anfang aber bereits gut aufgestellt.

Tipp 3: Das Suchvolumen muss stimmen

Im Rahmen deiner Keyword-Recherche hast du nun vermutlich mehrere hunderte Keywords gefunden, die grundsätzlich zu deinem Unternehmen passen. Im nächsten Schritt wird deine Liste nun um diejenigen Keywords bereinigt, die ein zu geringes Suchvolumen vorweisen. Denn schließlich muss es sich auch lohnen, für einen bestimmten Suchbegriff individuellen, hochwertigen Content zu erstellen.

Dazu greifen wir nun auf eines der oben genannte SEO-Tools zurück und teilen jeder potenziellen Suchanfrage ein Suchvolumen zu. Was man unter einem zu geringen Suchvolumen versteht, ist allerdinge Definitionssache. Je nach Branche, Geschäftsmodell und Conversion-Rate können bereits 100 potenzielle Besucher monatlich sehr wertvoll sein. Bei anderen Websites macht es womöglich hingegen erst bei einem Suchvolumen von über 1.000 Sinn, eine Content-Erstellung für dieses Keyword in Erwägung zu ziehen.

Bedenke dabei, dass gerade spezielle Longtail-Keywords mit einem geringen Suchvolumen häufig die wertvollsten Besucher mit der größten Kaufabsicht auf deine Website bringen. Zudem ist hier der SEO-Schwierigkeitsgrad in der Regel deutlich niedriger als bei hochvolumigen Suchanfragen.

Tipp 4: Den SEO-Schwierigkeitsgrad im Auge behalten

Neben dem Suchvolumen ist der Wettbewerb um ein Keyword ein weiterer entscheidender Faktor bei der Keyword-Recherche. Manche Suchbegriffe, wie beispielsweise „Lebensversicherung“ oder „Auto kaufen“, sind dermaßen hart umkämpft, sodass eine Platzierung auf der ersten Seite für Unternehmen ohne ein 5- bis 7-stelliges SEO-Budget meist unerreichbar ist.

Der im Google Keyword-Planer aufgelistete AdWords-Wettbewerb gibt hier in der Regel einen ersten Fingerzeig. Als alternatives Tool kann ich den KWFinder empfehlen, der basierend auf unterschiedlichen Datenquellen einen für die Keyword-Recherche äußerst nützlichen SEO-Schwierigkeitsgrad berechnet.

Mit dem KWFinder macht die Keyword-Recherche Spaß – besonders wertvoll ist die Bereitstellung des SEO-Schwierigkeitsgrads
Mit dem KWFinder macht die Keyword-Recherche Spaß – besonders wertvoll ist die Bereitstellung des SEO-Schwierigkeitsgrads

 

Tipp 5: Keywords wählen, die zu meinem Produkt passen und Umsatz bringen

Im letzten Schritt der Keyword-Recherche gilt es nun, aus der vermutlich überschaubar gewordenen Keyword-Liste diejenigen 10 bis 30 Keywords zu wählen, die am besten zum eigenen Unternehmen und dessen Produkte passen und auch mit größter Wahrscheinlichkeit zu einem Kauf führen werden.

Hier solltest du unbedingt zwischen generischen Keywords und Longtail-Keywords unterscheiden, da diese beiden Keyword-Arten verschiedene Nutzertypen auf deine Website leiten. Bei generischen Suchanfragen wie „Smartphone“ ist der Suchende in der Regel ganz am Anfang des so genannten Sales Funnel und möchte erst einmal grundlegend informiert werden – die Kaufintension steht hier noch nicht im Vordergrund. Longtail-Suchanfragen wie „Smartphone Samsung Galaxy S6“ hingegen lassen bereits auf ein deutliches Kaufinteresse schließen und sollten vom Website-Betreiber entsprechend mit einer Kaufoption auf der Homepage beantwortet werden.

Letztlich sind beide Keyword-Arten für deine Website interessant. Du solltest nur unbedingt darauf achten, deinen Content entsprechend der Suchintension (allgemeine Informationen oder Kaufinteresse) auszurichten.

Tipp 6: Holistischer Content – Ein Keyword ist nicht genug

In den letzten Jahren hat sich herauskristallisiert, dass Nutzer diejenigen informierenden Inhalte besonders lieben, die ein Thema ganzheitlich abdecken. Seiten mit einem Textumfang von mehreren tausend Wörtern sind in der Suchmaschinenoptimierung daher keine Seltenheit mehr.

Für dich als Website-Betreiber bedeutet dies: Für jedes recherchierte Keyword, für das du eine eigene Seite erstellen möchtest, sollten auch relevante Unterkeywords gesucht werden, die mit dem Hauptthema in direktem Zusammenhang stehen. Wer also beispielsweise für seinen Onlineshop einen Artikel über Sonnenbrillen verfasst, der sollte unbedingt auch die Themen „Sehstärke“, „Verspiegelung“ sowie wichtige Markennamen im Text integrieren.

Hierfür ist eine zusätzliche Keyword-Recherche notwendig, die mit den oben aufgezählten Tools gut umsetzbar ist.

Fazit: Keyword-Recherche ist Pflicht

Content-Marketing ohne Keyword-Recherche ist keinesfalls zu empfehlen. Denn dann verpufft das in die Content-Erstellung investierte Kapital meist wirkungslos. Auch wenn die Suche nach den geeigneten Keywords mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden ist – letztlich spiegelt sich eine gelungene Keyword-Strategie in guten Google-Rankings wider. Und das führt zu dem damit letztlich angepeilten Ziel: Mehr Umsatz für dein Unternehmen.

Der Autor:

Alexander ist Inhaber der SEO Agentur SEO-Turtles und beschäftigt sich leidenschaftlich mit allen Themen rund um SEO und Online-Marketing. Und wenn er nicht gerade Unternehmen bei der Optimierung ihrer Google-Rankings hilft, befindet er sich vermutlich beim Wandern auf dem Jakobsweg.

Alisha Meier

Um seine Zielgruppe im Internet zu begeistern muss man kreativ sein. Alisha besitzt diese Kreativität und weiß als Content Marketerin bei sevDesk, welche Inhalte im Netz funktionieren. Im Blog beschäftigt sie sich mit sämtlichen Kreativthemen und versucht Selbstständige zu inspirieren.

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